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29.11.2006
Empfindung und Eindruck
wissen sie, es gehört einiges dazu, mich zu berühren. es gehört einiges dazu, mich zu beeindrucken. es gehört einiges dazu, überhaupt erst von mir wahrgenommen zu werden. und es gehört mehr als einiges dazu, um in mein herz kriechen zu können.
doch eine person hat es heute geschafft, mich mit nur acht sätzen gefühlsmäsig so zu zerbröseln, wie kein mensch zuvor in meinem leben. und nun liege ich hier wie ein zerstreutes puzzle und wünschte, eine putzfrau könnte mich wieder zu einem haufen zusammenkehren.
so explizit auf den punkt gebracht, wie ein nichtausgedehnter ort im raum. so schmeichelhaft, wie die positivste und freundlichste äußerung seit menschengedenken. so schön wie tagpfauenaugenflügel. so einmalig, wie eben das einzige exemplum von etwas einzigartigem.
üblicherweise habe ich keine probleme damit, etwas auf den punkt zu bringen, doch heute schon.
sagen wir es mal so: danke dafür!

21:35 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (8) | Per Email verschicken
Kommunikation als Motiv
gestern, 17:30h. ich schreibe einen bestimmten gedanken in vielen sätzen auf, verschicke diesen noch gerade, als plötzlich meiner kommunikationsanlage die lampen ausgehen. telefon und datenleitung tot. im nirvana der verkabelung. kein stromausfall, es blinkt bloß, doch leider blinkt "online" nicht. als erstes stupse ich mit einem kugelschreiber das "reset" knöpfchen, die anlage sucht sich selbst neu, findet sich allerdings nicht. dumm, das. dabei kann ich sie doch sehen... als nächstes vom strom trennen. sie sucht erneut, findet erneut nichts. kurz fühle ich mich wie robinson, ohne freitag.
es bleibt die dritte und letzte möglichkeit, nämlich die störungszentrale anzurufen. per mobilfunk...
kreatur: (nach zwanzig minuten warteschleife...) blabla gmbh, was kann ich für sie tun?
ich: (sauer) hömma sie ma! mir ist schon wieder die anlage flöten gegangen, das ist mittlerweile normalität geworden! mindestens einmal pro woche passiert das! was ist bei euch los? das einzige was bei euch richtig funktioniert, ist das abbuchen von rechnungen!
kreatur: kundennummer?
ich: wie immer nicht zu hand, ich sag ihnen mal die adresse...
kreatur: ja, äh... herr ad, es liegt keine störung vor...
ich: hä? haben sie mich nicht verstanden? ich melde ihnen doch gerade eine!
kreatur: ja, aber da kann ich nichts machen...
ich: (völlig verduzt...) wollen sie mich eigentlich veräppeln? ich habe doch gerade die störungszentrale angerufen, oder nicht? soll ich jetzt per rauchzeichen kommunizieren? ich habe extra zu euch gewechselt, inklusive eines bösen kündigungsschreibens an den konzern mit dem magentenen buchstaben im logo und nun habe ich eine traumhafte datenleitung und eine telefonflatrate, die alle zwei tage nicht funktionieren! ich wollte kosten senken und nun gebe ich mehr geld fürs mobilfunk aus, als vorher, bloß um bei euch störungen anzumelden!
kreatur: ja, aber da kann ich trotzdem nichts machen. da muß ein techniker zu ihnen kommen. doch das geht erst morgen...
ich: (mittlerweile mit einer axt am schreibtisch kratzend) hier waren schon zwölf mal techniker!
kreatur: ich kann das hier nur so weiterleiten, jemand kommt morgen zwischen 10:00h und 12:00h...
mein ausgesprochenes "arschloch" wird er sicher noch verstanden haben, bevor ich aufgelegt habe...
den rest des tages werde ich sehr nachdenklich. man ist irgendwie völlig aufgeschmissen ohne diese dinge in der heutigen zeit. plötzlich fallen mir tausend geschichten ein, die ich gerne ins blog stellen würde, plötzlich möchte ich stundenlang telefonieren, plötzlich möchte ich hunderte e-mails verschicken. und handys finde ich blöd...
20:30h, es klingelt an der türe. es ist r., ein kumpel, fragt ob ich lust habe, unten ein bier zu trinken. "was bleibt mir sonst übrig?" denke ich leise und verlasse das haus. r.s geblabber zieht spurlos an mir vorrüber, wie der winter an einem schlafenden bären.
früher waren wir noch dicke kumpels, früher bevor man sich in gegensätzliche richtungen verändert hat. bevor r. ein wohnzimmerhocker in altmodischen hausschuhen und einem fläschchen bier in der hand wurde, der ziemlich jede serie aus der glotze auswendig kennt. bevor er ein schlappschwanz wurde...
sein gesicht ist hohl, ich kann durchgucken, er redet und ich höre nichts, starre nickend durch die gegend, trinke ein frisch gezapftes nach dem anderen, rauche viel zu viel, bis r. irgendwann fragt "was sagst du dazu?" und ich bloß grinsen muß, weil ich mir kurz seinen kopf, mit einem apfel im mund, im backofen vorstellen muß. dummerweise als er vom tod seiner geliebten großmutter gesprochen hat...
um 00:30h falle ich ins bett. unglücklich. sehnsüchtig. sauer. vorallem auf mich selbst, weil ich um 02:57h wieder aufstehen muß.
und jetzt nur abgekürzt zum abschluß, bevor ich wieder einen ersten teile schreibe und anschließend keine lust auf eine fortsetzung habe (deswegen werde ich auch nie ein buch schreiben können...). heute um 10:00h hat sich die anlage plötzlich selbst wieder in betrieb genommen, der techniker war selbstverständlich erst nach 12:00h hier, inklusive eines damenbärtigen lehrlings, installierte einen catv-amplifier, ist mir heftigst auf die nerven gegangen, doch hat eines erreicht - meine übertragungs- und empfangswerte liegen zum ersten mal im idealbereich.
dafür ließ ich ihn am leben...
13:30 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (6) | Per Email verschicken
28.11.2006
Statistische Datenanalyse
ich habe mir mal die statistik dieser seite angeschaut. wissen sie, als bekennender b-blogger interessieren mich diese kaum, ich schaue sie mir bloß alle paar wochen an, so aus spaß an der neugier eben. dabei ist mir etwas aufgefallen. hatte ich vorher über monate konstant eine gleichbleibende anzahl von besuchern (nicht klicks!), so ist diese nun explodiert und zwar auf einen sechsfachen wert des vorherigen. was mich allerdings dabei wundert ist, es wird dabei weniger kommentiert als früher, bevor meine wenigkeit frisch verliebt war. haben sie ein fazit für mich parat?
und wo wir schon bei der auswertung dieser seite sind, hier mal wieder ein paar kleine und hilflose suchanfragen, von vollidioten, die durch das tippen mit ihrem zeigefinger, bei apokalyptischer mentalabwesentheit, irgendwie hier gelandet sind:
rasierte pommes
hmm, was es so alles an perversionen zu geben scheint...
achterbahn als erdbeschleunigung
na, das wäre aber eine langsame nummer...
spruch genickbruch und ding augenring
ähm, ist ja schon fast ein gedicht! wenn ich bloß wüßte, was ein genie wie sie im internet sucht...
ausreden für geschäftsessen
ein kreativer sind sie nicht, gell?
anderes wort für kopflastig
nachdenken!
bahamas montage
wann habe ich hier bitte jemals die bahamas erwähnt? ich weiß nicht einmal wo das ist...
und als abschluß dieses hier:
mutti fickt söhne
sie drecksack! sie suchen meine seite schon seit monaten heim. hier gibt es keine muttis und keine söhne und schon garnicht vereint beim geschlechtsakt! schnappen sie sich ihr taschengeld, kaufen sie sich ein messer und befreien sie sich doch bitte selbst, von der kleinen last, die zwischen ihren beinen baumelt!
so! und meine werte leserschaaft mag bitte an das resümee denken...
