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16.07.2007

A Short Diary Post

vergangene woche, mittwoch, 08:57h, düsseldorf. leicht aber nicht ernsthaft aufgeregt, betrete ich ein imposantes gebäude, in einem eher nobleren stadtteil, um meine person zwecks möglicher einstellung vorzustellen. ein weltweites unternehmensnetzwerk, selbst branchenfremden ein begriff,
in dem noch heute auf die "new economy" art gelebt wird, nebst rudeltiertreffen bei tai-chi-übungen und besprechungen in einem beduinenzelt, werden dort apfelartige rosengewächse gemeinschaftlich für eine höhere lebensform gehalten.
ein paradies für devote workoholics.

man will mich, wird mir verkündet, was an meinem auftreten kaum liegen kann - der hellgraue hugo, ist nicht gerade ein designporno, ebenso die fehlende krawatte, alles in allem entscheidet tatsächlich mein können und das, was man darüber wüßte. schick, das, gleichzeitig aber auch shit, auf der kehrseite der medaille, denn so toll das angebot auch klingen mag, höchtswahrscheinlich möchte man mich für einen falschen standort, aus meiner sicht betrachtet.

einmal mehr typisch für meinen lebenslauf, es kostet mich bloß zwei telefonate und ein kurzes treffen, um höher in der branchenhackordnung zu klettern, bekleidet mit einer position,
die feinste visitenkarten in meine tasche zaubert und koksende fan-clubs anzieht und ich muß herzlichst absagen...

vergangene woche, donnerstag/freitag. diese ungewisse situation verwandelt meinen kopf in einen ungesunden motor,
der stress auf mich, mein dasein und meine nächsten projeziert. ich streite, schweige und entfalte die diva in mir, bloß um wie immer, mich im nachhinein dafür zu schämen, wie ein mantelloser exhibitionist auf einer polizeiwache. selbst mordgedanken helfen nicht...

vergangene woche, sonntag, mittags. nach einem arbeitsreichen samstag und dem ungewissen blick in eine entscheidungsreiche kommende woche, beschließe ich ein powerbook zu leihen, nachdem mein eigenes eines gewaltsamen todes starb. dabei trug sich folgender dialog zu:

g.: willst du das 15-er, oder das 17-er?
ich: 17-er, eh!
g.: das 15-er brauch ich eh selbst.
ich: wozu fragst du dann?
g.: was?
ich: na welches ich haben will!
g.: habe ich das?
ich: ...

manchmal, aber nur manchmal, habe ich das gefühl, bloß außerirdische zu kennen...

diese woche, montag, heute, 10:57h. ich betrete eine druckerei und werde mit den worten empfangen "ihre produktion läuft schon!"...

ich: ??? wie meinen?
d.: ihre sachen sind schon im druck!
ich: aber ich habe doch noch keine freigabe erteilt!
d.: nicht?
ich: nöh, ich bin ja gerade hier, um einen andruck zu sehen...
d.: aber die maschine läuft schon seit cirka einer stunde...
ich: tja, so wie es aussieht mit offenen armen ins verderben, was?

es wird mir womöglich für immer ein rätsel bleiben, wie man gedankenlos knöpfe drücken kann, ohne die geeigneten finger dafür zu haben. solche situationen, können in verbindung mit einer höllischen hitze, leicht reizbar auf mich und mein wesen wirken, bis hin zum amüsanten amokschlitzen. das leben siegte heute bloß für manche existenzen, weil ich momentan in der einbildung schwebe, das universum wäre gut zu mir. zu verdanken hat es das in erster linie meiner liebsten, die es sich tatsächlich und freiwillig zur aufgabe gemacht hat, ihr leben an der seite eines gänzlich blutrünstig agierenden hitzköpfes zu verleben. niemand sonst lenkt mich von bösen taten, nur mit dem gedanken an einen griechischen salat ab...

morgen, liebes tagebuch, wird schafskäs gekauft, ganz gleich welche entscheidung aus düsseldorf meine sensiblen nerven trifft, oder eben nicht.

23:30 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken

Kommentarstatus

hallo herr ad, auch wenn die wahrscheinlich zum troste nicht gereichen mag, auch im süden spielen sich bei dieser bullenhitze unschöne dummheits-szenen ab, die einen schon so ins grübeln bringen.. außerdem haben wir hier unten festgestellt, dass sich die arbeitende restbevölkerung (frustierte schnepfenbedienungen) offenbar gegen uns (den saufenden rest) verschworen hat. in der ganzen verdammten stadt war gestern kein kalter gerstensaft (bäh! trinkt nur der trinkkumpan) zu bekommen. die herbeigeschafften ersatzgetränke führten zu schweren ausfallerscheinungen und in der folge zu absolut kindischen wir setzten jemanden in einen einkaufswagen und fahren durch die stadt-aktionen. superpeinlich in dem alter, mir bekannt. und das obwohl ich laut BLÖD gestern so tolle flirtchancen gehabt hätte. war wohl wieder mal nichts. und tom wie immer woanders..

Veröffentlicht von: Klappaltar | 17.07.2007

schafskäse ist immer gut. wobei sich bei jedem türkischen krämer ums eck auch ganz vortrefflicher ziegenkäse finden lässt, in furchtererregend großen metalldosen und literweise salzlake, doch geschmacklich dem feta überlegen, sofern man milden käse schätzt.

Veröffentlicht von: MoniqueChantalHuber | 18.07.2007

klappaltar: aha...aha... ;-)

monique: also ich persönlich bevorzuge schafs dem ziegenkäse. aber im großen und ganzen ist alles lecker, was in furchterregend großen metalldosen lagert, in salzlake eh. :-)

Veröffentlicht von: Ad | 18.07.2007

Ich glaube, dass Murphys Gesetz bei der Hitze siebzehnfach kompensiert zuschlägt. Alles, was schief gehen kann, geht schief. Alle, die dumm sind, sind noch dümmer. Alle die noch dümmer sind, sorgen dafür, dass noch mehr schief geht. Liebe Grüße - ich geh jetzt irgendwas Dummes machen, das dann schief geht :-) - Nella

Veröffentlicht von: Nella | 22.07.2007

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