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20.12.2006

„Mahlzeit“ wird zur Mittagszeit häufig als knapper Gruß benutzt

gestern, irgendwann. ms stürmt in mein büro und macht die ansage "laßt uns was essen gehen!", welcher ich auch gleich zustimme. da wir zu fuß losziehen, ist die auswahl an lokalitäten eher begrenzt. wir befinden uns in einem industriegebiet. es gibt einen mcdonalds, den wir gerne und bevorzugt meiden, drei imbisse - türkisch, asiatisch und deutsch, wobei wir den deutschen und vor lauter fett triefenden metzger ebenfalls gerne meiden, gleichfalls mit dem asiaten, der immer merkwürdig viel stinkenden müll hinter seinem laden lagert. beim türken ist es ganz ok, zudem ist der laden relativ groß, man kann platz nehmen, was mir wichtig ist, ich bin nämlich ein gegner des speisens im stehen. alternativ bliebe noch ein supermarkt, in dem man warme speisen zu sich nehmen kann, doch wer möchte schon zwischen lärmenden einkaufswagenschiebern essen...

es ist neblig und ungemütlich, ebenso sind wir gelaunt. es ist einer dieser tage, an denen sich jeder still hinter seinem display versteckt und sich höchstens mit privatem beschäftigt. wir beide wissen das, kennen uns bereits einige jahre, brauchen kein wort darüber zu verlieren, ebenso verlieren wir kein wort übers geschäftliche. unsere gespräche kreisen um dinge, den alltag, meine limerenz über die er sich lustig macht und meint ich sei ein personifizierter heizungskörper, ich entgegne diese verspottung, indem ich laut lachen muß, weil er letztens in hundescheiße getreten ist und dies nicht bemerkte und anschließend mit dem stinkenden haufen das frisch geputzte haus betrat, wo seine frau leicht bis mittelschwer ausgeflipt ist. zwei erwachsene kleine kinder, kreative halt. das ist wie eine krankheit - vernunft und bodenständigkeit? vergessen sie es...

vor dem türkischen imbiss stehen zwei baufahrzeuge einer dieser firmen, die nach dem nachnamen des inhabers benannt wurden. schmitz/schulz/müller/kaputnik/schweiss, suchen sie sich was aus und fügen dem ein gmbh hinzu. halt eine totalitäre unfähigkeit schöpferischen denkens und handelns.

das bild im inneren der fressfabrik passt auch hervorragend zu meinen vorurteilen. schmatzende und bierbäuchige blaumänner weit und breit. wir kennen uns vom sehen her, es sind exakt die bauarbeiter, die vor eingen jahren unseren glastempel gebaut haben, inklusive vieler pannen. wir sind die fuzzis, die den ganzen tag "sinnlos" vor laptops sitzen und telefonieren, während sie die wahren arbeiter dieser welt sind, die die schwitzen und anpacken, die die sich am sack und an der ritze kratzen, die die viel bier und fußball vertragen. nicht so "luschen" wie wir halt. womöglich halten sie uns für schwul...

wir ergatern den letzten freien tisch, ms nimmt einen dönerteller mit pommes, ich eine vegetarische türkische pizza mit scharfer sose. nach nur zehn minuten sind wir genervt bis apokalyptisch hasserfüllt angesichts des packs um uns herum. es wird geschmatzt, mit vollem mund geredet, gerülpst, brocken gelacht. einer furzt sogar und zerbröselt sich darüber vor lachen. der lehrling bekommt nackenschläge, einer spuckt sein essen wieder auf den teller. wir sind in diesem sumpf aus dem personifiziertem inhalt einer randvollen kotztüte die außerirdischen, kurz vernehme ich ein leiseres "die feinen pinkel"...

ich stehe kurzerhand auf und begebe mich zu dem größten und fettesten der truppe, steche ihm mit einer mordswucht meine gabel durch das ohr in den kopf. er sabbert blut, seine augen verdrehen sich, schließlich knallt er mit dem kopf auf den tisch. der rest der truppe ist sprachlos, der türkische koch versteckt sich hinter dem tresen. im hintergrund höre ich ms wild kreischend, als er einen blaumann mitsammt fenster nach draußen befördert, welcher mit einem blutspritzendem hals auf einer scherbe liegen bleibt. einer versucht mich mit einem stuhl zu erschlagen, doch ich bin zu gelenkig, bücke mich, er zerschlägt das holz an der wand, ich trete ihm in die eier. eine wundervolle methode, bei männern die handbremse zu ziehen. anschließend zerschlage ich seinen kopf mit der kante eines tisches. cirka drei mal. die reste von pommes verbleiben in seiner offenen und blutenden schädeldecke. der lehrling steht kreidebleich in der türe, ich schaue ihn an und klatsche in die hände, rufe "lauf forrest, lauf!". er folgt meiner freundlichen und bestimmenden anweisung und rennt um sein unbedeutendes leben. ms ruft mich, er sitzt auf einem riesen und versucht krampfhaft sein genick zu brechen, ich eile zur hilfe, tatsächlich ist der kopf dieses individuums exakt so dickt wie sein hals. zu zweit schrauben wir daran, wie an einem gurkenglas, bis es knacks macht. am ende bleibt bloß einer über, der paralysiert einen anderen tag erwartet hat und zudem nicht gerade über "feine pinkel" hätte lästern sollen, weil wir solche nicht sind, bloß weil wir kein beton im haar tragen. der dönerspieß macht sich recht hübsch in seinem auge...

wir holen den türkischen koch hinter dem tresen hervor, bestellen zwei nichtalkoholische getränke, setzen uns hin. der laden sieht furchtbar aus, wir ebenfalls. unsere klamotten sind von blut durchtränkt, wir japsen vor uns hin. ich zünde mir eine zigarette an und werde dabei von dem militanten nichtraucher ms vorwurfsvoll angeschaut. ich puste den qualm in sein gesicht und denke darüber nach, die rasierklinge aus meiner manteltasche an ihm anzuwenden...

Kommentarstatus

Oh, bei Herrn ad gibt es Schlachtplatte...

Veröffentlicht von: pathologe | 21.12.2006

chapeau:-) !!! wildgeschnetzeltes ...

Veröffentlicht von: Phil | 21.12.2006

Ich finde es ja sehr anständig von Ihnen, daß Sie den Lehrling am Leben ließen. Das macht Sie ja schon fast wieder zum Philanthropen. ;-)

Veröffentlicht von: dieJulia | 21.12.2006

ja, gell? :-))

Veröffentlicht von: Ad | 21.12.2006

p.s. stattdessen habe ich ihn losgeschickt einen eimer pixel zu holen...

Veröffentlicht von: Ad | 21.12.2006

hihi... :-)

Veröffentlicht von: dieJulia | 21.12.2006

es wurde aber auch zeit das sie mal wieder richtig losschlachten ;)

Veröffentlicht von: Mone | 21.12.2006

ah endlich... endlich, ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll. Am Besten mach ich mir ein Gurkenglas auf, mein Gurkenmeister

Veröffentlicht von: joppi | 22.12.2006

joppi: haben sie gurkenmeister zu mich gesacht?

;-)

Veröffentlicht von: Ad | 22.12.2006

Ehre wem Ehre gebührt

Veröffentlicht von: joppi | 22.12.2006

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