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26.12.2006

Von der Interpretation, sensorischen Informationen und der Adaption

eigentlich hasse ich das wort "eigentlich". es klingt nach unsicherheit, die aussagekraft ist beinahe fiktiv. es umschreibt in meinen augen dinge, die man theoretisch tun wollte, diese aber praktisch nicht umsetzen kann. womöglich ist das allerdings genau das passende wort, für meine gedanken, gerade, während ich hier wie ein haufen elend sitze und versuche einen eintrag zu tippen.

denn, eigentlich wollte ich gänzlich andere dinge beschreiben. zum beispiel meinen heiligabend, an dem haufenweise kleine und lustige katastrophen passiert sind. ich wäre beinahe ertrunken, erfroren, erstickt, am schädeltrauma gestorben und zudem verblutet. eigentlich war es DER stoff für einen richtig bösen text, ganz nach meinem geschmack. eigentlich...

doch wie das - zumindest in meinem leben - immer so ist, kommt alles anders. anstatt zynische und sarkastische opern zu dichten, verfalle ich heute dem drama und das ausgerechnet kurz bevor familiärer besuch kommt. mit mir als gastgeber, in dieser verfassung, werden sie sicher auch ein solches erleben. witzchen reißend und die gemüter erheiternd, werden sie mich heute nicht erleben, eher schweigend und müde. der braten ist im ofen, das ganze haus riecht nach knoblauch, doch mein appetitus cibi steht auf off. ich empfinde bloß eine starke abneigung gegen personen und deren verhaltensweisen, gegen beinahe alles, was sich augenblicklich im umkreis meines körpers befindet. ich mag weihnachten nicht und dieses jahr hatte ich besonders wenig verlangen auf dieses fest. und? es ist exakt so beschissen geworden, wie der gedanke daran, den ich vorher empfand...

eigentlich ist das auch eine aufgezwungene party für fantasy-fans. ich meine, was soll der blödsinn? die bibel ist eine solch schlechte ansammlung deterministischer phrasen, selbst ich könnte sowas schlechtes nicht verfassen und dabei ist mir vollkommen klar, daß ich nicht gerade das sonnenlicht unter den schreiberlingen bin. himmel, hölle, blabla, auferstehung, zaubergarten, ewiges leben, avestische schriftrollen. mann, muß das eine enttäuschung sein, wenn einem die lichter ausgehen und kein weiteres licht folgt...

doch eigentlich ärgere ich mich nicht über dieses fest, welches die menschen glauben läßt, man sei sich plötzlich für ein paar stunden näher, sondern über mich selbst. ich habe gestern etwas ausgesprochen, was ich nie hätte aussprechen dürfen. eigentlich war es nur ehrlich und eigentlich war es auch die wahrheit, doch eigentlich war es einfach nur dumm und unnötig.

falsch! es WAR dumm und unnötig. zur hölle mit "eigentlich"!

Kommentarstatus

... aber es ist doch richtig und wichtig, die Wahrheit zu sagen, ehrlich zu sein und auszusprechen, was man fühlt und denkt, wovor man Angst hat und was einen quält.

Das ist weder dumm noch unnötig oder gar ein Drama, sondern selbstverständlich.

Veröffentlicht von: dieJulia | 26.12.2006

wissen sie, baby, selbstverständlich haben sie recht... doch sie waren dabei, und (!) es war unnötig...

Veröffentlicht von: Ad | 26.12.2006

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