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30.03.2007
Die Definitionen des Begriffs "Kommunikation" hängen folglich von den unterschiedlichen Voraussetzungen ab, die dabei gemacht werden...
heute, 07:57h, es klingelt an der türe, was mich aus dem bett fallen läßt. ich weiß es genau, daß ich irgendwas vergessen haben muß, beschimpfe meinen wecker, der nicht geklingelt hat, im hinterkopf wohlwissend, diesen bloß nicht gehört zu haben. die gestern eingesetzten zähne, fühlen sich an, als ob ich ein pferd wäre, der künstliche geschmack nach der behandlung läßt mich immer noch glauben, ich hätte einen eimer klarlack getrunken. ich greife die ersten klamotten, die mir in die hände fallen, eine helle hose, das t-shirt einer band, keine socken, schwarze sneaker und poltere jegliche treppen herunter, immer einen halben schritt kurz davor, herunter zu fallen.
es handelt sich um herrn j., wie konnte ich das bloß verschlafen? man muß wissen, herr j. ist eine art "james bond" der branche, zumindest was sein auftreten betrifft. anfang fünfzig, schlank, gentleman vor dem herren, grundsätzlich im maßanzug, der so gut sitzt, als ob er persönlich die sitzform eines solchen erfunden hätte. geschäftsleiter einer firma mit mehreren hundert angestellten. sein perfekt kontrolliertes lächeln, läßt frauen gleich reihenweise umfallen, wenn er ein gebäude betritt. er ist immer überpünktlich, spontan erinnere ich mich, daß wir uns für "gegen neun" verabredet haben.
ich bitte ihn ins esszimmer, mache ihm einen kaffee und entschuldige mich für wenige minuten ins bad, wo ich erschrocken das exakte gegenteil des herrn j. entdecke. meine haare stehen zum himmel, jeweils in andere richtungen dessen. ich könnte glatt als der sänger von sex pistols durchgehen, wenn rotten nur dunkelhaarig gewesen wäre. ich bin unrasiert, was bei mir nicht wirklich vorteilhaft aussieht. es mag männer geben, denen ein drei tage bart steht, doch ich zähle definitiv nicht dazu. neben meiner nase wuchert ein pickel, der gestern noch nicht da war. das ausdrücken macht es nicht unbedingt ansehnlicher, die stelle ist rot und blutet. eine personifizierte katastrophe ad maximum.
kurz überlege ich herrn j. verschwinden zu lassen, damit er den heutigen empfang bei mir nicht in die welt hinaustragen kann. spontan schaue ich auf die badewanne, die relativ groß ist, im keller müßte sich auch eigentlich noch etwas säure finden lassen, verwerfe diesen gedanken allerdings, weil ich selbst zu gerne bade und mir die möglichkeit dazu, zu ungerne streitig machen lassen würde. außerdem weiß sein sekretariat eh genau, wo er sich gerade befindet und seinen lexus einfach verschwinden zu lassen, dürfte sich ebenfalls als leicht schwierig erweisen.
unser gespräch dauert eine knappe stunde, wir kennen uns seit jahren, plaudern gerne über uns bekannte firmen und erzählen uns hintergründiges, was wo und wie schief laufen würde. doch heute habe ich kein interesse daran, seine worte verlassen meine ohren schneller, als mein gehirn sie aufnehmen kann. er redet luftblasen, welche ich bloß durch ein abwesendes kopfnicken mit meiner nase platzen lasse. ich bin einfach nicht da.
als er weg ist, bleibe ich noch sehr lange in der küche sitzen, in eine plürre starrend, die sich kaffee schimpft, eine zigarette rauchend, die vermengt mit dem geschmack der zahnbehandlung irgendwie nach süßem hirntod schmeckt. trotz meiner typisch automatischen ansage "ich rufe sie an!", weiß ich in meinem inneren, daß ich herrn j. gerade zum letzten mal im leben gesehen habe. ein weiterführender gedanke, der fortgesetzt wird, weil es zu vieles in diesem leben gibt, was ich nicht mehr sehen will, oder erleben mag, wen ich nicht mehr treffen will, oder was ich mir nicht anhören möchte.
als der inhalt der tasse geleert ist, fliegt diese ungebremst gegen die wandfliesen. die waren teuer und sind von guter qualität, halten das problemlos aus. anschließend bewege ich meinen körper ins arbeitszimmer, nicht wirklich wissend, wozu. die viele und vorallem schlecht bezahlte arbeit, läßt mich beinahe brechen, italienisch vermengt sich mit spanisch und englisch, diverse telefone klingeln und lebende objekte, die ich nicht einmal kenne, fragen mich dinge, die ich unmöglich wissen kann. kommunikation ist ein sumpf aus hässlicher und stinkender suppe, die alles, bloß nicht kommunikativ ist. gerade dort, wo fragen beantwortet werden sollten, werden umso mehr gestellt. teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, vereinigen, wichtig machen, nicht verstehen, liegen lassen, vergessen.
wäre ich doch bloß nicht aus dem bett gefallen...
