31.10.2007

Ich und die Fremden

wenn mich etwas aufregt, dann sind das menschen, die ihrer körperlichen präsenz soviel ausdruck verleihen, daß man sich als bloß zufällig anwesende person fühlt, als würde man mindestens eine erzwungen-intime beziehung mit dieser person führen,
wenn nicht gar eine medizinisch-initme. so zum beispiel im kino, gestern, als ich etwas erleben dürfte, das meinen sinnesorganen noch heute kleine hinterkopfschläge verpaßt, wenn ich bloß daran zurückdenke. gut, nachos im kino bilden eh eine thematik für sich, dieses knuspern überall, daß man sich vorkommt, wie in einer ausbeuterfabrik mit versklavten eichhörnchen, die um ihr leben das kauwerkzeug schmatzen lassen. das ist und wird immer ein problem bleiben und ganz gleich was die lebensmittelunterhaltungsindustrie auch neues erfinden wird,
für den oralakt während einer cineastischen vorführung, es wird grundsätzlich immer etwas sein, was brückelt, rieselt, knackt, knirscht und schmatzen läßt. gestern allerdings, durfte ich erleben, daß nur eine einzige person in der lage sein kann, aus dieser ohnehin schon lässtigen angelegenheit für dritte, eine kostenlose vorführung menschlicher ekelhaftigkeit fabrizieren kann, die glatt als meisterwerk der existenziellen widerwertigkeit eines einzelnen individuums durchgehen könnte.

ein mensch, auf den ersten blick garnicht mal so unansehnlich, sicher zwei meter groß, schlank, teuer gekleidet, eine hässliche d&g brille auf der nase, eine recht hübsche freundin im schlepptau. und eine riesige nachoschachtel des grauens in den schaufelhänden. was er beim verzehren dieser für einen lärm zu produzieren vermochte, hätte ich höchstens einem kannibalistisch veranlagtem schwein beim amoklauf im schweinestall zugetraut. ein knirschen und kratzen beim aufsammeln der chips, als ob er sie in der riesigen schachtel erst jagen und erlegen müßte,
ein schnaufen beim verschlingen dieser, wie ein hund mit gebissproblemen beim schnappen nach einem rohen stück fleisch, und beim zerkauen feucht-knatternde geräusche, wie der abriss eines gebäudes mit einem schimmligen innenleben. dabei noch ein nasales ringen nach luft, wie die töne eines saxophons, dessen korpus mit verwesenden kleintieren verstopft wurde. eine personifizierte abfallsauganlage.

es ist sehr selten bisher vorgekommen, daß ich mich wegen sowas zuerst garnicht erst auf den film konzentrieren konnte, vorallem weil auch von links diverse spuckeklumpen auf meiner hand landeten, abgesondert von einer art weiblicher klobürste. doch am meisten hinterfrug ich die menschen selbst, und warum sie es nicht selbst bemerkten, wie daneben sie durchs leben schnoddern. und diese hübsche freundin dieses ekelhaften typen, hat sie denn eine perverse neigung? oder ist sie bloß blind und taub? nur, wenn, was macht die dann im kino? ich weiß nicht wie es ihnen in solchen situationen ergeht, aber ich wurde leicht bis mittelschwer ungehalten, fragen sie julia, ich war sehr knapp davor irgendwas sehr lautes durchs kino zu sprechen, sowas wie "gib ruh, du sau! oder das hier wird zum tatort!", oder so, was vermuttlich aber sowieso nichts gebracht hätte, weil wir beide wohl doch am ende eh die minderheit darstellen, die winzige und stille, mitten im gewusel und nahrungskampf der anderen, für die ein kino bloß
ein riesiger imbiss ohne licht ist...

und der film? großartig! der beste, den ich seit langer zeit gesehen habe. und den ich später sicher noch oft auf dvd anschauen werde. ohne publikum...

14:05 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Gehört , Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (11) | Per Email verschicken

10.10.2007

JBK vs. EH

ich habe es mir gestern angeschaut. nicht, weil ich senstationsgeil wäre. nicht weil ich mich über ein politikum brüskiert zeigen möchte. auch habe ich keine themenblogambitionen. nein, ich wollte es mir nur selbst ansehen, um mir eine eigene meinung bilden zu können, bevor ich anschließend bloß an hunderten stellen eine beschreibung des gezeigten zu lesen bekomme, durchtränkt mit der sichtweise der jeweiligen verfasser.
und ich bin froh darüber, denn ich wurde in meinem denken bestätigt, daß frau h. in erster linie eine völlig unsympathische
und verbohrte person ist, selbst nicht dazu fähig zu merken, wann man sich selbst in seinen eigenen aussagen so verknotet hat, daß nicht einmal ein entfesselungskünstler herauskäme, ja und dann auch noch immer und immer mehr zu sprechen, ohne etwas zu sagen, dies aber mit einer dachziegelstumpfen arroganz, daß man meinen könnte, sie wollte die weltmacht an sich reißen und wüßte dabei längst eine riesige armee auf ihrer seite. alles ignoranten, die nicht verstehen können, daß ich besuch von einer massiven erleuchtung hatte, dachte man in ihren augen ablesen zu können, vermengt mit einem recht billigen funken wahnsinn und das ganze verpackt in einem abgenutzten wilma-normalverbraucher kartongesicht. beinahe kann ich die ganze aufregung um diese blaße person nicht verstehen, obwohl ich selbst gerade mit dem laptop zwischen bergen von unterlagen sitze und mich eben statt mit diesen, mit frau h. beschäftige. obwohl „beinahe“ falsch ist, denn eigentlich müßte es ja „und überhaupt kann ich die ganze aufregung um diese person nicht verstehen“ heißen, denn sie ist wahrlich dieses medieninteresse nicht wert, da sie bloß eine hölzerne figur ist, die es nicht wahr haben will, bloß hölzernes von sich zu geben, während sie aufgebauscht wird, als würde sie eine bedrohung darstellen, für wen auch immer. oder zumindest für eine bis zwei windmühlen.

ich kann das ganze nicht ernst nehmen. ich kann sie nicht ernst nehmen. ich kann eine person nicht ernst nehmen, die sich selbst zu einer fü(h)rsprecherin der mütter und familien aufbläht, die aber selbst dreimal geschieden ist. ich kann die aufregung um diese person nicht ernst nehmen, weil sie eben blaß und unwissend in ihren stümperhaften aussagen herumlöffelt, und dabei wahrlich mit ignoranz besser gestraft wäre, als mit diesem medienzirkus, der nur dazu beiträgt ihr mehr gefolgschaft aus deprimierten herdsklaven und shoppingkanalzuschauern, nebst rechtem zivilisationsabfall zu verschaffen, die sie noch womöglich irgendwann zu einem gebärjesus ernennen.
ich kann nicht glauben, meine zeit mit diesem thema vergeudet
zu haben...

12:15 Veröffentlicht in Gehört , Gelesen , Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

26.09.2007

Verbale Actionkracher (IV)

s: hört mal jungs, ihr müsst ihn irgendwie auf offenes gelände kriegen, damit wir offenes schussfeld haben.
b: oh kein problem. sollen wir vorher mit ihm durch die waschanlage!?

(aus "godzilla")

21:02 Veröffentlicht in Debil , Gehört , Gesehen | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken

Verbale Actionkracher (III)

h: wie ging onkel travis tot?
m: also tot gehen geht nicht.

(aus "die troublemaker")

15:07 Veröffentlicht in Debil , Gehört , Gesehen | Permalink | Kommentarstatus (8) | Per Email verschicken

Verbale Actionkracher (II)

d: sind sie okay?
i: naja es geht. das heisst bis auf das hier...
d: ihnen wurde der finger abgeschnitten!? verfluchte scheiss perverse! das kommt doch alles nur durch diese verfluchte rap-scheisse!

(aus "suicide kings")

14:23 Veröffentlicht in Debil , Gehört , Gesehen | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

Verbale Actionkracher (I)

h: wir lassen euch hier nicht so einfach rausspazieren...
g: wer ist wir?
h: smith, wesson und ich...

(aus "dirty harry kommt zurück")

mehr?

