13.02.2007
...7 [Anja (muß keiner verstehen...)]
das wetter ist grau. sagt man so? es ist mittag und trotzdem dunkel, feucht, finster, unschön. ich sitze im arbeitszimmer und trinke den dritten kaffee aus meiner lieblingstasse, auf der "STARK" geschrieben steht, obwohl ich den besagten recht mild gehalten habe. ja, gegensätze sind mein fruchtwasser, ich ziehe sie an, denn, eigentlich mag ich kaffee nicht wirklich. schmecken tut er mir momentan trotzdem.
alles ist anders, dieses jahr, alles ist verdreht. ich bin exakt die person, die 2007 für "unser jahr" erklärt hat und nun staune ich, denn es ist tatsächlich alles anders, als je zuvor. dieses jahr, sind bereits so viele wichtige dinge geschehen und entschieden worden, wie sonst in zwei/drei jahren nicht. ich bitte sie, rechnen sie mal nach, dieses jahr mit der "7" ist gerade mal 44 tage alt...
ich habe vorhin mit dem lieben axel gesprochen, zum ersten mal seit cirka 10 monaten, dem menschen, den ich sehr selten sehe, der aber trotzdem mir näher ist, als manche menschen, mit denen ich täglich zu tun habe. er macht sich nun gedanken über einen löwenkopf und einer sonne darum. vorraussetzung? übernachtung in wien. wird schon machbar sein.
und überhaupt, am siebten, des siebten jahres dieses jahrhunderts, werde ich endlich wieder auf reisen sein. eine wichtige expedition, die mir die zukunft beschreiben wird, eine reise zum mittelpunkt des lebens, meines nämlich. herr ad, als österreicher, sie dürfen aplaudieren, während ich mich freuen tue!
alles ist anders, alles wird anders. ich bin nachdenklich und unaggressiv, vielleicht verträumt, das wäre allerdings schon das höchste der gefühle, die ich öffentlich erwähnen möchte. ich bin bald weg, die chromaxt ist weggesperrt, alle post erledigt, sieben steine liegen vor mir auf der tischplatte, sie sind stumm, sagen trotzdem dinge wie "deine ringe sind unvollständig, die entfernung tut dir weh!", was stimmt - "ich vermisse, ich vermisse aber nichts" fällt mir bloß als antwort ein.
fazit? gibt es nicht. es ist nämlich ganz simpel - machen sie sich nicht unnötig bekloppt, denn das leben ist zwar kompliziert, kann aber trotzdem schön sein. sehr schön!
so sei es.
nachtrag: soundtrack dazu: queens of the stone age "do it again".
14:50 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (7) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
01.01.2007
7. Prolog...
heute um 00:00h zerfloss meine empfidung in eine antinomie.
auf der einen seite glücklich, wie nie zuvor, dank einer person, die mir dinge geschenkt hat und weiterhin schenkt, die ich nicht für existent hielt. auf der anderen seite traurig, wie nie zuvor, wegen den hürden der gegenwart und zukunft, ängstlich, weinend und weich. ich, der chromaxtmörder...
nun ist es da, das jahr mit der 7 im namen, meiner lieblingszahl. und während sie gerade ihren partner vernaschen, ihren suff ausschlafen, oder einfach nur abhängen, sitze ich in einem gebäude aus glas und tue beschäftigt. naa, eigentlich bin ich beschäftigt, wie sie sehen, mit diesem eintrag nämlich. eigentlich bedarf es bei wichtigen entscheidungen auch nicht viel zeit, bloß die ausführung ist meist schwierig und langfristig. werden sie mir glauben schenken, wenn ich ihnen erzähle, gerade vorhin über eine summe von 250.000 euro entschieden zu haben? während ich mir augenblicklich persönlich geld leihen muß, damit in meinen kühlschränken essbares lagert und ich das geliehene fahrzeug betanken kann...
das ist die typische verdrehtheit meiner eigenen existenzphilosophie - nie ist die summa aller dinge aufeinander abgestimmt. irgendwas bockt immer. beschissener fatalismus...
ich erinnere mich an zeiten, als meine konten prall gefüllt waren und ich mit geld um mich schmiss, wie ein geisteskranker promi, der sich was durch die nase gezogen hat. so skandalträchtig sah allerdings auch mein gefühlsleben damals aus, mit verlogenen und selbstverliebten weibchen an meiner seite, die niemals und bis heute an nichts anderes je gedacht haben, als an sich selbst. ich war sehr lange blind.
nun bilde ich mir ein, aus diesen lektionen gelernt zu haben. nun habe ich eine person an meiner seite, der ich blind mein leben anvertrauen würde, weil ich es zu hundert prozent perfekt aufeghoben wüßte, in wärme und ehrlichkeit verpackt, in geborgenheit und wahrhaftigkeit, doch gerade an diesem punkt funktionieren andere dinge nicht. ich werde ihnen nichts vorjammern, doch ich möchte das einmal ausgesprochen haben: das deutsche system ist nicht gerade gut geeignet für ehrlich arbeitende menschen. wissen sie, wenn ich vor kurzer zeit noch, viel geld mit vernünftiger arbeit verdienen konnte und jetzt plötzlich alle zwei monate zum rechtsanwalt laufen muß, weil meine rechnungen nicht bezahlt werden, dann hinterfrage ich halt das system. an meiner leistung hat sich nichts geändert, sie hat sich höchstens verbessert, im laufe der jahre hat man nunmal mehr erfahrung. ich bin schnell und ich kenne procedre, in die sich die meisten anderen erst ewig einarbeiten müßten.
ich kenne personen, die beinahe den doppelten stundenlohn verlangen, wie ich, denen ich allerdings in seminaren dinge beibringen muß. mein gott, ich habe als ghostwriter an einem buch für fachleute mitgeschrieben, welches als "die bibel dieses themas" gilt...