11:40 Veröffentlicht in Blog | Permalink | Kommentarstatus (22) | Per Email verschicken
27.11.2006
Vom Vermissenmüssen (IV)
15:45 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
26.11.2006
Schluckakt
heute, 12:00h. ich stehe ratlos vor meinen schränken und weiß nicht, was ich anziehen soll. in diesen belangen verhalte ich mich manchmal wie ein luxusschlämpchen. ich bin zum essen eingeladen, meine eltern werden ebenfalls anwesend sein. gastgeber ist der ehemalige geschäftspartner meiner mutter. gentleman und schwul. jeans und t-shirt sind tabu, skaterschuhe ebenfalls. so ein mist! dabei lebt es sich in meinem gehirn augenblicklich recht angenehm in einem unseriösen burschenmodus, armani & co. können mir momentan den buckel runter rutschen, ich erlebe eine anarchie meines daseins, so vieles ist jetzt wichtiger als designerkleidung, das hohle innere meiner selbst hat sich in einen wärmenden kern verwandelt...
ich entscheide mich für einen helgrauen hugo anzug, ein weißes prada hemd, keine krawatte, die schwarzen budapester von
l. reiter, eine zenith am handgelenk. würde man meine begeisterung angesichts dieser veranstaltung nach der celsius-skala bemessen, würde die welt und alles leben augenblicklich erfrieren...
12:45h, ich verlasse das haus, muß noch den bruder des gastgebers mitnehmen, der hier nur wenige straßen entfernt wohnt und keinen führerschein besitzt. auch das noch...
doch nach nur wenigen minuten fahrt, entpuppt sich b. als ein sehr netter zeitgenosse. ich kenne ihn seit jahren bloß vom sehen her, gesprochen habe ich ihn nie. er sieht fertig aus, berichtet von vergangener nacht, die wohl etwas länger wurde und davon, daß er nun beinahe diese einladung verpennt hätte, fragt vorsichtig und schüchtern ob man im auto rauchen könnte, was ich nur mit "bei mir grundsätzlich, außerdem ist das eh nur ein mietwagen..." entgegnen kann, zünde mir selbst eine an und drücke auf den turbolader. die autobahn fliegt an uns vorrüber.
13:50h, ankunft in dem hässlichsten städchen, welches ich je im leben besichtigen durfte. man darf allerdings gespannt sein. der gastgeber ist metzger und meisterkoch, gentleman und schwul, mit viel sinn für schöngeistige ästhetik und feines dinnieren.
so sieht der empfang auch aus. meine eltern sind da und noch vier weitere personen, inklusive der ex-frau des schwulen gastgebers. es wird edelster champagner gereicht, das neue eigentummspenthouse gezeigt. er sieht wie immer großartig aus, trotz seinem alter von 62 jahren, als ich seine schrille ex nur zehn minuten erlebe, kann ich beinahe verstehen, warum er schwul wurde. sagen wir es so, ich fände eine rostige axt in ihrem kopf hübsch...
übers essen werde ich mich nicht auslassen, ich habe viel besseres erwartet, bin sogar der ansicht, es selbst besser zu können. karottensuppe mit gekauften fleischbällchen, beim hauptgang harte kartoffeln und bittere angebrannte rosenköhlchen, zum dessert sodbrennen verursachendes zitroneneis. dazu für mich als fahrer pisswarmes mineralwasser. kurz überlege ich alle umzubringen, außer meinen eltern und dem netten b., bloß um schnell abhauen zu können, doch ich verwerfe den gedanken wieder, weil ich andere ziele habe, als lebenslänglich angst vor dem aufheben der seife zu haben...
es mag aber auch an mir selbst liegen, denn meine gedanken sind gänzlich woanders. wenn ich jetzt kurz nachdenke, so fällt mir vom tischgerede kaum was ein. es war ein riesiger luftballon aus blabla, welcher spurlos meine ohren verfehlte. indifferentismus auf hochglanz poliert. gleichgültichkeit der extraklasse. alles was mich bloß interessierte, war eine sms, die ich erwartete.
die habe ich erhalten, während meiner vielen zigarettenausflüge auf die riesige terrasse. ich wurde ruhiger. und entfernte mich mental noch mehr. blabla, blabla. worte und sätze die bereits hundertfach gesprochen wurden, keine neuigkeit, die neu wäre, dümmliche wohwollende äußerungen, blabla. fünf stunden geistige folterung inklusive sodbrennen und pisse zum trinken.
die rückfahrt bei ca. 190 km/h gestaltet sich angenehmer, b. berichtet mir davon, wie er solche empfänge hasst, ich gebe ihm recht, wir rauchen zigaretten und wundern uns über den vielen verkehr an einem sonntag. ich mag diesen kerl.
und ich bin sicher, bei nächster einladung werde ich eine tödliche krankheit vortäuschen und er wird meinen pfleger spielen...
...oder umgekehrt.
20:15 Veröffentlicht in Alltag | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken
25.11.2006
Vom Vermissenmüssen (III)
15:03 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
24.11.2006
Autumn II

als platzhalter, während ich verzweifelt versuche der herr meiner sinne zu werden...
17:17 Veröffentlicht in Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
23.11.2006
Gegenwart
es ist die merkwürdigste zeit meines lebens. draußen gewittert es, goldene blätter fliegen gegen das fenster, regen plätschert auf das dach, es ist aschgrau, so das ich licht im arbeitszimmer eingeschaltet habe, weil es mir zu dunkel wurde.
die menschen draußen tragen dicke jacken und regenschirme, die autos erzeugen feuchte geräusche beim vorbeifahren,
kaum jemand traut sich mit dem fahrrad zum bäcker.
mit verschlagenen armen rennen sie bloß hektisch zu ihren fahrzeugen, die tüten mit den kleinen runden frühstücksbroten unter der jacke schützend.
ich sitze in meinem chefsessel und starre aus dem fenster.
diese dunkle und trostlose kulisse habe ich bereits sehr oft beobachtet. sie machte mich grundsätzlich traurig.
der blätterfall fungierte grundsätzlich als eine depressive episode meines daseins. ein leises und kurzes sterben, bloß für einen moment.
doch diesmal ist etwas anders, denke ich und kaue eine weitere grüne mandel. meine augenblicklichen emotionen sind alles, bloß nicht von traurigkeit geplagt. vielmehr belustigt mich die wärme, die mich umgibt, obwohl die heizung bloß auf stuffe eins läuft.
ich erzeuge innerlich eine eigene thermodynamik, bloß durch das schlagen meines herzens. mein kopf erlebt eine durchblutung ad maximum.
eine mentale umwandlung ist geschehen und plötzlich weiß ich was ich will. ich bin zum ersten mal fähig, gedanken, emotionen und wahrnehmungen zu vereinen und diese gemeinsam zu erden. eine ankunft.
eine weitere grüne mandel bringt es auf den punkt.
ich besitze die fähigkeit dazu, nicht in der vergangenheit zu leben...