10:35 Veröffentlicht in Debil , Gehört , Gesehen | Permalink | Kommentarstatus (1) | Per Email verschicken

10.09.2007

Herbst

da kann es einem doch wirklich vergehen, wenn frau dauernd missverstanden wird, zum beispiel weil frau bloß der ansicht ist, frauen sollten eben nur kinder werfen und speisen zubereiten, anstatt loszuziehen um erfolgreich außerhalb der eigenen küche zu agieren, die tatsache, daß frau selbst eine steile karriere ohne rücksicht auf verluste hingelegt hat, gänzlich ignorierend.
und kaum ist ein wenig ruhe eingekehrt, nach diesem eher skandalös-überflüssigen, statt denkwürdigem buch, schon klettern die doofen kritiker wieder auf die bäume der intoleranz, bloß weil frau der ansicht ist, daß früher nunmal einige dinge besser waren. damals. im dritten reich...

und überhaupt, wer hat denen eigentlich eine eigene meinung erlaubt?

11:00 Veröffentlicht in Debil , Gehört , Gelesen , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (7) | Per Email verschicken

06.08.2007

©(TM)*

"das wetter wird ihnen präsentiert von der dresd*ner bank" ertönt aus dem spheros und ich glaube kurz daran, den schuldigen für diesen zu oft mißglückten sommer gefunden zu haben. mußte ja früher oder später eh so kommen, daß sogar das wetter aufgekauft und marken-versklavt wird. nun wird es keine rolle mehr spielen, ob es gut und gesund ist, wenn es tagelang regnet, als ob die wolkenbewohner aus bodenlosen bechern trinken würden, sondern einzig und allein die möglichst hohe auflösung der wassertropfen, nebst der farbverbindlichkeit der sonnenstrahlen und einer zentrierten platzierung des logos auf den einzelnen hagelkörnern. ein biblischer ausverkauf, das, wenn sie mich fragen...

aber was soll es auch, alles muß weg, alles muß raus, die zeit rennt uns davon, wozu also etwas unversucht lassen, den totalitären marketing-overkill zu veranstallten, bevor der klimawandel alles dahin rafft und es somit unmöglich macht,
selbst dem letzten pünktchen im universum einen winkelmaßkreuzartigen copyright-stempel aufzudrücken, ganz "frei" nach dem motto einer vereinten und gleichdenkenden gemeinschaft: wir sind eins und alles. und selbst die DIN-normnummer der erdkugel ist gesichert. bloß gott sollte mal langsam als vorstand ausgetauscht werden, man weiß bloß nicht, wo dieser drecksack steckt...

ich frage mich, in diesen möglicherweise sehr schrägen gedankengängen meiner wenigkeit bloß, wer denn eigentlich verklagt wird, wenn die allgemeine scheiße einfach nicht mehr so riecht, wie sich das experten gedacht haben, denn, seien wir mal ehrlich - zu viel, von was auch immer, hat in der geschichte der menschheit noch nie zu was gutem geführt, vorallem dann nicht, wenn es eben von menschenhand produziert und/oder erdacht wurde.

wenn ich also eines tages, mit völlig romantischen gedanken im hinterkopf, nach oben schauen sollte und dabei das logo eines weltkonzernes auf dem vollmond erblicken, werde ich mich augenblicklich in ein mobiles schwarzes loch fallen lassen, welche bis dahin sicherlich im doppelpack beim discounter käuflich erwerbbar sein werden. lieber ein riesiges nichts, als eine aufgeblähte und collagierte gehirnzellenwäsche.

*dieser auswurf wurde ihnen präsentiert von meinem bauch.

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02.07.2007

No iPhone!

es ist die zwei mit dem suffix am ende, in die mich das thema iPhone treibt. auf der einen seite bin ich sowas, wie der personifizierte technikfanatismus, zudem seit über zehn jahren apple-nutzer - auf der anderen besitze ich die fähigkeit dazu, alles was strom verinnerlicht, blasphemisch in grund und boden kritisieren zu können, sobald mir nur bloß ein funken an unfunktionalität auffällt. und da wird es bei dem oben genannten smartphone eben sehr heikel, da ich nicht bloß ein apple-nutzer, sondern auch ein fan dieser marke bin, gleichzeitig aber jegliches technikspielzeug aus der ersten generation verabscheue.

was spricht also dafür? ganz klar, das design natürlich. ein geiles teil mit einem hochauflösenden touchscreen und vielen lustigen und bunten icons, womit man so ziemlich alle mitmenschen in der vollen bahn, oder kirche ziemlich beeindrucken kann, sofern diese ebenfalls auf teuren leuchtkramm mit kommunikationsambitionen stehen. und sonst? nun es kann wohl ziemlich viele dinge, welche auch ein standcomputer kann, bloß minimalistischer und unbequemer. ach, telefonieren kann man damit wohl auch, wie einer der ersten glücklichen käufer zu berichten wußte, seine frau hätte bloß fünf minuten gebraucht und schon wäre sie mit jemanden verbunden gewesen...

und dagegen? unausgereiftheit eben, wie bei jedem anderen und neuen beinahe-prototypen. uneinigkeit und monopolismus bei den tarifen der anbieter. software und spiele wird es möglicherweise irgendwann geben, aber erst dann, wenn sich apple darüber einig werden, mit wem sie geschäftlich kuscheln wollen. und ja, das touchscreen, welches nicht wirklich so reagieren soll, wie man sich das wohl gerne interaktiv schöndenken wollte, wobei ich eh ein totalitärer gegner dessen bin, mit meinen fingerklumpen displays zu beschmieren...

fazit? tun sie, was sie nicht lassen können, ich jedenfalls distanziere mich aber erstmal davon und warte in aller ruhe version zwei ab. oder drei. obwohl von warten eh kaum die rede sein kann. und, hey, am ende kommt es doch sowieso nicht darauf an, womit man kommuniziert, sondern mit wem...

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00:35 Veröffentlicht in Alltag , Gehört , Gelesen , Gesehen , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (20) | Per Email verschicken

25.04.2007

STOCKend

hier passiert augenblicklich nichts, gell? dafür passiert sonst genügend. deswegen schnappe ich mir nun tatsächlich ein stöckchen, und zwar nicht aus langeweile, sondern der ablenkung wegen.

ein song...

…der dich traurig macht: "gebet an den planet" von thomas d. ich finde dieses stück zum heulen und es soll nun keine großartige werbung dafür sein, weil ich dieses werk eh schon für zu aufgesetzt und übertrieben halte und ich mir tatsächlich manchmal sehr gerne ein steak reinziehe. ich mag eigentlich thomas d., dafür mag ich veganer nicht. blöd, daß er einer ist...

…bei dem du weinen musst: das hauptthema der filmmusik aus "the piano" von michael nyman. allerdings könnte sogar napalm death aus den boxen dröhnen, wenn mir zum heulen ist, dann passiert es eben...

…der dich glücklich macht: so ziemlich alles, was gut klingt und mitsingbar ist. "wonderful life" von black grundsätzlich.

…bei dem du sofort gute laune kriegst: "has been" von william shatner. ich habe dieses teil schon hundert mal gehört und könnte mich trotzdem immer wieder abhauen darüber:
"Riding on their armchairs
They dream of wealth and fame
Fear is their companion
Nintendo is their game
Never done jack and two thumbs Don
And sidekick don't say dick
We'll laugh at others failures
Though they have not done shit"

allerdings ist "asshole" von denis leary ebenfalls nicht zu verachten. ansonsten bekomme ich eh immer gute laune, durch gute musik, ganz gleich welcher richtung.


…bei dem du nicht still sitzen kannst: was ist das? "still sitzen"?

…der deiner Meinung nach zu kurz ist: es existieren diverse songs, die von mir aus 60 minuten lang sein dürften. wie wäre es mit einer endlosschleife "knigts of cydonia" von muse, oder meiner freundin, die stundenlang unter der dusche ihre wundervolle stimme zum besten gäbe, ganz gleich was sie singen würde, allerdings nur solange bevor zu viel wasser ihrer haut schadet?

…der dir etwas bedeutet: das wären zu viele. allerdings verbinde ich mit peter gabriels "sky blue" einige sehr bedeutende momente, die heftigst prägende auswirkungen haben.

…den du ununterbrochen hören kannst: das wechselt von zeit zu zeit. augenblicklich "long slow goodbye" von queens of the stone age. letzte woche war es allerdings "winter" von tori amos und davor "disarm" von smashing pumpkins. "sky blue" von peter gabriel habe ich bereits erwähnt, oder?

