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24.01.2007
Respekt
wissen sie, daß ich früher oft albträume hatte, müßte jedem, der hier bereits länger liest, unlängst bekannt sein. schlachten, morden, massaker, gemetzel, blut, folter. das ging über viele jahre so, mindestens jede zweite nacht. irgendwann habe ich angefangen diese dinge aufzuschreiben, für mich und von hand, später entstand dann ein blog, in dem ich zynisch und sarkastisch versuchte diese unterbewußten katastrophen, schwarz humoristisch darzustellen. überdreht, arrogant, übertrieben, augenzwinkernd. für die lesenden wurde es normal, ich hinterfragte diese sache jedoch persönlich immer und immer wieder aufs neue. klar, die sache liegt auf der hand - innere unruhe.
gut, ist auch eine art von humor, meine art, sicher werde ich auch weiterhin fiese anmerkungen anwenden, weil das irgendwie mittlerweile dazu gehört. nehmen wir eine telefonische besprechung von vorhin als beispiel, wo ich zu einem kunden freundlich "das kriegen wir irgendwie hin, herr k., ach wenn die zeit knapp bemessen ist" sagte und in wirklichkeit "ich würde dir gerne die haut mit einer stumpfen rasierklinge abziehen, du opfer!" dachte. doch darum geht es eben nicht, das ist bloß eine überspitzte und eher comic-artige verarbeitung des alltags, die sequenzielle kunst der eigenen mentalen ablenkung halt. ich differenziere stark zwischen gedachtem und geträumten, für mich sind es zwei gänzlich verschiedene bewusstseinszustände.
vor einigen monaten machte es allerdings klick. in aller ruhe und ungesucht, doch erwünscht, betrat die liebe meines lebens die bühne meines chaotischen daseins. wie durch ein fingerschnippen waren albträume weggefegt. meist weiß ich garnicht erst, was ich überhaupt geträumt habe, sonst ist es eher nicht jugendfrei, oder sehr banal. vor ein paar tagen zum beispiel, habe ich die ganze nacht davon geträumt, wäsche zu waschen. von hand. inklusive des vorgangs des aufhängens...
bis heute. heute hatte ich einen winzig kurzen aber so erschreckenden albtraum, wie noch nie. nicht beschreibbar, nicht aussprechbar, so kurz und knapp und doch wie ein blitz, der einen unerwartet erwischt. zum ersten mal seit meiner kindheit, hatte ich nach einem traum richtige angst. zum ersten mal seit jahren, habe ich nun wieder respekt vor träumen und dem leben an sich. zum ersten mal ist alles anders und nicht üblich.
das leben ist ein schleudergang und wir sind die klamotten.
ich weiß, das ist eher ein nachdenklicher eintrag, aber gedanken gehören zu dem üblichen quatsch, den wir üblicherweise betreiben, ebenfalls dazu. ich bin und bleibe heute sehr nachdenklich. vielleicht sollten wir das eh öfter sein und respektvoller mit allem umgehen.
ja... sollten wir.
12:00 Veröffentlicht in Alltag, Blog, Kopflastig, Träume | Permalink | Kommentarstatus (22) | Per Email verschicken


Kommentarstatus
... oh mann, solcher Art Texte lassen die Vorfreude auf April noch mehr wachsen!
Ausgezeichnet!
Veröffentlicht von: SirParker | 24.01.2007
wie recht sie haben lieber Ad!
Veröffentlicht von: Mone | 24.01.2007
beiläufig bemerkt - respekt schadet auch den und in den gedanken nicht, das dachte ich, als ich eben ihr "ich würde dir gerne die haut mit einer stumpfen rasierklinge abziehen, du opfer!" las.
Veröffentlicht von: Garamond | 24.01.2007
garamond: sie haben den eintrag nicht verstanden, gell?