11:04 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken
22.11.2006
Die offizielle Anerkennung als Experte
heute nacht, 02:57h. wieder ertönt der schrille ton des weckers, dem ich spontan keine besonders lange lebenserwartung prophezeie. keine besonderen vorkommnisse im badezimmer, die klamottenfrage erübrigt sich, die heutige beschprechung ist bloß intern. eine schwarze jeans von alien workshop, schwarze emerica schuhe, ein kapuzenpullover von jack wolfskin in dunkelgrau, am handgelenk die silberne zenith. sonnenbrille vorsichtshalber in der hosentasche...
wieder einmal genieße ich irgendwie die frühe und einsame ankunft im palast der kreativität. verzichte sogar auf kaffee, aus angst vor sodbrennen, habe zwei flaschen gemüsesaft mitgebracht. der auftrag ist erteilt, ich kann endlich richtig arbeiten, nicht bloß entwürfe basteln. ich hasse unnötige und zeitfressende unproduktivität, die durch unbegründete verbalorgien verursacht wird...
09:00h. besprechung. ms., zehn angestellte und vier externe freie mitarbeiter starren mich an. ich bin der leiter des auftrags.
ich: ja, guten morgen allerseits, wir haben uns heute hier versammelt, um diesen großen auftrag zu koordinieren. sprich, wer was wann erledigt haben sollte. unser terminplan ist relativ knapp, wir müßen möglichst schnell einen gemeinsamen roten faden finden...
in dem moment merke ich, daß die mappe mit den gesamten angaben zur festlegung der handlungen, bei mir zu hause im arbeitszimmer liegt...
ich: äh... (leicht verwirrt, aber immer noch der ansicht den plan in meinem kopf auswendig zu kennen...) äh, also... (statt an koordination, denke ich plötzlich an einen elefanten...), also, um ehrlich zu sein, es ist mir peinlich, aber ich habe meine unterlagen daheim vergessen...
die t. kiechert, ms. kaut auf seinem finger, ich bin kurz vor einem lachanfall...
ms.: können wir improvisieren?
ich: haben sie meine farbverbindlichen proofs zur hand? (vor fremden siezen wir uns immer...)
ms.: (packt beide hände auf seinen kopf) die liegen bei mir zuhause...
und ich bekomme schließlich den lachanfall, dem alle anderen folgen.
morgen um 09:00h findet eine weitere besprechung statt, und ich kann heute nicht mehr aus dem haus gehen, weil ich alle unterlagen, mappen und ordner so positioniert habe, daß es mir unmöglich ist, die haustüre zu öffnen, ohne über all das zu stolpern...
14:00 Veröffentlicht in Alltag , Debil | Permalink | Kommentarstatus (11) | Per Email verschicken
21.11.2006
Sphärenklänge
du stöhnst so schön...
22:49 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Gehört , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (11) | Per Email verschicken
Politischer Aufsatz mit Gastautoren (III)
17:58 Veröffentlicht in Blog , Gelesen , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
not young, not urban, not professional
heute nacht, wieder klingelt der beschissene wecker um 02:57h. augenblicklich ist mein leben pures chaos, vermengt mit überdimensionaler mentaler verwirrtheit. im bad brauche ich 40 minuten, mitten im gesicht ist mir ein pickel gewachsen, möchte gerne wissen wo das vieh hergekommen ist. selbst als pubertärter jugendlicher hatte ich nie pickel.
nach einer schmerzhaften entfernung des besagten inklusive einer blutkonserve, dem auftragen von diversen cremes und lotionen, bin ich mit meinem äußeren relativ zufrieden, relativiert auf die geschehnisse der letzten tage und dem heftigsten schlafentzug. bloß meine augen tränen wie wasserfälle, die augentropfen haben den zustand nicht gemildert, sondern bloß verschlimmert.
nach einem erzwungen heruntergewürgtem toast mit käse, stehe ich im bademantel vor meinen vielen schränken und stelle fest, daß ich zu viele klamotten besitze und zu durcheinander bin, um eine auswahl treffen zu können. heute ist nämlich ein besonderer tag, heute kann ich mich nicht einfach alleine mitten in der nacht an diverse arbeiten setzen, um dann schleunigst zu verschwinden, nein, heute kommt der kunde persönlich aus münchen angereist und besteht auf meine anwesentheit bei einer besprechung. gut, ich habe ihn seinerzeit auch an land geholt, doch muß das sein? dabei bin ich augenblicklich so menschenscheu...
ein dilemma des anziehens. einerseits brauche ich etwas bequemes, da ich noch mindestens vier stunden zwischen verschiedenen druckmaschinen agieren muß, andererseits ist das ein großer kunde, für den man üblicherweise armani trägt beim treffen. ich beschließe den typisch langweiligen werber zu mimen, entscheide mich für die dunkelblaue armani classic jeans, einen körperbetonten schwarzen rollkragen von hugo, schwarze skateschuhe von adio und den maurice lacroix chronographen am handgelenk. ich weiß, das ist nicht wirklich das seriöseste auftreten vor einem millionenschweren kunden, doch augenblicklich ist mir vieles egal...
die zeit bis 08:30h nutze ich sehr produktiv, meine gedanken sind zwar woanders, doch die arbeit geht mir glatt von der hand, ich mache das bereits ein paar jahre, ich weiß, ich kann mit meinen ergebnissen zufrieden sein.
als das glasgebäude mit leben gefüllt ist, und sich viele menschen an der theke vor der kaffeemaschine versammeln, geselle ich mich dazu. ich erfahre viele neuigkeiten. n. ist schwanger und solo, d. ist plötzlich geschieden, s. hat die prüfung nicht bestanden, r. hat sich geoutet, die b. ist mit c. zusammen, oh man...
...und dann kommt es:
die t.: sag mal ad, was gibt es bei dir eigentlich neues und wie geht es m.?
der kaffee bleibt in meinem hals stecken, cirka zehn personen starren mich an. sie kennen mich bereits ein paar jahre und wissen, daß ich nicht gerade wortkarg bin, doch ich habe keine lust auf konversation über privates. kurz überlege ich sie alle umzubringen, um es zu vermeiden etwas von mir geben zu müßen, halte das allerings für eher unmöglich, zudem habe ich sie alle irgendwie gern.
ich: keine ahnung wie es m. geht...
verschiedene und entsetze stimmen: hää/was?/ohhh/nein?!/im ernst?/ihr habt euch getrennt?!
ich: ja... das haben wir...
die t.: deswegen siehst du so verheult aus!
ich: äh, nein...
daraufhin lasse ich alle stehen und begebe mich auf die terasse um eine zigarette zu rauchen. die t. folgt mir.
t.: verzeih, ich möchte nicht zu persönlich graben...
ich: tust es trotzdem, aber ich kenne dich, du kannst nicht anders, ist schon ok...
t.: eine andere?
ich: ja, aber es war nicht ausschlaggebend, wenn man sich zum fünften mal trennt, weil man etwas zeit für sich braucht, dann wird meiner ansicht nach ein sechster versuch ebenfalls scheitern...
t.: das mag stimmen...
den rest der zigaretten schweigen wir, starren bloß verloren mit verschlagenen armen das gebirge am horizont an.
die besprechung mit dem kunden verläuft glatt wie geschmolzene butter, er akzeptiert alle meine arbeiten ohne wenn und aber, zwischendurch schlafe ich beinahe ein, er lädt ms. und mich für abends in sein kölner hotel zum essen ein, ms. sagt zu, ich erfinde eine wilde geschichte vom wasserrohrbruch und tausenden handwerkern in meinem haus, um mich zu drücken. "dann beim nächsten mal" bleibt im raum stehen...