ich weiß, es ist ein schwerer prolog fürs neue jahr, doch wir sind alle keine kleinen kinder mehr, die sich bloß mit postern ihrer lieblingsband beschäftigen. ich weiß bereits sehr lange, daß ich dieses land verlassen werde, seit juli 2005 um genau zu sein. da passierte etwas, was mir den allerletzten funken glauben an das system raubte. dieser ist bereits längst erloschen, zudem noch mit füßen zertrampelt worden. ich werde deutschland nicht vermissen, höchstens "meinen wald", in dem ich sehr viel zeit meines lebens verbrachte, sei es als kind beim spielen, sei es beim abschalten beim sport, sei es beim spontanen pilzesammeln. mehr ist da nicht...
wo geht es hin? wer sich hier auskennt, der weiß es.
und nachlesen werden sie es eh können. in wirklichkeit hasse ich zwar dahingetippte wünsche, doch heute mache ich mal eine ausnahme:
frohes neues! alles gute!
ich freue mich ängstlich. mal sehen was da auf uns zukommt...
ihr herr ad
16:05 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (3) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
13.11.2006
Abwehrmechanismus
herr ad geht auf reisen. sollten sie die nächsten wochen nichts von mir hören oder lesen, dann bin ich dort.
sollten sie von mir hören oder lesen, dann bin ich doch hier.
was auch immer, ich muß nachdenken...
21:45 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Kopflastig , Untergang und Rettung , Welt | Permalink | Kommentarstatus (6) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
04.09.2006
Macht, Konflikt, Herrschaft, Ordnung und Frieden
meine stimmung ist durchwachsen, augenblicklich geht vieles schief. unheil weit und breit, weiß nicht welchem gott ich auf den fuß getreten bin, muß aber ein miespetriger gewesen sein. die schmerzen in meiner linken beinmuskulatur lassen mich nachts nicht schlafen, mein rechtes knie gibt geräusche von sich, wie eine grobe pfeffermühle beim mahlen. vom arbeitsamt habe ich immer noch keinen cent gesehen, theoretisch und wenn ich nicht etwas auf der seite hätte, was allerdings die letzte notreserve ist, wäre ich jetzt bereits verhungert. ich warte noch auf die meldung, daß ich umziehen, oder das haus verkaufen muß, denn, wie kann ein arbeitsloser alleine ein riesiges haus bewohnen? das gehört sich nicht. die tatsache, daß ich grundsätzlich täglich mehr als 12 stunden gearbeitet habe, über jahre hinweg, mir sogar sonntage nicht zu schade waren, um ins büro zu gehen, oder auf geschäftsreisen, zählt nicht. als diplomierter kriesenbewältiger, dreifacher abteilungsleiter großer firmen, ungekündigt, abgeworben, selbst partner und besitzer einer agentur, anschließend höchst begehrt (mit diversen unbezahlten rechnungen) selbstständig, werde ich nun in den selben topf geworfen, wie faule drecksäcke, die nicht einmal einen schulabschluß haben, zudem keine böcke zu arbeiten und ungelernt gerne in dem sumpf des asozialen baden...
deutschland ist auf den hund gekommen, einen behinderten, der aus mitleid eingeschläfert werden sollte. wenn ich die ganzen grinseköppe aus berlin sehe, bekomme ich gänsehaut. ein totalitärer blackout alter menschen, denen es persönlich gut geht. gut, noch geht es mir auch noch gut, nur was kommt danach? dieses thema wird diese herrschaften eher weniger interessieren. es ist sicherlich ein leichtes, über das schicksal anderer zu bestimmen, wenn man bereits seine eigenen schäfchen ins trockene gelegt hat, würde ich gerade auf meiner yacht an der küste vor marseille sitzen und einen martini vor lauter langeweile trinken, würde ich ebenfalls auf das schicksal mir unbekannter individuuen scheißen. nur wäre das in dem falle keine demokratische politik, sondern purer egoismus. und exakt so sieht es hier augenblicklich aus. ignorant und arrogant labbern, dabei nichts sagen, wichtig sein. trotz äußerlicher und interner häßlichkeit.
nehmen wir doch einfach mal das arbeitsamt (nein, agentur werde ich es nicht nennen...) als beispiel. neun - 9 (!) milliarden euro überschuß! bei erwarteten zwei - 2 (!) milliarden. was ist das? ist das jetzt ein unternehmen, daß umsatz zu machen hat? wann geht es an die börse? das ist als würde greenpeace unter dem ladentisch wale verkaufen. ich möchte in dem falle garnicht von mir selbst sprechen, denn ich habe reserven, eine tolle familie die hinter mir steht und vorallem eine partnerin, die mir den rücken stärkt, zudem sollte jemand, der zwei sonderangefertigte ringe aus platin an den fingern trägt nicht unbedingt jammern, nur, was ist mit den kleinen familien, die sich nicht helfen können, was ist mit alleinerziehenden müttern, die sich kaum zu helfen wissen, weil sie vorne und hinten nicht klarkommen und zudem immer weniger unterstützt werden? was ist mit denen, die keine familie haben? sind das kollateralschäden?
ganz gleich in welche richtung meine gedanken gehen, ich komme immer wieder auf einen nenner. deutschland verfügt über keine vernünftige politiker und ohne solche kann sich nichts positiv verändern. wenn ich mir berlin anschaue, sehe ich eine muppetshow auf schlechten drogen. merkel kommt mir vor, wie ein pr-gag. eine scheußliche marionette, geführt durch die hände von sarkastischen witzbolden, die sich ins fäustchen lachen, während sie sich gerade mit einem brennendem 500 € schein die zigarre anzünden. diese frau hat soviel führungsvermügen, wie eine dorfkneipe aussichten auf einen börsengang. der rest der bande ist nicht besser, wenn ich mir schon deren namen nicht merken kann, dann können sie auch kaum etwas sinnvolles von sich gegeben haben. eine horde ignoranter arroganzbestien, die aus dem nichts gekommen sind und die mit gefüllten konten wieder im sumpf des vergessens abtauchen werden, nachdem sie viel gesprochen und nichts gesagt haben.
schauen wir uns doch mal die grandiose geschichte der mehrwertsteuererhöhung an. die naiven anhänger des optimismus werden sagen, "nur drei prozent, was solls".