Veröffentlicht von: Ad | 24.01.2007
ad: in beantwortung ihrer antwort wiederhole ich die meinige wortwörtlich - ohne es zu wollen geben sie mir nämlich vollinhaltlich recht ;-)
Veröffentlicht von: garamond | 24.01.2007
garamond: reden sie immer so wirr? muß schwierig sein, auf diese weise eine pizza zu bestellen.
ich verstehe sie schon, nur sie mich nicht, weil sie mich nicht kennen und nicht ansatzweise einen durchblick hier zu haben scheinen.
und... "sequenzielle kunst" können sie bei wikipedia nachschlagen...
Veröffentlicht von: Ad | 24.01.2007
ad: wikipedia kenne ich nicht, was ist das? klingt auch irgendwie nach.. pizza? naja ich verstehe sie schon, aber mir wird gelegentlich übel von dem, was ich hier lese - vermute, die zutaten sind leicht verdorben, und bevor ich mich ankotze, kotze ich lieber sie an ;-)
Veröffentlicht von: garamond | 24.01.2007
garamond: können sie nicht woanders spielen? wenn ihnen übel wird, dann lesen sie hier einfach nicht, es ist ganz simpel.
Veröffentlicht von: Ad | 24.01.2007
Ein Troll mit erigiertem Zeigefinger? Jessas.
Veröffentlicht von: dieJulia | 24.01.2007
ja, werteste. was mich bloß so ärgert ist, wenn solch geistige miniaturmenschen diskussionen anfangen, die a) völlig dümmlich sind und b) fehl am platze.
ich schreibe hier etwas nachdenkliches, an einem ernsthaft denkwürdigem tag und es kommt mir mit "kotzen" um die ecke.
...
Veröffentlicht von: Ad | 24.01.2007
...soll ich mein Äxtlein mal trolltechnisch schultern?
;-)
Veröffentlicht von: Phil | 24.01.2007
hejhej! nichts gegen die armen trolle, die haben ihre Aussage nämlich begriffen herr ad! Und sind völlig ihrer Meinung
Veröffentlicht von: trolldom | 24.01.2007
Nichts hat mir je soviel Ur-Angst bereitet wie ein Traum. dennoch freue ich mich immer auf das bunte Programm was nachts durch die Windungen wabert.
Veröffentlicht von: joppi | 25.01.2007
ja, werter joppi, ich freue mich auch manchmal über splatter-orgien in träumen, doch glauben sie mir, dieser war etwas anderes und vorallem persönlich...
Veröffentlicht von: Ad | 25.01.2007
Ich glaube, nichts kann einem mehr Angst machen, als ein Traum...
Veröffentlicht von: annschn | 25.01.2007
doch annschn, die realität kann das noch viel besser (schlimmer)...
Veröffentlicht von: Ad | 25.01.2007
neinnein.. auf Alps--richtige Alps freue ich mich nicht. Das war ein Mistverständnis. Aber alle anderen wirren wilden Bilder, die sind herzlichst willkommen. Gibt es auch unpersönliche Alpträume?
Veröffentlicht von: joppi | 25.01.2007
unpersönliche albträume sind solche, mit fremden gesichtern, unbekannten menschen, an fiktiven standorten... :-)
Veröffentlicht von: Ad | 25.01.2007
Um Ihren Akku in Sachen lebensbeendender Geschichten wieder aufzuladen, werter Herr Ad, empfehle ich Ihnen einen gepflegten, mehrwöchigen Aufenthalt in Nigeria.
So viele Menschen wie ich in den letzten Nächten schon im Traum gemeuchelt habe, das würde für einige Leben hinter Gittern reichen.
Veröffentlicht von: pathologe | 26.01.2007
naa, lassen wir das besser, werter herr pathologe. wissen sie, ich war bereits oft in der stadt brasilia, danach hätte ich jedesmal vor blut triefende bücher schreiben können...
Veröffentlicht von: Ad | 26.01.2007
Also ich kille ja ganz gerne Allegorien. Da nehme ich mir dann richtig viel Zeit und setze alles ein, was ich habe... reinste Handarbeit quasi. ;-))
Veröffentlicht von: dieJulia | 26.01.2007
mein baby! :-)
Veröffentlicht von: Ad | 26.01.2007
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