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28.11.2007
Verdeparted
nachdem ich bereits im mai eine „the departed“-dvd gekauft habe, die aber defekt und somit nicht abspielbar war, konnte ich nun endlich gestern das neueste werk des meisters scorsese bestaunen. und bin jetzt ein wenig bis sehr verwirrt.
gut, die bildsprache und die musikunterlage sind typisch, man braucht bloß wenige sekunden hinzuschauen und weiß bereits seine wenigkeit bestens in einem scorsese kosmos aufgehoben, doch darüber hinaus fragt man sich nach nur kurzer zeit, was denn zum teufel in diesem abgehen würde. der film ist hektisch, in den ersten 40 minuten habe ich mir ernsthaft sorgen gemacht, der geschichte (den geschichten) nicht folgen zu können, dieses gefühl legte sich zwar etwas später, eine art verwirrung erster güte blieb aber bis zum schlußbild. was war da passiert? an der komplexität des erzählten kann es kaum gelegen haben, da gerade der scorsese martin dafür bekannt ist, die kompliziertesten und weitläufigsten geschehnisse, in eine übersichtliche und verständliche form packen zu können, selbst wenn die handlung über mehrere jahrzehnte spielt. auch an seinen darstellern kann es nicht liegen, denn die agieren vorbildlich, auch wenn manche charakterzeichnung so übertrieben ist, wie man sie sonst nur aus satirischen comics erwartet, wie beispielsweise die figur dignam (m. wahlberg), seineszeichens ein höherer interner polizeibeamter, der ständig bloß flucht und alles und jeden grundlos bis aufs blut beleidigt, daß man ihm kaum zutrauen kann, mit dieser art überhaupt das erwachsenenalter erreicht zu haben, ohne längst von mehreren personen erschlagen worden zu sein. wozu ist das gut? in „casino“ und „good fellas“ gab es auch unverbesserliche choleriker, die witzige bis wahnsinnige gemütsexplosionen erleben durften, doch waren diese glaubhaft, während ein dignam bloß wie ein plastisches klischee wirkt, erdacht von einem unqualifizierten script-doctor, der sich in einer langwierigen und dramatischen therapie befindet. ebenso ergeht es dem oberbösewicht costello (was für ein name für einen „itaker“-hassenden iren soll denn das bitte sein? (j. nicholson)), der ein wenig wirkt, als hätte man „shining“ in einen mit kokain tapezierten metzgerladen verlegt. alles unnötiger quatsch, wenn sie mich fragen, zumindest für jemanden, der das filmemachen seit ewigkeiten beherrscht und niemanden mehr etwas beweisen muß. wobei mir das gerade zu denken gibt - größere logikfehler hinzugenommen - warum dann ausgerechnet dieses werk dem macher den langersehnten regie-oscar beschert hat, statt eines der vielen wahren meisterwerke, die er sich in der vergangenheit mal eben so aus dem ärmel geschüttelt hat. war wohl eher ein „die-arme-sau-macht-nicht-mehr-lange-und-wartet-schon-eine-
halbe-ewigkeit-auf-unsere-anerkennung-oscar“.
zu meinem eigenen trost bleibt bloß der gedanke, der film sei ihm deshalb aus dem ruder gelaufen, weil es ein remake ist und diese tatsache am ende besagen würde, daß er mit eigenen geschichten eben besser umgehen kann, als mit fremden. oder ich höre einfach damit auf, so zu tun, als ob ich ein filmkritiker wäre.
wobei letzteres wohl für alle beteiligten das beste wäre...
16:55 Veröffentlicht in Debil , Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

