17.09.2007

Bye Bye Bonn!

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25.07.2007

Das Jüngste Gericht

also wenn das mal nicht das passende stöckchen für meine blogroll ist...

Deine Sündenquittung


Ich habe Drogen genommen - 20€

... und das mehr als einmal - 15€

Ich habe jemandem Drogen angeboten - 40€

Ich zeige beim Autofahren manchmal Vögel oder Stinkefinger - 15€

Ich habe einen Unfall verschuldet - 35€

Ich habe beim Ausparken ein fremdes Auto angeditscht - 20€

... und bin dann einfach weggefahren - 300€

Ich bin völlig besoffen oder zugekifft Auto gefahren - 300€

Ich lüge manchmal, dass sich die Balken biegen - 15€

Ich habe schonmal jemanden richtig heftig gemobbt - 50€

Manchmal lästere ich über das Aussehen von anderen - 15€

Ich habe schonmal jemanden krankenhausreif geschlagen - 300€

Ich habe etwas gestohlen, was mehr als 100 Euro wert ist - 200€

Ich habe schonmal mutwillig etwas zerstört - 100€

Ich habe Grafitti gesprayt - 100€

Ich habe schonmal illegal Sperrmüll entsorgt - 100€

Ich bin mal in einem Raum gewesen, während andere dort Sex hatten - 15€

Ich parke manchmal auf Behindertenparkplätzen - 40€

Ich fahre machmal schwarz mit Bus oder Bahn - 40€

... und wurde dabei schonmal erwischt - 35€

Ich habe manchmal die Schule geschwänzt - 15€

... und dabei noch den Entschuldigungszettel gefälscht - 50€

Ich habe absichtlich die Hausaufgaben nicht gemacht - 15€

Ich habe schlechte Noten vor meinen Eltern verheimlicht - 30€

Ich habe schonmal Früchte geklaut - 0.05€

Ich habe heute schon masturbiert - 0.59€

Ich mag Oralverkehr - 4.99€





1870.63 €

00:59 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (13) | Per Email verschicken

27.06.2007

27.06.

1629: dreißigjähriger krieg - in der schlacht bei stuhm verlieren die schweden gegen polnische und kaiserliche truppen.
könnte sich glatt bald wiederholen, tauschte man schweden gegen europa und würden sich irgendwo polen-freundliche kaisersöldner finden lassen...

1765: uraufführung der komischen oper "le faux lord" von françois-joseph gossec an der comédie italienne in paris.
habe ich verpaßt...

1794: der französische schriftsteller simon nicolas henri linguet wird in paris hingerichtet, weil er „den tyrannen zu london und wien geschmeichelt“ habe.
er wäre sicherlich ein wunderbarer blogger geworden...

1873: die brauerei beck & co. wird in bremen von lüder rutenberg, braumeister heinrich beck und dem kaufmann thomas may als kaiserbrauerei beck & may gegründet.
ja, da hatte herr beck noch keine "experiences"...

1893: im zuge der wirtschaftskrise 1873–1895 kommt es in new york zum zusammenbruch der dortigen börse.
ganz nach meinem geschmack - lustiges massenspringen aus fenstern...

1898: joshua slocum vollendet als erster einhandsegler eine weltumrundung und trifft mit seinem boot "spray" nach über dreijähriger reise in newport (massachusetts) ein.
nur so, als anspielung...

1972: der unterhaltungselektronik- und automatenhersteller atari wird von nolan bushnell und ted dabney gegründet.
ein hoch auf "test drive"!

1977: joseph ratzinger, der spätere papst benedikt XVI, wird von papst paul VI zum kardinal ernannt.
ich bin der ansicht, es wäre längst an der zeit, der katholischen kirche einen existenzverbot zu erteilen...

und sonst? nichts besonderes...

11:45 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig , Vergangenes , Welt | Permalink | Kommentarstatus (12) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

02.06.2007

7. Rückblickend

es ist schon eigenartig, wie schnell die zeit vergeht. ja, ich weiß, ein abgelutschtes und inhaltsleeres sprachfüllsel, leicht verwandt mit dem unterirdischen: gott, bist du groß geworden!
doch irgendwas ist dran. gut, tauschen wir groß gegen alt und tun gleichzeitig so, als würde sich die zeit rational verhalten, doch ein schatten des erstaunens bleibt dennoch. ebend haben wir uns erst ein frohes neues gewönscht, nun ist schon juni, der die mitte des jahres markiert. eines weiteren, und eines anderen, verglichen mit den vergangenen vielen, in denen nicht annähernd so viel passierte, wie `07. alleine schon die tatsache, daß ich nun gesundheitsbedingt flaschenweise säfte und literweise tee vernichte, statt eines guten tropfens, und bier mir in etwa so ungenießbar vorkommt, wie die plürre aus einem abfluß, spricht bände. ja, beinahe alles ist verzichtbar, wenn es darum geht, nicht nochmal die worte eines arztes hören zu müßen "es war knapp". fettige und mächtige speisen darf man nun endlich mit begründung ablehnen, als frischkäse- und gemüse-fanatiker freut man sich angesichts eines überempfindlichen organs. gut für die haut, ist das auch...

aber nicht nur das. war ich noch die vergangenen sieben bis zehn jahre bloß ein rotierendes staubkorn, in einem universum des unbedachten wahnisinns, oder wie es satre beschreiben würde "der ignorant lebt seinen tod, und indem er seine freiheit verweigert, projiziert er sie auf die welt, die sie ihm in gestalt des schicksals zurückwirft“, so hat sich nun meine einstellung gegenüber meiner existenz totalitär verändert. leben, so lange es geht und das gut. schlechtes weglassen und möglichst positiv denken. neugierig sein. vielleicht ein wenig, wie ein kind...

möglicherweise trieb mich diese neugier auch zu der lesung, die mein nervenkostüm zwar beinahe zerfetzte, mich auf der anderen seite aber fast süchtig gemacht hat, mit der ständigen frage, die seitdem meinen kopf vergewaltigt - wie wäre wohl eine weitere lesung? - während irgendwas in mir ganz genau weiß, daß ich die antwort auf diese frage, ganz sicher bekommen werde.

auch die vierzehn gefürchteten zahnarzttermine haben ihr ende gefunden, ohne als horrorgeschichte in zukunft erwähnt werden zu müßen. veränderungen also wie am fließband, im takt eines wahnsinnigen schicksalsspielers. wo das hinführt, weiß ich nicht, schlecht kann es aber kaum werden. zumindest geht es heute endlich wieder dahin, wo die meiste kraft und energie, für all das hergekommen ist. ich glaube, heute trinke ich mal einen tomatensaft im flugzeug. laut statistik kommt der wohl über den wolken recht gut an...

13:41 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Lesung , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (8) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

24.05.2007

Vitae cursus

die bewerbungsunterlagen schimmern als pdf daten auf dem display. es ist schon ein merkwürdiges gefühl, den eigenen lebenslauf zu lesen, mit den vielen stationen und erinnerungen, mit einigen schillernden namen größerer unternehmen und diversen jobbezeichnungen, die sich bloß ein hirnverbrannter bwl-er mit hang zum denglisch und schwulenpornos ausdenken konnte. "quality assurance manager", ja, so was war ich auch schon mal und zwar mitten im dialektbelasteten rheinland, in einer karnevalistischen hochburg deutschlands...

es ist ein merkwürdiges gefühl, diese unterlagen zu lesen und zu verschicken, vorallem nach den vergangenen jahren des selbstständigen unternehmertums, um sich nun für eine mehr oder weniger einfache festanstellung, ohne zu viele ansprüche zu bewerben. weniger freiheit = mehr freiheit. eine festanstellung von 08:00h bis 17:00h bietet mir mehr freizeit und mehr ruhe, nach verlassen des büros. in der selbstständigkeit gab es dafür durchaus 16-stunden arbeitstage nebst schlaflosen nächten, allerdings auch eigene entscheidungsfreiheit auf allen ebenen.
die wichtigste frage bleibt wohl, wie sich denn der pfeffer in meinem hintern verhalten wird, sobald ich überblick habe und dabei jemanden über mir, der mein tun lenken soll. vor meiner selbstständigkeit agierte ich in den letzten drei anstellungen als abteilungsleiter, werde ich mich nun als einer von vielen fügen können? werde ich kleinlaut beigeben können, oder wird mein temperament eher mit mir durchgehen, wenn ich etwas erfahrungstechnisch für absurd und zu praxisfremd halte? je nachdem, in welche richtung ich denke, empfinde ich es beinahe als nachteil, ordentlich berufserfahrung gesammelt zu haben. wäre ich bloß ein kleines licht, dann gäbe es wenigstens kaum erleuchtungen.

ich erinnere mich an die dekadenten zeiten, in einem großen unternehmen, wo geld keine rolle spielte und ich zudem eine wichtige stelle bekleidete, zumindest von der bezeichnung und vom gehalt her. alle drei tage im flugzeug, die teuersten mietwagen, nur die guten der guten hotels, teuerstes essen.
wie sehr produktiv eigentlich meine arbeit damals gewesen ist, kann ich allerdings bis heute nicht wirklich beurteilen. mehr oder weniger war ich in erster linie damit beschäftigt firmengelder auszugeben, als irgendwas wirklich zu tun. die saftigen jahresprämien, die ich bekam, hinterfrage ich bis heute und vorallem das *wofür*. weil ich mich in verschiedenen sprachen unterhalten kann? dieser job war so realitätsfremd, daß ich mir immer wieder die edlen visitenkarten vor die nase halten mußte, bloß um zu regestrieren, daß er wirklich existent ist. als mein vetrag auslief, empfand ich das wie eine plötzliche nüchternheit, nach einem intergalaktischen drogentripp. laptop, handy und organizer durfte ich behalten...

dann gab es die technischen geschichten, die mir zwar weniger gehalt einbrachten, mich allerdings dafür sehr viel lehrten, bis ich an dem punkt war, ganz alleine in einer agentur gänzlich selbstständig arbeiten zu können, ganz gleich in welcher abteilung. das waren teils harte, teils sehr amüsante zeiten, inklusive hunderter unbezahlter überstunden, die irgendwie durch geschenke vergütet und aufgefangen wurden. würde ich zwar in dieser form nie wieder mitmachen, doch als erfahrung, sind diese zeiten unbezahlbar. rotation ad maximum, der schlafsack für kurze zwei stunden schlaf zwischendurch, auf dem büroboden, gehörte mit zum büroinventar...

diverse projekte im ausland, sei es new york, sei es cardiff, sei es tel aviv, ließen mich fremde ansichten schnuppern und alternative arbeitsmethoden übernehmen, für die ich hierzulande erst milde belächelt wurde, welche mir aber später den stempel verpaßten, ein krisensicherer mistkerl zu sein, der aus der beschissensten reklamation immer noch profit schlagen kann.
es ist eigentlich ganz einfach, kunden sind bloß zickige geldautomaten, die es gilt kurzzuschließen, was mit einer gesunden prise gespielter arroganz durchaus einfach ist. dies gilt natürlich nicht für die insolventen superhelden, die haben einen virus, an dem man sich geradezu die zähne ausbeißen kann...

und nun werde ich einen schritt zurückgehen, in die richtige richtung, weg vom abgrund. ich möchte mich auch einmal in einer bodenständigen sicherheit wiegen, anstatt wie ein pionier die vorderste und vermiente front zu erforschen. ich gehe abends nunmal lieber ins kino, oder ins theater, als kurz zwei stunden auf dem büroboden zu schlafen, weil die auftragslage keinen feierabend zuläßt. sicherlich möchte ich kurz verreisen, aber eher privat, statt beanzugt, von einem überhitzen büro aus einen strand zu beobachten, während die ppt-folien beinahe auf dem besprechungstisch dahin schmelzen. ich möchte ruhe nach feierabend und kein firmenhandy, welches durchaus schon mal mitten in der nacht klingelt, weil mitarbeiter in ausländischen filialen, noch nie etwas von zeitverschiebung gehört haben. ein kleines licht, vorerst, ohne erleuchtungen, dafür mit genügend freizeit, um abschalten zu können. es läuft nichts weg, höchstens das leben selbst.


ich klicke mal auf "Senden".