17:00 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (6) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
27.03.2007
Verdrehte metaphysische Entität
heute, 11:27h, nach der zeitumstellung - eine stunde vor, nicht zurück! (an alle depperten, die mich das jedes jahr zwei mal erneut fragen, als ob das eine wissenschaftlich abstrakte struktur aus zahlen wäre, die man in tiefster demenz auswändig lernen soll. verdammt!)
ok, nochmal: heute, 11:27h, meine gute freundin k. (name geändert) ist am telefon und führt mit mir einen dialog, der eigentlich ziemlich witzig ist, allerdings gleichzeitig ebenso gruselig bis traurig:
k: ähm, ad?
ich: ja?
k: ich war bei einer kartenlegerin...
ich: ??? wieso tut man denn sowas?
k: ich weiß nicht, ich war neugierig...
ich: aber das ist doch totalitärer humbug!
k: nein! meine beste freundin war vor drei jahren dort und alles ist so gekommen, wie die frau das gesagt hat.
ich: aha... und was hat sie dir erzählt?
k: nicht das, was ich hören wollte...
ich: (ziemlich belustigt) ahh, ich verstehe, du wolltest bloß von ihr hören, was du hören willst?
k: genau! und die blöde kuh hat mir genau das gegenteil von dem gesagt...
ich: du hast dich also quasi gegen entgeld, irgendwie vorprogrammieren lassen...
k: wie meinst du das?
ich: ist doch klar. wenn ich mir von so einer dame erzählen lassen würde, mich sollte ein flugzeugabsturz ins jenseits befördern, dann würde ich das nächste mal am flughafen ziemliche sorgen haben, nicht wirklich anzukommen, auch wenn unbewußt und trotz der tatsache, vor dem kartenlegen nie sorgen über das fliegen gehabt zu haben...
k: ja, stimmt irgendwie...
ich: und was genau hat sie gesagt, was dir nicht gefällt?
k: sie hat gesagt, der mann, mit dem ich zusammen bin, ist nicht der mann fürs leben.
ich: ihr seid seit zwölf jahren zusammen, verheiratet und habt ein kind!
k: ja, aber sie sagte, es gäbe jemand anders, mit dem ich alt werde...
ich: da fällt mir spontan dein liebhaber ein, wie steht es um den?
k: naja, ich könnte theoretisch jederzeit bei ihm einziehen, inklusive kind, sagt er...
ich: (konfus) ähm, dann hat sie quasi bloß das gesagt, was eigentlich beinahe realität ist...
k: aber das will ich eben nicht!
ich: warum ist es dann so?!
k: ich weiß es nicht...
ich: (nach einer kurzen pause) was hat der spaß eigentlich gekostet, dir das leben noch mehr versauen zu lassen?
k: 35 euro
ich: ach, das geht noch...
...
gut, widmen wir uns also der obduktion des auszuges dieser unterhaltung:
als erstes - die erwähnte liest hier mit und hat sogar darum gebeten, daß ich darüber schreibe, bevor sie denken, ich würde hinterrücks jemanden diffamieren...
als zweites, kommt mir die untreue hoch. ich empfinde diese als zutiefst verletzend, dem anderen gegenüber. in diesem falle nehme ich es zwar mit einem zugekniffenen auge auf, weil wir uns mehr als unser halbes leben kennen und ich selbst nicht der betroffene bin, doch im großen und ganzen, halte ich dieses ganze quergeficke unserer angeblich auch so modernen zeit, bloß für einen ekelhaften eimer voll mit stinkenden körperflüssigkeiten diverser personen, die eigentlich ihre geschlechtsorgane nicht wirklich verdient haben. verstehen sie mich nicht falsch, ich bin alles andere, als ein unschuldsengel, es ist bloß der betrug, den ich meine, mein lebenslauf ist wahrlich nicht der, eines gläubigen priesters, trotzdem habe ich kein einziges mal in meinem leben jemanden betrogen, auch wenn ich durchaus genügend gründe dafür gehabt hätte, vorallem in meiner katastrophalen ehe, in der soviel erotik passierte, wie in einem werbespot für schmerzmittel gegen gelenkschmerzen. es ist eigentlich ganz simpel - man sollte keine beziehung eingehen, wenn man sich nicht entscheiden kann, in welchem bett man übernachten will...
drittens wird allerdings komplizierter. also, wenn schon mein halbes leben irgendwie aus kleinen teilchen besteht, die alle bloß unsicherheit und unklarheit bedeuten, warum dann noch hingehen und bargeld dafür hinterlegen, noch unsicherer in diesem chaos zu werden, durch die aussagen einer fremden und ihrer gedruckten spielkarten? ich halte nichts vom aberglaube, ich halte nichts von horoskopen, ich halte nichts von wahrsagern. es mag was dran sein, doch ich habe nicht vor, mich je damit zu beschäftigen, weil ich das eben für eine vorprogrammierung des eigenen handelns halte. das ist das selbe, als würde ich einen bäckerfinger im brötchen finden und folglich für immer jegliches backwerk verweigern, ganz gleich wie gut und fingerlos es ist. menschenskinder, es gibt so viele möglichkeiten sich abzulenken (spazieren, bücher lesen, andere sprachen lernen, menschen und tiere opfern), muß es dann immer das ganz extreme sein und vorallem, wenn man sich selbst damit verletzt? es ist schwer genug eine gute beziehung zu führen, damit diese auch für beide lebenswert und liebenswert ist, es sollte vollkommen logisch für einen menschen sein, der auch nur ansatzweise mitdenken kann, daß zwei gleichzeitige beziehungen nicht wirklich funktionieren können. doch nein, man stellt sich blöd und befragt die sterne, die womöglich in wirklichkeit von parasiten bewohnt werden und versucht sich einzubilden, die zukunft würde nicht so scheiße werden, wie die vergangenheit, bewegt allerdings keinen finger dafür, um in der besagten etwas anders zu tun, als früher. eine komprimierte selbstzerstörung, benannt als "vorrübergehende phase" und getarnt als kinderkrimmkrams, auf einer schwulen blumenwiese im telletabbies-land, die voll vermint von terroristen wurde...