…den du liebst: ich liebe sehr viele musikstücke, wie wäre es beispielsweise mit... ähm... soll ich ihnen nun mehrere hundert CDs aufzählen? "stairway to heaven" von led zeppelin, eh.

…den du besitzt, aber nicht magst: ich bin nun 30 minuten vor meiner musiksammlung gestanden, aber irgendwie bilde ich mir ein, alles davon zu mögen....

…dessen Text auf dich zutrifft: "i started a joke" von faith no more.

…von einem Soundtrack: "the piano", das hauptthema erwähnte ich bereits, sonst so ziemlich alles aus michael mann filmen - "heat", "insider". kathryn bigelows "strange days" mußte aber ebenfalls nie im schrank verstauben. (und glauben sie nicht, ich würde hier nun "pulp fiction" erwähnen, wo wirklich alle songs auf den punkt stimmen, ich mir diese aber auf zu vielen partys bei langweiligen menschen geben mußte, daß es mir mittlerweile hochkommt, wenn ich es wahrnehmen muß. als kontrast höre ich mir die songs aus "jackie brown" an - ernsthaft großatiges musikkino.)

…den du schon live gehört hast: oh gott! wissen sie eigentlich auf wie vielen konzerten ich war? mother`s finest haben mich seinerzeit sehr beeindruckt, vorallem weil sie mich mit "baby love" endgültig aus der einbildung geworfen haben, ich würde bloß lautes und rockiges mögen. das ist ziemlich lange her...

…der nicht auf deutsch/englisch ist: "le voyage de sahar" von anouar brahem, allerdings nur spontan, weil ich das stück gestern cirka zehn mal gehört habe. ansonsten müßte ich mich wieder für 30 minuten vor die musiksammlung stellen, um an kein fazit zu gelangen...

…der von einer Frau gesungen wird: aha... ist daran etwas ungewöhnliches, wenn eine frau singt? mensch, die besten sachen, die ich je gehört habe, wurden von frauen eingesungen. an dieser stelle werfe ich ihnen bloß "ceylon" von madita vor die füße. machen sie was draus!

…eines Solokünstlers: "lache, wenn es nicht zum weinen reicht" von herbert grönemeyer. lachen sie mich ruhig aus...

…deiner Lieblingsband: leider habe ich keine, beziehungsweise zu viele, suchen sie sich was aus: "it could be yours" von blackmail, "little sister" von queens of the stone age, "out of hand" von entombed. habe ich bereits "sky blue" von peter gabriel erwähnt? aber dieser ist eh keine band...

…aus deiner frühesten Kindheit: ich weiß seit meiner kindheit bis heute, daß meine eltern einen fürchterlichen musikgeschmack haben, trotz der tatsache, daß mein vater ein äußerst talentierter saxophonist war und mein großvater musikprofessor. schlagen sie mich tot, das angenehmste, an das ich mich erinnern kann, war abba und "get on the carousel", oder soll ich ihnen etwa etwas über mordern talking erzählen?

…mit dem du dich identifizierst: "go with the flow" von queens of the stone age. ich erwähnte es unlängst:
But I want something good to die for
To make it beautiful to live.


…den du deinem Schwarm vorsingen würdest: alles mögliche, aber das geht sie hier nichts an. ich singe nicht gerne öffentlich...

…zum Küssen: ich assozieere keinen song, mit einem kuß. der schönste, an den ich mich erinnere, fand in gänzlicher stille und dunkelheit statt. der kuß, nicht ein song...

…zum Kuscheln: öhh, ich weiß zwar nicht genau wie die "kuschelrock"-fraktion darüber denkt, aber ich jedenfalls brauche keine musik dabei, beziehungsweise ist sie mir in diesem moment egal.

…der dich an deinen letzten Liebeskummer erinnert: gibt es nicht. als meine ex-frau mich in einer leeren riesenwohnung zurückgelassen hat, hörte ich sehr viel guano apes, aber mit liebeskummer hatte das nicht wirklich etwas zu tun, eher mit agressionen...

…der von Sex handelt: also, wirklich, ich bitte sie! was hat das eine mit dem anderen zu tun? wenn ich sex habe, denke ich an sex und wenn ich musik höre, höre ich musik. es fällt mir nicht annähernd ein bestimmter song ein, der mich geil machen würde...

…der dich an einen Urlaub erinnert: "christian women" von type o negative. new york, irgendwann vor vielen jahren. der sänger war lustigerweise der nachbar meines freundes, bei dem ich zeit verbrachte. ich weiß bis heute nicht, ob das alles gut war, oder nicht. vielleicht schreibe ich mal darüber...

…der dir peinlich ist, dass du ihn gut findest: peinlich ist mir nichts, peinlich ist bloß das lied: "no one" von 2unlimited...

…den du gerne beim Aufstehen hörst: beim austehen musik hören? gibt es hier nicht. ich stehe auf, wecke meine liebste, trinke saft und lese nachrichten. musik passt da nicht zu.

…zum Einschlafen: siehe aufstehen.

…den du gerne beim Autofahren hörst: "god put a smile upon your face" von coldplay. keine ahnung warum.

…der dir schon mal in einer Situation geholfen hat: "chop suey" von system of a down. es war so laut, daß ich eine unterhaltung mit einer person nicht führen konnte, mit der ich eben keine unterhaltung führen wollte...

…dessen Video du als letztes im Fernsehen gesehen und überraschend gut gefunden hast: ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt ein musikvideo im fernsehen gesehen haben soll. das mag jahre her sein.

…den du immer wieder hören musst: eine nummer namens "oans". auf der einen seite, weil mich die sängerin selbst unendlich fasziniert, auf der anderen, weil ich immer einen schreck des textes wegen bekomme...

…der dich nervt: gibt es nicht. was mich nervt, höre ich nicht.

…der dich rasend macht: ich verstehe die frage nicht. siehe oben, bei "was mich nervt"...

…den du von einer/m Freund/in lieben gelernt hast: zu vieles. erwähnte ich bereits peter gabriel?

…den du magst, aber die Band nicht: naa, fällt mir nichts zu ein.

…den du gerade hörst: "elemental" von tears for fears.

…einer Band, die es nicht mehr gibt: "thong song" von kyuss.

man, das war anstrengend. ich werfe wie immer auch nicht weiter, auch wenn mich die antworten so mancher sehr interessieren würden. bedienen sie sich. und schimpfen sie nicht.

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10.04.2007

Soundcheck für eine Öffentliche Lesung

falls sie irgendwann zum ersten mal vor publikum lesen sollten, nehmen sie sich bitte diese übungstips zu herzen, schließlich stammen sie von mir.

1. suchen sie sich werke aus, die möglichst kompliziert sind und so alt, daß sie sich nicht einmal selbst daran erinnern können, diese zeilen je verfasst zu haben, oder zumindest wenn, dann im suff.
2. schreien sie jedesmal laut „scheiße!“, wenn sie sich versprechen, ganz gleich wo sie sich gerade befinden, selbst wenn es mitten unter spaziergängern auf der donauinsel ist.
(ich überlege übrigens ernsthaft diese unsitte ins programm einzubauen.)
3. zusätzlich kann es hilfreich sein, die anzahl der herausgekotzten schimpfwörter zu verdreifachen, muß aber nicht.
4. machen sie sich in kurzen pausen ablenkende gedanken, zum beispiel: „oh gott! es werden nur menschen kommen, die mich hassen, womöglich werde ich sogar tätlich angegriffen!“ oder „was wird wohl mein hausarzt sagen, wenn ich schon wieder mit einem nervenzusammenbruch ankomme?“.
5. drucken sie sich grundsätzlich mehrere exemplare ihrer vorlagen aus, es könnte passieren, daß diverse kopien zufällig verbrennen, oder im polternden lkw der müllabfuhr landen.
6. sexverbot! es ist äußerst schwierig dabei auch noch emotionales vorlesen zu üben.
7. punkt 6 gilt übrigens auch für übungen während des essens.
8. machen sie sich keine illusionen, das publikum wird NICHT nackt sein.
9. sorgen sie für genügend alkohol im haus, alternativ gehen sie aus.