09:05 Veröffentlicht in Alltag , Gesehen , Kopflastig , Vergangenes , Welt | Permalink | Kommentarstatus (5) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

04.02.2007

Empirie

ende juni 2004, mein 30-er geburtstag. eigentlich ein tag, wie jeder andere, gottlob ohne familiäre belästigung. meine eltern sind irgendwo im ausland, der rest der blutverwandschaft hat sich auf kitschige wunschkarten beschränkt, aus denen ich bloß die geldscheine rausfische, um den rest gleich auch ungelesen im altpapier verschwinden zu lassen. was diese dinge angeht, bin ich gänzlich unsentimental. überflüßiges floskelporno.

18:27h klingelt es an der türe, eine handvoll menschen, meine besten freunde, die einzigen, die ich an diesem tag sehen möchte. mein bester freund und cousin m., unser frauenheld o. mit seiner neuen flamme namens j. (recht klein, hübsch, auffällig tätowiert, verdrehter psycho-blick), der m.² mit seiner a. und der kleine r., zu meiner freude ohne s., die immer nur darauf bedacht ist, uns den spaß zu verderben, wenn wir mal wieder heftigst abdrehen und sie uns nur mit "erwachsenen weisheiten über vernunft" versucht zu bremsen, ausgerechnet sie, die jüngste von uns allen...

ich lasse die bagage garnicht erst ins haus, ich habe nichts vorbereitet und zudem keine lust auf spätere aufräum-orgien. so haben wir uns geeinigt, nicht bei mir zu feiern, steuern also gleich das benachbarte restaurant an, wo ich einen großen (unseren) tisch reserviert habe. alles geht auf mich.

als erstes muß ich natürlich ein gebrülltes "happy birthday" ertragen, in einer lautstärke, daß sogar der letzte parasit hiterm klo es mitbekommt, daß ich geburtstag habe. ich mag sowas nicht, ich mag nicht im mittelpunkt stehen, sowas überlasse ich lieber menschen, die gerne ihr eigenes ego bis zum höhepunkt streicheln, außerdem sind mir meine geburtstage eh mehr oder weniger völlig egal - ich wurde halt geboren, na und?

anfänglich gestaltet sich alles sehr zivilisiert, das ist bei uns normal, ist auch nicht so, daß wir ungebildete und primitive affen wären, nein, wir sind schwarz/weiß, auf der einen seite mit viel beruflicher verantwortung belastet, auf der anderen seite nicht wirklich erwachsen. es werden biere getrunken, die großen, wir speisen, als m.² plötzlich würgen muß und hektisch auf der toilette verschwindet. seine a. stürmt panisch hinterher. nur wenige augenblicke später präsentiert uns m.² eine reisszwecke, die er im salat hatte und welche er verschluckte. die reaktion der wirtin ist allerdings vollkommen ignorant, "ja, der enkel hätte wohl in der küche gespielt, ist doch nichts passiert", vermeldet sie mit dem gesichtsausdruck eines profikillers beim zielen. immerhin gibt es eine runde ouzo gratis...

nach dem essen packe ich meine geschenke aus, welche durchgehend flaschenformat darstellen. ein whisky-sortiment: bushmills, tullamore, glenfiddich, kilbeggan, laphroaig, oban. alles was das herz eines ambitionierten freizeittrinkers begehrt. vorsichtshalber lasse ich die schätzchen gleich im restaurant, im vorratsraum einschließen, bevor wir später auf dumme gedanken kommen sollten. ich kenne unsere eskapaden zu gut...

gegen 22:00h verabschieden sich m.² und a., sie ist journalistin und muß noch einen artikel zu ende schreiben, m.² möchte ausgeliehene horrorfilme anschauen, die er am kommenden tag abgeben muß. zurück bleibt der harte kern, wobei ich die j. ebenfalls dazu zählen würde, weil diese frau irgendwie eine heftige meise zu haben scheint. sie redet wirr und trinkt mindestens in unserem tempo und das will was heißen, da ich bereits den dritten beidseitig bekrizelten bierdeckel kurz überschlage - knapp 300 euro. gut, diesmal konnte ich mich nicht drücken, doch wenn man bedenkt, daß ein halber liter bier nur 2,50 kostet...

die gespräche werden mit der zeit abstrakt bis absurd, ein gemisch aus bier, jägermeister, ouzo, tequilla und vodka läßt unsere gehirne in einer suppe des irsinns baden. wir erfinden spontan neue tierarten (doppelköpfiges geländeschwein, bärameise, nuklearhörnchen), retten das universum mittels knoblauch, sprechen spontan englisch (a toothpick, a toothpick, my kingdom for a toothpick!), erfinden dichte gedichte. jeder wirt dieses planeten macht drei kreuze, wenn er uns in diesem zustand der losgelösten verrücktheit möglichst schnell los wird. irgendwie verständlich...

so ist es auch 00:30h, als wir den laden als letzte gäste verlassen. o. und r. sind nicht unglücklich darüber, sie wollen kiffen, m. und ich finden die frische luft allerdings auch nicht schlecht. es ist sommer, es ist warm und über uns ist ein sternklarer himmel aufgespannt, wunderbar. sie sind mit dem band-wohnmobil angereist, in dem sich noch eine kiste bier und eine flasche jameson befinden, an denen sich m. und ich gleich zu schaffen machen, während o., r. und j. eine dicke tüte qualmen. plötzlich wird o. euphorisch, endlich ist eine cd erschienen, auf der er schlagzeug spielt und ich einige stücke eingesungen (gebrüllt) habe, muß sie gleich auf voller lautstärke dem ganzen dorf vorspielen.
auf meine frage hin, ob ich das exemplar behalten kann, werde ich allerdings gleich abgewiesen - "es sei die einzige, die er hätte". toll, selbst an meinem geburtstag bekomme ich nicht die cd geschenkt, an der ich selbst mitgearbeitet habe...

die produktion ist verdammt rauh ausgefallen, erinnert mich beinahe an einen klassiker namens "reign in blood". was hat mich da nur geritten? üblicherweise versuche ich nämlich eher wirklich zu singen, mit betonung auf versuchen. egal. plötzlich passiert unerwartetes, während o. am gebüsch steht und pinkelt, nimmt seine j. einen wahnsinnigen anlauf und stößt ihn mit ganzer körperkraft ins grüne. wir staunen, wissen nicht genau, ob wir lachen oder angst bekommen sollen. doch noch während ich überlege, was mit der frau schief gelaufen wäre, werde ich selbst geschubst und lande recht unsanft zwischen hecke und wohnmobil, wobei ich im hintergrund einen brachialen lachanfall von m. vernehme. ich bin betrunken und verwirrt, knüppelharte musik beschallt die umgebung, ich höre lautes lachen, in den anliegenden häusern gehen lichter an, jemand klettert auf das wohnmobil. es ist die j., die auch kurzerhand runterspringt, auf o. drauf. jackass live im rheinland. um einen überblick zu bekommen, mache ich es ihr nach und stürze mich von oben auf m., verfehle ihn allerdings leider. am ende bleiben vier demolierte personen auf dem parkplatzboden lachend liegen, während r. sich im wagen verkrochen hat und so tut, als ob er cds sortieren würde. die pfeife. es ist cirka 02:30h, als j., o. und r. sich im wohnmobil einschließen, m. sich auf den weg zu seinen eltern ein paar straßen weiter macht und ich ins bett krieche, kiechernd.

ich erwache gegen 13:00h. es geht mir nicht sonderlich. alles schmerzt, allem vorran mein ellenbogen, in dem etwas locker ist. ich kann es mit dem finger spüren, daß dort ein stück knochen abgesplittert sein muß. mein schädel ist extraterrestrisch brummend, mein magen signalisiert sodbrennen und apetitlosigkeit, meine unterarme und hände sind blutig zerkratzt, in meinem hals steckt noch ein dorn aus der hecke. unrasiert und ungewaschen ziehe ich mir ein frisches t-shirt an, eine zerissene jeans und ein paar lakais, setze meine geliebte vogue-sonnenbrille auf und begebe mich nach draußen. das wohnmobil ist bereits weg, ich schlendere durch die hitze des sonnigen tages, gehe zum haus von m.s eltern, wo er mit ausgestreckten beinen und ebenfalls sonnenbebrillt auf einer holzbank abhängt.

ich setze mich neben ihn, wir schweigen. nach einer weile sagt er "mein ellenbogen ist im arsch", was ich nur mit "meiner auch" beantworten kann. wir lachen leise. irgendwann schleppt er sich in den keller und bringt zwei flaschen bier hoch, wir trinken je einen ordentlichen schluck und schlafen schließlich beide in der prallen sonne ein.

und das war der tag, an dem ich erwachsen, vernünftig und weise wurde...

21:58 Veröffentlicht in Debil , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (11) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

05.11.2006

Philosophie des Geistes

wir gingen durch viele höhen und tiefen, hatten alles auskosten dürfen, die schrecklichen, wie auch die undbeschreiblich beflügelten momente. zwei menschen, wie sie ähnlicher nicht sein könnten, nach außen hin hart, doch innerlich weich wie schmalz. vegetarische werwölfe.

wir meisterten schwierige situationen, in denen andere kläglich gescheitert wären mit einem fingerschnippen, doch waren unfähig dazu sich die simple denkweise anzueignen. alles mußte immer hunderfach hinterfragt werden, gedanken wurden von den vielen varianten und sichtweisen praktisch zermalmt. ein sinngebilde des denkens, als ein friedhof, auf dem immer tiefer gegraben wurde.

"wir sind die besten freunde" bleibt bloß als metapher im raum stehen, in einem raum der eiskalt ist. der kontrast zwischen gefühl und vernunft randaliert in den tränendrüsen. eine retardation des lebens.

es gibt keine sterne, die man zählen könnte, der himmel ist im außendienst. der wahnsinnige krach draußen verwandelt sich in stille, ich bin allein, mit einem hammer in einen eisberg gestanzt. die harmonie des bewusstseins ist eine gnadenlose drecksau. wenn sie mal vorbeischaut nimmt man sie kaum wahr, doch wenn sie geht, hinterläßt sie ein schwarzes loch mit einer ungeheuren saugkraft. ein weiteres inneres sterben.

die hintere begrenzung eines zeitlichen vorgangs nimmt man viel deutlicher wahr als die vordere. ein tampen im lebensknoten. eine widerliche widersinnigkeit.

da geht sie hin, meine positive erwartungshaltung und ertrinkt in den freudschen fluten. selbstverständlich sind wir die besten freunde. doch wir waren so viel mehr als das...

09:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (20) | Trackbacks (1) | Per Email verschicken

04.11.2006

A`dam (III)

als erstes steuern wir einen pizzaladen an, ich bekomme mein erstes bier und das aus einem plastikbecher. der würzig belegte teig schmeckt nach nichts, trieft bloß vor fett, ich esse es trotzdem ganz auf, weil ich seit morgens nichts gegessen habe. meine begleiter sind da anders, wie müllschlucker, werfe irgendwas hinein und es wird wiederstandslos verdaut...

als nächstes mein stammhotel, ausgebucht. der freundliche mann an der rezeption erzählt uns etwas von einer riesigen feier, es wäre eher unmöglich jetzt noch eine bleibe für die nacht zu finden ohne vorher reserviert zu haben. tatsächlich werden wir in drei weiteren hotels beinahe ausgelacht, bei der frage nach einem zimmer...

m². und o. ist das egal, k. sieht sichtlich genervt aus. er ist halt ein mamasöhnchen, ärgert sich womöglich darüber, nicht einfach daheim geblieben zu sein und dort irgendwo ein paar biere zu trinken. nun ja, ich habe ihn nicht gezwungen zum mitkommen... allerdings muß ich zugeben mich ebenfalls zu ärgern nicht daheim geblieben zu sein, wir befinden uns auf einem bösen tripp, bei dem ich nocht nicht weiß wie und wo er enden wird.

wir steuern unsere übliche rockbar an, sie ist relativ voll, doch wir bekommen noch einen letzten tisch, m². und o. besorgen sich als erstes eine riesige tüte, ich trinke gleich an der theke eine flasche grolsch auf ex. ich muß meinen persönlichen albtraum irgendwie erträglicher gestalten. zurück am tisch mit einem weiterem grolsch und einem doppelten bushmills, höre ich bloß k. sagen, er hätte noch nie "geraucht" wozu er von meinen beiden chaoten natürlich gleich animiert wird. ich verzichte, vertrage das zeug eh nicht, außerdem muß jemand ein wenig die kontrolle behalten. wenn wir uns heute in dem tumult irgendwie aus den augen verlieren, werde ich zwei tage damit verbringen die anderen zu suchen.

während ich das noch denke und von der toilette wiederkomme, sind die beiden bereits weg. bloß k. sitzt da und grinst mich debil an...

ich: wo sind die hin?!
k.: diiea siiinnn kurzst wech... (knallt anschließend mit dem kopf rückwärts gegen die wand und schließt die augen)

toll, kann mir schon denken was los ist. sie wollen sich was besorgen, was man im laden nicht bekommt. das situationsgebundene erlebniss in meinem kopf nimmt neue dimensionen an, statt in meinem geliebten amsterdam etwas abzuschalten befinde ich mich im epizentrum der ungemütlichkeit. statt spaß, streß. der träge sound von alice in chains, der aus den boxen hervorgequollen brummt, muntert mich nicht unbedingt auf...

doch sie kommen wieder, gackern wie blöde, beide haben eine weiße pille in der hand. ich nehme die von m². und betrachte sie genauer, bekomme dann endlich den ersten richtigen lachanfall des tages und werfe sie anschließend in sein bier. er springt auf, brüllt mich entsetzt an...

m².: bist du bescheuert?! die hat einen fünfziger gekostet! (goffelt dabei hektisch das bier aus)
ich: wenn du kopfschmerzen hast, dann sage doch bescheid, ich habe tabletten mit, die kosten dich nichts...
m².: ich verstehe dich nicht...
ich: das war aspirin man!

o. betrachtet seine pille unter der lampe genauer...

o.: ad hat recht, der typ hat uns beschissen...
m².: (springt wütend auf) den mache ich alle!
ich: (springe ebenfalls auf und drücke ihn wieder in die sitzgelegenheit) ihn und die anderen typen die dort rumstehen und zusammengehören? mir fallen spontan mindestens zehn verschiedene waffenarten ein, die sie bei sich tragen...

die stimmungen haben sich nun gespiegelt, k. ist fertig mit der welt, m². und o. sind stinksauer und glotzen bloß zähneknirschend in ihre getränke, doch ich lache in mich hinein. ist schon dumm, besoffen und bekifft von einer zwielichtigen person in einer dunklen gasse amsterdams etwas käuflich zu erwerben. das ist quasi selbstprovozierter diebstahl an eigener person. ich muß grinsen...

wir schlendern weiter, die stadt ist voll, doch wir finden nicht raus was eigentlich los ist. irgendwann nachts finden wir noch eine gemütliche bar, mit einem gemütlichen tisch, von dem aus wir das geschehen in ruhe beobachten können. k. verschwindet auf die toilette für geschätzte 30 minuten und gefühlte 5 stunden. als er wiederkommt ist er leichenblaß wie ein zombie, schwört nie wieder zu kiffen, bestellt ein wasser und nimmt nicht mehr teil an unseren unterhaltungen, ich bin sicher es wird lange dauern bis er wieder mit mir loszieht, tatsächlich wird es fünf jahre dauern. doch ich habe ihn gewarnt...

nach einigen bieren mache ich die ansage, daß wir zum wagen sollten und dort zu schlafen. bleibt ja nichts anderes übrig.
o. kommt noch auf die grandiose idee ein paar frauen abzuschleppen und so bei denen übernachten zu können, doch diese wird von m². und mir gleichzeitig mit "halt die klappe!" vernichtet. manchmal glaube ich sein schwanz wäre dominanter als sein gehirn... falsch, es ist so.

im wagen packt jemand eine helge schneider cd aus, passend dazu o. einen joint. ausnahmsweise ziehe ich einmal dran, wir lachen uns kaputt, dann gehen meine lichter aus. nicht nötig schäfchen zu zählen, genau das gegenteil ist der fall, ein totalitärer blackout.

das erwachen ist prägnant. stellen sie sich vier durchzechte gestalten vor, die in einem wagen übernachtet haben, bei geschlossenen fenstern. jemand muß wohl in der nacht kräftige blähungen gehabt haben, k. schläft offenmündig und verbreitet seinen vom erbrechen geprägten atem, bier wurde verschüttet, diverse sonstige körperausdünstungen haben sich mit kaltem haschrauch vereint, jemand hat quer im wagen chips verteilt, m². sabbert auf den beifahrersitz. ich reiße die türe auf und springe raus, doch der erhoffte frischeeffekt läßt mich im stich, wir befnden uns in einer tiefgarage, es stinkt nach benzin und abgasen und ich muß augenblicklich kotzen...

den mund abgewischt mache ich mich gleich leicht orientierungslos auf dem weg zum automaten, bezahle unsere übernachtung, stelle dabei fest, daß ich wie immer zu viel geld in gulden umgetauscht habe. es ist jedesmal so, daß ich mit einem haufen holländischer scheine wieder nach hause komme. seinerzeit hielt ich eine einheitswährung noch für eine gute idee...

die drei schlafen tief und fest, sie merken nichts davon als wir mit vollgas amsterdam verlassen, die autobahnfahrt scheint sie sogar noch mehr in den schlaf zu wiegen. nach cirka 60 kilometern muß ich dreimal das lenkrad anwürgen, mache eine beinahe vollbremsung, halte auf dem seitenstreifen, springe aus dem wagen und kotze von einer brücke. vorbeifahrende autos hupen beifall.

ich bekomme neue mentale sorgen. was passiert an der grenze? ein zugemüllter luxuswagen, vier zerstörte lebewesen, die mal menschen waren, mein restalkohol und die gewissheit, mindestens o. hätte was mitgenommen, trotz des versprechens er würde es nicht tun. mentale panik macht sich in meinem kopf breit, kaugummis sind alle, ich stinke aus dem mund wie eine verweste katze. ich sehe mich schon nackt in einem kachelraum, wo meine hintere körperöffnung untersucht wird, während vorne jemand den brutalen messwert meiner alkoholisierung ermittelt. scheiße!

doch widererwarten passiert nichts, an der grenze ist es leblos, ich erblicke keinen einzigen beamten, nicht einmal ein fahrzeug. kaum in deutschland gebe ich vollgas, die autobahn ist leer, ich fahre eine durchschnittsgeschwindigkeit von 185 km/h, die herrschaften pennen weiterhin wie unter hypnotika. ich überlege die einfachste route, o. lebt in der stadt, doch ich habe keine lust wegen ihm 30 kilometer weiter zu fahren, also nehme ich das naheliegenste und steuere das haus seiner eltern an, was als erstes auf dem weg liegt. er ist nicht begeistert darüber, sein vater ebenfalls nicht, vorallem als sein 30-jähriger sohn lallend und stinkend vor ihm zusammenbricht, doch es ist mir egal. die übrigen beiden sind mittlerweile wach, m². reibt sich gähnend die augen, k. versucht mit seinem vokaltrakt zu kommunizieren, doch ich entschlüssele bloß "siiand wa scho daaa?", worauf ich allerdings nicht reagiere. abgesetzt bleibt er erstmal auf den stufen vor dem hauseingang sitzen, keine ahnung wie lange.

m². und ich schauen uns an, kurz, bekommen dann einen lachanfall. die sonne scheint plötzlich, wir ziehen wie automatisiert unsere sonnenbrillen auf. er macht eine ansage.

m².: hömma! der biergarten hat schon auf, laß uns doch frühstücken und ein paar biere trinken, der tag ist eh im arsch!

wir sind beste freunde, zudem blutsverwandt, wir ticken gleich.

ich: ja, warum nicht... aber, so wie wir aussehen?
m².: klar, ist doch genau das witzige dabei, wenn wir jetzt heim gehen und duschen, fallen wir anschließend um...
ich: recht hast du...

m². wohnt zwei straßen von der kneipe entfernt, ich bloß 50 meter, der wirt ist ein uralter bekannter, setzt sich gleich zu uns.

w: wie seht ihr denn aus?
ich: wir kommen geradewegs aus amsterdam, haben dort in einer tiefgarage gepennt...
w: (lachend) verstehe... und was soll ich euch bringen? eine dusche und zahnbürsten?

m². bekommt ein omelett mit pilzen, ich ein ebensolches mit kräutern. wir trinken je cirka sieben biere, verabschieden uns am frühen nachmittag torkelnd voneinander. er läuft mitten auf der straße, ich falle ganzkörperlich gegen den hauseingang, stopfe anschließend alle anziehsachen in die waschmaschine und zwinge mich zum duschen. mein befinden ist katastrophal bis extraterrestrisch, mein gesicht sieht aus wie eine explodierte tomate, die zu lange in der sonne gelegen hat. ich ziehe eine eismaske auf und lege mich auf die couch. es dauert viele stunden, bis ich halbwegs zu mir komme.

am nächsten morgen rufe ich im büro an und erzähle eine wirre geschichte von erdbeben, godzilla, überschwemmungen und nehme mir einen tag frei.

erst am nachmittag bin ich halbwegs auf den beinen, es dauert mehr als eine stunde um den wagen innen zu reinigen. dabei spreche ich laut aus "nächsten samstag bleibe ich daheim, oder höchstens im büro. verdammt!".