...während ich bereits in meinem hinterkopf eine weitere ausrede ausdenke, um dieses mögliche weitere geschäftsessen zu vermeiden.
augenblicklich bin ich kein wahrer geschäftsmann.
13:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
20.11.2006
Zurück zum Tagesgeschäft
so. genug larmoyanz. zumindest für sie und an dieser stelle.
sie können schließlich - als meine werte leserschaft - auch nichts dafür, wenn ich mich plötzlich aufführe wie ein mannbarkeitiger jugendlicher, der zum ersten mal traumatisch in die bettwäsche gespritz hat... naaa! wo kommen wir dann hin?
bloß... mir fällt nichts ein...
haha!
p.s.: bitte verzeihen sie dem verfasser an dieser stelle die buchstäbliche darstellung des wahnsinns...
22:15 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken
Desynchronisiert
heute, 02:57h, der wecker klingelt. ich springe augenblicklich aus dem bett, ich hasse dieses schrille geräusch, würde zwar am liebsten noch im land der träume verweilen, doch ich habe wieder einen spezialauftrag und möchte diesen so schnell wie möglich erledigen. vorallem in aller ruhe, ich habe keine lust auf menschen, ich habe keine lust auf gespräche, ich habe keine lust fragen zu beantworten. mein gehirn ist weit weg, bei jemand anders, ich fühle mich wie ein schulkind, das mental abwesend im untericht verweilt, meine konzentration ist spazieren...
ohne mich...
so entfaltet sich auch meine professionalität in der agentur.
ich klicke mich durch farbprofile, vergesse ständig was ich eigentlich suche, die datenbank mit schriften erscheint mir als eine ansammlung von hieroglyphen, ich trinke ein kaffee nach dem anderen, obwohl ich eigentlich keinen kaffee mag, statt mich darauf zu konzentrieren hilfslinien exakt zu positionieren, hinterfrage ich in meinem kopf warum ich seit tagen keine lust mehr habe zu onanieren, stattdessen lieber an schmetterlinge denke. in meinem schritt fühlt es sich an, als würde ich beim spenden zwei becher brauchen...
so geht die arbeit dann auch weiter, ich schalte die maschine ein und gehe erstmal draußen eine zigarette rauchen. es werden zwei, was egal ist, da das elektronische wunderkind immer seine zeit braucht. ich betrachte das glasgebäude, welches mit eingeschalteten lichtern im dunkeln wie ein palast der träume wirkt, ein stern in der finsternis, meine gedanken drehen durch, ein oder zwei tränen fließen über mein gesicht. als ich wieder reinkomme, merke ich, daß ich die maschine überhauptnicht eingeschaltet habe...
so ist es dann auch 08:30h als ich fertig bin und der aufmarsch der schrillen truppe kreativer, laut und lachend den laden betritt, obwohl ich zu diesem zeitpunkt längst weg sein wollte. draußen ist es bewölkt und dunkelgrau, doch ich trage meine sonnenbrille. möchte nicht, das jemand meine übernächtigten und verheulten augen sieht. sie wissen, ich bin verrückt, fragen also nicht nach, oder trauen sich zumindest nicht, schließlich war ich mal deren chef.
als ich das gebäude verlasse, irgendwas hinterlassend, von dem ich mir nicht sicher bin, ob ich mist gebaut habe, oder nicht, kommt auch noch ausgerechnet ms. auf den parkplatz geschossen, winkt ich solle kurz warten.
ms.: moin! bist du schon fertig?
ich: schon ist gut, ich wollte bereits seit einer stunde weg sein...
ms.: sach ma, warum trägst du eine sonnenbrille?
ich ziehe das besagte model von dolce&gabanna kurz runter und als er meine tränenden augen, nebst den augenringen, die als winterreifen fungieren könnten bemerkt, sagt er bloß "ok, zieh sie wieder auf!".
die rückfahrt zieht an mir vorrüber wie im trance. ich überhole hunderte autos, queens of the stone age bringen die boxen im takt zum vibrieren, kann mich nicht wirklich daran erinnern auch nur einmal irgendwelche farben der ampeln beachtet zu haben. ich war ganz einfach nicht da...
und jetzt? der aschenbecher ist voll und ich habe keine lust aufzustehen. von dem vielen kaffe habe ich sodbrennen. augentropfen wirken nicht, ich muß ständig weinen. mein magen schmerzt, weil ich seit tagen kaum was gegessen habe.
und wissen sie was? trotz all dem, muß ich grinsen...
10:00 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken
19.11.2006
Wenn Giganten sich vereinen...

20:30 Veröffentlicht in Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (8) | Per Email verschicken
Die mentale Bewertung einer Situation
wissen sie, es gibt die verschiedenartigsten gefühle. man kann sich ärgern, man kann sich freuen, sich übergeben und rote ohren bekommen, oder auch einfach ein riesieges nichts empfinden. es gibt diverse gefühle, vermengt mit dazugehörigen situationen, welche man nie vergisst. und mit nie, meine ich niemals. selbstverständlich unterscheiden wir dann zwischen negativ und positiv, doch diesmal bleiben wir thematisch auf der sonnenseite des lebens.
würde ich alles gefühlte aus meinem leben aufschreiben, würde dieser eintrag ein buch, doch das ist nicht meine absicht, nein, vielmehr möchte ich ihnen von etwas bestimmt gefühltem erzählen. es war gestern:
ich habe angst. ich habe höllenangst. wissen sie, ich bin manchmal ein eiskaltes stück schieße, dort, da draußen, oder geschäftlich, oder am telefon, zu fremden, oder bei begegnungen mit unbeschreibbarer dummheit. doch mein herz ist trotzdem groß und wer einmal darin wohnt, dann wäre ich bereit ein kettensägenmassaker für diesen menschen anzurichten. natürlich gibt es in meinem herzen mehrere etagen, so manche mieter sind auch längst rausgeflogen, doch die oberste etage, also das penthouse meiner gefühle, ist bereits länger unbewohnt gewesen. leer und kalt. es herrschte zwar ein wenig leben in der etage darunter, doch dort wurde die heizungsrechnung nicht bezahlt.
ich zittere, versuche meine unglaubliche unsicherheit mit quatsch zu überspielen, habe angst mich zum affen zu machen, beschließe schlußendlich ihr doch zu beichten, was ich für sie seit längerem empfinde.
und sie entgegnet es mit dem selben gefühl.
das penthouse ist warm, es herrscht leben in der bude, draußen scheint die sonne, die terrassentür ist offen, aus den blumenkästen schauen fröhliche blüten, die von schmetterlingen überfallen werden, ein angenehmer geruch liegt in der luft, soul klänge bahnen sich ihren kurvigen weg aus den boxen, wir schweben auf einer wolke aus zusammengehörigkeit und landen. sanft.
ein psychophysiologischer prozess, den keine droge hinkriegt.
und am ende bleiben bloß drei worte, die die welt bedeuten...
ich dich auch!