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24.03.2007

Abwesenheit von Licht?

die durchsichtige maus leuchtet blau, der raum ist dunkel, bloß ein display bringt ein wenig licht und erzeugt gleichzeitig dezente schatten an den wänden. ein terminkalender aus geprägtem vollrindleder liegt aufgeschlagen auf dem boden, eigentlich unnötig, denn es ist zwar einiges an reisen und terminen angesagt in den nächsten wochen und monaten, doch nichts davon ist auch nur annähernd der vergesslichkeit zuzuordnen.

eine zigarette brennt im aschenbecher vor sich hin, eine von vielen heute, die unangefasst sinnlos verqualmen und bloß die luft negativ verändern, da das fenster geschlossen ist. eine kleine stoffschildkröte sitzt auf sieben steinen und starrt in meine richtung. bei der spärlichen lichtgebung wirkt das beinahe, wie ein kleiner teich in der schreibtischplatte.

musik verläßt laut die boxen, ein vorteil den man auch als solchen bezeichnen kann, wenn man keine direkten nachbarn hat und selbst nachts keine rücksicht auf jegliche geräuschkulisse nehmen muß. ich singe mit, während mir hin und wieder blut aus dem mund tropft. trotzdem muß ich lächeln, denn herberts zwölfte ist einfach nur großartig und genau passend, zu den wirren und weniger wirren gedankengängen, die der verfasser dieser zeilen eben manchmal hat und erlebt:

denn wenn ich mich verlier
und es fällt mir schwer mich zu finden
dann folg ich stur
meiner spur
durch das empfinden
durch alle meine sünden
bis auf den grund meiner natur


der weißwein hat perfekte temperatur, eine weitere zigarette ist verqualmt, die neue und geschenkte uhr schimmert silbern beim tippen, dieser tag war nicht gut, dieser tag war aber auch nicht schlecht. denkwürdig vielleicht, oder merkwürdig, was auch immer das bedeuten mag. an schlaf ist ebenfalls nicht zu denken, gedanken drehen kreise und bilden tausende sterne, die meisten sind hell, nur die wenigsten dunkel. die schatten schwinden, dunkelheit weicht der nacht. solche können sehr gemütlich sein.

die räumlichkeit bleibt dunkel, doch eigentlich ist sie es nicht.

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18.02.2007

Karnevaleske Strukturen des Mas(sa)k(r)ierens

der fernseher bleibt ausgeschaltet, nachrichten interessieren mich heute nicht, selbst die geschriebenen nicht, die dicke wochenendausgabe dieser großpackung schwarzer buchstaben liegt unten im flur, unweit der kiste für altpapier. wie ich es aus dem fenster vernehmen kann, dreht sich die welt noch, das reicht mir heute als aktualität meines wissens. kein atompilz am horizont, keine apokalyptischen reiter am himmel, bloß karnevalistische zombies auf der straße, gegen die ich jedoch immun bin. das rezept ist einfach, fenster zu, vorhäge zuziehen, das panasonic-baby aufdrehen, die datenbank krachen lassen, möglichst mit ordentlich mehr dezibel, als es die dümmlich bemalten und verkleideten besoffenen draußen, je für möglich halten würden, trotz der lauten krawalle, die sie zwecks kopfschmerzen und möglicher sexuell übertragbarer erkrankungen am folgetag, aus für mich unerfindlichen gründen, jedes jahr aufs neue veranstalten. karneval ist in meinen augen so überflüssig, wie die obduktion einer eintagsfliege.

als erstes bringt mich "ceylon" von madita so richtig in stimmung, ein kleines und sehr feines stück groove, das mich rhytmisch mit dem kopf wackeln läßt und mich irgendwie heftigst anmacht, gefolgt von res und ihrem "they say vision". ich weiß, zweitere blieb ohne erwähnenswerte erfolge, doch irgendwie macht mich dieses stück ebenfalls an, selbst nach einigen jahren noch. danach muß ein wenig gesungen werden und das kann ich meist am besten bei ruhigeren stücken, wie beispielsweise dem großartigen "black lodge" von anthrax, oder "the down town" von days of the new. gut, ich gebe zu, "disarm" von den smashing pumpkins fehlt zudem eher selten während meiner kleinen privat-sessions.

später, während sich draußen die kehlen immer mehr mit billigem ekelfusel aus kleinen fläschchen füllen, erhöht sich hier höchstens die lautstärke. "here comes the pain" von den farmerboys, "break the circle" von corrosion of conformity, "hostile" von pantera bringen mein blut in wallung, gänzlich in schwarz bilde ich mir beinahe ein, henker zu sei. der coolste henker.

als der karnevalszug an meinen fenstern schließlich vorbeizieht, wird es musikalisch derbe, sowohl draußen, wie auch drinnen. dort, wo die bunten irren ihre mangelnde intelligenz unter beweis stellen, indem sie sich den kopf mit abfallprodukten der getränkeindustrie wegschiessen, sich dabei mit bonbons bewerfen lassen und sich auch noch darüber freuen, wird geschunkelt zu diversen ausgelatschten und stinkenden abfällen der musikindustrie. drinnen dann passend als kontrast der auftakt mit "beat the bastards" von the exploited, gefolgt von "chop suey" von system of the down und schließlich dem kongenialen "out of hand" von entombed, welches mich spontan dazu animiert aufs dach zu klettern und die menge mit heißem öl zu begiessen. rheinland fuck!


und was soll dieser eintrag? eine hübsche wunschvorstellung, denn so geil mein panasonic-baby auch sein mag, übertönen kann man den degenerierten haufen von brüllaffen ja doch nicht. was bleibt? wegziehen. und sonst? vielleicht eine einkaufsliste für einen cd-laden...

20:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Gehört , Kopflastig , Träume | Permalink | Kommentarstatus (7) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

31.01.2007

Verstärker

ich berichte hier zwar sehr selten über musik, wer mich aber kennt, der weiß, daß sie mir unbeschreiblich wichtig ist und ich ohne nicht leben könnte. ich werde hier nicht aufzählen, was ich alles mag, sonst würde ich noch in zwei wochen an dem kurzen eintrag sitzen, es fängt bei klassik an, geht über jazz, blues, soul, pop, punk und hört bei den schwersten geschützen auf, aber mein hauptthema ist rock. richtig rock. so nenne ich das, weil mir die vielen bescheuerten schubladen einfach zu blöde sind. meist nenne ich es dann auch bloß gitarrenmusik.

worauf ich hinaus wil, ist folgendes: zweifelsohne habe ich den vergangenen jahren wunderbare sachen entdeckt, empfohlen und geschenkt bekommen, oder irgendwo gehört. doch ich bin sehr eigen, einschneidende erlebnisse beim hören, passieren mir sehr selten, eher alle ein paar jahre. nehmen wir ein beispiel: kyuss haben seinerzeit mein leben und meinen geschmack verändert, dann folgten vor sechs jahren die queens of the stone age, dann erst vor drei jahren blackmail, vor kurzem muse und heute ist dieses wunder wieder einmal passiert und es hat mich totalitär umgehauen. und damit meine ich diesen "wow!"-effekt, der bleibt. selbst nach jahren noch.

an eine kritik traue ich mich nicht, ich kann das nicht, außerdem liest hier ein musikjournalist mit. nur eins, wer mich und meinen geschmack kennt und diesen teilt, der rennt morgen in den plattenladen, oder bestellt gleich.

band: amplifier
album: amplifier
anspieltip: eigentlich alles, gleich der opener "motorhead" ist sehr gut, augenblicklich kracht hier zum zehnten mal "the consultancy" aus den boxen und "ufo`s" ist eine sehr, sehr geile, ruhige, cirka acht minuten lange nummer.

fazit? ich bin ernsthaft begeistert.