fazit? in der ruhe liegt die kraft. sich hinsetzen, nachdenken, darüber, was man überhaupt möchte. das hat bei mir viele jahre gedauert. aber und vorallem, sich von keinem etwas einreden lassen. nicht hier, nicht jetzt und niemals. ich persönlich, fahre bald wieder zum flughafen. totalitär angstfrei...
(empfohlener soundtrack: placebo "the bitter end")
01:16 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (4) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
25.03.2007
Nachtwanderung
18 kilometer, spontan, abwesend, eigentlich ohne sinn. keine erleuchtung bekommen, keinen grusel erlebt. kaum etwas gesehen, taschenlampe vergessen. das mache ich nicht nochmal...

13:15 Veröffentlicht in Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (2) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
unkreativnüchtern



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24.03.2007
Abwesenheit von Licht?
die durchsichtige maus leuchtet blau, der raum ist dunkel, bloß ein display bringt ein wenig licht und erzeugt gleichzeitig dezente schatten an den wänden. ein terminkalender aus geprägtem vollrindleder liegt aufgeschlagen auf dem boden, eigentlich unnötig, denn es ist zwar einiges an reisen und terminen angesagt in den nächsten wochen und monaten, doch nichts davon ist auch nur annähernd der vergesslichkeit zuzuordnen.
eine zigarette brennt im aschenbecher vor sich hin, eine von vielen heute, die unangefasst sinnlos verqualmen und bloß die luft negativ verändern, da das fenster geschlossen ist. eine kleine stoffschildkröte sitzt auf sieben steinen und starrt in meine richtung. bei der spärlichen lichtgebung wirkt das beinahe, wie ein kleiner teich in der schreibtischplatte.
musik verläßt laut die boxen, ein vorteil den man auch als solchen bezeichnen kann, wenn man keine direkten nachbarn hat und selbst nachts keine rücksicht auf jegliche geräuschkulisse nehmen muß. ich singe mit, während mir hin und wieder blut aus dem mund tropft. trotzdem muß ich lächeln, denn herberts zwölfte ist einfach nur großartig und genau passend, zu den wirren und weniger wirren gedankengängen, die der verfasser dieser zeilen eben manchmal hat und erlebt:
denn wenn ich mich verlier
und es fällt mir schwer mich zu finden
dann folg ich stur
meiner spur
durch das empfinden
durch alle meine sünden
bis auf den grund meiner natur
der weißwein hat perfekte temperatur, eine weitere zigarette ist verqualmt, die neue und geschenkte uhr schimmert silbern beim tippen, dieser tag war nicht gut, dieser tag war aber auch nicht schlecht. denkwürdig vielleicht, oder merkwürdig, was auch immer das bedeuten mag. an schlaf ist ebenfalls nicht zu denken, gedanken drehen kreise und bilden tausende sterne, die meisten sind hell, nur die wenigsten dunkel. die schatten schwinden, dunkelheit weicht der nacht. solche können sehr gemütlich sein.
die räumlichkeit bleibt dunkel, doch eigentlich ist sie es nicht.
00:30 Veröffentlicht in Alltag , Gehört , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (2) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
20.03.2007
Fragebogen...
viel arbeit lenkt ab, viel arbeit tut gut. wenn man sich um 06:57h bereits mit tränenden augen auf milimeterpunkte und schriftblöcke konzentrieren muß und gleichzeitig im hinterkopf hinterfragt, warum pantone eigentlich pantone heißt, während man sich wundert, warum werbung eigentlich so tut, als ob sie wichtig wäre und warum man sich selbst diesem geschäft hingegeben hat. wirklich glücklich, bin ich über meine berufswahl zwar nicht, doch es ist wie es ist und so wird es wohl erstmals bleiben. wie gesagt, immerhin bieten meine tätigkeiten ablenkung, ganz gleich in welcher sprache sie von fachidioten verzapft wurden. ganz gleich, welcher blödmann sich eingebildet hat, gerade eine kreative phase erwischt zu haben.
mit dem "bloggen" verhält es sich ähnlich. ich kann es ihnen nicht annähernd erklären, warum ich das tue, es lenkt mich allerdings ab. wovon? ich weiß es nicht. es ist wohl eine ähnliche einbildung meinerseits, wie die der fachidioten, gerade etwas einzigartiges zu erschaffen, während man in wirklichkeit eigentlich bloß dummsinn von sich gibt. gestern war ich nur einen mausklick davon entfernt "kreativbetrunken" ungespeichert zu löschen. warum? nur so, weil es einfach irgendwie bedeutungslos ist. das universum würde schon nicht untergehen, wenn herr ad sein mental-erbrochenes nicht kundtun würde und kommen sie mir jetzt bloß nicht mit schmeicheleien.
gerade in solchen momenten ist dann noch mehr ablenkung besonders wichtig und was könnte wohl besser wirken, als ein sogenanntes stöckchen? stupide beantwortung von fragen, die sich jemand während eines anfalls von grenzenloser langeweile ausgedacht hat, um andere auszuhorchen. gut, hatte ich auch schon mal...