der riesige rattenschwanz der daran hängt, wird gerne übersehen, denn, es sind nicht drei prozent. der lieferant, der mir die zu verkaufende ware liefert, erhöht nämlich auch seine preise, ebenso der von dem ich sie beziehe. um überhaupt auf meine kosten zu kommen, mache ich die ware mindestens (!) 15% teurer. im augenblick erfreut sich wiedermal die statistik,
da die umsatzzahlen in deutschland gestiegen sind, das volk ist wieder bereit geld auzugeben, nur übersieht man hier gerne in diesem lande tatsachen, die besagen, daß die leute bloß wie bescheuert geld ausgeben, bevor es eben zu der drastischen preiserhöhung kommt. nächstes jahr werden die umsätze im keller landen.
und statistiken sind eh der liebling der in deutschland einflussnehmenden. man kann sich da dinge so wirklich schön zurechtbasteln. zum beispiel - nehmen wir nochmal die arbeitslosen. wenn die zu einer schulung verdonnert werden, sind sie in dem augenblick nicht in der statistik als arbeitslose aufgeführt, trotz der tatsache, daß sie immer noch arbeitslos sind. so kann man sich zahlen schönreden. angenommen ich verdiene 6.000 € im monat und sie 1.000 €, so verdienen wir laut statistik beide 3.000 €, die tatsache, daß ich mir ein penthouse und eine limousine leisten kann und sie bloß ein wohnklo und einen alten kleinwagen, wird ignoriert. hauptsache die zahlen klingen hübsch. ein anderes wort als "paradox" fällt mir dazu nicht ein...
meine liebste m. hat nun die dritte absage bezüglich arbeit in hamburg erhalten, was sie mit den worten "ich ziehe nicht um, die können mich am arsch lecken!" kommentiert hat. ich verstehe sie, hätte nicht anders reagiert. ich frage micht mittlerweile, wozu wir uns in diesem land diplomarbeiten aufgehalst haben, um am ende trotzdem wie die letzten deppen da zu stehen, weil wir auf einmal das etiket "zu teuer" um den hals tragen. wozu führungskräfte, wenn man auch ein paar aushilfen einstellen kann, die jederzeit fristlos gekündigt werden können? wozu überhaupt menschen existieren lassen, die mitdenken und verantwortung übernehmen? verfickte zielstrebigkeit...
am freitag bekam ich besuch. herr f. aus belgien, besitzer einer firma mit geschätzten 150 angestellten, welche den komzern meines vaters beliefert. immer wenn er in der nähe ist, kommt er bei mir auf einen kaffee vorbei, wir plaudern über gott und die welt, wobei er mir in den letzten jahren immer berichtete, daß man im benachbarten ausland belustigt über unsere politik sei. jetzt am freitag sagte er zum ersten mal, man sei besorgt.
ist ja auch klar, wenn man eine ehemalige wirtschaftsmacht kontinuierlich erst zu einer lachnummer macht und anschließend diesen witz mit siebenmeilenstiefeln richtung abgrund steuert, darf man sich nicht wundern, wenn beobachter von außen mit dem kopf schütteln. erst gehörte es sich des krieges wegen nicht, stolz ein deutscher zu sein, nun sind wir an dem punkt, an dem die aussage einfach nur peinlich wirkte. und das, bis auf die WM, übergangslos. das hat es in der geschichte noch nicht gegeben...
was bleibt ist viel denkarbeit. nicht über die probleme hier, sondern über ein problemloseres leben woanders. weniger steuerabgaben, größere gehälter, kleinere mieten. ruhe. gedankenlosigkeit. ein jobangebot ist da, inklusive haus und wagen. fragen sie mich nach nationalstolz und ich werde antworten "ich bin kosmopolit".
08:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (11) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
19.06.2006
(Un)Sozial
heute morgen, 07:50h. ich stehe vor einer verschlossenen glastüre und warte auf eine hoffentlich bald stattfindende öffnung ebendieser, da es mir langsam flau im magen wird, angesichts der mich umgebenden gestalten. lauter kleine problembezirk trinkhallenbesetzer mit verzerrten gesichtern, die ihre freizeithosen mit badelatschen kombinieren und dazu bunte einkaufsbeutel tragen. ein sehr unvorteilhaftes auftreten, auch noch vermischt mit dem geruch einer längst verstorbenen frikadelle, die in einem aschenbecher ihre ruhestätte fand.
diese gesamte bagage kennt sich auch noch untereinander, es wird viel und feucht gesprochen, auch nach dem wohlbefinden der gattin gefragt, selbsverständlich etwas anders formuliert, ich glaube etwas in der art wie "wat mäht die olle?" gehört zu haben.
natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, zu diesem treffen meinen teuersten armanianzug zu tragen, inklusive der teuersten armanikrawatte und den rahmengenähten maßschuhen aus hirschleder. ich passe nicht ins bild, doch die bande verhält sich ruhig, womöglich sind sie noch von der gestrigen letzten pulle fertig, oder bereits von der heutigen ersten, zudem bin ich cirka einen kopf größer als alle anwesenden, wogegen bei mir persönlich es da schon etwas anders um die pazifistische grundhaltung steht, ich bin ziemlich sicher ein paar von denen gleich abzustechen, wenn spätestens um punkt acht die türe nicht aufgeht, anschließend alle 60 sekunden einen weiteren.
sie merken es schon, ich habe mich bis zu meiner festanstellung im oktober, sozialstatttechnisch bezahlt beurlauben lassen und bin nun behördlich anerkannt arbeitslos. zu viele unbezahlte rechnungen, ich bin mehr mit meinem anwalt und mahnungen schreiben beschäftigt, als mit arbeiten...
später, mittagszeit. als die ganze prozedur endlich beendet ist und ich wieder zuhause bin, wechsele ich meine feinen klamotten gegen skaterschuhe, eine jeans und das legendäre "little vinnies tattoos" t-shirt und überlege wie ich denn mein verhalten ändern, oder anpassen soll.
ich hole mir sogar ratschläge, wobei der werte herr GP gleich den allerbesten, in seiner gewohnt eleganten ausdrucksweise vorträgt mit "kauf ma n paar ordentliche maurerhülsen und dann zack!-rin in de kopp! schön noch unten anpollern, oben auf - und shotgun."
