04.10.2006
Intermord AG (VIII)
Intermord AG (VIII)
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17.07.2006
Intermord AG (VII)
der urlaub bringt erholung. was auch immer das bei mir heißen mag. ja, sogar kurze freude. vorallem als ich das kleine dörfchen am mittelmeer zum schluß verbrannte und lachen mußte, als es nach baguette und schwein roch. und fisch...
wieder im büro kehrt der alltag zurück, doch diesmal drogenfrei, ich fühle wieder meine glieder, der bittere geschmack der übermäßigen einnahme von tropanalkaloid hat nachgelassen, meine augen sehen klar und mein gehirn arbeitet auf dem niveau von einstein, alles ist verrückt aber nicht unverwirklichbar.
die drogen hätten mich auf die dauer getötet, ein selbstbewußter schuß in die stirn ebenfalls, doch mir ist nicht danach. ich möchte die weltmacht, habe bereits ein konzept erdacht die mafia aufzukaufen, um daraus mafia 2.0 zu machen. warum auch nicht? ich bin einer der drei gründer dieser AG, es wird eher ein leichtes es an die spitze zu machen. gnade dem, der sich mir in den weg stellen sollte...
doch als erstes widme ich mich dem tagesgeschäft.
ein verärgerter kunde aus den östlichen ländern hat den auftrag erteilt seine neue ex-freundin zu entsorgen, die verärgert über unpassende nudeln sein boot demoliert hat. ich persönlich hätte sie zwar gleich mitsamt anker versenkt, doch diese herren in den weißen kluften machen sich ungerne die finger schmutzig.
ich glaube, ich lasse sie im beton schwimmen.
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08.07.2006
Intermord AG (VI)
er winselt. das ist mir aber egal. ich habe um dieses treffen nicht gebeten. verkäufer von unsinnigem zeug auf selbstständiger basis, waren mir eh schon immer unsympathisch. nun muß er das strappado geniessen, mit ausgerissenen fingernägeln und zertrümmerten füßen. sein wimmern langweilt mich zu tode, ebenso das ganze leben. meine gedanken springen ständig zwischen der idee ihm nun die kehle durchzuschneiden, einem urlaub am mittelmeer und selbstmord.
das unternehmen funktioniert weiterhin fantastisch, trotz des verlustes wichtiger mitarbeiter, ich weiß eigentlich nicht wirklich, warum meine verfassung seit mehreren wochen so mies ist. möglicherweise haben mich die vielen drogen abstumpfen lassen, vermengt mit der zutat "soziopathie" kann das schon ein merkwürdiges kopfmenu entstehen lassen. zudem habe ich körperliche probleme, meine hände fühlen sich taub an, ich spühre sie kaum, meine zunge schmeckt bitter.
während ich einen geschmacklosen apfel kaue, denke ich an vergangene zeiten, als wir alle noch ein haufen verrückt-lustiger leute waren, die bloß daran dachten spaß zu haben. diese empfindung habe ich unabsichtlich abgetötet, ich bin ein leeres nichts. meine interessen- und freudlosigkeit ist so pervers groß geworden, daß sie beinahe schon zu umgedrehten weltmacht gedanken mutieren könnte, alles oder nichts.
sein wimmern hört auf, seine kehle läuft trocken, ich streiche den selbstmord aus meinem terminkalender und muß los, in zwei stunden geht mein flug nach süd-frankreich. dort kenne ich keine dealer. mein metzgermesser nehme ich trotzdem mit...
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27.06.2006
Intermord AG (V)
Intermord AG (V)
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12.06.2006
Intermord AG (IV)
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Intermord AG (III)
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09.06.2006
Intermord AG (II)
Intermord AG (II)
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Intermord AG (I)
noch während ich schlafe, träume ich bereits von der arbeit.
als marketingleiter und vorstandsmitglied einer führenden aktiengesellschaft, geht das nicht einmal anders, ich muß bereits termine und besprechungen im schlaf vordenken, im wachzustand habe ich keine zeit dafür. oder auch keine lust. meist lasse ich mir lieber von meiner sekretärin stundenlang einen blasen, abends versuche ich bei edlen speisen abzuschalten, verschwinde dabei öffters gerne auf die toilette, um mit einer juckenden und brennenden nase wieder zu kommen, inklusive eines mitteilungswasserfalls.
eigentlich war das ganze unterfangen mit dem börsengang und dem unternehmen an sich auch ganz anders gedacht, als es im endeffekt gelaufen ist. ursprünglich hatten wir zu dritt die vision einer wunderbaren traumblase, die aus worten wie "globalisierung", "digitale revolution" und "aufschwung der kommunikation" bestand, um firmen das geld aus den taschen zu ziehen und eben luftblasen zu verkaufen, dabei viel geld aus zahlungen auf die seite zu schaffen, um später dann als unternehmen einen traumatischen bankrot anzumelden, anschließend mit traurigen gesichtern interviews zu geben und von dem allerletzten kleingeld, eine insel kaufen und dort in der beschissen blendenden sonne bücher darüber schreiben, wie böse die wirtschaft doch sei und das sonst auch alles scheiße wäre.
doch diese rechnung ging nicht auf, da wir trotz hundertfachen personalkosten, überflüßigen ausgaben und verschwenderischer lebensweise, ohne hauch von einer reklamation immer höhere schwarze zahlen schrieben. aus unserem plan der abzocke wurden wir zu helden, die wirtschaft liebt halt luftblasen.
es ist nicht nur das, kriminell ist es ebenfalls verlaufen, viele menschen lagern einbetoniert in unseren zahlreichen firmengebäuden: handwerker, bewerber, konkurrenten, penner, nutten. wenigstens das hätte zumindest der polizei auffallen müßen, hätten sie bloß die vermisstenmeldungen mit unseren jeweiligen und gerade stattfindenden baustellen kombiniert.
doch nein, wir sind wohl selbst zu einer luftblase mutiert.
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