1. Greife das Buch, welches Dir am nächsten ist, schlage Seite 18 auf und zitiere Zeile 4.
im 16. jahrhundert kam bali zum erstenmal mit den orang puith, den weißen aus europa, in berührung. portugisische forscher, abenteurer, kaufleute, missionare und eroberer, die 1509 nach malakka und 1511 zu den molukken vordrangen, ließen in ihrer gier nach reichtümern, menschen- und landbesitz bali noch links liegen; ebenso die spanier.
2. Strecke Deinen linken Arm so weit wie möglich aus. Was hältst du in der Hand?
eine flasche wasser, ohne kohlensäure.
3. Was hast Du als letztes im Fernsehen gesehen?
"dr. house" - vor zwei wochen.
4. Mit Ausnahme des Computers, was kannst du gerade hören?
"thoughts of a dying atheist" von muse. laut. um ehrlich zu sein, so laut, daß ich die rechner unmöglich hören kann...
5. Wann hast Du den letzten Schritt nach draußen getan?
vorhin. ist daran etwas ungewöhnlich?
6. Was hast Du gerade getan, bevor Du diesen Fragebogen begonnen hast?
gefrühstückt. toast mit österreichischem aufstrich. kaffee dazu.
7. Was hast Du gerade an?
gänzlich schwarze klamotten. emerica schuhe, four-seasons hose, ein hugo t-shirt.
8. Hast Du letzte Nacht geträumt?
ja, habe ich. schön-schmutziges. werde ich nicht näher erläutern.
9. Wann hast Du zum letzten Mal gelacht?
vorhin? eigentlich lache ich eh ziemlich oft. ist mir so angeboren...
10. Was befindet sich an den Wänden des Raumes, in dem Du Dich gerade befindest?
ein foto meiner liebsten, zwei vollgekritzelte kalender, eine wandleuchte, eine echse aus plastik.
11. Hast Du kürzlich etwas Sonderbares gesehen?
ja.
12. Was hältst Du von diesen Quiz?
was für ein quiz?
13. Was war der letzte Film, den Du gesehen hast?
"smokin` aces", in lieblingsbegleitung.
14. Was würdest Du kaufen, wenn Du plötzlich Multimillionär wärst?
eine insel, ein flugzeug, einen hummer. womöglich noch equipment für ein musikstudio. viele geschenke für bestimmte mitmenschen.
15. Sag etwas über Dich, was wir noch nicht wussten.
ich singe in diversen projekten.
16. Wenn Du eine Sache auf der Welt ändern könntest, was wäre das?
keine ahnung. womöglich würde ich eh eigensinnig agieren und bloß mir selbst einen vorteil verschaffen. ich bin nicht wirklich der retter der menschheit.
17. Tanzt Du gerne?
nein. ich bin alles, bloß kein tänzer.
18. George Bush!
da ist bereits alles gesagt worden. und mittlerweile ist es eh irgendwie langweilig. jedes auch so kleine licht, muß sich zu bush äußern, als ob man dadurch lebenspunkte sammeln könnte. gut, ich mag ihn und seine verlogene politik auch nicht, bloß betrifft sie mich nicht direkt. es passiert genug schwachsinn in europa, was interessiert mich da washington?
19. Stell Dir vor, Dein erstes Kind wäre ein Mädchen. Wie würdest Du es nennen?
Nell.
20. Und einen Jungen?
keine ahnung. irgendwas mit "S".
21. Würdest Du es in Erwägung ziehen, auszuwandern?
natürlich, bin mitten drin, sitze quasi auf gepackten koffern. geben sie mir vier monate und ich schreibe von einer neuen heimat aus. deutschland, es war manchmal schön, so lange es dauerte, aber trotzdem - danke für nichts und jede menge ärger...
22. Was würdest Du Gott sagen, wenn Du das Himmelstor erreichst?
ich habe den knopf nach unten gedrückt! heute ist mein erster tag! sie sind also meine konkurrenz? soso...
23. Drei Leute, die das hier auch beantworten sollen.
ich werfe nicht weiter, sie wissen ja. obwohl, wenn ich so nachdenke, die werteste julia könnte von mir aus schon, da sie eh im büro nicht großartig gefordert wird und der herr GP könnte von mir aus ebenfalls, weil ich ihn gerne ärgere und weiß, daß er stöckchen hasst. ein dritter fällt mir nicht ein. herr poodle? oh gott, ich glaube nun gänzlich verschissen zu haben, für alle ewigkeit...
p.s. herr eloran, das war nur, weil sie es sind. eigentlich nur, weil ich schlechtes gewissen habe, da sie immer noch ihre cd nicht bekommen haben. ich bringe sie mit zur lesung, gell? übrigens, beantworte ich diesen quatsch nun zum zweiten mal...