ende

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03.11.2006

A`dam (II)

nachdem die allererste tankstelle hinter der grenze geplündert wurde, geht es mit vollgas weiter. ich bin bereits genervt von meinen passagieren, diverse gerüche machen mich nur wütender, ich scheiße auf die holländischen verkehrsregeln und wundere mich bis heute darüber, mit 200 km/h von keiner der vielen radarstationen geblitzt worden zu sein. war wohl pure stochastik.

ich befinde mich in einem selbst erschaffenem albtraum. k. gackert angetrunken ohne grund durch die gegend, o. "liest" laut ein pornoheftchen vor, welches er gerade an der tankstelle käuflich erworben hat (er sammelt sie...), m². sabbert und schläft. während andere wie zombies aus amsterdam zurückkehren, schleppe ich dort welche an...

amsterdam kenne ich wie meine eigene hosentasche, ich parke wie üblich in der selben tiefgarage. bislang habe ich dort immer einen parkplatz gefunden, zudem wird sie bewacht und ist im vergleich günstig. von dort sind es nur cirka 300 meter bis zur sünden- und vergnügungsmeile, seineszeichens achterbugwaal und voorburgwaal. eine wunderbare zusammenkunft von leuten, die sich nichts zu sagen haben und dies doch sehr ausgiebig tun. das aussehen betrifft das übrigens ebenfalls, punks, normalos, machos, rocker, yuppies, alle auf einem fleck vereint und das meistens friedlich bis vergnügt.

die besagten 300 meter gestalten sich jedoch schwierig, ich als einzig nüchterner verwandle mich in eine kindererzieherin, die einen haufen geisteskranker horrorkinder zu betreuen hat. m². hält es für langweilig den gehweg zu benutzen, läuft stattdessen über hausboote, o. findet das zum schreien komisch und k. labbert unsinniges, läuft plötzlich gegen eine laterne und fällt kurz um. ein porno geisteskranker verhaltensbilder...

es dauert ein paar minuten bis ich alle zusammengerauft habe, bei m². muß ich mit einer ohrfeige nachhelfen, er spuckt darauf ein gelalltes "aua muß essen" aus. aua...

o. geht gleich darauf ein "ja! essen! grundlage schafen!", wobei mir nur einfällt "du schwachkopf! grundlage für was? ihr habt bereits ein faß bier geleert!", doch meine worte interessieren nicht, sie sind zu benommen. ich wollte bloß ein geiles samstägliches ereignis und stecke stattdessen mit dem kopf bis zum ansatz in einem klosett des lebens. eine deprimere meiner vorstellung...

fortsetzung folgt...

21:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (4) | Trackbacks (1) | Per Email verschicken

A`dam (I)

sommer 2000, samstag, 10:30h. ich sitze seit 07:00h in meinem büro (konnte nicht schlafen...) und glotze durch die gegend. selbstverständlich ist niemand gekommen, nur ich. gut, drüben im hauptgebäude sind sicher 50 leute am arbeiten, bloß bin ich nicht im hauptgebäude, sondern besetze mit meiner truppe ein nebenhaus. sie wissen schon, entgegen jeglicher logik muß die abteilung "kommunikation" grundsätzlich vom eigentlichen geschehen ferngehalten werden. es muß ein sehr einsames genie gewesen sein, das sich das in einem keller bei kerzenlicht ausgedacht hat... womöglich war es angekettet...

ich kann mich nicht beklagen, meine überstunden werden königlich vergütet, doch irgendwie depremiert mich das leere gebäude, mit den vielen leblosen büros. zudem schwächelt mittlerweile meine konzentration beim katalogisieren mehrerer tausend bilder. die achtstellig versehenen dateinamen verschmelzen zu einem einheitsbrei, fraktale mathematik, die 20000000-er habe ich durch, bin gerade bei 40000023, kann mich nicht erinnern die 30000000-er durchgenommen zu haben. oder etwa doch? meine innere stimme sagt ich solle nach draußen gehen und eine zigarette rauchen, ich folge ihr, nehme dabei das funktelefon mit.

es steht fest, für heute ist feierabend. nur was tun? das wetter erinnert eher an herbst, es ist grau, der himmel mit einer großflächigen ansammlung von wassertröpfchen bedeckt. merkmale einer wetterlage zum heulen.
theoretisch müßte mir auch nach heulen und verkriechen sein, da ich just eine längere beziehung beendet habe, doch irgendwie empfinde ich einfach nichts mehr für dieses verlogene miststück. keine erinnerung, kein seufzer, nicht eine träne, ich bin innerlich liebestechnisch tot.

ich rufe m². an:

ich: schon was vor am wochenende?
m².: nicht wirklich... irish pub?
ich: hömma! dort gehen wir schon unter der woche hin... sei kreativ!
m².: mach eine ansage...
ich: (spontan von einem blitz der selbstzerstörung getroffen) wie wäre amsterdam? ich fahre!
m².: ich bin dabei, ich rufe noch kurz o. an, ob er mitkommt...

sie merken es bereits? es folgt ein höllenritt wahnsinniger durch das so freundliche holland.

im hauptgebäude hinterlasse ich wie immer die information übers wochenende möglicherweise unerreichbar zu sein, da ich privat im ausland verweile. das müßen wir tun, so ist es vorgeschrieben, könnte ja was "anbrennen"...

der firmenwagen verfügt über knappe 300 ps und ist sehr geräumig, zudem bezahlt die firma die kosten einer spritztour. benzin europaweit kostenlos. ich tausche anzug gegen jeans und sneaker, kompletiere das mit einem longsleeve, werfe noch hektisch den schlafsack in den kofferraum und mache mich auf den weg die anderen abzuholen. gerade als ich zwei kilometer unterwegs bin, klingelt das autotelephon, es ist k., ein kumpel. er fragt nach aktivitäten, als ich "amsterdam" ausspreche, fragt er ob er mit darf, was ich nur mit "ich stehe gleich vor deiner haustüre" beantworten kann.

k. ist einer dieser hardcore softies. relativ groß, durchtrainiert, waschbrettbauch mit einem "harten" brooklyn-spruch tätowiert, doch neben dem, bei muttern lebend, bekocht und mit frischer wäsche versorgt. bis heute übrigens. m². und o. sind wiederrum lebensberserker, in etwa wie ich. keine grenze, die nicht versucht sollte überschritten zu werden, kein blödsinn zu blödsinnig. vernunft ist ein philosophischer fachbegriff der hier und jetzt nicht existent ist. zumindest manchmal...

so gestaltet sich auch die fahrt. m². und o. haben 24 flaschen bier an bord gebracht, zwar die kleinen, doch 24 sind es trotzdem. bereits an der grenze sind sie leer, der oberklassenwagen der firma voll mit klimpernden leeren flaschen, m². hat in einem spontanen lachanfall das cockpit bespuckt und bier über die gangschaltung verschütet, sie klebt. k. sieht leicht verunsichert bis erschrocken aus, während m². und o. einen lachanfall nach dem anderen erleiden, weil sie mein diktiergerät als spielzeug entdeckt haben und es mit einer gerade frisch erfundenen sprache besprechen - grnsgnazgistisch... ich mittendrin im chaos der menschlichen deppertheit, völlig nüchtern.

fortsetzung folgt...

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30.10.2006

Die Summe aller Teiler ohne die Zahl selbst (II)

...der einfachste weg das herauszufinden ist über den bartender, ich ordere also einen martini für die dame gegenüber und zwei weitere jameson für d. und mich. sie prostet mir zu, grinst dabei von einem ohr zum anderen, d. nervt mich mit seinem gefasel über betriebswissenschaftliche zusammenhänge, so lasse ich ihn mitten im satz stehen und begebe mich zu der lady.

sie sieht verdammt gut aus, das knappe schwarze könnte kaum knapper sein, sie trägt sogar schwarze strumpfhosen. großartig. es dauert bloß zehn minuten flüsterei bis wir den laden verlassen, m². habe ich gänzlich vergessen, ebenso wie er mich vorhin, als er verschwand.

wir treiben es gleich auf der motorhaube in der tiefgarage, ich muß zugeben, die gefahr erwischt zu werden hat mich noch mehr angemacht. als wir fertig sind muß ich grübbeln über ihren namen, an den ich mich nicht mehr erinnern kann. in meinem kopf nenne ich sie also einfach "geiles stück", es ist mir ganz klar, daß es nicht gerade die liebe meines lebens werden wird, sondern bloß eine samstägliche hurerei, die ordentlichen frauchen lassen sich nämlich nicht nach einer 20-minütigen beziehung auf einer motorhaube flachlegen, nein, die ordentlichen brauchen zeit...

sie will mehr, ich solle bei ihr übernachten. ich lasse mich nicht zweimal bitten, lieber drei kilometer besoffen zu ihr fahren, als siebzehn zu mir nach hause. tatsächlich muß ich mir ein auge zuhalten um die straßenmarkierung treffen zu können, doch an der ampel vor dem polizeipräsidium bringt mich diese tatsache sogar zum lachen.

es dauert, bis wir einen parkplatz finden, als wir endlich zu fuß unterwegs zur wohnung sind, halten wir händchen, während sie mich darüber aufklärt, sie würde in einer zweier-wg mit ihrer besten freundin leben; "könnte eine interessante nacht werden" denke ich sau bloß dabei... sie wird tatsächlich noch viel interessanter, als meine gedanken...

01:30h, wir betreten eine wunderschöne alte villa, mit hohen wänden und wundervollem deckenstuck. irgendwo in den räumlichkeiten brennt licht, wir vernehmen gekichere, betreten eine art wohnzimmer, wo eine recht hübsche blondine mit einem prachtkerl rumknutscht... der typ ist m²....

er und ich starren uns an, wie zwei bekloppte irre, bis wir in ein gelächter ausbrechen, wie es noch keiner gesehen hat, ich knie mich nieder und er fällt von der couch, während die frauen durch die gegend schauen, als ob weltuntergang wäre. den rest der nacht werde ich ihnen allerdings vorenthalten...

am nächsten vormittag gehen m². und ich zum wagen, gackernd wie zwei blöde hähnchen und bekommen keinen satz gesprochen vor lauter lachen. im auto macht m². dann die ansage - "das glaubt uns kein mensch!" - und bricht in tränen vor lachen aus. ich ebenfalls...

wir schlafen einige stunden, beschließen abends doch noch ein paar biere zu trinken, o. kommt hinzu, unser frauenheld, der pro wochenende mindestens vier frauen flachlegt. als wir ihm die geschichte erzählen, malt er uns einen mentalen grundriss der wohnung, in der wir uns letzte nacht aufgehalten haben, inklusive des klaviers...

wir starren ihn an, wie zwei deppen...

...er hatte sie ebenfalls - alleine...

21:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (8) | Trackbacks (1) | Per Email verschicken

29.10.2006

Die Summe aller Teiler ohne die Zahl selbst (I)

1998, samstag, nachmittag. ich befinde mich zwar noch mitten im studium, arbeite allerdings bereits erfolgreich in der branche, das unternehmen zahlt sogar alle kosten, nebst einem gehalt, welches es mir erlaubt ein leben zu führen, jenseits jeglicher vernunft. als 24 jähriger ist mein portemannaie immer prallgefüllt, ich habe nicht einmal einen überblick darüber, wieviel geld ich bei mir trage und wieviel ich davon ausgebe. fest steht, daß ich im monat mehr ausgebe alleine für musik-cds und videofilme, als eine vierköpfige familie für lebensmittel...

zudem bin ich single, gerade frisch und nicht gerade unglücklich darüber, da mir diese dame für nichts und wieder nichts (bis auf guten sex...) vier jahre meines lebens geraubt hat, nur um am ende zu verkünden, sie würde nach amerika ziehen und meine wahl bliebe bloß bei "mitkommen" oder "trennen". wie sie sehen können war meine antwort ziemlich eindeutig. (an dieser stelle ahnte ich noch nicht, daß ich mich nur kurze zeit später in eine weitere 2,5 jährige katastrophe stürzen würde, was allerdings an dieser stelle nicht von bedeutung ist.)

ich bin vogelfrei, freue mich darüber, geniesse den ersten freien samstag seit wochen, als das telefon klingelt. es ist m²., seineszeichens mein bester freund, der verkündet sich für ein jahr auf eine weltreise zu begeben, äußert dabei den wunsch noch einmal kräftig mit mir feiern zu wollen.

nun, fürs kräftige feiern existieren verschiedene definitionen, manche halten schon einen stammtischabend für sowas, andere eine dorfdisco. bei uns ist das anders, es passieren grundsätzlich merkwürdige dinge. ich erinnere mich zum beispiel an einen abend, der in köln mit einigen bieren begonnen hat und am nächsten tag sturztrunken und speedbeladen in amsterdam in einer tiefgarage endete. wir sind halt anders. manchmal existieren bei uns keine grenzen des bizarren...

wir treffen uns in der innenstadt, sind beinahe gleich angezogen. blaue jeans, kapuzenpullis von jack wolfskin, sneaker. wir lachen uns gleich kaputt, zitieren helge schneider, steuern den üblichen rockschuppen an, wie immer. gegen 21:00h ist noch nicht viel los, der laden ist zwar voll, doch die leute noch nicht genug, um die tanzfläche krachen zu lassen. wir kennen viele von ihnen, vor ein paar jahren bildeten wir noch so etwas wie eine "szene", hingen jedes wochenende in einem bestimmten laden ab, tranken biere und haben die köpfe geschüttelt, wenn die richtige musik lief, vorzugsweise "reign in blood". das hat sich zwar geändert, doch bekanntschaften sind eben bekanntschaften.

ich verliere m². sehr schnell aus den augen, doch das ist normal bei uns, konzentration in der freizeit ist nicht wirklich unsere stärke, eine prise allgemeiner gleichgültigkeit würzt das paket zu einem runden arschlochdasein.

an der theke hockend und jameson trinkend führe ich eine unterhaltung mit d., einem laufendem widerspruch, ein mann, zehn jahre älter als ich, erfolgreicher unternehmensberater, immer im anzug, immer armani, in wirklichkeit aber ein rocker und ganzkörpertätowiert. er erzählt mir lustige geschichten von nutten. ich nicke bloß teilnahmslos, während ich die brunette schönheit betrachte und mich permanent frage ob sie wirklich mir zublinzelt...

fortsetzung folgt...

22:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (2) | Trackbacks (1) | Per Email verschicken

10.10.2006

Die Gesamtheit der Lebensäußerungen

vorhin, vergangene nacht, 04:05h. blackmail kracht aus den boxen, die landstraße ist leer, bloß zwei lichter hinter mir, die mir allerdings egal sind, ich habe 347 kilometer hinter mir und nur noch cirka 600 meter bis nach hause, als ich mit blaulicht überholt und auf einen parkplatz am waldrand geführt werde. exakt dort, wo ich üblicherweise joggen gehe...

mein herz rutscht in meine hose, zitternd fummele ich im portemannaie rum, um meine papiere rauszuholen, bin sicher dabei meinen führerschein - zum ersten mal nach unfallfreien (bis auf bagatellen) vierzehn jahren der fahrpraxis - los zu sein. ich war geschätzte 50 km/h zu schnell unterwegs, zudem habe ich in stuttgart etwa eine flasche wein und drei whisky getrunken. wie immer habe ich mir eingebildet, es wäre besser durch die nacht zu fahren, statt tagsüber im stau zu stehen...

die beiden polizisten steigen aus, der auf meiner seite ist sicher 2,10 m. groß, der andere hat eine glatze und sieht aus wie bruce willis, leuchtet penetrant mit der taschenlampe in mein gesicht. kurz überlege ich die sonnenbrille aufzusetzen, doch das wäre mit sicherheit die falsche strategie...

ich öffne das fenster, reiche dem riesen meine papiere.
er: ihnen ist das klar, daß sie viel zu schnell gefahren sind?
ich: äh, ja, die schnellstraße wurde aber erst vor zwei monaten abgeschafft und da ich selten hier lang fahre, habe ich mich noch nicht daran gewöhnt...

er geht wortlos, ich brülle den bruce an, er solle aufhören mir ins gesicht zu leuchten!

plötzlich kommt der riese grinsend wieder.
er: sie sind der herr ad?
ich: steht so in meinem personalausweis, oder?
er: sie sind der ex-freund meiner ex-frau!
ich: (völlig irritiert) wer soll das sein?
er: die h. aus f., sie hat mir von ihnen erzählt!
ich: (völlig überfordert) äh...?
er: (meine papiere entgegenstreckend) schön sie mal getroffen zu haben und fahren sie in zukunft etwas langsamer! (meine alkohol/fishermans/nikotin-fahne gänzlich ignorierend...)
ich: (apokalyptisch irritiert) danke... äh...

als die beiden wegfahren, steige ich aus dem wagen und zünde mir eine zigarette an. es ist kalt und herbstlich, ich ziterre und verschlage die arme. h. aus f. war mit abstand die schlimmste weibliche geschichte meines lebens, diese katastrophe dauerte bloß knappe fünf wochen, in denen wir uns vielleicht zehn tage gesehen haben, doch diese frau brachte das kunststück fertig, mich beinahe an den rand des wahnsinns zu treiben, in nur so kurzer zeit.

seinerzeit arbeitete ich in der untenehmenskommunikation einer großen firma. diese frau sah gut aus, das war es aber schon. sonst hatte sie bloß eine meise vorzuweisen. die rief mich tatsächlich zehn mal (!) am tag im büro an, um zu fragen wie es mir geht, während ich dreisprachig versuchte meine arbeit zu erledigen. selbstverständlich nicht auf meinem privathandy, sondern über die firmenzentrale, bis mich beim neunten mal die süße j. vom emfang frug "ad, hat die frau einen knall?", was ich nur mit "ja!" beantworten konnte. als ich beim zehnten anruf etwas rupiger wurde und darum bat, nicht weiter bei konzentrierter arbeit gestört zu werden, fand sie ihre bestätigung und sagte trumphierend "ich wußte es doch, daß ich dir auf die nerven gehe!". in diesem moment hätte es mich beinahe explodieren lassen...

am letzten tag unserer merkwürdigen beziehung, habe ich sie zum essen eingeladen, in ein feines italienisches restaurant. während ich begeistert meine nudeln mit gorgonzola testete und mein kopf damit beschäftigt war, die wunderbare gewürzmischung zu erforschen, fing h. aus f. plötzlich an zu heulen, weil ihr vater sie als baby verlassen hat. eine frau, drei jahre älter als ich es bin...

ich weiß, ich habe mich wie ein arschloch verhalten, doch ich stand auf, legte einen hunderter auf den tisch und ging. psychische müllkippen machen mich nicht gerade geil, zudem hat das am anfang einer beziehung nichts zu suchen, den anderen mit mentalschrott vor fremden personen zu begraben.

es folgten zwei drohbriefe und cirka 50 sms, abwechselnd freundlich, dann bettelnd, manchmal wieder agressiv.

es ist sechs jahre her. ich habe nie reagiert, bis heute nicht einmal an diese frau gedacht. bis heute...

keine ahnung was für ein fazit ich ziehen soll. der polizist und ihr ex-mann hat den fehler nicht so schnell bei der frau entdeckt wie ich? nö, besser ist nicht betrunken zu schnell autofahren...

14:13 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (6) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

13.09.2006

Das ist kein Stock, das iss`a Baum!

in elegantem bogen auf mich zufliegend aufgefangen, hier ein stöckchen von der großartigen, einzigartigen, wunderbaren und immer bezaubernden julia, die dieses ungetüm ebenfalls um die ohren geschmissen bekommen hat.

1. Trägst du Unterwäsche? Wenn ja, welche?
wer denkt sich eigentlich solche fragen aus? jemand, der keine unterwäsche trägt? ich hatte mal einen mitarbeiter, der nach folgenschwerem drogen und alkoholkonsum, am nächsten morgen vergas die erwähnten anzuziehen und sich sein bestes stück deftigst im reißverschluß seiner hose einklemmte bis zerriss. er war folglich 14 tage krankgeschrieben. mich schüttelt es bis heute, beim bloßen gedanken daran. selbstverständlich trage ich solche, vorzugsweise hilfiger, täglich frisch.

2. Weißt du, wie man die BH-Größe misst?
nein, keine ahnung. ich bin ein mann, der noch nie auf die idee gekommen ist, seiner partnerin sowas zu kaufen, weil ich das für ein abgedroschenes klischee halte. hübsche brüste sind eben hübsche brüste, eine trockene größenbezeichnung mag dabei mein sinnesempfinden stören.

3. Was ist deine Lieblingseissorte?
ich habe keine, ich mag eis nicht sonderlich. einmal im jahr vielleicht, weil ich da womöglich gerade unterzuckert bin. eine sorte kann ich daher nicht nennen, da ich sogar bei festlichen begegnungen mit menschen aus der oberen zehntausendschicht, grundsätzlich ein dessert ablehne. ich bin kein süßer...

4. Duschen oder baden?
beides. duschen die woche über, sonntags baden. ein tägliches und nicht wegzudenkendes ritual.

5. Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?
beides, kommt nur darauf an wo. als ich eine zeitlang im hässlichen ruhrpot verbrachte, war mir beides mehr oder weniger egal, zwischen trinkhallen und besoffenen asozialen. irgendwo im zentralmassiv in frankreich wiederrum, sah meine begeisterung dafür schon gänzlich anders aus...

6. Welche 3 Dinge hast du immer bei dir, wenn du unterwegs bist?
schlüsselbund, portemannaie, kleidung

7. Donald Duck oder Mickey Mouse?
clever & smart

8. Welche Zahnpasta benutzt du?
äh, nicht die, die mir von der hausfrau meines zahnarztes empfohlen wurde. meridol. hat keinen besonderen grund.

9. Rechts- oder Linkshänder?
rechtshänder, mit links kann ich nicht einmal onanieren...

10. Singst du unter der Dusche?
nein. ich höre mich nicht gerne selbst...

11. Redest du mit deinen Haustieren?
ich habe keine. als es der fall war, tat ich das allerdings. haben sie schonmal einen tierhalter gesehen, der seinen besten tierischen freund anschweigt, sofern er nicht stumm ist?

12. Kennst du die richtigen Namen deiner Email-Freunde?
was sind email-freunde? ich kenne nur freunde und bekannte und dabei selbstverständlich ihre namen. das ist bestimmt wieder so eine "web 2.0" geschichte, mit leuten in den hauptrollen, die auf hundertfachen ebenen versuchen mit sinnlosen aussagen und "lustigen" bildchen, oder pps-dateien kommunikativ zu agieren. sowas landet bei mir ungelesen im papierkorb. wenn es hoch kommt, schreibe ich zwei private mails pro woche. sonst existieren hier keine "messenger", "icqs" oder "chats", das blog und das telefon, sind meine einzigen elektronischen kommunikationsformen. ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wann ich das letzte mal eine sms geschrieben habe. ich glaube vor mehr als zwölf monaten, als ich eine autopanne irgendwo in der schweiz hatte...

