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02.03.2007
Hyperbel
der betonboden ist fleckig. das aufgesogene blut bildet dunkle flecken, die von der gestaltungsform her beinahe ein kunstwerk darstellen könnten. eigentlich war es auch meine absicht, aus dieser abgelegenen lagerhalle so etwas wie ein atelier zu machen, wo ich mich entfalten kann und abschalten, doch wieder einmal ging mein temperament mit mir durch und nun ist es bloß nur noch eine leichenhalle.
er liegt vor mir und schnappt nach luft, sein linkes auge fehlt, ebenso die finger, sein genitalbereich ist zerschredert. wäre er ein halbwegs intelligentes wesen gewesen und hätte er mich nicht so lange und auf eine äußerst ignorante weise geärgert, womöglich hätte er überlebt. aber das war eben sein problem, er konnte nicht stillhalten, er konnte nicht mitdenken, er war dreist. meine antwort war das skalpel in seinem auge.
die gestalt, die neben ihm liegt, hat es nicht besser erwischt. sie hat kein gesicht mehr, keine ohren und keine zunge. irgendwie erregt mich das arbeiten mit rasierklingen, so wie sinnliche zärtlichkeit im frühling, so fein und so spürbar. so einzigartig.
ich starre auf die 44-er in meiner hand, überlege ob ich ihnen den rest geben soll, oder ob sie noch den rest dieser erfahrung mitnehmen sollen, entscheide mich dabei für letzteres. je mehr leiden, desto besser meine zukünftige position in der chefetage der hölle. erfolg kommt nicht von ungefähr, dämonen bildet man sich nicht ein, entweder verinnerlicht man diese, oder man bleibt bloß ein azubi des fegefeuers. die verdrehung der moral ist nicht definierbar, das sterben allerdings schon.
die kühltruhen sind voll. voll mit menschlichem dreck. zerhackte verräter, lügner, schlampen, perverse, hinterhältige bastarde, dumme zicken, schleimige vertreter, dumme asoziale, mitmenschen. all dieser dreck, der mich umgibt, all das, was wir gesellschaft nennen, all das, was mir hochkommt wenn ich eine schwallartige entleerung der speiseröhre erlebe. der dreck unter meinem fingernagel.
die beiden leichenkandidaten verrecken blutend und sabbernd, ich habe keine lust mehr sie heute noch zu zerlegen und einzufrieren, möchte heim zu meiner frau. ich sollte die lagerhalle nicht öfter als einmal pro woche aufsuchen, sonst übertreibe ich noch...
sagt sie.
17:50 Veröffentlicht in Kopflastig , Träume | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken
Kommentarstatus
Der blutige Pfad Gottes 2.0?
Sehr schick.
Veröffentlicht von: Die_Heldin | 02.03.2007
naa, so weit würde ich nicht gehen. nennen wir es einfach "schlechte laune". ;-)
Veröffentlicht von: Ad | 02.03.2007
Schlechte Laune? Au weia. Superpremiummassiv beschissene Laune möchte man sich vor dem Hintergrund lieber nicht vorstellen.
Veröffentlicht von: poodle | 03.03.2007
Und ich sag noch, Scha-hatz, sag ich, besinne dich auf deine buddhistischen Wurzeln und die Genfer Konvention und überhaupt, aber nein, der Herr kann ja sein Temperament nicht zügeln und geht wieder einmal in die Halle.
Mann! Das gibt drei Wochen Liebesentzug, Süßer. Mindestens!
Veröffentlicht von: dieJulia | 03.03.2007
herr poodle, superpremiummassiv beschissene laune äußert sich eher biblisch. kennen sie die stelle mit dem feuer und den apokalyptischen reitern? sind kumpels von mir... ;-)
julia, werteste, drei wochen liebesentzug? schiessen sie sich da nicht ins eigene bein? ähm, wir können das ja mal ausprobieren, wir können uns ignorieren, anschweigen, uns aus dem weg gehen. nur, wenn ich ganz realistsich bleibe, gebe ich uns höchstens drei minuten... wenn überhaupt...
Veröffentlicht von: Ad | 04.03.2007