12:40 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (6) | Per Email verschicken
18.11.2006
Limerenz im Tagesablauf
mein hirn hängt schräg. die natur geistiger zustände in meinem kopf befindet sich im schleudergang. ich fühle mich wie ein schaf, das stundenlang mit dem kopf gegen eine wand gelaufen ist und zwar mit spaß an der freude...
alles ist durcheinander, als wären die letzten monate nicht verwirrend genug gewesen, hat sich nun noch mehr geändert als gedacht, vermengt mit neuen empfindungen die unbeschreibliches chaos in mir verursachen.
es ist ein zustand der schwer beschreibbar ist, irgendwo zwischen einsamkeit und freude, zwischen tiefster traurigkeit und unendlichen glücksgefühlen, zwischen wahnsinn und ruhe. ein depressives eichhörnchen mit allmachtsgefühlen auf koks...
gestern, zwischen 18:00h und 20:30h. ich telefoniere mit phil und erleide mehrere lachanfälle. die inhalte verrate ich ihnen allerdings nicht, da ausdrücke gefallen sind, die nicht wirklich jugendfrei sind (und ich muß jetzt noch lachen wegen einer bestimmten aussage...), doch wir haben auch die ernsthafte thematik angesprochen. ein verdammt netter mensch, ich freue mich auf unsere lesung.
21:00h. ich öffne eine flasche pavillion blanc. meine stimmung ist zutiefst durcheinander. mein freundeskreis ist verreist, auf bekannte langweiler habe ich keine lust, ebenso auf alleiniges ausgehen. der wein ist sehr gut, gleichzeitig höre ich bis zum erbrechen das neue take that lied und ertrinke in selbstmitleid (und jetzt steinigen sie mich bitte nicht, der song ist echt in ordnung. zumindest für einen sich kaputt denkenden romantiker wie mich..).
22:00h. flasche leer, das lied kann ich nicht mehr hören. der ohrwurm wird mich wohl mehrere tage begleiten. ich öffne eine weitere flasche wein, diesmal rot und zwar latuor. auch lecker. meine stimmung schwankt. abwechselnd könnte ich fünf minuten heulen und fünf minuten lachen. in manchem momenten fühle ich mich endlos einsam, in anderen bloß allein...
23:00h. rosè ist an der reihe, sauternes. ich bin besoffen. nehme spontan "hömma ma" als podcast auf. in einem durchgang (bin leider zu blöd diesen hier zu veröffenltichen...). lache mich über das ergebniss selbst kaputt. dann geht das licht aus...
heute, 09:30. ich erwache. zwar im schlafzimmer und im bett, allerdings noch in schuhen. zum frühstück gibt es tabletten und mehrere kleine flaschen wasser, da ich in der nacht wohl beinahe ausgetrocknet bin.
jetzt, 13:45h. bis aufs duschen und diesen text tippen, habe ich heute noch nichts getan.
und laut meiner stimmungsschwankungen wird dieser heutige tag auch nicht besser werden, als der gestrige.
ich wär so gerne dumm...
14:00 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (10) | Per Email verschicken
17.11.2006
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns
wenn die empfindungen der absoluten harmonie unseres bewusstseins, die zur ruhe und einheit gekommen sind, auf die verbindung ihrer beiden endpunkte treffen, ist das dann eine kolision? gutes und wertes, all diese positiven gefühle, müßen grundsätzlich immer dieses übersehene kleingedruckte beinhalten, welches negatvie nebenwirkungen in der seele verursacht. das leben bietet so viele unversöhnliche gegensätze, gegebenheiten fusionieren in den seltensten fällen zu einer vollendeten vollkommenheit, meist liegen jedoch schwere stolpersteine im weg. das universum dreht sich und wir gleich mit, die cardia bebt, die nervus vagus erzählt geschichten von sehnsucht, im abdomen flatterts, doch mathematische punkte machen diesem komplex aus genialität einen strich durch die rechnung. intuition und kompetenz schlagen sich mit der emotion um die wette, die bindungskraft implodiert. ein titanenkampf apokalyptischen ausmaßes...
was ich ihnen damit sagen will? siehe oben, es ist nicht in worte zu fassen...
p.s. an dieser stelle finden sie meine augenblickliche verfassung visualisiert und vertont vor.
i want something good to die for
to make it beautiful to live
11:20 Veröffentlicht in Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken
16.11.2006
Hömma ma!
manchmal ist mein hirn so angebumst, über dat schräge kabäusken des vegetierens, dat misch die hemisphären fratzen. hömma ma! da tut man machen und malocht sich verdötscht wie ne devote töle und am ende der wuast iss bloß `n knoten. die existenz quasi als eine schrottige hämorrhoidenschaukel mit ohne bollen...
dät iss jetzt dat erste ma, dat isch mich quasi an fremdsprachen vergehen tue und am dran sein bin, dat iss also eine art borsteinklopper der literarischen ölbuden. der buchstäbliche lattenschuß. ihr autor ist dat fleischgewordene grauen. und warum isch dat dann antuen tue? na, hömma, weil mir ein lecker weibchen aus da unten auf der karte diese tätigschkeit quasi unter androhung von dresche aufgekrawattet hat. näh, dat iss gelogen, aber diesen kasus knacktus überlasse ich ihrer halskeule...
wat soll isch sagen? da hät man theoretisch eine ganze latte aufgestauter maloche zu erledigen, doch die bewohner der dachterasse gehen tanzen. aber hallo! dackeln dadderich und kloppen gegen die wände, wie pannemann und söhne vergrößert sich dat inhalt der ablage, während die großhirnrinde wie scheintot darauf reagiert, dat koppbüro ist zu, abgeschlossen, schicht im schacht. hawaianische klänge plärren durch die gedankenpampa, mit schmackes, schmecklecker schmonsens, nur die pflicht ist flöten und von danen. mental voll in den teich gesetzt...
ich wär so gern unsichtbar sein
wie ein flatterbanause
und wenn mich einer anbaggert
dann giv et ne fressensause
so tue mia noch `n pilsken herbert, die interne tanke schreit nach sprit!
[so. und nun schalten (oder zumindest versuchen) wir wieder in den normalmodus, was auch immer das bei mir heißen mag... beschweren können sie sich dafür bei der julia, ähm, oder auch bei mir, allerdings habe ich ein alibi, bin ja gestern auf den kopf gefallen...]
nachtrag:
1. das österreichische original finden sie bei der liebsten julia
2. ebenso ihre übersetzung ins hochdeutsche
3. die werte mone legt mit sächsisch nach
4. der gute phil auf hessisch
5. meine wenigkeit hat sich oben auf ruhrpöttisch übergeben...
12:30 Veröffentlicht in Blog , Debil | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken
15.11.2006
Ungewolltes Ereignis versus Erholung
heute nacht, 03:00h. der 130 l bergans rucksack ist gepackt, ebenso die laptoptasche nebst der kamera. ich überprüfe alle aus- und anschalter im haus, schließe alles ab und begebe mich zum wagen, mit dem ziel zu einem bekannten zu fahren, der für die zeit meiner abwesentheit diesen nutzen darf. als gegenleistung bringt er mich zum flughafen und holt mich eben dort ab.
der spürbare zustand der atmosphäre ist erstaunlich mild, noch vor dem losfahren entledige ich mich meines pullovers, weil mir einfach zu warm ist. gut, ich bin nicht gerade eine frostbäule, doch es ist wirklich angenehm, fast wie äquinoktium. dabei riecht es allerdings, als würden gerade fruchtfliegen eine verweste leichte inspizieren. so ein hauch von süßlicher hirnfäulnis liegt in der luft. andere würden allerdings dazu sagen "man stinkt dat aus dem gulli!"...