12:11 Permalink | Kommentarstatus (11) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
17.03.2007
Lesungen werden veranstaltet und besucht, weil man auf ihnen die Autoren live erleben kann...
nun ja, was bleibt noch großartig zu sagen? falls sie nicht ganz normal sind und auch noch gerne geld ausgeben, um sich seelisch und moralisch quälen zu lassen, dann raus mit dem terminkalender und vorgemerkt:

detailierte info
bloglesungen
proviant
soundtrack
21:20 Veröffentlicht in Blog , Gelesen , Lesung | Permalink | Kommentarstatus (7) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
15.03.2007
Emotionskomponenten
heute, 05:47h. ich falle übermüdet aus dem bett, meine laune ist desaströs, ich fühle mich wie pures gift, irgendwas zischt in meinem hinterkopf, ich bin sehr gereizt und weiß nicht genau warum. die dusche tötet meinen letzten nerv, ich bekomme das wasser nicht richtig eingestellt, entweder ist es brühend heiß, oder saukalt, dazwischen geht nichts. jenseits von fluchen und stänkern fletscht mein gehirn die zähne und brüllt die apokalypse herauf. eine wahrlich nicht besonders vorteilhafte verfassung, kurz vor einem wichtigen termin.
der rote faden der freudlosen stimmung zieht sich beim ankleiden weiter. augenblicklich mag ich keine anzüge tragen, augenblicklich empfinde ich diese als steif und künstlich, als eine verkleidung des wahren ich. nach cirka zwanzig nervzerrenden minuten entscheide ich mich schließlich für einen schwarzen armani einreiher, ein weißes prada hemd, eine daniel hechter krawatte in bordeaux und die ludwig reiter budapester. innerlich schwüre ich mir, mich zum letzten mal so zu kleiden, mit ausnahme diverser vorstellungsgespräche, oder der eigenen hochzeit. ich bin ein kreativer techniker und habe unlängst keine lust mehr den geschäftsmann zu spielen.
der gemietete volvo s60 fühlt sich gut an, "long slow goodbye" kracht aus den boxen, während einer wahnsinnsfahrt, die ich mit der mimik eines sonnenbebrillten und eisklalten killers absolviere, zwei überfahrene rote ampeln inbegriffen. manchmal bin ich nur schwer aufzuhalten. manchmal geht es mit mir durch. manchmal bin ich einfach nicht da.
09:47h. termin. der kunde ist einer von der sorte, die alte werte noch zu schätzen weiß. zumindest nach außen hin. sobald man mit diesen alten säcken nämlich alleine ist, versuchen sie einen schmutzigen witz nach dem anderen zu bringen, bemerken dabei leider nicht, daß es mich a) nicht interessiert und b) sie stinklangweilig sind. kurz stelle ich mir seinen kopf auf einem salatteller vor, mit möhren in den ohren und petersilie in der nase. das mildert meine mentalen schmerzen ein wenig. leider bloß temporär.
immerhin schluckt er mein angebot, der verdienst dürfte für einen umzug reichen, somit ist meine laune auch besser, als ich das gebäude verlasse und mit vollgas die heimreise antrete, untermalt von brachialen klängen der einzigartigen monster magnet.
es ist cirka 15:30h, als mein telefon klingelt. es ist mein vater, er bittet um ein paar stunden meiner zeit, weil er mich sprechen möchte, in aller ruhe und unter vier augen. nun, was soll man sagen, sie kennen meinen vater nicht, es handelt sich um eine person, die nie zeit hat, die immer beschäftigt ist, oder woanders verweilt. wenn also die faktoren aufeinander treffen wie - zeit, ruhe und wichtig, dann muß es wirklich und wahrhaftig wichtig sein, sonst schlagen sie mich bitte tot.
ich verbringe mit dem senior mehr als drei stunden meines tages. zuletzt hatten wir so eine session vor cirka vier jahren. wir trinken cognac und bier, reden und reden und reden. über meine zukunft, über dieses land, über die zukunft von ihm und meiner mutter. er ist offen wie noch nie, hinterfragt peinliche details, typisch familienpate. ich gebe mir keine blöße, bleibe die ganze zeit der regisseur der unterhaltung, die eigentlich eh nur positiv ist, mich aber trotzdem heftigst verwirrt. mein vater und ich, eine meinung. totalitär verwirrend.
20:57h. ich denke immer noch nach, über das, was da heute eigentlich passiert ist. meine laune ist gut, könnte zwar besser sein, allerdings begebe ich mich morgen früh wieder zum zahnarzt, was mich nicht wirklich purzelbäume schlagen läßt. es ist nur eins, ich habe einen mächtigen verbündeten, der kaum unbesiegbarer sein könnte. in all meiner unsicherheit, ist das platin wert. mindestens. und sonst? tja, keine ahnung, ich denke ja noch nach...
21:41 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (1) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
14.03.2007
The Remains of the Day
05:53h. leichte panik macht sich breit, wir haben verschlafen, obwohl wir einen wecker gestellt haben, der koma-patienten sofortig an ihren ehemaligen arbeitsplatz befördern könnte. ich fluche kurz, muß aber gleich wieder grinsen, weil mich das irgendwie an einen film erinnert, in dem ständig verschlafen und geflucht wird.