21:20 Veröffentlicht in Gehört | Permalink | Kommentarstatus (1) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

05.12.2006

Verbalmord

nun wurde ich von meinem darling dazu verdonnert, den scheiß zu writen, über den ich mich eben tierisch geärgert habe und über den sie herzhaft LOLen mußte. denglishismus nebst verstupidung nämlich, den ich heute erst gebrieft in einem meeting erleben mußte. beschissenes riddle und unnötig wie waterworld. das after-tasting klingt für mich nun beinahe wie anus-geschmack. blödes analgesülze. fucking kofferwörter...

ich meine, stellen sie sich folgendes vor. wir befinden uns im rheinland. nein, nicht beim oktoberfest!

ich: (deutscher) wir können die logistik vielleicht noch umgestalten. wir müßen uns aber jetzt einigen...
er: (deutscher) not really, das ist zu break-after...
ich: ???

also, mal unter uns. du blöder motherfucker, ich meete dich gleich mit der axt in the head, dachte ich so leise bei mir...

ich: do you speak deutsch?
er: ???

klar, das ist zu gehandicapt um es really aussprechen zu können...

ich: verzeihung, ich habe das bloß gesagt, weil ich keine lust habe jemanden wie dich zu siezen...
er: wie meinen?
ich: ach, plötzlich geht wieder kraut?

ich glaube, es war ein totalitäres not understanding...

22:35 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Gehört , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (5) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

21.11.2006

Sphärenklänge

du stöhnst so schön...

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09.11.2006

Der Zustand der Freude und Ausgeglichenheit

ich weiß, ich mime hier oft den eiskalten psychopathen, doch eigentlich bin ich eher das freundliche gegenteil eines solchen. vor allem im moment, nach dem hier bereits erwähnten ereigniss.

ich beschreibe ihnen das mal.

heute morgen war ich im großmarkt einkaufen und bei einem kurzen geschäftstermin, traff dabei selbstverständlich viele menschen, die ich gerne umgebracht hätte, einfach nur weil sie so unendlich dumm und blind agieren. ich wurde sogar richtig kreativ in meinem kopf, dachte an so interessante dinge wie rasenmäherganzkörperüberfahrten, oder das aufwendige abstechen mit einem löffel.

auf der rückfahrt beschloß ich also eine weitere und überfällige folge der "amok" serie zu schreiben. sie sollte blutiger und brutaler ausfallen als alles, was ich je geschrieben und gedacht habe, in dieser folge würde nicht nur eine handvoll menschen sterben, nein, ich dachte daran eher eine ganze stadt mittels glänzender werkzeuge auszulöschen, ein lyrisches blutbad biblischen ausmaßes.

die autobahn flog mit 200 km/h an mir vorbei, wieder mal hat mich niemand überholt, der fahrer einer s-klasse, der mich ausgebremst hat, sollte in meiner geschichte als verweste leiche in einer badewanne vorkommen. auch die zwei beamten des exekutivorganes des staates, die provokativ exakt 70 km/h auf der landstraße vor mir fuhren, sollten diverse amputierte hauptrollen bekommen.

doch sie werden es anfangs bereits mitbekommen haben, alles kam anders. gerade an der haustüre lief mir der briefträger über den weg und drückte mir einen braunen umschlag in die hand, den ich im haus gleich hektisch und noch sonnenbebrillt öffnete. post von einer ganz besonderen person. besondere post.

zwei musik-meisterwerke auf cd und eine karte, die ganz nach meinem geschmack war und bereits die wand meines arbeitszimmers verschönert. simpel und schön. und wissen sie was? ich war in dem moment sehr nah - mit betonung auf "sehr" - am wasser gebaut. ist mir nicht peinlich das zuzugeben.

ja, auf amok werden sie jetzt wohl warten müßen, ich sitze hier rum, lausche beady belle und überlege mir einen bernsteinfarbenen bushmills zu holen, fühle mich wie in einem bestimmten laden in paris, wo man so wunderbar bei kerzenlicht einfach abhängen kann und lasse den tag einfach locker und flockig an mir vorrüberziehen, die entspannenden schallwellen am meer der entspannung genießend.

was bleibt zu sagen? danke! und diese fünf buchstaben bilden nicht nur bloß eine höflichkeitsformel, ich bin gerührt.

13:20 Veröffentlicht in Alltag , Gehört | Permalink | Kommentarstatus (7) | Trackbacks (1) | Per Email verschicken

19.10.2006

Mischintoxikation unter Beteiligung von Musik

vorgestern abend. m. und ich sind leicht agressiv gelaunt. nicht gegeneinander, bloß gegen alles andere. auf der einen seite kaputt, auf der anderen voll mit pfeffer im arsch, aufgedreht halt. als wir nach der vierten runde des wilden treibens merken, daß uns bereits unsere unteren körperregionen schmerzen zubereiten, beschliessen wir doch noch ein konzert aufzusuchen, in einem club, mit dessen besitzer wir befreundet sind und wo zudem eine band spielt, die ebenfalls mit uns sehr gut bis familiär befreundet ist.

ich empfinde eine selten vorhandene arschloch-gleichgültigkeit, entscheide mich für eine hugo boss jeans, die mittlerweile leicht zerrissen ist, die schwarzen lakai schuhe, ein schwarzes hugo longsleeve und darüber ein weißes t-shirt meiner eigenen kreation, mit der aufschrift "fröhliche amputationen" auf der brust.
m. sieht einfach nur großartig aus, keine frau auf diesem planeten kann so gut darin aussehen, ein kleid über einer hose zu tragen, die marken sind egal, sie ist vom fach, hat das aber schon so oft kombiniert und nie daneben gelegen.

im club ist die hölle los, das konzert hat noch nicht begonnen, hektisch werden wir backstage geführt, wo wir ausweise um den hals gehängt bekommen. o., der sänger und bassist der band und seit cirka 16 jahren ein guter freund von mir, läuft mir als erster über den weg und starrt mich grinsend mit tropanalkoid aufgerissenen augen an, dabei bier schlürfend. voll auf koks und auch noch besoffen. ich kann es ihm irgendwo nicht verübeln, er kann mit diesen dingen umgehen, hat ein haus und einen großartigen job, zudem verdient er mit der band ebenfalls geld. doch erst vor wenigen tagen hat er erfahren, daß er zum zweiten mal die falsche frau geschwängert hat. und nun läuft er amok. gut, so schwanzgesteuert wie er seit jahren agiert, sollte er froh sein, bloß zwei kinder gezeugt zu haben, meiner rechnung nach könnten es hunderte sein...

o.: ad! wie geil, daß du hier bist! die geisteskranken luftballons machen mich noch irre!
ich: hä?
o.: siehst du die nicht?!
ich: (mich umschauend) ähhhh...
o.: (bekommt einen unkontrolierten lachanfall)

wir betreten die umkleide der band.

ich: was ist mit o. los?
r.: der ist voll druff! wir wissen garnicht, ob wir das konzert bringen können...

21:00h, die band betritt die bühne. o. agiert großartig und unheimlich konzentriert. es ist zwar nicht unbedingt schwer, hardcore gebrülle von sich zu geben, doch das publikum reagiert begeistert und schließlich ist es das, was am ende bei einem konzert zählt.

doch nach einer stunde kann er nicht mehr und bricht zusammen, gackert sich dabei kaputt auf dem boden liegend. der pete doherty der deutschen underground-szene.
kaputt aber unglücklich...

nichts ernstes, das publikum wirkt erleichtert als r. die meldung angibt er würde bloß backstage auf einer couch liegen und abwechselnd lachen und davon erzählen, er sei seit 18 stunden auf den beinen. in selben atemzug macht r. die ansage, m. und ich wären anwesend und man könnte mit uns eine kurze zugabe geben...

völlig vor den kopf gestoßen bekomme ich einen bass um den hals geschnallt, als wir auf der bühne stehen tobt das publikum.
wir bringen nur einen song - der einzige, den ich spielen kann - doch die erfahrung ist großartig.

die ist sicher besser als die vom o.
für mich war es koks ohne diesen eingenommen zu haben...