die anfängliche fahrt gestaltet sich angenehm, ich werfe eine coldplay cd ein, singe ein wenig mit, stelle fest, meine zigaretten sind alle. steuere daraufhin die nächste tankstelle an, wo einer dieser comicleser sich die nächte hinter einem geschlossenen nachtschalter um die ohren haut und erwerbe ein stange blauer gauloises.
gerade eine zigarette angezündet und die schnellstraße befahren, habe ich einen weißen lkw vor mir, kann allerdings nicht überholen. was soll ich sagen, ich bin kein wahsinniger am steuer, ich gebe gerne gas, doch nur dann wenn die situation für mich übersichtlich erscheint, ich gehe halt nicht gerne das risiko ein in unübersichtlichen kurven zu überholen, bloß um wenige sekunden später an einer ampel zu stehen, während der überholte hinter mir steht. die fundamentale und messbare größe der ankunft, verringert sich bloß um sekunden, während man dafür sein leben aufs spiel setzt...
gerade als ich das noch denke, macht das ungetüm vor mir eine vollbremsung, daß gummi schmilzt. es wird nur ein bruchteil einer pars minuta secunda gewesen sein, in der ich die auswahl treffen mußte hinten in das teil hineinzurauschen, oder das lenkrad irgenwohin verdrehen. es ging nach rechts und schon war ich mitten im schleudergang einer waschmaschine.
zweimal überschlagen, seitlich in einem tieferen graben liegen geblieben...
es dauert gefühlte 20 minuten, bis ich herausklettern kann, der lkw ist weg, vom kennzeichen weiß ich nur noch, daß er aus lettland kam. kurz beschimpfe ich ihn und seine nation und drohe mit massenmord. mindestens. ich glaube alle diktatoren erlebten mal einen traumatischen autounfall...
als nächstes der schocktest, könnte ja sein, daß ich meinen arm im wagen habe liegen lassen, doch nein, alles ist dran. es ist dunkel, weit und breit keine fahrzeuglichter erkennbar, ich ducke mich in die noch leuchtenden scheinwerfer des auf der seite liegenden wagens um nach blut zu suchen, finde aber nichts. merkwürdigerweise ist der aller nächste gedanke, der an die brennende zigarette in dem ex-auto, doch ich finde sie nicht. folglich zünde ich eine neue an und rufe die polizei an:
ich: ich hatte einen autounfall, der auslöser hat fahrerflucht begonnen...
p: ist ihnen was passiert?
ich: glaube nicht (zitternd an der zigarette ziehend)
p: wo befinden sie sich?
ich: irgendwo zwischen h. und b.
p: geht es genauer?
ich: hörnsiema! hier ist es dunkel wie im hintern eines gnus! soll ich jetzt etwa einen kilometerstein suchen?!
p: nein, kein problem, die kolegen finden sie schon...
das tun sie auch, etwa 20 minuten später, einer von ihnen leuchtet penetrant mit seiner taschenlampe in mein gesicht:
p: haben sie was getrunken?
ich: ja! vorgestern...
p: ich meine in den letzten stunden...
ich: hörnsiema, ich bin gerade leicht traumatisiert, allerdings fände ich andere fragen ihrerseits angebrachter, zum beispiel ob ich verletzt sei. ich bin gerade ausgebremst worden, mit sichtbaren erfolg, dann ist der auch noch abgehauen. ich befand mich auf dem weg zum fluhafen und nun stehe ich vor einem schrotthaufen. und da kommen sie mit ihrer taschenlampe und fragen mich, ob ich gerade ein paar bierchen getrunken habe?! sind sie ein vorprogrammierter roboter? und hören sie auf mir ins gesicht zu leuchten!
sein kolege ist um einiges freundlicher, erkennt meine verwirrung, ist nett, nimmt den unfall auf, ich kann mir keine zahlen merken, so ebenfalls auch keine fremdländische kennzeichen, die mir eben so in bruchteilen von sekunden um die ohren fliegen. der wagen ist schrott, der urlaub gestrichen.
12:30h bin ich daheim, nachdem der mercedes abgeschleppt wurde und mich der freundliche adac fahrer nach hause gefahren hat und nachdem ich bei meinem arzt war, der bloß sagte "hömma! wird schon! kriegst vielleicht kopfschmerzen und ein paar blaue flecken, aber, dein kopf hält das schon aus..."
jetzt sitze ich hier rum und schmiede pläne über eine mögliche terrorherrschaft in einem land des baltikums. eine blutige...
16:17 Veröffentlicht in Alltag | Permalink | Kommentarstatus (20) | Per Email verschicken
13.11.2006
Abwehrmechanismus
herr ad geht auf reisen. sollten sie die nächsten wochen nichts von mir hören oder lesen, dann bin ich dort.
sollten sie von mir hören oder lesen, dann bin ich doch hier.
was auch immer, ich muß nachdenken...
21:45 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Kopflastig , Untergang und Rettung , Welt | Permalink | Kommentarstatus (6) | Per Email verschicken
Entität
da testet mich einer auf meine versautheit...
und fragen sie mich nicht warum...
16:30 Veröffentlicht in Debil , Quiz | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken
Der Werbende spricht Bedürfnisse teils durch emotionale, teils informierende Werbebotschaften zum Zweck der Handlungsmotivation an
verdauen sie noch, oder kotzen sie schon?
12:22 Veröffentlicht in Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (8) | Per Email verschicken
10.11.2006
Generationen 1.0
erneut fremdgegangen...
20:23 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
09.11.2006
Der Zustand der Freude und Ausgeglichenheit
ich weiß, ich mime hier oft den eiskalten psychopathen, doch eigentlich bin ich eher das freundliche gegenteil eines solchen. vor allem im moment, nach dem hier bereits erwähnten ereigniss.
ich beschreibe ihnen das mal.
heute morgen war ich im großmarkt einkaufen und bei einem kurzen geschäftstermin, traff dabei selbstverständlich viele menschen, die ich gerne umgebracht hätte, einfach nur weil sie so unendlich dumm und blind agieren. ich wurde sogar richtig kreativ in meinem kopf, dachte an so interessante dinge wie rasenmäherganzkörperüberfahrten, oder das aufwendige abstechen mit einem löffel.
auf der rückfahrt beschloß ich also eine weitere und überfällige folge der "amok" serie zu schreiben. sie sollte blutiger und brutaler ausfallen als alles, was ich je geschrieben und gedacht habe, in dieser folge würde nicht nur eine handvoll menschen sterben, nein, ich dachte daran eher eine ganze stadt mittels glänzender werkzeuge auszulöschen, ein lyrisches blutbad biblischen ausmaßes.
die autobahn flog mit 200 km/h an mir vorbei, wieder mal hat mich niemand überholt, der fahrer einer s-klasse, der mich ausgebremst hat, sollte in meiner geschichte als verweste leiche in einer badewanne vorkommen. auch die zwei beamten des exekutivorganes des staates, die provokativ exakt 70 km/h auf der landstraße vor mir fuhren, sollten diverse amputierte hauptrollen bekommen.
doch sie werden es anfangs bereits mitbekommen haben, alles kam anders. gerade an der haustüre lief mir der briefträger über den weg und drückte mir einen braunen umschlag in die hand, den ich im haus gleich hektisch und noch sonnenbebrillt öffnete. post von einer ganz besonderen person. besondere post.
zwei musik-meisterwerke auf cd und eine karte, die ganz nach meinem geschmack war und bereits die wand meines arbeitszimmers verschönert. simpel und schön. und wissen sie was? ich war in dem moment sehr nah - mit betonung auf "sehr" - am wasser gebaut. ist mir nicht peinlich das zuzugeben.
ja, auf amok werden sie jetzt wohl warten müßen, ich sitze hier rum, lausche beady belle und überlege mir einen bernsteinfarbenen bushmills zu holen, fühle mich wie in einem bestimmten laden in paris, wo man so wunderbar bei kerzenlicht einfach abhängen kann und lasse den tag einfach locker und flockig an mir vorrüberziehen, die entspannenden schallwellen am meer der entspannung genießend.
was bleibt zu sagen? danke! und diese fünf buchstaben bilden nicht nur bloß eine höflichkeitsformel, ich bin gerührt.