tatsächlich verwirkliche ich das auch, gehe zum plus um die ecke und kaufe einen kasten bier. daheim bin ich sehr belustigt über klischeehafte ideen, die mir durch die arbeitslosigkeit kommen und der dazugehörigen freizeitgestalltung. bin trotzdem leicht verunsichert. nehme ich jetzt ein paar pullen und gehe draußen irgendwo hin und suche mir eine sitzbank um die dort zu leeren? oder jage ich mir die kiste in den kopf, gehe anschließend um 17:00h in eine kneipe und suche freunde unter den tresenhockern, die dort tag für tag, mit sehr beschränkter vokabularauswahl, politische themen disskutieren? fernsehen gucken und onanieren?
noch während mir der ganze unsinn durch den kopf geht und ich belustigt grinsen muß, werde ich sehr schnell wieder in die weniger lustige realität zurückgeholt. m. ruft leicht verheult an. letzten freitag haben wir uns leicht gewundert, warum sie noch kein gehalt bekommen hat, erklärten uns das aber mit dem feiertag, der am 15ten war. doch heute morgen fand sie ein schreiben in ihrem büro, in dem erklärt wird, daß keine gehälter gezahlt werden können und man auch nicht wüßte ob überhaupt und wann. als wenn das nicht schockierend genug wäre, wurde sie dann zwei stunden später aufgefordert augenblicklich eine inventur zu beginnen...
der kasten bier ist immer noch jungfräulich, ich habe dann gleich mal den eiskalten vodka genommen. wissen sie, ich glaube das geht wirklich hand in hand und ist so vorprogrammiert. kaum bin ich ein paar stunden arbeitslos, schon sitze ich hier halbbesoffen rum und schimpfe über die wirtschaft. immerhin weiß ich jetzt, wo ich vielleicht neue freunde finden kann...
18:00 Veröffentlicht in Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (12) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
28.05.2006
Zwischenmenschliche Beziehung ohne Sympathie
gestern war es wiedermal so weit, wir wurden zum essen eingeladen bei einem bekannten pärchen und mußten diesmal auch wirklich hin, weil uns längst die ausreden ausgegangen sind. nach fünf mal "krank" sein, drei mal "todesfall in der familie" und einmal "wir sind gerade in portugal!", glaubt es irgendwann niemand mehr. klar, das macht man nicht, spricht die moral und schaut griemig dabei. und es ist leider so, daß man menschen nicht unbedingt gleich vor den kopf stoßen möchte, mit ansagen wie "ich finde euch zum schreien scheiße und könnte kotzen wenn ich nur an einen besuch bei euch denke!", nein, das gehört sich nicht. man versucht geschäftigkeit vorzutäuschen, in dem man sich nie meldet und bei einem gegenaruf dinge wie "ich bin gerade auf dem sprung, mache es kurz" sagt, während man gerade in wirklichkeit tetris spielt und vor lauter langeweile gähnen muß.
ich habe auch leider bis heute kein konzept erdacht, wie man diesen parasitoiden bekanntschaften vorbeugen könnte. man müßte theoretisch gleich beim kennenlernen das potantial der personifizierten monotonie röntgenartig erkennen und gleich bei den vorstellungsworten des gegenübers "hallo, ich bin soundso" sich die ohren zuhalten und laut "lalalalalalalala" machen. soweit die theorie, in der praxis allerings verhält man sich so, wie einem die manieren es vorschreiben. man betreibt einen standardisierten und schlampigen phonetischen akt, trifft sich noch auf anderen partys hier und da ein paar mal und plötzlich ist man "bekanntenkreis". und aus diesem kommt man ohne drastische maßnahmen nicht mehr so einfach raus...
die spieleabendzombies haben einen gleich mit freiwilligen zwang eingemottet und bedrohen einen mit blutigen direktiva wie "bittebittebitte!" oder "ihr müßt auf ein käffchen kommen!".
bevor man sich versieht, steckt man bis zum ansatz in ehrenamtlichen projekten dieser auf gruppendynamik bedachten sekte, spendet geldbeträge für irgendwelche geburtstage, bekommt "lustige" powerpoint dateien zugeschickt und muß unerträgliche mistfilme im kino sehen.
bevor sie mich jetzt aber für einen hasserfüllten menschenfeind, mit einer ausgeprägten neuropathologischen persönlichkeitsstörung halten, betone ich den für mich riesigen unterschied zwischen "bekanntenkreis" und "freundeskreis".
ich habe nichts gegen gemeinsame unternehmungen, treffen oder sonstiges, es kommt eben nur darauf an, mit wem.
es existieren durchaus menschen, mit denen ich gerne bis begeistert bekannt bin, weil sie interessante bis faszinierende persönlichkeiten sind. nur sind die meist weit weg.
bei einer langen nächtlichen diskussion gestern mit m., stellten wir fest, daß wir hier in der gegend, bis auf zwei ausnahmen, in einem tümpel menschlicher persönlichkeitsversager baden.
lauter lebensplan-b personen, mit so illustren hobbys wie ikeaspaziergänge und teesorten mischen und der fest verwurzelten einbildung glücklich zu sein. nichts dagegen, jeder sollte sich damit beschäftigen und das glauben, wonach ihm ist, nur sind solche hauspantoffelhelden exakt der menschenschlag, den wir so überhauptnicht verkörpern. umso erstaunlicher ist es eben für mich, warum diese menschen nun ausgerechnet unsere nähe suchen. vielleicht weil wir "exotisch" sind und sie sich selbst vor die augen führen wollen, daß man eben auch ohne "schatzimausi", tütensuppe, wohnzimmerschrankkombination und "wetten dass..." zu zweit den alltag durchaus angenehm gestallten kann? vielleicht will ich es aber auch garnicht wissen...