13. Hattest du mal ein pinkfarbenes Kleidungsstück?
vielleicht als baby, sonst näh...

14. Beißt du dir in die Lippe, wenn du nervös bist?
was ist das "nervös"?

15. Frühaufsteher oder Nachteule?
beides. ich brauche nur sehr wenig schlaf. ich gehe sehr spät ins bett und stehe sehr früh auf. 00:30h bis 06:00h reicht mir, am wochenende etwas länger. ich habe allerdings nie behauptet normal zu sein, wie auch immer die definition dafür lauten würde...

16. Kannst du einen BH mit nur einer Hand öffnen?
kann ich. ich verfüge über sehr flinke finger und habe das praktische problem daran nie verstanden.

17. Gummibärchen oder Kaugummi?
gummibärchen mag ich nicht sonderlich, kaugummi schon eher, obwol diese dinger nicht länger als zehn minuten in meinem mund verweilen. fishermans sind mir da schon lieber.

18. Wie alt bist du?
27 monate jenseits meines 30sten geburtstages, dabei keineswegs erwachsen...

19. Und wie alt möchtest du sein?
ist das eine frage aus der familie der zeitreisen? heute ist heute, ich lebe weder in der vergangenheit, noch in der zukunft.

20. Loft, Villa, Bauernhaus oder einfach nur Wohnung?
penthouse über zwei stockwerke und inklusive einer riesigen terasse. ich bewohne ein bauernhaus, es langweilt mich...

21. Was isst du am liebsten auf der Pizza?
spinat und gorgonzola, mit viel knoblauch.

22. Wie trinkst du deinen Kaffee?
als espresso, selten, eher abends, nach einer pizza mit spinat, gorgonzola und viel knoblauch...

23. Hast du schon mal für andere gekocht?
hunderfach! ist mein hobby. und da alle immer gerne wiederkommen und sogar mal nachfragen, ob es möglich wäre von mir bekocht zu werden, bilde ich mir ein, durchaus nicht mal ein so schlechter brutzler zu sein...

24. Hast du schon mal Austern gegessen?
einmal. nie wieder. dieser schleimige mist kommt mir nicht noch einmal auch nur in die nähe meiner lippen!

25. Weißt du Geburtstag und Alter deiner Eltern?
wissen sie, wo sie wohnen? selbstverständlich.

26. Titel deines Lieblingsbuches?
habe ich nicht. es gibt viele sehr gute bücher, viele gute und viele schlechte. es werden weitere folgen. sowas aufzulisten wäre sisyphusarbeit.

27. Sind deine Füße gleich groß?
da ich besitzer von edlen maßschuhen aus hirschleder bin, weiß ich von meinem schuhmacher, daß niemand zwei gleiche füße hat. vielleicht optisch, aber nicht real vertretbar. so sind meine füße selbstverständlich ebenfalls nicht gleich groß. links trage ich 44 und rechts 44,1. soll heißen, mein linker schuh würde unmöglich je an meinen rechten fuß passen...

28. Magst du Knoblauch?
ich mag es nicht, ich liebe es.

29. Kannst du mit deinen Augen einzeln blinzeln?
was ist das? und wozu braucht man das?

30. Liest du Tabellen?
na klar. wie sollte ich sonst buchhaltung betreiben können?

31. Was wäre das erste, was du tun würdest, wenn du einen Millionenjackpot im Lotto gewinnst?
an einem strand, sand aus meinen schuhen kippen, darauf achtend, daß die flasche wein nicht umkippt und die axt in griffnähe liegt, wegen der vielen neider. dumerweise wird aber der plötzliche reichtum niemals auf diese weise passieren können, da ich aus überzeugung grundsätzlich nicht spiele.

32. Pepsi oder Coca Cola?
ich mag beides nicht. ich trinke nur wasser, ohne kohlensäure. morgens tomaten- oder gemüsesaft, statt kaffee. abends manchmal alkohol, doch niemals mit einem dieser beiden getränke vermengt. ich halte sie für gesundheitsschädigend und unlecker.

33. Wann hast du das letzte Mal geweint?
letzte woche.

34. Schau nach rechts, was siehst du?
mein powerbook, diverse mobiltelefone und einen haufen klamotten, die ich vorhabe gleich in säcke zu packen, um sie anschließend in den container zu werfen, für bedürftige. ich habe sie vorhin absichtlich genau vor die türe gelegt, um später darüber zu stolpern und es somit nicht zu vergessen...

35. Und links?
das fenster, von dem aus ich die container sehen kann.

36. Schnarchst du?
weiß nicht. habe noch nie ein labor spontan fürs wochenende gemietet um mich später selbst im schlaf auf vhs zu bewundern. meine freundin behauptet, ich würde sehr ruhig und geräuschlos schlafen.

37. Kaust du auf Bleistiften oder Kulis rum?
ich bin doch kein eichhörnchen, außerdem würde ich jeder einzelnen person persönlich in den hintern treten, inklusive mir selbst, die auf einem montblanc meisterstück rumkauen würde, welches ich beinahe ausschließlich benutze...

38. Wenn auf einer Tür steht 'ziehen', drückst du trotzdem?
was? ein mir unbekanntes problem. verwechseln sie beschleunigung mit den bremsen?

39. Wenn du einen Tag in deinem Leben wiederholen könntest, welcher wäre das dann?
keiner. wozu sollte man etwas wiederholen wollen, was vergangen ist? das ist nicht meine art, das leben zu betrachten...

40. Tequila, Mojito, Caipirinha oder alkoholfrei?
den bernsteinfarbenden bushmills würde ich ebenfalls bevorzugen.

41. Pommes oder Bratkartoffeln?
pommes nur zu gyros und nur in einer bestimmten lokalität, bratkartoffeln garnicht. ich esse lieber nudeln, oder kaue ein stück brot.

42. Hast du schon mal eine Waffe abgefeuert?
nicht nur das. einmal habe ich als kind ein huhn mit einem luftgewehr erschossen, obwohl ich ganz anders wohin gezielt habe. der lauf war krumm. später wurde ich von meinem damaligen chef dazu überredet einen waffenschein zu machen, was ich auch tat und irgendwann tatsächlich zum besitzer eines safes wurde, dessen inhalt ein s&w 44-er revolver wurde, nebst einer amerikanischen polizei-handfeuerwaffe, des selben herstellers. anno 2003 habe ich die klamotten höchst offiziell entsorgt, nachdem ich zwei mal in merkwürdige situationen geraten bin, bei denen die beiden boliden beinahe zum einsatz gekommen wären und mich lebenslänglich unglücklich gemacht hätten. nun vetraue ich auf die kraft meiner hände und meine guten küchenmesser...

43. Winnie the Pooh, Tigger, Kanga, Roo, Piglet, Eeyore, Rabbit oder Owl?
bis auf winnie the pooh sagen mir diese namen garnichts und den kenne ich auch bloß aus der zeitung. ähm, bevor ich unwissend etwas falsches sage, entziehe ich mich dieser merkwürdigen frage...

44. Warst du schonmal in Disneyland/ world/ resort?
näh, wollte ich auch nie. ich kenne bloß das phantsialand bei köln, wo ich mal aus ziemlich großer höhe von einer art extrem-karussel auf die zuschauer unten gekotzt habe. ist mir selbst jetzt, 16 jahre später, nicht wirklich peinlich...

45. Was ist dein größtes Ziel?
ich habe kein bestimmtes. glücklich sein? doch das ist kein ziel, denn das kann gerade hier und jetzt geschehen. angenommen man setzt sich ein vordefiniertes ziel und erreicht es nicht, war dann das ganze leben bloß eine krampfhaftige zielstrebung ohne ergebniss? das wäre zu enttäuschend und gleichzeitig sinnlos gewesen...

46. Schlagsahne oder Caramelsirup?
ich mag weder schlagsahne, noch caramel. da kaue ich lieber eine rohe zwiebel.

47. Riechst du an anderen Menschen?
also, an fremden versuche ich diese erfahrung zu vermeiden, was allerdings eher seltener möglich ist, da man dann theoretisch permanent eine klammer auf der nase tragen müßte, zudem finde ich, daß diese frage keineswegs auf platz 47 (!) eines fragemarathons gehört, der längst zuvor unwichtigkeiten wie eissorten hinterfragt hat. ich halte das riechen können einer person, für enorm wichtig und damit meine ich keine parfümsorten, sondern die reaktion der nase auf den körper des anderen. ich war liiert mit einer person, die ich nasentechnisch nicht riechen konnte, das war die schlimmste beziehung meines lebens. stellen sie sich eine hübsche nackte frau vor, die vor ihnen liegt und sie ekeln sich vor ihr. was sonstiges menschenriechen angeht, so bin ich der ansicht, daß die meisten einen grauenvollen bis schrecklichen geschmack betreffend des parfüms haben.

zum abschluß:

- weiterwerfen werde ich nicht, obwohl mich die antworten mancher personen tatsächlich sehr interessieren würden, doch das kann jeder aus meiner linkliste gerne selbst entscheiden und mich dafür verantwortlich machen. nicht jeder hat so viel zeit, wie ich augenblicklich, um sich 47 fragen aufzuhalsen und bevor mir einer mit einem baseballschläger ins gesicht springt, lasse ich namentliche erwähnungen lieber weg...

- es gilt hier, wie bei julia: wer hiernach mit einem psychologischen gutachten ankommt, stirbt.

einen schönen tag noch!

08:15 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Gelesen , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (9) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

09.09.2006

Stöckchen

mir wurde ein stock an den kopf geworfen. selbst schuld, sage ich dabei, da ich augenblicklich verdammt nachdenklich bin und der werfende jetzt eine menge buchstaben durchzulesen hat...