07:07h. flughafenhektik. wo, wie, was? eine berühmte weltstadt, die sich in diesen belangen als eine niete präsentiert. im ernst, ich habe mal einen flughafen bei münster gesehen, dieser hatte auch nicht weniger zu bieten und das will was heißen.
07:47h. abschied nehmen ist schwer, auch in den heutigen zeiten, in denen wir flugzeuge nutzen, wie früher taxis. entfernung bleibt entfernung, auch wenn diese bloß kurzfristig ist. seien wir mal ehrlich, was bringt schon das tun als kühle sau, wenn es einen in wirklichkeit zerbröselt? wenn man einmal weiß, was man wirklich will, lösen sich gewöhnliche denkstrukturen auf, wie einfaches plastik in einem totalitären säurebad. alles bleibt anders, nichts ist wie vorgeschrieben. alles oder nichts.
08:07h. sicherheitskontrolle. ich muß mich beinahe entkleiden, selbst mein kugelschreiber wird unter die lupe genommen. ich weiß, ich habe oft fiese gedanken, aber, kann man diese auch am scanner erkennen?
08:37h. ich bin als erster an bord. anstatt mich zu freuen, könnte ich heulen, denn, ich mag nicht an bord sein. millionen dinge fallen mir spontan ein, die ich gerade lieber täte, zum beispiel aus dem flugzeug aussteigen um einfach da zu bleiben, oder zumindest jemanden einfach so zu erschlagen, mit einem morgenstern.
08:57h, wir starten. meine sitznachbarn sind geschäftsleute. wühlen sich hektisch durch akten, notieren wild bemerkungen, wirken hektisch. ich grinse, denn ich kenne das. doch ich bin gerade jemand anders.
09:17h. der typ neben mir niest. ich sage "gesundheit", er schaut mich erstaunt an und entgegnet ein trockenes "thank you". ein "fuck you" wäre mir beinahe ausgerutscht, weil er die suppe explizit in meine richtung abgefeuert hat. kurz überlege ich das flugzeug zu entführen, um wieder dahin gebracht zu werden, wo ich sein möchte. der engländer würde dabei als beispielhaftes opfer meiner absichten zu erst daran glauben müßen. ich mag ihn nicht, er trägt einen vollbart, obwohl er sicherlich jünger ist als ich, seinem gesicht nach zu urteilen. aufgesetzte ernsthaftigkeit widert mich an.
10:27h. inklusive gepäck, werde ich von meinen beiden elternteilen empfangen. da ich die beiden seit jahren ständig zum flughafen bringen oder von einem abholen muß, kann ich im gegenzug diesen service auch einmal erwarten. sie sehen gut aus, strahlen förmlich, sie wissen was los ist, zum ersten mal in meinem leben verhalten sie sich, wie von mir erwünscht - zucker. mein vater besteht darauf, daß ich ins ausland ziehe, meine mutter behält ihre meinung für sich. mutter halt, und ich ihr einzelkind, es wird zwar nicht das erste mal sein, daß ich weit wegziehe, doch sie ist trotzdem irgendwie einfersüchtig. wir streiten am besten im echten leben, am telefon macht ihr das keinen spaß, zudem lege ich dann immer bloß auf.
11:57h. befrühstückt und gänzlich aufgedreht, springe ich zwischen waschmaschine und wilden gedanken. die sonne scheint, auch in mir, ich bin durcheinander, könnte bäume ausreißen und sie an einer anderen stelle wieder verpflanzen. chaos ad maximum.
14:57h. muse krachen aus den boxen, während draußen geschäftigkeit herrscht. ist ja auch ein ganz normaler dienstag, alltag, bloß nicht bei mir. fragen sie mich was, das leben steht auf dem kopf, ich bin eigentlich garnicht hier, oder höchstens zum packen. mein terminkalender ist für die nächsten wochen so voll, wie andere im ganzen jahr, dazwischen zahnarzttermine. wenn ich etwas durchziehe, dann gnadenlos, womöglich ist es auch der grund dafür, warum manche personen mit mir nicht zusammenarbeiten wollen, weil ich teilweise wie ein berserker und gänzlich frei von emotionen agiere, fixiert auf ein ziel, ohne rücksicht auf verluste. was soll es auch? stillstand bedeutet tod. wenn man sich bewegt, bewegt sich alles mit.
17:27h. jegliche kräfte verlassen meinen körper, ich lege ihn auf die couch, es folgen zwei stunden koma. das geträumte ist wirr, ergibt keinen sinn. optische und akustische eindrücke, gänzlich frei von bleibenden erinnerungen, eine suppe aus bunter verwirrung.
19:07h. ich erwache und fühle mich ausgetrocknet wie ein kamel, nach einem marsch um die welt, ohne zunahme jeglicher flüssigkeit. sandpapier im mund, rollgras im hals. meine gedanken sind durcheinander, muß erst nachenken, wo ich mich überhaupt befinde. als ich darauf komme, bin ich nicht gerade begeistert. scheiß rheinland, du bist womöglich wunderschön, bloß nicht in meinen augen und vorallem nicht jetzt.