nach unserer ankunft und bei einer führung durch die neue wohnung, bekomme ich starke probleme mit der seit jahren tief in meinem kopf verwurzelten farbenlehre, die einen spontanen schock bekommt und anschließend wimmernd mit sofortigem suizid droht. in einer kooperation mit meinen geschlossenen augen, ziehen wir den stecker und stellen vorsichtshalber die wahrnehmung und das ästhetikbewußstein für diesen abend ab. sicher ist sicher, ich persönlich befinde mich mental an der kriegsfront bei menschen, die merkwürdige knallrote sitzwürfel, mit antiken möbeln, delphin-postern an grünen wänden und diddl-mäusen kombinieren. alleine die letztgenannten stoffviecher sind grund genug für mich, ein menschliches wesen zu verachten und seine gesundheit in frage zu stellen...
als diskutant laufe ich im energiesparmodus, gebe ab und zu ein fiktiv interessiertes "ühm", "aha" oder "jaja" von mir, höre in wirklichkeit aber garnicht wirklich zu, habe das gefühl den gastgebern würden bloß luftblässchen aus den mündern fallen, finde den gedanken belustigend und muß grinsen, stelle sie mir beide als fische vor, während ich viel lieber unter dem tisch an m.s oberschenkel rumspiele, was sie kiechern läßt, ausgerechnet an der stelle, als der gastgeber von dem plötzlichen ableben seines geliebten hundes erzählt, wobei ihrem kiechern mein lautes lachen folgt. naja, wenn ich gleichzeitig gelangweilt und geil bin, kann ich kaum dazu auch noch taktvoll sein, das wäre zuviel auf einmal...
das besagte essen ist typische deutsche küche im jahre 2006 - sushi. nichts gegen sushi, ich mag das sehr gerne, allerdings bereits seit vielen jahren, als sushi noch "ihhh, roher fisch!" hieß. nun ist es "in" und damit auch automatisch lecker. und an dieser stelle muß ich als kontrast mal kurz loswerden, daß die gastgeberin es perfekt hinbekommen hat, bevor sie denken, ich könnte bloß negative bröckchen auf die tastatur kotzen. beim wein dagegen, ist wieder genau das gegenteil der fall. wer mir einen relativ guten weißwein anbietet, der zimmertemperatur hat, ist entweder ein böswilliges arschloch, oder komplett verblödet. oder beides. womöglich trinken sie eiskalten rotwein...
der rest dieses besuches ist eigentlich keinen satz buchstaben wert. ein "urdeutsches" tiramisu, welches ich noch nie mochte, das aber im "bekanntenkreis" standard ist (alleine zu m.s letzten geburtstag brachten fünf personen dieses dessert in verschiedenen qualitätsstufen mit, der gesamte rest übrigens nudelsalat...), es wird gesprochen und nichts gesagt, was ich auch immer wieder mit "ühm", "aha" und "jaja" kommentiere, gegen 23:00h spielen wir blitzartige müdigkeit vor und verabschieden uns mit den worten "das nächste mal bei uns!", in der hoffnung diese banausen bis september nicht nochmal zufällig zu treffen, um später dann von hamburg aus alle mobilnummern zu ändern und sonst nur noch mit einer geheimen festnetznummer zu arbeiten.
auf der rückfahrt sind wir uns einig, menschen sind auch nur lebewesen und manche muß man sich eben vom leibe halten. genau wie zecken und bremsen...
20:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (13) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
02.05.2006
Langes Wochenende (III)
da aufgrund der geschehnisse aus unserem essen nichts wurde, machen wir uns eine fertigpizza, sitzen in der küche, regen uns über mitmenschen auf und trinken billigen weißwein, der schließlich auch weg muß. gegen 01:00h fallen wir aktionsfrei und übermüdet ins bett, freuen uns allerdings auf zwei folgende freie tage.
der folgende morgen gestalltet sich exakt so, wie ihn wohl ein talentfreier drehbuchschreiber für einen billigen erotik-film verfassen würde: wir duschen gemeinsam, haben sex, sitzen anschließend in unseren (aus dem hyatt geklauten) bademänteln in der küche und schlemmen käse und oliven, welche wir uns selbstverständlich gegenseitig in den mund reichen. dazu gibt es riesige milchkaffees aus der sauteuren kaffeemaschine, die trotzdem laute bis erschreckend laute geräusche von sich gibt und dabei epileptischzuckende bewegungen veranstaltet. dieses detail wäre in dem erotischen drehbuch allerdings unerwähnt geblieben.
wir haben viel vor. einen langen spaziergang, mindestens eine dvd gucken, abhängen und kuscheln, vielleicht etwas leckeres kochen. doch zuvor möchte m. gerne kurz ihre eltern anrufen, wozu ich selbstverständlich gleich wieder die telefonanlage einschalte, da es ja blödsinn wäre für teures geld das mobilfunk zu nutzen, während ich über voice over ip verfüge, welches mich deutschlandweit kostenlos telefonieren läßt. dummerweise vergesse ich im nachhinein das teil wieder auszuschalten, während mir m. "liebe grüße" von ihren eltern ausrichtet. so nehmen die geschehnisse ihren katastrophalen lauf.
m. hat ebenfalls vergessen ihr firmen-handy auszuschalten, welches unsere lockere unterhaltung plötzlich unterbricht. es ist der chef, herr d., welcher davon berichtet, daß die inventur in den läden nr. 2 und nr. 4 nicht stimmt. dafür kann m. zwar nichts, muß sich allerdings als geschäftsleiterin darum sofortig kümmern, er verspricht eine sondervergütung. noch während sie mir diese katastrophenmeldung mitteilt, klingelt mein festnetz, an welches ich instinktiv drangehe und mich in einem dialog mit einem kunden wiederfinde. zwar nicht die dumpfbacke, aber ein verzweifelter. da wir uns augenblicklich kaum geschäftliche arroganz erlauben können, sagen wir beide zu. momentan sieht es hier schlecht aus im tresor, ein umzug nach hamburg kostet so oder so viel geld, welches wir eigentlich nicht haben.
die zwei "freien" tage verbringt also m. mathematikanwendend in den läden nr. 2 und nr. 4, wobei sie feststellt, daß dort ganz klar vom personal geklaut wird, während ich mich mit technischen zeichnungen und unleserlichen italienischen texten befasse. zwischendurch telefonieren wir und sagen die worte "ich liebe dich".
nun ist dienstag, wieder alltag. ein wochenende hat es nie gegeben, ein langes schon garnicht. und um meine augenblickliche verfassung kurz zu beschreiben, ist es so, daß ich am liebsten die ganzen rechner und die bildschirme, die hier rumstehen, nehmen würde, um sie aus dem fenster meines arbeitszimmers zu werfen, in der hoffnung möglichst viele passanten zu treffen, um anschließend auf den blutverschmierten technikhaufen zu kotzen.
milde ausgedrückt.
da soll sich bitte noch einmal jemand in meiner anwesentheit, über die "38-stunden-woche" beklagen.
ende, verfickt nochmal!
12:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (5) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
01.05.2006
Langes Wochenende (II)
als m. ankommt, präsentiert sie mir gleich an der haustüre ihre aufgedrehte bis leicht debile laune, indem sie mir das ohr ableckt. ich mag das zwar nicht, dafür allerdings ihre feuchte zunge, welche gleich meine nicht gerade jugendfreie fantasie anregt, doch sie läßt mich einfach stehen, singt lauthals etwas von der morisette und verschwindet irgendwo im haus. als ich sie wiederfinde, redet sie ohne punkt und komma auf mich ein, gedanken an feuchte spielchen werden erbarmungslos von vielen buchstaben in grund und boden gestampft. na gut, wir haben ja zwei freie tage vor uns.
wir entscheiden uns dazu, den restlichen abend im benachbarten griechischen restaurant ausklingen zu lassen, bei tzatziki und ouzo. deftiges tut der seele manchmal gut. gerade als wir die ersten frischgezapften biere vor uns stehen haben, betritt unser lieber c. das ambiente, im scheptau mit n., beide erkennbar stark alkoholisiert. ich bin verwundert, ist c. doch einer unserer besten freunde und ich nichts von seiner anwesentheit auf dem land weiß, zudem darüber, warum er ausgerechnet mit n. unterwegs ist, da dieser bereits vor vielen vielen jahren von uns einstimmig zur größten nervensäge unserer jugend erklärt wurde.
n. ist meine l. dieser mensch hat eine überdimensionale macke. nie aus diesem beschissenem kaff hier rausgekommen, personifiziert er exakt das schablonenhafte muster einer männlichen person ohne anspruch, die ihre, nie selbst in frage gestellte, existenz mit sichtbarer freude in der voreifel verbringt. er hat eine zehn jahre ältere freundin, die ihm zwei fremderzeugte kinder untergejubelt hat, er ist aktiv im fußballverein, er ist mo.mi.do.fr.sa in einer der dorfkneipen vorzufinden, zweimal im jahr allerdings nicht, da ist er am ballermann. gut, jedem das seine, aber das eigentlich schlimme an n. ist, daß er so tut, als seien wir die besten freunde. ich treffe diesen menschen vielleicht zweimal im jahr, zufällig, doch nach bereits 45 sekunden gespräch, schmiegt er gemeinsame urlaubspläne, plant lange spieleabende und gemeinsames kochen. ein totalitärer realitätsverlust, ich weiß bis heute nichtmal wo er wohnt, obwohl das nur drei straßen und geschätzte 700 meter entfernt ist. es interessiert mich einfach nicht.
während n. lauthals lachend (aus welchem grund auch immer) direkt zur toilette wackelt, kommt c. gleich zu uns und sagt "gottseidank seid ihr hier!". wie wir erfahren, besucht c. seine eltern und macht zwischendurch die buchhaltung des fußballclubs, dabei wurde er von n. überrascht, der viel zeit mitbrachte. nach einer weile hat c. ihn nicht mehr nüchtern ertragen können und so haben sie sich beinahe eine ganze kiste bier durch den schädel gejagt. der eine aus frust, der andere aus freude.
ich erkläre c. hochachtungsvoll zum deppen des tages, wollte ich doch einen schönen abend mit m. verbringen, darf stattdessen ein unlustiges männchen ertragen, der beim sprechen permanent tröpfchenweise seine dns im raum verteilt. die anfrage von c., ob er bei mir übernachten kann, weil seine eltern gerade das gästezimmer renovieren, verbessert meine laune ganz und garnicht. ruhige zweisammkeit adiue.
nach dem toilettenbesuch setzt sich n. neben mich, c. sitzt neben m. wir haben bereits unser gyros mit viel tzatziki und zwiebeln serviert bekommen, n. greift ungefragt und ungerniert zu, nimmt mit seinen womöglich ungewaschenen fingern fritten und fleischstücke von meinem ovalen teller, spricht mir ständig von rechts sehr feucht ins ohr. ich höre ihm nicht zu, doch als ich einen tropfen spucke in meinem tzatziki landen sehe, habe ich genug. ich nehme die serviette, tunke diese in das tzatziki und schmiere ihm das ins haar. er schreit auf "was soll das?", während ich bereits eine perfekte übersicht über alle im raum befindlichen werkzeuge habe, mit derer hilfe ich seinen kopf, körperlos, in das hinter mir befindliche aquarium platzieren könnte, beschrenke mich allerdings doch nur auf die aussage "wenn du nochmal in mein essen spuckst, haue ich dich um".
er verlässt sofort beleidigt und wortlos die räumlichkeiten, während c. einen unkontrolierten lachanfall bekommt, sich dabei mit dem stuhl zurücklehnt und plötzlich zusammen mit seinem bier und dem aschenbecher umfällt, dabei mit dem kopf gegen die wand knallt. es macht uns wiedermal unfreiwillig zum mittelpunkt des geschehens. es stellt sich mir wiedermal die frage aufszustehen und dem entsetztem publikum zu erklären, daß die gerade auf dem fußboden liegende alkoholleiche ein hochinteligenter wissenschaftler sei, entscheide mich jedoch gegen eine bevorzugung von c., ich helfe ihm hoch und verabschiede ihn mitsammt m. mit den worten "die villa deiner eltern verfügt über ca. 380 qm wohnfläche, du wirst schon ein eckchen zum schlafen finden", klopfe ihm auf die schulter, bezahle sein bier und unsere speisen und lasse ihn stehen.