13:20 Veröffentlicht in Alltag , Gehört | Permalink | Kommentarstatus (7) | Per Email verschicken
08.11.2006
Beschissene deutsche primäre erotisch-sexuelle Neigung Erwachsener, im Spiegel der Behörden
wissen sie, es ist nicht meine art nachrichten nachzuplappern oder zu kommentieren, dieses blog ist anders. doch heute platzt mir der kragen...
mario m., seineszeichens der entführer und vergewaltiger der jungen stephanie, der sie wochenlang gefangen hielt und dabei wohl dinge mit ihr angestellt hat, die ich mir persönlich nicht einmal vorstellen möchte, diese auch noch auf video festhielt, ist heute morgen zwei (!) gefängniswärtern einfach entwischt (!) und auf das dach der jva gestiegen.
bizarr genug. doch nun folgt eine steigerung, die nur in deutscher behörden science-fiction möglich ist. es wird verhandelt!
worüber bitte?! weil er sonst vom dach springt? soll er doch! von mir aus muß er nicht einmal draufgehen, eine querschnittläsion reicht aus. dann hätte er sabbernd und bewegungslos genügend zeit darüber nachzudenken, wie es wohl wäre ein normales leben zu führen. vielleicht fände sich auch ein netter arzt, der ihm den schwanz abschneidet, um ihm diesen in seinen arsch zu stecken...
doch angst beherrscht dieses land. der brutale und perverse kinderficker, könnte ja einen guten anwalt haben, außerdem sind das auch menschen, die muß man beachten, während die opfer bereits opfer sind, das kann man ihnen nicht nehmen, so sind sie also unwichtig...
ich sollte wegen eines unbezahlten knöllchens (von dem ich nichts wußte) für zwei tage in den bau, während ein perverser psycho verhandeln darf, bloß weil er auf einem dach steht. dieses land ist eine im hier und jetzt existente utopie.
dabei ist die sache doch ganz einfach. man nehme das baby in die hand, drückt ab und gut ist. dauert fünf sekunden, ich weiß es, habe einen waffenschein. anschließend noch ein wenig das dach putzen, eine reinigungsfirma wird sich schon finden lassen, da bin ich sicher.
mich zieht es ins ausland und dort sehe ich mich in kürze...
14:00 Veröffentlicht in Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (18) | Per Email verschicken
05.11.2006
Philosophie des Geistes
wir gingen durch viele höhen und tiefen, hatten alles auskosten dürfen, die schrecklichen, wie auch die undbeschreiblich beflügelten momente. zwei menschen, wie sie ähnlicher nicht sein könnten, nach außen hin hart, doch innerlich weich wie schmalz. vegetarische werwölfe.
wir meisterten schwierige situationen, in denen andere kläglich gescheitert wären mit einem fingerschnippen, doch waren unfähig dazu sich die simple denkweise anzueignen. alles mußte immer hunderfach hinterfragt werden, gedanken wurden von den vielen varianten und sichtweisen praktisch zermalmt. ein sinngebilde des denkens, als ein friedhof, auf dem immer tiefer gegraben wurde.
"wir sind die besten freunde" bleibt bloß als metapher im raum stehen, in einem raum der eiskalt ist. der kontrast zwischen gefühl und vernunft randaliert in den tränendrüsen. eine retardation des lebens.
es gibt keine sterne, die man zählen könnte, der himmel ist im außendienst. der wahnsinnige krach draußen verwandelt sich in stille, ich bin allein, mit einem hammer in einen eisberg gestanzt. die harmonie des bewusstseins ist eine gnadenlose drecksau. wenn sie mal vorbeischaut nimmt man sie kaum wahr, doch wenn sie geht, hinterläßt sie ein schwarzes loch mit einer ungeheuren saugkraft. ein weiteres inneres sterben.
die hintere begrenzung eines zeitlichen vorgangs nimmt man viel deutlicher wahr als die vordere. ein tampen im lebensknoten. eine widerliche widersinnigkeit.
da geht sie hin, meine positive erwartungshaltung und ertrinkt in den freudschen fluten. selbstverständlich sind wir die besten freunde. doch wir waren so viel mehr als das...
09:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (20) | Per Email verschicken
04.11.2006
A`dam (III)
als erstes steuern wir einen pizzaladen an, ich bekomme mein erstes bier und das aus einem plastikbecher. der würzig belegte teig schmeckt nach nichts, trieft bloß vor fett, ich esse es trotzdem ganz auf, weil ich seit morgens nichts gegessen habe. meine begleiter sind da anders, wie müllschlucker, werfe irgendwas hinein und es wird wiederstandslos verdaut...
als nächstes mein stammhotel, ausgebucht. der freundliche mann an der rezeption erzählt uns etwas von einer riesigen feier, es wäre eher unmöglich jetzt noch eine bleibe für die nacht zu finden ohne vorher reserviert zu haben. tatsächlich werden wir in drei weiteren hotels beinahe ausgelacht, bei der frage nach einem zimmer...
m². und o. ist das egal, k. sieht sichtlich genervt aus. er ist halt ein mamasöhnchen, ärgert sich womöglich darüber, nicht einfach daheim geblieben zu sein und dort irgendwo ein paar biere zu trinken. nun ja, ich habe ihn nicht gezwungen zum mitkommen... allerdings muß ich zugeben mich ebenfalls zu ärgern nicht daheim geblieben zu sein, wir befinden uns auf einem bösen tripp, bei dem ich nocht nicht weiß wie und wo er enden wird.
wir steuern unsere übliche rockbar an, sie ist relativ voll, doch wir bekommen noch einen letzten tisch, m². und o. besorgen sich als erstes eine riesige tüte, ich trinke gleich an der theke eine flasche grolsch auf ex. ich muß meinen persönlichen albtraum irgendwie erträglicher gestalten. zurück am tisch mit einem weiterem grolsch und einem doppelten bushmills, höre ich bloß k. sagen, er hätte noch nie "geraucht" wozu er von meinen beiden chaoten natürlich gleich animiert wird. ich verzichte, vertrage das zeug eh nicht, außerdem muß jemand ein wenig die kontrolle behalten. wenn wir uns heute in dem tumult irgendwie aus den augen verlieren, werde ich zwei tage damit verbringen die anderen zu suchen.
während ich das noch denke und von der toilette wiederkomme, sind die beiden bereits weg. bloß k. sitzt da und grinst mich debil an...
ich: wo sind die hin?!
k.: diiea siiinnn kurzst wech... (knallt anschließend mit dem kopf rückwärts gegen die wand und schließt die augen)
toll, kann mir schon denken was los ist. sie wollen sich was besorgen, was man im laden nicht bekommt. das situationsgebundene erlebniss in meinem kopf nimmt neue dimensionen an, statt in meinem geliebten amsterdam etwas abzuschalten befinde ich mich im epizentrum der ungemütlichkeit. statt spaß, streß. der träge sound von alice in chains, der aus den boxen hervorgequollen brummt, muntert mich nicht unbedingt auf...