20:17h. die liebste am ohr, nicht nase an nase. merkwürdiges gefühl, meine nervöse maushand klickt sich durch flugpläne, die andere schwenkt ein glas weißwein. das universum ist nicht fehlerfrei und ich bin dessen opfer. beschissene distanz zwischen zwei punkten.
23:07h. ich falle erledigt ins bett, sogar unfähig dazu den wecker zu stellen. gehirnaktivität gleich null, der zustand eines gesteinsbrocken. würde es einen oscar für erschöpfung geben, würde dieser an mich gehen. garantiert.
eine erkenntnis dazu gibt es nicht. kein tag, wie jeder andere, allerdings ein tag, der nicht hätte sein müßen. von mir aus. doch welcher tag ist schon so, wie wir ihn gerne hätten?
22:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (7) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
12.03.2007
Der menschliche Geist lernt, nicht reduzierbare Elemente nach bestimmten Prinzipien miteinander zu verknüpfen
ich kann keinen knutschfleck auf deine brust machen, während ich lachen muß...
02:55 Veröffentlicht in Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (7) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
11.03.2007
Reihe G, Plätze 9+10
gestern, wien, cirka 21:57h. blut spritzt, es wird geschossen, jemand winselt, diverse körperteile fliegen durch die luft, drei wahnsinnige neonazi-punks brüllen wie abgestochene affen durch ein menschliches massaker, eine laute kettensäge amputiert wahllos extremitäten, der ganze kinosaal ist schockiert bis verstummt. der ganze saal? nein, meine liebste und ich gackern wie die irren nach der pillenausgabe.
gut, eine längere kritik des kinomachwerks werde ich mir ersparen, meine empfehlungen dürften eh nach hinten losgehen, sofern eine kreatur nicht wenigstens ansatzweise so gestört durchs leben kracht wie ich, sollte sie besser auf die ratschläge des priesters hören. nur soviel – „smokin` aces“ wird die kinogeschichte nicht neu schreiben, ist aber wirklich sehenswert. abgedreht, überdreht, sarkastisch, laut, blutig, cool und versehen mit einem ziemlich flockigen soundtrack.
und am rande noch der ausspruch der woche: diverse stunden und biere nach dem filmmassaker. liebste und ich verlassen ein taxi, der fahrer scheint ihr unsmpathisch zu sein, möglicherweise seiner vergesslichkeit wegen, nachdem er erneut frug, wo wir genau aussteigen wollen (oder lag es vielleicht doch an uns?):
sie: (mit leicht unkontrollierter aussprache) ich mag die nicht... die sind immer so nüchtern!
...
22:00 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Gesehen | Permalink | Kommentarstatus (10) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
08.03.2007
Niedergemetzelte Zucchinisuppe. Oder so.
21:05 Veröffentlicht in derAd kocht! , dieJulia | Permalink | Kommentarstatus (0) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
07.03.2007
Noch 10 Minuten
...dann, urlaub.
12:05 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (6) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
05.03.2007
Geschichten mit Biss (II)
heute, 10:27h. ich sitze im wartezimmer und starre aus dem fenster. halb teinahmslos, halb berechnet, beinahe angstfrei. gut, ich freue mich zwar nicht gerade auf die prozedur, die mich erwartet, doch ich bin frei von jeglicher panik, so ziemlich genau das gegenteil von letzter woche also, als ich zu zittrig dazu war, überhaupt einen becher wasser an meine lippen zu bringen, als ich schwitzte obwohl mir eiskalt war. irgendwie habe ich einen mentalen hebel betätigt, eigentlich bin ich nicht wirklich da, starre ein flugzeug am himmel an, freue mich auf urlaub ab übermorgen, den allerersten seit 2003, falls man diese fünf tage süd-frankreich damals überhaupt urlaub nennen kann, da ich diese eh beinahe nur reklamationsbedingt zum größten teil am laptop und handy verbrachte. ja, längst sind die zeiten vorbei, als man sich bedenklos mal eben für sechs wochen nach new york abgesetzt hat, oder spontan mehrere wochen in porto verbrachte, zwecks erholung. gut, ich gehörte zwar nie zu den menschen, die sich vorprogrammiert wie ein roboter gedanken um den jahresurlaub machten, doch auch meine batterien sind irgendwann leer, auch meine wahrnehmnung braucht abwechslung, denn auch wenn diese gegend hier schön und voller natur ist, hängt sie mir trotzdem mittlerweile zum hals raus, wie gammelfleisch zum frühstück. meine eigene definition von urlaub ist daher eigentlich recht simpel - zeit mit der liebsten verbringen, in aller ruhe, locker und entspannt, aber hauptsache nicht hier in diesem spießigen dreckskaff.