Wie ich zur Namenswahl in/zu meinem Blog kam?

nun, da ich ein merkwürdiger typ bin, so kam ich auch zu einem merkwürdigen namen. ich schrieb am anfang des alten blogs "sie können es sich aussuchen, ob ich nun trunken von der kreativität bin, oder bloß zuviele verschiedene getränke durcheinander getrunken habe...". ein wenig stimmt beides. ganz davon abgesehen, daß ich am anfang des schreibens gleich über google das blog der frau rossi fand, die längst vor mir unter dem namen "kreativ betrunken" schrieb. da ich grundsätzlich versuche loyal zu sein und es mir ein graus wäre ideen zu klauen, schrieb ich ihr eine mail, mit einer entschuldigung und der frage, ob ich den namen ändern soll, was sie mit den worten "der name ist doch großartig, machen sie ruhig weiter" beantwortete. wie sie sehen können, tat ich das...

allerdings finde ich nicht, daß der name eines blogs, auch nur annähernd etwas über die schreibende person aussagt. im großen und ganzen achte ich nur auf die buchstaben der einträge, da ist es auch ganz gleich wie es heißt. würde ich nach namen gehen, könnte beispielsweise die julia kaum einer meiner lieblingsblogs sein, obwohl es das ist. ebenso habe ich bereits seiten angeklickt, die von der namensgebung her und einer eingebildeten superpersönlichkeit zeugten, sich aber beim betrachten der ersten zeilen als totaler mumpitz entpumpten. verstehen sie mich nicht falsch, ich bilde mir auf mein geschreibe eh nichts ein, tue es eher als eigentherapie, schauen sie sich meine linkleiste an, sie werden feststellen, daß ich nicht gerade wild darauf bin "web 2.0" zu werden, was auch immer das sein mag...

ich kann das sehr schwer erklären, da mein leben irgendwie in parallelen gesehen gänzlich anders funktioniert, als das der anderen menschen, mit denen ich zur schule ging, oder die freizeit verbrachte. mit 24 rotierte ich bereits von morgens bis abends mit einer s-klasse unterm hintern in der medienbranche, während ich nachts versuchte mein studium fertig zu bekommen. mein damaliger bekanntenkreis wollte das nicht verstehen, sie waren nur auf party aus, der gesprächstoff bestand daraus, sich darüber zu streiten, wer am wochenende fährt und wer trinken kann. ich habe daran nicht teilgenommen. ich war und bin immer ein sonderling gewesen, merkwürdigerweise haben dabei trotzdem die menschen mein gehör gesucht, ich hatte nie im leben probleme in der schule mit schlägern, ganz im gegnteil, sie suchten meine nähe. warum, habe ich bis heute nicht rausgefunden, ich bin kein schrank, sondern eher ein großer läufer, vielleicht ist mein schwarzer humor ausschlaggebend, ich weiß es nicht.

als ich 20 war, hatte ich eine 29-jährige freundin, auf die alle scharf waren. niemand hat sie bekommen, nur ich. warum, weiß ich ebenfalls nicht, diese geschichte war kein kurzes abenteuer, sondern dauerte viele jahre, inklusive vieler tragischer erlebnisse. ein paar leute haben mir seinerzeit den tod gewünscht und nicht nur das, sie haben sogar versucht mich um die ecke zu bringen. hat mich nicht beeindruckt, wie sie unschwer erkennen können...

worauf ich hinaus will, ist folgendes. nichts in meinem leben ist so gelaufen, wie es "als defintion des lebenslaufes" fungieren sollte. ich bin nun jenseits von 30 und trotzdem immer noch jugendlich. doch wenn ich mir unseren bekanntenkreis anschaue, könnte ich kotzen. da sind leute, die 2-3 jahre jünger sind als wir und die bereits eine art von rentnerhafter zielsträbigkeit nach ruhe durchleben: arbeit, fernsehen, schlafen, mittwochs pfilchtsex.
so wenig sie es seinerzeit verstehen konnten, warum ich mich auf die arbeit und das studium konzentrierte, statt auf party und blödsinn, ebenso wenig verstehen wir uns heutzutage, während sie gespielt locker ihre kinder erziehen und einen auf vernünftige und erwachsene machen, innerlich ganz sicher platzend vor lauter alltag, während herr ad diesmal drauf scheißt, bereits jetzt einen beruflichen lebenslauf hat, der ihm bei bewerbungen den stempel "zu teuer" verpasst, gerne designerkleidung trägt und trotzdem keine brille auf der nasenspitze, sondern eher den ipod in den ohren mit krachender gitarrenmusik. ich bin geschieden und gottlob kinderlos und ich möchte, daß es dabei bleibt. kurz und knapp: irgendwie habe ich immer noch spaß am leben und tue nicht so als ob...

kreativ steht dafür, daß ich mich tatsächlich für kreativ halte. mein beruf wäre bestimmt nicht in der werbebranche gezielt gelandet, würde ich nicht eine gewisse affinität zwischen meinen gedanken und dem gleichzeitigen verlangen nach geschäftlicher rotation verspühren.

betrunken steht dafür, wie oben erwähnt, daß ich nicht wirklich erwachsen agiere. ich bin verrückt. als m². letztens hier war, haben wir darüber gesprochen. er ist gleichzeitig mein bester freund und auch verwandter, professioneller musiker und ein exzellenter denker, gerade mal zwei jahre älter als ich. er sagte "machen wir uns doch nicht bekloppt, wir haben die welt gesehen und die anderen nur ein dorf.".

so sei es, in seinem namen...

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16.08.2006

Wahre Geschichte aus meiner Jugend

sehen sie? jetzt klaue ich erneut einen titel...

1991, herbst, nachmittag. ich hänge ab ud mache was 17-jährige so üblicherweise eben machen, lese ein musikmagazin, höre dabei laute musik, trinke ein radler und kaue gummibärchen. eigentlich sollte ich für eine prüfung lernen, habe jedoch keine lust dazu. irgendwann klingelt das telefon, äh... nein, anders - meine mutter brüllt in mein zimmer "telefon!". ja, da waren handys und eigene telefone noch nicht wirklich selbstverständlich, da wurde noch im wohnzimmer in anwesentheit der erziehungsberechtigten gesprochen, was durchaus auch peinliche momente mit sich bringen konnte. diesmal sollte es auch hart an die grenze der formulierungskunst gehen, um sich mißtraurische fragen zu ersparen.

es ist e., ein kumpel, den ich schon sehr lange kenne, ehemaliger jugendmeister im ringen, ein tier vor dem herren, bei dem ich mich immer wieder frage, wie das überhaupt körperlich möglich ist, sich ein solches kreuz anzutrainieren. leider kommt e. aus leicht merkwürdigen familienverhältnissen, seine mutter ist über alle berge und sein vater "geschäftsmann" (hehler) und permanent in der weltgeschichte unterwegs. e. und seine vier geschwister mußten sich mehr oder weniger selbst erziehen, vater sorgte nur für viel kohle, die allerdings immer in erstaunlich großen mengen vorhanden war, zudem ist der mann bekennender satanist und scherrt sich selbst in seiner anwesentheit nicht um jegliche aufsichtspflicht. wenn also fünf jugendliche das geld und das haus für sich haben und sonst auch niemand mal auf den tisch klopft, so kann das leicht aus den fugen geraten. es wurden mindestens vier tage in der woche partys gefeiert, während in der sauna irgendwelche leute sich gegenseitig an die geschlechtsteile gingen, haben andere oben videofilme geguckt und bier getrunken, in der küche schimmelten alte pizzen vor sich hin, ganz oben gab es randale in den kinderzimmern der jüngeren und im keller wurde ein zentrum für drogenexperimente eingerichtet. das war dort alltag...

dummerweise hat sich e. im laufe der zeit etwas zu viele substanzen durch die körperöffnungen gejagt, so daß er bereits im zarten alter von 19 jahren, leichte bis starke defizite beim denken und sprechen hat, jeder satz beginnt und endet mit "ey", eine vernünftige und normale zwischenmenschliche unterhaltung ist kaum möglich.

ich: hallo?
e.: ey ad, wir haben massenschlägerei, ich hole dich in fünf minuten ab!
ich: (drehe mich mit dem hörer zum fenster, damit meine eltern mein fragendes gesicht nicht sehen) was?
e.: ey, keine zeit, ich fahre los!
ich: (gekünstelt ruhig) äh, ja, ich ziehe mich nur kurz um...
e.: ey ad! und nimm ein rohr mit oder sowas!
ich: (gekünstelt ruhig doch bereits schwitzend) warum?
e.: ja, zum vermöbeln! oder nimm ein brett!
ich: alles klar! bis gleich!

kurz tue ich noch so, als würde ich interessiert irgendwas aus dem fenster beobachten, versuche dabei allerdings bloß etwas tiefer luft einzuatmen, als ich mich umdrehe, fragt meine mutter "was wollt ihr unternehmen?", was ich gespielt locker, doch mit zittriger stimme mit "ach, nur zum mcdonalds" beantworte. sie drückt mir noch zwanzig mark in die hand und ich verlasse leicht verkrampft endlich die räumlichkeiten meiner eltern. keine lust auf stress, der letzte hausarrest wegen derben ausfällen meinerseits mit anschließender gratisheimfahrt mit dem polizeitaxi ist erst 14 tage her...

noch während ich mir die schnürsenkel zubinde, höre ich bereits draußen den riesigen bmw mit quitschenden reifen vor dem haus ankommen. mit an bord ist h., auch ein alter kumpel, auch ein durchtrainiertes tier, leider aber ebenfalls leicht angeschlagen von diversen lsd-reisen. ich werfe mich auf den rücksitz, es folgt das übliche "ey ad! alles klaa? hau rein ey!".
auf der fahrt stelle ich kurze fragen (nur so, interessehalber, weil ich wissen möchte, in welchen krieg ich gerade ziehe):

ich: was ist eigentlich los? was für eine massenschlägerei?
e.: na wir aus h. hauen die aus o. weg!
ich: äh, aber ich bin aus b. und nicht aus h. oder o.!
h: ist doch scheißegal! du gehörst doch zu uns!

gut, ist kein richtiges argument, doch für diskussionen ist eh zu spät, ich frage mich nur selbst, welcher spinner das ritual erfunden hat, bei dem sich haufenweise leute aus verschiedenen ortschaften gegenseitig verkloppen, nur weil ein depp einem anderen das schlämpchen ausgespannt hat...

kurz vor dem ziel biegen wir ab und steuern das haus von e. an, meine frage "was machen wir hier?" wird nur kurz mit einem selbstverständlichen "na werkzeug holen, du hast doch auch nichts dabei!" beantwortet. okay. obwohl ich hundert mal in dem haus verweilte, bekomme ich zum ersten mal die riesige doppelgarage von innen zu sehen und staune. hunderte von sachen, alles neu und verpackt, haufenweise technik, spielautomaten, flipper, ein blliardtisch, dazu eine reihe regale mit zeug, durch die sich e. und h. wie zwei hungrige waschbären wühlen und jedes längliche teil in die hand nehmen, um es auf das möglichst hohe gewicht zu testen. mir ist das zu viel, ich gehe raus zum wagen und rauche eine zigarette. kurze zeit später kommt schon e. schwer beladen raus, öffnet den kofferraum und wirft dort diverse rohrstücke rein und einen heizungskörper. die frage danach kann ich mir natürlich nicht verkneifen und sage leicht verwirrt "was hast du mit dem heizkörper vor?", wobei mir die antwort "na, wenn ich das jemandem auf den kopf haue, dann bleibt der dann auch liegen" gänsehaut bereitet. kurz erinnere ich mich an einen abend in der stadt, als e. mit gerade 18 jahren, einen türsteher durch nur einen schlag mit blaulicht ins krankenhaus beförderte. meine gänsehaut verwandelt sich in leicht panische angst. es wird ein massaker geben mit mir mittendrin, wobei mir die angelegenheit überdimesional egal ist. oh gott...

als wir auf den versteckten parkplatz leicht außerhalb fahren, zerschlägt sich meine jegliche hoffnung auf ein mögliches nicht-stattfinden dieser veranstaltung. ich erblicke ca. 40 leute, in zwei gruppen aufgeitelt, zudem befinden sich in der, "der ich angehöre" die schlimmsten exemplare, die ich je kennenlernen durfte, unter anderem der v., der es fertig brachte, mal eben für drei tage nach london zu fahren, um dann für zwei jahre dort zu verweilen, weil er verhaftet wurde. oh mein gott...