fortsetzung folgt
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30.04.2006
Langes Wochenende (I)
gestern, 19:00h. völlig am ende mit meinen nerven, beschließe ich etwas in der art von feierabend zu machen. eigentlich hatte ich vorgehabt einen normalen samstag zu verleben, sprich aufräumen und einkaufen, doch es sind wie immer tausend dinge dazwischen gekommen, die mich bis zur besagten uhrzeit haben ackern lassen wie einen packesel.
mein erster handgriff gilt der telefonanlage, ich schalte sie ab.
es ist bereits letztes wochenende vorgekommen, daß mich ein kunde anrief mit der terroristischen anfrage, ob ich "mal eben" eine 20-seitige übersetzung machen könnte. am sonntag, um 17:00h! und das auch noch ausgerechnet von der dreisten dumpfbacke, die seit 7 wochen überfällig mit der zahlung meiner letzten rechnung ist...
so bin ich halt unerreichbar bis dienstag, wer schlau ist, schreibt eine kurze e-mail, ich rufe zurück, sofern sie nicht die besagte dumpfbacke sind.
ich dusche und bin hirnlos. zumindest die abendplanung betreffend, sonst zynisch, traurig bis menschenfeindlich.
m. hat verlauten lassen, nach der arbeit erst mit ihren freundinen etwas trinken zu gehen, sie würde erst gegen mitternacht mit dem taxi kommen. "kein problem" sage ich, wobei ich doch leicht unglücklich mit der situation bin.
es ist samstag, es ist frühling, wir haben uns entschloßen einen gemeinsamen und harten weg zu gehen, ich bin liebesbedürftig und wir haben uns seit mittwoch morgen nicht mehr gesehen.
und um das mal etwas einfacher auszudrücken, als auf meine sonstige bescheuerte art: ich vermisse sie, bereits 10 minuten nach dem abschied.
gerade als ich meine barfüßigen beine hochlege, kommt es doch zu einer bedingt guten wendung der geschehnisse, m. meldet sich mobil, sie hätte sich mit ihrer feundin l. gestritten und würde gleich zu mir kommen. l. hat sich wohl eine dumme bemerkung erlaubt, unseres hamburg umzuges wegen, woraufhin m. ausgeflipt ist (was weiß gott, fast nie passiert) und dieses mit etwas ähnlichem wie "deine unwissendheit vereint mit endloser unbegründerter arroganz kannst du dir irgendwo einführen" zu entgegnen.
l. ist ein fall für sich, ich kann sie nicht ab. sie ist häßlich, eingebildet, gewöhnlich und klugscheißerisch. seit 5 jahren mit einem mann liiert, meckert sie über diesen seit 5 jahren bei jeder gelegenheit, in seiner abwesenheit. es ist 1,5 jahre her, als ich bei ihr menschlich durchgefallen bin, als sie wiedermal über ihn lästerte, während er die toilette besuchte und ich zu ihr sagte "wer es so lange mit dir ausgehalten hat, verdient eher eine auszeichnung, statt hinterhältige denunzierung". seit dem bin ich bei ihr untendurch, was mir allerdings gleich ist, um ehrlich zu sein geht es mir völlig am arsch vorbei von solchen personen gemocht zu werden, oder eben auch nicht. ich suche keine freunde.
als m. ankommt, verkneiffe ich mir die frage, warum sie überhaupt noch mit l. befreundet sei, sie kennen sich seit der kindheit. ich verfüge ebenfalls über nervige bekanntschaften, denen wir am selben abend noch begegnen sollten...
fortsetzung folgt
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12.04.2006
Klugscheißen
heute war es wiedermal soweit, ich mußte einen vortrag auf einem seminar abhalten. ehrlich, ich mag es nicht. früher fand ich das noch spannend, es war etwas adrenalingetränktes, man war wichtig und hatte die möglichkeit es unwichtigen menschen zu zeigen, doch im laufe der zeit wurde es auch nur zur routine. zudem war ich heute richtig schlecht, so schlecht wie noch nie. erst letzte woche habe ich mit n. ein gespräch darüber geführt, als er berichtete, daß er bei seinem termin miserabel gewesen wäre, was ich allerdings mit aussagen wie "ach, scheiß drauf, jeder hat mal einen schlechten tag" und "solange keiner fluchtartig den raum verlassen hat" mehr oder weniger bedenklos ignorierte. doch n. hatte vollkommen recht als er sagte "trotzdem bin ich unzufrieden", denn ich bin es nun ebenfalls.
nicht das sie jetzt denken ich würde etwas an kaffeefahrt fahrende rentner verticken, es geht um fachseminare, wenn mangel an persönlichkeiten herrscht werde ich alle 2-3 monate mal eben darum gebeten, es sind schnell verdiente euros für eine stunde reden. über kommunikation z.b. oder über werbung an haltestellen. manchmal auch über die wahrnehmung von farben, aber das interessiert sie sicher nicht sonderlich, so kommen wir also zu meinem ablauf.
14:30h, ich weiß nicht was ich anziehen soll, mir ist nach jeans und t-shirt, schließlich scheint die sonne draußen, ein anzug wäre allerdings besser, sonst nehmen mich die volontäre kaum ernst, diese drecksäcke. ich bin vollkommen unvorbereitet, mein gehirn ist seit letzter woche kaum dazu fähig inhalte zu speichern, ich bin dazu verdammt den termin blind abzustottern.
15:30h, ich parke vor dem gebäude nach einer höllenfahrt. ich dachte unterwegs ein wenig abschalten zu können, stattdessen wurde ich bloß von geisteskranken idioten aufgehalten, die 35 km/h fuhren wo 100 erlaubt sind und dabei ständig grundlos auf die bremse stiegen.
15:40h, ich bespreche kurze abläufe mit dem seminarleiter, der furchtbaren mundgeruch hat und aussieht wie scheiße. ich würde ihn gerne pfählen, leider bietet sich die möglichkeit dazu auf dem parkplatz nicht.