die nette und fürsorgliche zahnarzthelferin ist heute nicht da, wie ich erfahre, ist sie azubi und heute in der schule. begeistert darüber bin ich nicht sonderlich, denn die andere mag ich nicht. sie ist hässlich, eingebildet, unfreundlich und arrogant. diese mischung verträgt sich nicht, irgendwie mag ich menschen nicht, die sich mit 18 pickeln im gesicht und dem charm eines klodeckels aufführen, als seien sie eine prominente hotelerbin, die sich einbildet etwas wichtiges zu sein und nicht bloß eine menschliche scheibe wurst. sie unterhält sich lautstark mit einer freundin am telefon, zählt auf wo und mit wem sie überall karneval gefeiert hat, ich frage mich warum ich als privatpatient und trotz termin, mehr als 40 minuten warten muß. ihre stimme wirkt auf mich wie eine schlaftablette, ich glaube wenn ich ihr partner wäre und sie würde mir etwas erzählen, würde ich nach nur wenigen sätzen ins koma fallen. kurz überlege ich, wie sie wohl gepfählt aussähe, doch der gedanke belustigt mich heute nicht, wie gesagt, ich bin eher teilnahmslos, lustiges töten ist heute uninteressant, ebenso wie die magazine im wartezimmer, von deren titelseiten mich justin timberlake und ulla schmitz anstarren, zwei menschen, die ich in etwa so sympathisch und interessant finde, wie volksmusik und torten.
vier stück sind es heute an der zahl, eine sau von zahn stellt sich dabei an, als wäre er mit meinem schädel verwachsen. bis der arzt ihn entfernen kann, kommt es mir vor, als würde er versuchen meinen kopf abzureissen, oder mein gehirn durch ein nasenloch rauszuziehen. das mag grundsätzlich in gruselfilmen lustig aussehen, es fühlt sich in wirklichkeit aber nicht sonderlich schön an, der entstandene krater vermittelt mir das gefühl, er würde bis zum auge reichen. die aussage "das haben wir wieder prima hingekriegt!" spendet wenig trost, ich entgegne bloß ein feuchtes "sisin so lustipff...".
und jetzt? eines muß ich ihm lassen, ich bin völlig schmerzfrei, auch wenn ich noch keine einzige der turbo-tabletten genommen habe. irgendwie ist er ein ganz netter sadist. irgendwie glaube ich diesen horror, mehr oder weniger ohne grauen zu bestehen. irgendwie ist meine laune hervorragend, auch wenn ich pudding und kamillentee nicht sonderlich mag. ich sitze im arbeitszimmer und starre aus dem fenster. da! ein flugzeug...
fortsetzung folgt
17:35 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (21) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
02.03.2007
Hyperbel
der betonboden ist fleckig. das aufgesogene blut bildet dunkle flecken, die von der gestaltungsform her beinahe ein kunstwerk darstellen könnten. eigentlich war es auch meine absicht, aus dieser abgelegenen lagerhalle so etwas wie ein atelier zu machen, wo ich mich entfalten kann und abschalten, doch wieder einmal ging mein temperament mit mir durch und nun ist es bloß nur noch eine leichenhalle.
er liegt vor mir und schnappt nach luft, sein linkes auge fehlt, ebenso die finger, sein genitalbereich ist zerschredert. wäre er ein halbwegs intelligentes wesen gewesen und hätte er mich nicht so lange und auf eine äußerst ignorante weise geärgert, womöglich hätte er überlebt. aber das war eben sein problem, er konnte nicht stillhalten, er konnte nicht mitdenken, er war dreist. meine antwort war das skalpel in seinem auge.
die gestalt, die neben ihm liegt, hat es nicht besser erwischt. sie hat kein gesicht mehr, keine ohren und keine zunge. irgendwie erregt mich das arbeiten mit rasierklingen, so wie sinnliche zärtlichkeit im frühling, so fein und so spürbar. so einzigartig.
ich starre auf die 44-er in meiner hand, überlege ob ich ihnen den rest geben soll, oder ob sie noch den rest dieser erfahrung mitnehmen sollen, entscheide mich dabei für letzteres. je mehr leiden, desto besser meine zukünftige position in der chefetage der hölle. erfolg kommt nicht von ungefähr, dämonen bildet man sich nicht ein, entweder verinnerlicht man diese, oder man bleibt bloß ein azubi des fegefeuers. die verdrehung der moral ist nicht definierbar, das sterben allerdings schon.
die kühltruhen sind voll. voll mit menschlichem dreck. zerhackte verräter, lügner, schlampen, perverse, hinterhältige bastarde, dumme zicken, schleimige vertreter, dumme asoziale, mitmenschen. all dieser dreck, der mich umgibt, all das, was wir gesellschaft nennen, all das, was mir hochkommt wenn ich eine schwallartige entleerung der speiseröhre erlebe. der dreck unter meinem fingernagel.
die beiden leichenkandidaten verrecken blutend und sabbernd, ich habe keine lust mehr sie heute noch zu zerlegen und einzufrieren, möchte heim zu meiner frau. ich sollte die lagerhalle nicht öfter als einmal pro woche aufsuchen, sonst übertreibe ich noch...
sagt sie.
17:50 Veröffentlicht in Kopflastig , Träume | Permalink | Kommentarstatus (5) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken
01.03.2007
Alle kla?
heute, 06:47h, flughafen. leicht irritiert bis beinahe verwirrt versuche ich in der tiefgarage das system der ausgänge zu begreifen. plötzlich sehe ich einen unrasierten mann, mit einem ausweis am hals, welcher besagt, er sei flughafenmitarbeiter.
ich: verzeihung, können sie mir sagen, wie ich zur eingangshalle komme?
er: lufthansa?
ich: naa
er: weiß nich
...
11:05 Veröffentlicht in Alltag , Debil | Permalink | Kommentarstatus (12) | Trackbacks (0) | Per Email verschicken