12:45 Veröffentlicht in Alltag , Gehört , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (22) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

28.04.2006

Der Wurm

seit tagen bereits, werde ich von einem ohrwurm belästigt. dieser hat es sich irgendwie bequem gemacht und meint nun in meinem kopf ein nettes zuhause gefunden zu haben. er täuscht sich. es passiert zwar immer wieder, daß ich meist von unliebsamen musikalischen gästen in meinem unterbewußtsein geplagt werde, dieses jedoch stets nur einmalig. dann fliegen sie für immer raus, fristlos. ich werde fies, wenn es um die vermietung meiner mentalen räumlichkeiten geht.

sehr illustre gäste verlebten dort bereits einen kurzlebigen aufenthalt, sei es der kleine identitätslose prince, der (hoffentlich bald) sterbliche praktikantenprädiger xavier naidoo, das bestialisch arrogante monster celine dion, oder auch das personifizierte sympathieversagen namens alexander klaws.
ich habe sie alle zum teufel gejagt.

nun ist es tobias regner, alias "deutschlands neuer superstar" derjenige, der meint, sich in meinem kopf breit machen zu müßen. unerfahrenheit halt, weder werde ich dadurch seine cd kaufen, noch diese mögen. und was soll diese ganze nummer überhaupt? wozu sucht deutschland eigentlich dinge, die nicht gebraucht werden? wie wäre es mit "deutschland sucht arbeitsplätze"? dieses thema werde ich jetzt allerdings nicht vertiefen und bloß bei der tobias-situation bleiben.

die "tobias-situation" ist folgende. wer sich auskennt, kennt james hetfield. ein unikat. tobias ist eine exakte und hohle kopie eines nie existenten james. sein aussehen, seine körperhaltung, seine klamotten, seine gesten, alles james. nur wie wird man zum unikat? genau, durch langjährige erfahrung, über welche tobi kaum verfügen wird in zukunft (zumindest musikalisch), weil er bloß ein produkt eines senders ist. als james das erste mal auf der bühne stand, da war tobi nicht einmal als flüßigkeit in den unteren regionen des körpers seines vaters unterwegs. es folgten viele jahre stressiger arbeit, tausende von auftritten, ein schmerzlicher todesfall, weibchen die geil auf einen sind um sich schließlich für viel geld scheiden zu lassen, alkoholsucht. es sind erfahrungswerte die einen menschen ausmachen, welche man nicht "casten" kann und ebenso wenig improvisieren. das leben macht uns zu den legenden oder wracks, die wir sind.

wozu braucht man also billige kopien, von etwas hochwertigem und existierenden? die welt braucht sicher keine replika (dabei noch bayrisch sprechende) eines james hetfield, der eine reicht aus. ganz sicher.

allerdings verlaufe ich mich wieder selbst in meinem gehirn, vielleicht wäre es besser, wenn m. dieses blog weiterführte.
sie brachte es schön auf den punkt: "der regner ist wie alkoholfreies bier, eigentlich braucht es kein mensch".


medium_jameshetfield.jpg

illustration mit freundlicher erlaubnis von timo wuerz persönlich.

15:00 Veröffentlicht in Alltag , Gehört , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (1) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

11.04.2006

Viel in 3 Tagen

eigentlich gibt es viel zu berichten, bloß das schreiben geht mir nicht von der hand. mein kopf ist zugemüllt bis zur obergrenze, eine mentale müllabfuhr müßte her. bevor ich aber auf den üblichen persönlichen quatsch komme, muß ich mal ein paar dinge aus der öffentlichkeit loswerden.
am freitag vormittag habe ich mal eben das tv nebenher laufenlassen um mich zu informieren, "spiegel online" oder "die zeit" zu lesen ist mir manchmal zu anstrengend, da lasse ich mir gerne schonmal nachrichten vorlesen. dabei auf allen sendern news-terror!
"oha", dachte ich, "was ist nun irgendwo reingeflogen?", überall "experten" die zu wort kommen, überall ein schrecklicher blonder barbar zu sehen, der fiese verrenkungen mit seinen kiefern anstellt. die vikinger kommen? nein, oli ist nicht mehr nummer eins...
"ohhh", sage ich da nur, wobei es mir total am arsch vorbeigeht. warum ich trotzdem darüber schreibe? weil mir die berichterstattung darüber den letzten nerv raubt. was soll das diven-gehabe? ich möchte mal einen job mein eigen nennen können, bei dem ich millionen dafür bekomme, meinen hintern auf eine sitzgelegenheit pressen zu können! nebenher habe ich noch erfahren, daß das besagte barbarische ungetüm kaum 4 jahre älter ist als ich, dabei dachte ich ihn kurz vor der rente.
ein schock.
dabei überall der beckenbauer (warum wird dieses männchen eigentlich kaiser genannt?). sollte ich malwieder ein event leiten und er tauchte dort auf, haue ich ihm einfach so, mit einem grinsen im gesicht, eins in die fresse, wegen seiner ungefragten omnipräsenz...

ganz nebenbei, weil es ja unwichtiger ist, erfährt man dinge über einen serien-mörder (immerhin sein achtes opfer, nummer 9 folgte am sonntag in kassel), der just jemanden in dortmund umgebracht hat, genau den jungen mann, bei dem ich mir immer zigaretten gekauft habe, als ich seinerzeit 150 meter weiter gewohnt habe. ich betone bei dieser meldung: "es wurde erwähnt". oli ist schließlich nicht mehr nummer eins...

was das hochwasser angeht, so werde ich mich nur kurz und knapp halten. es war ein wunderbarer wahlkampfmotor seinerzeit, nun steht der pegel höher als damals und es interessiert keine sau. "liebe" politiker, sagt doch mal was ganz plausibles als erklärung: "es gibt keine gummistiefel für merkel", "der beck ist da und alle sind verwirrt", oder "ihhh, hier ist alles naß!", aber hört auf die leute zu verarschen! die hälfte meines freundeskreises lebt mittlerweile in benachbartem ausland, oder arbeitet dort zumindest, mein traumziel ist zwar hamburg, das hat allerdings nichts mit diesem land zu tun, sondern mit den menschen die dort leben. doch wo ich gerade am freitag einen sehr guten geschäftsleiter-arbeitsplatz in belgien angeboten bekommen habe, inkl. haus, werde ich doch sehr nachdenklich...
erinnern sie sich an die flüchtlinge aus polen und rußland? ich glaube, der zeitpunkt, an dem deutsche dort um arbeitserlaubnis fragen werden ist nicht weit entfernt.

verzeihung! ich weiß, falscher zeitpunkt unwichtiges anzusprechen, schließlich ist oli nicht mehr nummer eins...

09:00 Veröffentlicht in Alltag , Gehört , Gelesen , Gesehen , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (8) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

30.03.2006

Eigentliche Schweinehunde

heute ist der tag der "eigentlichs", denn eigentlich hatte ich vor, über viele dinge zu schreiben, z.b. darüber, daß ich eine probeausgabe des "harvard business" magazins zugeschickt bekommen habe. was das ist? nun, das weiß ich selbst nicht so genau, selbst nach der lektüre. eine weitere theoretische manager-bibel halt, für 12,80 im monat, mit so klaren und hilfreichen aussagen wie "instinkte und intuition spielen bei entscheidungen in unternehmen oft eine schlüsselrolle" oder "große gehaltsunterschiede wirken sich sogar im profisport negativ aus, so belegen wissenschaftliche untersuchungen".
ach? echt? wieder nichts dazugelernt. doch der eigentliche aufreger ist die beilage, in form einer audio-cd mit dem titel "warum zu viel optimismus schadet"...
welcher sadist verschickt sowas an einen pessimisten? soll ich den minus-bereich nun unterwandern? ungeheuerlich!

eigentlich wollte ich auch "die frühstück situation" beschreiben, weil mir heute morgen etwas so klischeehaft dummes passiert ist, wie man es eigentlich nur aus dümmlicher slapstick comedy kennt. irgendwie (und fragen sie mich nicht warum) bin ich auf die idee gekommen ketchup auf meinen gouda zu schmieren. gedacht, getan, die flasche heinz aus dem kühlschrank geholt, einmal dran geschüttelt und schon bildete ich den mittelpunkt eines tomaten massakers...
der deckel ging auf reisen und so habe ich die gesamte küche inkl. aller herumstehender und liegender gegenstände, dazu noch mich und meine klamotten, mit der roten tunke verziert bis versaut. na das war vielleicht eine gründliche säuberung, der frühjahrsputz ist ein dreck dagegen...

aber diese themen werde ich garnicht erst anschneiden, da ich abgelenkt wurde und zwar von unserem rasenden musikjournalisten herrn matt, der ein recht merkwürdiges konzert erlebnis von gestern beschreibt (er hätte sich beinahe selbst mit einem barhocker erschlagen). das konzert wurde von einer hochmelancholischen songwriterin gegeben, die zwischendurch im ruhrpottslang belustigendes von sich gab.
oha, dachte ich, wie paßt denn das zusammen, doch da ich bekanntlich unerschrocken und zudem endlos neugierig unterwegs bin, besuchte ich sogleich die internetpräsenz von frau katja werker und blieb hängen. nein, nicht mental, sondern entzückt und begeistert. ja, eigentlich bin ich ja auch ein mann der leisen töne (nicht lachen), nicht umsonst gehört beispielsweise "little earthquakes" von tori amos seit mehr als einem jahrzehnt zu meinen lieblingsscheiben. an den restlichen 85% der zeit, die ich mit krawalliger gitarrenmusik verbringe, sind nur die inneren schweinehunde schuld, ebenso an den fiesen massenmord szenarien. sonst bin ich eine zarte seele.
aber, paperlapap, auf der homepage kann man sich ein paar songs anhören, mein favorit ist "i`m not blind".

und eigentlich wollte ich noch etwas zum abschluß geschrieben haben, was mir aber nicht mehr einfällt...