ich fühle mich deplaziert, muß mir wieder einen haufen "ey ad! alles klar? hau rein ey" anhören, weiß es länger bereits, daß ich auf diesen bekanntenkreis verzichten mag, finde allerdings keinen ausweg dieses meisterwerk augenblicklich in den nächsten sekunden zu vollbringen. dazu gehört ein langes telefonisches schweigen, unpünktlichkeit, dumme anmerkungen, keine rückrufe. alles jetzt und mal eben vor ort nicht machbar...

in der mitte stehen zwei typen und unterhalten sich, häuptlinge können es nicht sein, den einen kenne ich aus der schule und den zweiten habe ich persönlich schonmal in eine dornenhecke geworfen, weil er nicht aufhören wollte mich mit sinnlosem gequatsche zu nerven. neue erkenntnisse der lage wandern durch meine irritierte birne, wegen den beiden hässlichen großmäulern soll ich mir schmerzen zufügen lassen? nie im leben, wenn es gleich zur schlacht kommt, werde ich mir die beiden als erstes vorknöpfen, ganz gleich wer aus o. und wer aus h. kommt. doch die gedanken sind plötzlich unnötig, sie reichen sich die hände und der trubel jubelt. nur ich nicht, weiß nicht einmal genau worum es geht...

plötzlich tritt der o. aus o. vor, den ich vorher überhauptnicht wahrgenommen habe und brüllt "eyrsch! isch haf dreissisch kisten bier bei mir ine garage, laßt saufen!". dieser typ ist eine personifizierte sonderschule, mit einem hirn von der größe einer erdnuß, aber dem körper eines berserkers. wieder jubelt der mob. in o. bei o. angekommen belagern cirka 25 autos nun den gemeindeparkplatz. tatsächlich beherrbergt er in seiner garage eine lkw-ladung bier, leicht abgelaufen zwar, aber immerhin erst einen monat...

ich schnappe mir ein fläschchen und starre blöd und gähnend in die dummen fressen, die bloß müll von sich geben, ärgere mich darüber vorhin am telefon dem e. keine plötzliche schlimme krankheit vorgetäuscht zu haben. doch dem folgt eine unerwartete wendung, als o. aus o. seinen tiefergelegten kadett vorfährt, um die just frisch eingebaute und neue anlage zu präsentieren. ganz klar, muß er sie auch gleich vorführen, dreht dabei allerdings alle regler auf maximum, leicht verblendet durch seine endlose und primitive dummheit und bombardiert damit augenblicklich seine heckscheibe aus dem wagen...

er stellt die anlage ab, geht verwirrt zu dem loch im heck und sagt "scheißescheißescheiße", während alle anderen ihn nur entsetzt anstarren. nur ich nicht. ich bekomme einen lachanfall, der sich gewaschen hat, bekomme einen roten kopf und keine luft. o. aus o. starrt mich hasserfüllt und henkerartig an, brüllt "isch mach disch alle!" und rennt auf mich los. ich beginne zu rennen, was mir leichter fällt, da ich bestimmt nur die hälfte seines gewichtes mit mir rumtrage, sehe noch kurz meinen e. der sich ebenfalls auf den weg hinter uns her macht, stolpere jedoch an einem völlig unmöglich platzierten fahrradständer und laufe ungebremst gegen eine hausfassade. als ich mich halb benommen umdrehe, steht o. aus o. bereits vor mir und schlägt derart in mein gesicht, daß mir die sinne flöten gehen. ich hocke am boden, sehe eine menge blut, alles leicht vernebelt. verschwommen sehe ich kurz e., wie er o. aus o. im schwitzkasten hält und ihm immer weiter das knie ins gesicht rammt, reibe mir die augen und erblicke nun wirklich eine unkontrollierte massenschlägerei. rechts h., der gleichzeitig einen am nacken hält, nebenher haut er mit der anderen einen mit dem kopf gegen eine haustüre, links erblicke ich noch v., der sich spontan eine holzlatte aus einem zaun herausreißt und damit mehrere leute umhaut. terror auf dem land...

es fällt mir schwer aufzustehen, ich muß mich an der wand festhalten, sehe alles doppelt, versuche einen schritt zu gehen, falle dabei aber rückwärts durch ein gebüsch in einen garten. dort beschließe ich diesen ort sofortig zu verlassen, krieche durch den rasen, muß durch eine hecke durch, wobei ich mir noch mehr verletzungen zufüge als noch nötig, gehe durch den friedhof zum hinterausgang und setze mich erstmal dort auf den boden, hinter der mauer. mein körper nimmt viele schmerzen wahr, mein hirn ist vernebelt. als wenn das alles nicht genug böse wäre, beginnt es auch noch in strömen zu regnen. mein gesicht ist zermatscht, oder fühlt sich zumindest so an, ich traue mich nicht dort anzufassen, begebe mich auf die landstraße um zu trampen, nicht regestrierend, daß ich aussehe wie frisch aus einem üblen horrorfilm entstiegen. gesicht kaputt und voller blut, klamotten ebenfalls, die arme zerschnitten, ein zombie. ich halte trotzdem beim ersten wagen den daumen raus und werde beinahe überfahren, da es sich um kumpanen von o. aus o. handelt, im letzten moment springe ich in einen graben, als sie bewußt auf mich zusteuern und bleibe dort länger liegen...

als ich aus dem loch endlich rausgekrochen komme, beschließe ich quer durch die felder nach hause zu gehen, sind ja nur fünf kilometer. unterwegs beschimpfe ich mich selbst, warum ich mich überhaupt mit solchen dingen abgebe, zudem weil ich so verärgert war über diese situation und am ende selbst der auslöser dieser menschlichen kollision gewesen bin. gibst du dich mit idioten ab, wirst du selbst zum deppen.

der weg gestaltet sich komplizierter als gedacht, es kommt haufenweise wasser vom himmel, ich habe schmerzen, blute an verschiedenen stellen, sehe ganz klar aus wie der letzte haufen scheiße, habe zudem keine idee, was ich meinen eltern erzählen soll. in der ortschaft angekommen, begegne ich gottlob niemandem bis auf eine ältere frau, die sich bei meinem anblick an eine hausmauer hält und "oh gott" sagt, als ob sie den teufel gesehen hätte, wobei ich bloß blutverschmiert "tach" sage...

daheim dann die erleichterung, meine eltern sind nicht da, haben einen zettel hinterlassen, sie seien mit freunden essen. ich stopfe die dreckigen schuhe in eine tüte, um sie irgendwann zu reinigen, die restlichen klamtten in einen müllsack. sie sind voll mit blut und zudem durch die hecke zerschnitten, es wäre der größte fehler, sie meiner mutter in die wäsche zu legen. keine spuren zu hinterlassen war seinerzeit mein hobby...

als ich mich endlich nackt im badezimmer befinde und zum ersten mal in den spiegel schaue, bekomme ich selbst angst vor mir. mein gesicht sieht original aus wie aus einem horrorfilm. ich bin blutverschmiert bis zu den haaren, meine nase sieht aus, als ob sie gerade mein gesicht verlassen wollte. ich dusche hektisch, versuche dabei nichts anzufassen, was wehtun könnte, obwohl eigentlich alles wehtut, ziehe frische kleidung an und bestelle ein taxi ins krankenhaus.

später empfange ich meine eltern mit einem verband im gesicht und einer gebrochenen bis zermatschten nase, erzähle ihnen eine geschichte von einem feuchten parkplatz, einem ausrutscher und dem anschließendem fall mit der nase auf eine bordsteinkante, was sie glauben und mich bedauern.

es dauert ein paar jahre bis der kontakt zu den besagten bekannten abbricht, noch einige mehr, bis ich meinen eltern die wahre geschichte dieses tages und einiger anderer erzähle, wobei sie kopfschüttelnd doch irgendwie lachen müßen.

und so ist es im grunde, rückblickend wirken viele schlimme geschehnisse einfach nur lustig oder belanglos.

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26.06.2006

Malochen

1990, sommer, nachmittag. meine eltern starren mich wie außerirdische mit großen glubschaugen an, auf dem tisch liegt mein soeben präsentierter einkaufsbeleg über 350 DM für eine hose und ein t-shirt. ich starre sie ebenfalls ungläubig an, kann nicht verstehen, daß sie gedacht haben, ich würde mir für diese lächerliche summe einen ganzen kleiderschrank vollmachen. wieder einmal muß ich mir den mist über "blaues blut in meinen adern" anhören und darüber, das ich überhaupt keine wertschätzung geld gegenüber hätte, mein schulterzucken verbessert die situation nicht sonderlich.

doch als 16-jähriger mit den füßen unter den tischen anderer muß man sich auch manchmal fügen, mein vater macht die ansage, daß ich mir das geld für die nächsten klamotten selbst verdienen müßte, um die dumme situation zu retten stimme ich zu, vorallem weil er mir anbietet bei ihm in der firma die sommerferien über arbeiten zu können, zudem bin ich selbstverständlich geil auf weitere klamotteneinkäufe.

grenzenlose naivität über die man in dem alter verfügt halt, weder ahnung von wirtschaft, noch genaueres interesse für das unternehmen, man denkt sich halt ein paar laue stündchen bei papachef. stattdessen aber, landet man in einem anderen und bürolosen gebäude als der erzeuger, neben einem kochenden keramikofen am fließband und neben einem türkischen vorarbeiter, der den ganzen tag nur "einpacken, einpacken, ma ma voran!" sagt. bei geschätzter außentemperatur von 36° C fünf wochen lang, täglich acht stunden neben einem heißen ofen am fließband zu stehen, bringt sogar einen pubärtierenden jugendlichen zum nachdenken.

dank meines vaters habe ich eine menge geld verdient, doch die lust am shoppen war weg. die letzte woche der sommerferien habe ich mit musik hören und schlafen verbracht. und nachdenken. ich glaube zum ersten mal in meinem leben ernsthaft...

herr vanilleeis lud ein.

10:30 Veröffentlicht in Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (1) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

15.05.2006

Narben (II)

da mir diese geschichte bis heute zu sehr auf die nerven geht und ich mich darüber ärgere, überhaupt darüber geschrieben zu haben, hier nur eine kurze zusammenfassung der folgenden geschehnisse:

- auf dem rückweg aus amsterdam werde ich und mein wagen bis ins kleinste detail an der grenze durchsucht. eine frisch tätowierte person, mit totenkopf t-shirt bekleidet, in einer großraumlimousine, macht sich wohl nicht gut bei den beamten.

- selbstverständlich finden sie nichts, wie vorher erwähnt vertrage ich drogen nicht einmal.

- keine 10 km später bleibe ich pannentechnisch liegen, mit einem getriebeschaden, irgendwo mitten im nichts, warte dort ca. 2 stunden auf den abschleppwagen.

- als ich irgendwann und unerwartet (da mit taxi) zu hause ankomme, erwische ich meine parnterin inflagranti mit einem hässlichen monteur (was mir sogar ganz recht ist. wie bereits erwähnt, liegt mir nichts an ihr, so habe ich einen guten grund sie loszuwerden...).

- keine 15 sekunden nachem ich den beiden hausverbot erteilt habe, klingelt das telefon und meine mutter spricht ohne punkt und komma auf mich ein, warum ich denn bitte an meinem geburtstag verschwunden und unerreichbar gewesen wäre. ich glaube mich zu erinnern etwas wie "laßt mich alle in ruhe!" gesagt zu haben, um anschließend aufzulegen.

- ich trinke einen dreifachen bushmills und öffne anschließend einen guten weißwein.
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