16:00h, ich betrete den raum mit ca. 25 gelangweilten personen, mit einer schreibtafel, kreide und einem lehrerschreibtisch, ich fühle mich in der zeit zurückversetzt, bloß mit mir in der hauptrolle als lehrer und schülern vor mir, die mich hassen und bloß den raum verlassen wollen.
16:15h, ich habe recht damit, sie hassen mich und ich sie.
16:30h, ich verhederre mich textlich, bin mit meinen gedanken vollkommen woanders und sage "ficklich" statt "wirklich", den blonden in der ersten reihe und sein krankes lachen würde ich am liebsten mit einem kanister salzsäure behandeln.
16:45h, bei den fragestellungen muß ich mir anhören "warum sind sie so unkonzentriert?" was ich mit einem hektischen "hatte leider keine möglichkeit vorher drogen zu mir zu nehmen" entgegne und auf vollkommenes verständniss zu stoßen scheine.
17:00h, als es vorbei ist, verlasse ich den raum richtung parkplatz und lasse mich garnicht erst auf gespräche ein, am liebsten hätte ich die ahnungslosen und trotzdem eingebildeten menschen in die luft gesprengt, mit splittergranatten.
auf der rückfahrt fallen mir tausende von perfiden methoden mitmenschen sehr ekelhaft um die ecke bringen zu können ein, z.b. mit einem brett mit einem nagel drin, doch ich ärgere mich vielmehr über meine person. ich habe es verbockt. eigentlich ging es um themen die ich schon tausendmal vorgedichtet habe, bloß war ich diesmal mehr als unkonzentriert, ein schlechter lehrer halt. ich bekomme heißhunger auf eine bratwurst, hole mir auch eine an der nächstgelegenen frittenbude, sie schmeckt nicht, trieft vor fett, ich bekomme lust dazu den kopf des betreibers ins heiße fett zu halten.
daheim öffne ich einen guten coutet und telefoniere mit meiner lieben freundin t., die eine art filter für mich darstellt. es geht mir anschließend besser. ab morgen befinde ich mich bei m. in der stadt. hamburg ist nicht, sie muß am samstag arbeiten.
ich möchte nur eins, ausschlafen.
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27.03.2006
Hammonia
auf eine mir bislang unbekannte art und weise, geht hamburg nicht mehr aus meinem kopf. ich liebe diese stadt seit ich sie zum ersten mal im alter von 17 jahren besucht habe, in diskussionen im freundeskreis habe ich sie schon immer als meine lieblingsstadt in deutschland genannt, unbeeindruckt von darauffolgenden bekündungen wie "wäh, ist doch flachland" oder "münchn iss suber!". jedesmal wenn ich dorthin mußte, sei es zum stressigsten termin überhaupt, habe ich mich riesig gefreut.
doch jetzt ist etwas anders. etwas passiert mit mir. seit sich der greifbare gedanke an einen möglichen umzug nach hamburg fest in meinem unterbewußtsein verkabelt hat, fühle ich mich wie ein nordlicht in bad tölz. das rheinland nervt mich, morgens beim bäcker kann ich die auswürfe "mädsche, tu mir ma vier brötsche und ne jraubrot, wat mäht die liebe?" im regional dialekt nicht mehr hören, ja, wäre sogar bereit dazu einen versuch zu starten, jemanden mit gebäck zu töten, stattdessen habe ich mir ein ausgeprägtes "moin" angeeignet, welches ich mittlerweile auch garnicht mehr loswerde.
es ist mein voller ernst, ich werde richtig sentimental wenn ich an die hansestadt denke, was mittlerweile recht häufig täglich vorkommt, ja, ich schaue sogar mehr ndr als n-tv - das sagt wohl alles! gut, es liegt natürlich nicht nur an der stadt und ihrer ausstrahlung selbst, sondern auch an den faszinierenden persönlichkeiten, die ich dort kenne und die ich so, in menschlicher form, hier vor ort leider nicht habe, bis auf 4 ausnahmen, die allerdings dermaßen viel unterwegs sind, daß wir uns womöglich in hamburg öffter sehen würden als hier.
allein der gedanke daran mal eben ans meer fahren zu können (mit betonung auf "mal eben"!) bringt mir fast tränen in die augen, ich habe schon ein klein wenig von der welt gesehen und kann mich für sehr vieles begeistern, doch würde mich jemand vor die wahl berge/meer stellen, würde ich ohne zu zucken das wellenrauschen nehmen. ich brauche wasser in meiner nähe und damit meine ich nicht so einen langweiligen wasserlauf wie den rhein, ich meine ordentlich wasser.
ich merke es m. an, daß sie auch sehr viel mit diesem thema beschäftigt ist. ich weiß sie liebt hamburg ebenso, wir waren einmal anfang 2004 zusammen dort und haben die heimreise von einem tag auf den anderen verzögert, statt 3 blieben wir 7 tage. doch frauen sind in diesen dingen eben ganz anders als männer, sie kalkulieren wichtige dinge (natürlich tue ich das auch, aber in grenzen, wir sind noch weit davon entfernt zu packen), verfallen in die tiefsten gedankengänge und buddeln ideen aus, die ein archäologe nicht einmal finden würde, wenn er einen röntgenblick hätte, während ich gerade in meinem kopf lustig ein paar straßen weiter gehe, um dort mit n. ein bier zu trinken.
dabei ist sie auch noch fies zu mir. als ich sie heute nachmittag im laden besucht habe und ihr ein wenig von meinem alsterkopf berichtete, ließ sie mich alleine in ihrem büro und brachte mir 2 minuten später lachend ein matjesbrötchen. toll. von dem habe ich dann auch noch sodbrennen bekommen. aber paperlapap, das hat mit hamburg nichts zu tun, so geil wie ich darauf bin dahin zu ziehen, bilde ich mir ein, die matjes und zwiebeln dort würden sodbrennfrei und in platinverpackung verkauft...
so, das reicht! sonst fange ich an zu weinen.
ahoi!
22:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (11) | Trackbacks (1) | Per Email verschicken