18:00 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Gehört , Gelesen | Permalink | Kommentarstatus (7) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

23.03.2006

Warten auf die Freizeit

warten auf die freizeit. na wie bescheuert klingt denn das bitte? eigentlich schon sehr, dann aber doch nicht. berufsbedingt mußte ich mir eben noch eine pressekonferenz mit klinsmann geben, gefolgt von diversen und typisch deutschen journalistischen ansprachen, die sicherlich irgendwo einen funken wahrheit beinhalten, trotzdem wieder und wie immer vollkommen übertrieben sind. in nordamerika sucht man vergeblich nach einer meldung über das gestrige fußballspiel in den tageszeitungen, während bei uns mittlerweile terrorexperten im frühstücksfernsehen hocken und den oben benannten bundestrainer für den neuen hitler erklären. ich sehe es auf uns zukommen, die WM wird ein einziges und riesiges fiasko - wir werden vorzeitig rausfliegen, mindestens ein stadion wird einstürzen und der bundestrainer vom beckenbauer abgelöst. verzeihung "kaiser"...
in deutschland wird sport immer groß auf die fahnen geschrieben und vorallem medallien, dabei benimmt sich kaum jemand noch sportlich, vorallem journalisten nicht. dort wird sport gleich zum krieg erklärt und auf eben diesen verwiesen, ohne es unerwähnt zu lassen, daß diese kriegsgeschichte eigentlich von jemand anders angefangen wurde und man selbst ja eigentlich nur "zitieren" würde - er wars!
kritik ist fein und angebracht, bitte aber nur überlegt und nicht in kritischen mengen. wir sind nicht die fußball Nr.1 (falls wir es je waren), aber deswegen geht die welt nicht unter! ist es denn so schwer zu akzeptieren? gut, jetzt werde ich in der luft zerrissen als fußballignorant, aber sie wissen es ja, mir geht es am hintern vorbei, ich spiele lieber golf...


medium_0102_kopie.jpg

nachtrag: bild via sports dignity.

09:30 Veröffentlicht in Alltag , Gehört , Gelesen , Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (10) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

06.03.2006

Caputo

herbst 1994, abends.
als eine aus vier amerikanern und drei deutschen bestehende gruppe, sitzen wir in einem griechischen restaurant und stopfen knoblauch und zwiebelhaltige gerichte in uns rein, während wir dazu unmengen an weissbier vernichten. es schmeckt, es wird gerülpst und gelacht, doch eigentlich sind wir spät dran, wir fahren zu einem konzert und müßen ca. 120km innerhalb der kommenden 60 minuten bewältigen, ins graue und trostlose ruhrgebiet, nach essen um genau zu sein.
ich mache den pferdestärkenleitwolf, gefolgt von p. und seinem pechschwarzem 89er mustang, entscheide mich für eine abkürzung durch wälder und felder bis zur autobahn, trotz dunkelheit und nebel schaffen wir einen schnitt von 100km/h. ganz schwach erinnere ich mich an einen fahrradfahrer, der freiwillig mitsamt diesem in die büsche springt als wir uns nähern. tatsächlich kommen wir nach nur 65 minuten an, als ich erst von p. erfahre, daß er "really fucking scared" war, angesichts eines vollen 20 liter benzinkanisters der unangeschnallt durch seinen kofferraum flog. ich verstehe nun, warum er die hälfte der rennstrecke das fernlicht betätigte...
doch es ist nicht das ende unserer probleme, uns fehlen zwei eintrittskarten. in einem schier unendlichen anfall von betrunkenem optimismus, habe ich vor einer woche behauptet "es wäre kein problem die fehlenden karten an der abendkasse käuflich zu erwerben", dumm meinerseits, angesichts der tatsache, daß es keine abendkasse gibt...
nach einer beinahe schlägerei mit radikalen humorverweigerern, die meine ansage "laß uns mal die kaputten typen da nach karten fragen" überhauptnicht witzig finden und der zahlung des vierfachen preises aus dem vorverkauf, können wir tatsächlich endlich alle sieben die halle betreten.
noch bevor ich mir gedanken machen kann wohin mit meinem portemonaie, damit sich kein fremder im gewühl dran zu schaffen machen kann und bevor ich überhaupt einen ansatz von orientierung habe, steht c. bereits grinsend vor mir, mit einem riesigen becher bier in der hand. ich glaube den kerl könnte man mitten in der sahara aussetzen und er würde innerhalb von sekunden ein bierfaß ausbudeln...
ein paar meter weiter erblicke ich p., d. und t. die bereits im tiefsten gelächter mit dem sänger von pro-pain stecken, typisch new yorker, die kennen sich irgendwie alle, als wenn diese stadt ein kleines kaff wäre. bringt mir persönlich nur vorteile, wir besuchen zur zeit viele konzerte und p. stellt eine art türöffner für den backstage-bereich dar.

es ist mittlerweile sehr laut, jemand spielt schon, eine auf der eintrittskarte nur in winzigen buchstaben erwähnte und uns gänzlich unbekannte band, die auf den seltsamen namen "life of agony" hört. harte gitarrenrhytmen und ein kleiner lustiger sänger, der so garnicht in die vorstellung paßt, ein rockstar zu werden. er ist höchstens 1,55m groß, hat ein kantiges unförmiges gesicht und schlechtgefärbte blonde haare. noch während ich belustigt "wie knuffig" denke, öffnet er seinen mund, wobei mein unterkiefer vor erstaunen auf den boden fällt. er singt - und wie! es wirkt geradezu hypnotisierend auf mich, harte musik, aber ein feiner und melodischer gesang, endlich mal kein typisches hardcore gegrühle, mit tausend "fuck off" dazwischen und sonstigen geräuschen die an einen bullen erinnern, der gerade gemolken wird, nein, eine klare und ausgebildete stimme, der man gerade live eine große professionalität zusprechen muß, das ist wichtig für mich, ich kann es nicht ausstehen, wenn ein sänger auf der cd gut klingt und sich beim konzert als eine dumpfbacke entlarvt, die schräge töne ins mikro pustet...
noch vor ort wird das debut erworben und zwar nicht nur von mir, sondern von der ganzen mich begleitenden bagage, dem es verweigert wird, trotz meiner schon damals bereits mehrere hundert titel umfassenden cd-sammlung für viele wochen den cd-player zu verlassen.
der auftritt ist nach viel zu kurzen 20 minuten vorbei und mein abend musikalisch gelaufen. nach dieser glanzleistung kann mich die proll-atitude von pro-pain kaum begeistern, es ist als hätte man frischen hummer als vorspeise und der hauptgang würde aus fischstäbchen mit mayo bestehen...

ich beobachte noch kurz p. der zum 10ten mal von der bühne ins publikum springt und beschließe an die bar zu gehen, werde aber durch ein handgemenge aufgehalten, ein merkwürdiger typ mit langen fettigen haaren zerrt c. am kragen. ich eile herbei und versuche mich als schlichter, bekomme allerdings einen atemlosen lachanfall, als ich die situation durchblicke. da steht also der verduzte c. mit einer silbernen kette mit ringen an den jeweiligen enden in der hand, während dem anderen jeweils ein stückchen ohr und nase fehlen. als ich mich wieder halbwegs einkriege, frage ich das männlein "wie bescheuert man eigentlich sein muß, sich eine solche klospühlung ins gesicht zu schrauben und sich anschließend damit auf einem hardcore konzert dem pogen zu widmen?", c. wirft daraufhin die kette in die menge, das langhaar folgt ihr und bleibt verschollen.

ich sitze viel zu lange an der bar und trinke viel zu viel bier, zumindest zu viel für die tatsache gleich noch auto fahren zu müßen, wobei die betonung auf "muß" liegt, da wir mit 2 fahrzeugen angereist sind und nur p. und ich eine gültige fahrerlaubnis besitzen. zudem sind die anderen bereits mehr als betrunken.
gegen 1:00h nachts fahren wir endlich los, ich bin müde, will ins bett, meine ohren piepsen weil ich vergessen habe ohropax mitzunehmen, ich kann den weg raus aus essen nicht finden, wir fahren mehrmals im kreis. nach 2:00h, keine 10km von zuhause entfernt dann der schock, ein großaufgebot an polizei, der uns die doppelspurige hauptstraße versperrt und uns beide auf einen parkplatz lenkt. machs gut führerschein, es war nett solange es dauerte...
doch irgendwas ist anders, es wird kaum eine normale verkehrskontrole sein, ich zähle spontan 7 polizeifahrzeuge und ca. 18 beamte, mit dieser austattung sucht man terroristen und keine verkehrssünder. so ähnlich ist es dann auch, sie interessieren sich fast ausschließlich für unsere papiere und den inhalt der fahrzeuge, die tatsache nicht deutsch sprechende amerikaner dabei zu haben, die allesamt air-force ausweise vorzeigen, kompliziert und verlängert die angelegenheit sehr.
auf die blöde frage einer eingebildeten und unfreundlichen jungen polizeibeamtin "warum sind sie so spät unterwegs?" hin, muß ich lachen, frage sie "ob ich irgendwas verpasst hätte und wir nun sperrstunde und ausgehverbot hätten?" was sie mit einem schnippisch verzerrtem gesicht benantwortet, wobei sie eigentlich von meinem tzatziki/gyros/zwiebeln/bier/zigaretten mundgeruch hätte augenblicklich tot umfallen müßen. gewünscht hätte ich es der arroganten ziege...
als alle personalien geklärt sind und der inhalt von p.s kanister tatsächlich als benzin statt säure indentifiziert wird, dürfen wir weiterziehen, unsere alkoholisierte benommenheit scheint nicht zu interessieren.

es ist 3:45h als ich endlich ins bett fallen darf, träume eine wirre schlachtplatte unterlegt von keith caputos gesang, schlafe 14 stunden am stück, nehme mir nach dem aufwachen fest vor, beim nächsten konzertbesuch ein hotelzimmer zu buchen, verwirkliche es nie.


nachtrag: ich habe das video entfernt, da mir berichtet wurde es würde permanent laufen. ich persönlich empfinde seiten die mir ungefragt musik vordudeln als sehr nervig, weswegen ich auch extra die "autoplay" funktion enfernt habe, was bei mir auch funktioniert hat indem es nur einmal lief und nur dann, wenn man "play" gedrückt hat, aber bei der anzahl von browsern und einstellungen heutzutage steckt man nicht drin. blabla...
wer es sich anschauen möchte, der findet es hier

21:00 Veröffentlicht in Gehört , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (6) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

27.02.2006

Musikalisch

eigentlich mag ich das stöckchen werfen und fangen nicht, versuche mich dann zu verstecken, doch wenn es um musik geht, ist es was anderes. und was passiert dann? genau, nichts. keine sau mag mich. da ich es aber gewohnt bin, beantworte ich diese liste einfach ungefragt, so.

01. Ein Song aus deiner frühesten Kindheit
es mag fast klischeehaft klingen, aber "stairway to heaven" von led zeppelin ist tatsächlich das erste prägnante musikalische erlebniss, an das ich mich erinnere.
aufgrund von neuanschaffung habe ich die alte musikanlage meiner eltern bekommen, auf deren plattenteller die scheibe "IV" liegen geblieben war. ich habe sie nie wieder hergegeben und meine erzeuger beinahe zum auszug verleitet, weil ich das stück ununterbrochen wochenlang gehört habe. ich war 9 jahre alt.

02. Ein Song, den du mit deiner ersten großen Liebe assoziierst
ganz klar "hunger strike" von temple of the dog. bis heute bekomme ich gänsehaut wenn ich es höre, oder wenn ich an die zeit damals zurück denke.

03. Ein Song, der dich an einen Urlaub erinnert
"christian women" von type o negative, 1998, new york. ich wohnte bei meinem freund pauly, dessen nachbar pete steele war. es war ein sehr merkwürdiger urlaub...

04. Ein Song, von dem du in der Öffentlichkeit eigentlich nicht so gerne zugeben möchtest, dass du ihn eigentlich ganz gerne magst
ich habe mit peinlichkeiten eigentlich kein problem, mal überlegen, ja, ich mag die "forrest gump" filmmusik von alan silvestri sehr, vergiesse dabei schonmal eine träne...

05. Ein Song, der dich - geplagt von Liebeskummer - begleitet hat
bis heute der klassiker, wenn es mir überhaupt gefühlstechnisch nicht gut geht, "winter" von tori amos.

06. Ein Song, den du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast
keine ahnung, ich nehme an "pull me under" von dream theater, oder "stairway to heaven"...

07. Ein Song, der dein liebstes Instrumental ist
das hauptthema der filmmusik zu "the piano".

08. Ein Song, der eine deiner liebsten Bands repräsentiert
"go with the flow" von queens of the stone age. es gibt dem nichts hinzuzufügen...

09. Ein Song, in dem du dich selbst wiederfindest oder in dem du dich auf eine gewisse Art und Weise verstanden fühlst
"someone else?" von queensryche erdet gewaltig, zumindest mich.

10. Ein Song, der dich an eine spezielle Begebenheit erinnert (und welche das ist)
vor ca. 10 jahren war ich dj in einer harley-davidson bar, in der es öffters zu handgreiflichkeiten kam. einmal, gerade als wiedermal die polizei die tür betrat, lief "breaking the law" von judas priest. leider war ich der einzige, der diese absurde tatsache wahrgenommen hat (wenn ich jetzt ganz ehrlich bin, finde ich es beim aufschreiben auch nicht mehr so witzig...).

11. Ein Song, bei dem du am Besten entspannen kannst
das wechselt häufig, momentan k`s choice "not an addict".

12. Ein Song, der für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht
ende sommer 2000, frisch getrennt von einer bescheuerten zicke, gut bezahlter lauer job inkl. 250ps firmenfahrzeug mit cd-player, "break so easily" von the mighty mighty bosstones bei heftigem sonnenschein.

13. Ein Song, der momentan dein Lieblingssong ist
habe ich nicht, ich finde es zu schwierig eine komposition über alle anderen zu stellen. allerdings drücke ich momentan beim laufen, bei "luxurious" von gwen stefani des öfteren auf die wiederholungstaste...

14. Ein Song, den du (d)einem besten Freund widmen würdest
c., der besoffski unter den wissenschaftlern, würde sich ganz sicher über den alten klassiker "alone" von suicidal tendencies freuen.

15. Ein Song, bei dem du das Gefühl hast, dass ihn außer dir niemand gerne hört
"get on the carousel" von abba (live auf der "the movie" dvd!).

16. Ein Song, den du vor allem aufgrund seines Texts magst
erst habe ich überlegt etwas sehr wertvolles wie pink floyd zu nennen, aber seien wir mal ehrlich, ich grobian sollte besser bei "mommy, can i go out and kill tonight?" von misfits bleiben...

17. Ein Song, der weder deutsch noch englischsprachig ist und dir sehr gefällt
"fòr mej" von jan erik lundquist ("dance me to the end of love" von leonard coehen auf schwedisch), keine begründung, geile platte man!

18. Ein Song, bei dem du dich bestens abreagieren kannst
da würde mir vieles einfallen, momentan "room a thousand years wide" von soundgarden; alt, aber immer noch sehr druckvoll.

19. Ein Song, der auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte
"as i die" von paradise lost.

20. Ein Song, den du zu den Besten aller Zeiten rechnen würdest
"crown of thorns" von mother love bone, ganz sicher, alternativ "stairway to heaven"...

ich bin sicher, morgen werden mir mehrere tausend titel einfallen, die ich ärgerlicherweise hier nicht erwähnt habe...

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