doch sie kommen wieder, gackern wie blöde, beide haben eine weiße pille in der hand. ich nehme die von m². und betrachte sie genauer, bekomme dann endlich den ersten richtigen lachanfall des tages und werfe sie anschließend in sein bier. er springt auf, brüllt mich entsetzt an...
m².: bist du bescheuert?! die hat einen fünfziger gekostet! (goffelt dabei hektisch das bier aus)
ich: wenn du kopfschmerzen hast, dann sage doch bescheid, ich habe tabletten mit, die kosten dich nichts...
m².: ich verstehe dich nicht...
ich: das war aspirin man!
o. betrachtet seine pille unter der lampe genauer...
o.: ad hat recht, der typ hat uns beschissen...
m².: (springt wütend auf) den mache ich alle!
ich: (springe ebenfalls auf und drücke ihn wieder in die sitzgelegenheit) ihn und die anderen typen die dort rumstehen und zusammengehören? mir fallen spontan mindestens zehn verschiedene waffenarten ein, die sie bei sich tragen...
die stimmungen haben sich nun gespiegelt, k. ist fertig mit der welt, m². und o. sind stinksauer und glotzen bloß zähneknirschend in ihre getränke, doch ich lache in mich hinein. ist schon dumm, besoffen und bekifft von einer zwielichtigen person in einer dunklen gasse amsterdams etwas käuflich zu erwerben. das ist quasi selbstprovozierter diebstahl an eigener person. ich muß grinsen...
wir schlendern weiter, die stadt ist voll, doch wir finden nicht raus was eigentlich los ist. irgendwann nachts finden wir noch eine gemütliche bar, mit einem gemütlichen tisch, von dem aus wir das geschehen in ruhe beobachten können. k. verschwindet auf die toilette für geschätzte 30 minuten und gefühlte 5 stunden. als er wiederkommt ist er leichenblaß wie ein zombie, schwört nie wieder zu kiffen, bestellt ein wasser und nimmt nicht mehr teil an unseren unterhaltungen, ich bin sicher es wird lange dauern bis er wieder mit mir loszieht, tatsächlich wird es fünf jahre dauern. doch ich habe ihn gewarnt...
nach einigen bieren mache ich die ansage, daß wir zum wagen sollten und dort zu schlafen. bleibt ja nichts anderes übrig.
o. kommt noch auf die grandiose idee ein paar frauen abzuschleppen und so bei denen übernachten zu können, doch diese wird von m². und mir gleichzeitig mit "halt die klappe!" vernichtet. manchmal glaube ich sein schwanz wäre dominanter als sein gehirn... falsch, es ist so.
im wagen packt jemand eine helge schneider cd aus, passend dazu o. einen joint. ausnahmsweise ziehe ich einmal dran, wir lachen uns kaputt, dann gehen meine lichter aus. nicht nötig schäfchen zu zählen, genau das gegenteil ist der fall, ein totalitärer blackout.
das erwachen ist prägnant. stellen sie sich vier durchzechte gestalten vor, die in einem wagen übernachtet haben, bei geschlossenen fenstern. jemand muß wohl in der nacht kräftige blähungen gehabt haben, k. schläft offenmündig und verbreitet seinen vom erbrechen geprägten atem, bier wurde verschüttet, diverse sonstige körperausdünstungen haben sich mit kaltem haschrauch vereint, jemand hat quer im wagen chips verteilt, m². sabbert auf den beifahrersitz. ich reiße die türe auf und springe raus, doch der erhoffte frischeeffekt läßt mich im stich, wir befnden uns in einer tiefgarage, es stinkt nach benzin und abgasen und ich muß augenblicklich kotzen...
den mund abgewischt mache ich mich gleich leicht orientierungslos auf dem weg zum automaten, bezahle unsere übernachtung, stelle dabei fest, daß ich wie immer zu viel geld in gulden umgetauscht habe. es ist jedesmal so, daß ich mit einem haufen holländischer scheine wieder nach hause komme. seinerzeit hielt ich eine einheitswährung noch für eine gute idee...
die drei schlafen tief und fest, sie merken nichts davon als wir mit vollgas amsterdam verlassen, die autobahnfahrt scheint sie sogar noch mehr in den schlaf zu wiegen. nach cirka 60 kilometern muß ich dreimal das lenkrad anwürgen, mache eine beinahe vollbremsung, halte auf dem seitenstreifen, springe aus dem wagen und kotze von einer brücke. vorbeifahrende autos hupen beifall.
ich bekomme neue mentale sorgen. was passiert an der grenze? ein zugemüllter luxuswagen, vier zerstörte lebewesen, die mal menschen waren, mein restalkohol und die gewissheit, mindestens o. hätte was mitgenommen, trotz des versprechens er würde es nicht tun. mentale panik macht sich in meinem kopf breit, kaugummis sind alle, ich stinke aus dem mund wie eine verweste katze. ich sehe mich schon nackt in einem kachelraum, wo meine hintere körperöffnung untersucht wird, während vorne jemand den brutalen messwert meiner alkoholisierung ermittelt. scheiße!
doch widererwarten passiert nichts, an der grenze ist es leblos, ich erblicke keinen einzigen beamten, nicht einmal ein fahrzeug. kaum in deutschland gebe ich vollgas, die autobahn ist leer, ich fahre eine durchschnittsgeschwindigkeit von 185 km/h, die herrschaften pennen weiterhin wie unter hypnotika. ich überlege die einfachste route, o. lebt in der stadt, doch ich habe keine lust wegen ihm 30 kilometer weiter zu fahren, also nehme ich das naheliegenste und steuere das haus seiner eltern an, was als erstes auf dem weg liegt. er ist nicht begeistert darüber, sein vater ebenfalls nicht, vorallem als sein 30-jähriger sohn lallend und stinkend vor ihm zusammenbricht, doch es ist mir egal. die übrigen beiden sind mittlerweile wach, m². reibt sich gähnend die augen, k. versucht mit seinem vokaltrakt zu kommunizieren, doch ich entschlüssele bloß "siiand wa scho daaa?", worauf ich allerdings nicht reagiere. abgesetzt bleibt er erstmal auf den stufen vor dem hauseingang sitzen, keine ahnung wie lange.
m². und ich schauen uns an, kurz, bekommen dann einen lachanfall. die sonne scheint plötzlich, wir ziehen wie automatisiert unsere sonnenbrillen auf. er macht eine ansage.
m².: hömma! der biergarten hat schon auf, laß uns doch frühstücken und ein paar biere trinken, der tag ist eh im arsch!
wir sind beste freunde, zudem blutsverwandt, wir ticken gleich.
ich: ja, warum nicht... aber, so wie wir aussehen?
m².: klar, ist doch genau das witzige dabei, wenn wir jetzt heim gehen und duschen, fallen wir anschließend um...
ich: recht hast du...
m². wohnt zwei straßen von der kneipe entfernt, ich bloß 50 meter, der wirt ist ein uralter bekannter, setzt sich gleich zu uns.
w: wie seht ihr denn aus?
ich: wir kommen geradewegs aus amsterdam, haben dort in einer tiefgarage gepennt...
w: (lachend) verstehe... und was soll ich euch bringen? eine dusche und zahnbürsten?
m². bekommt ein omelett mit pilzen, ich ein ebensolches mit kräutern. wir trinken je cirka sieben biere, verabschieden uns am frühen nachmittag torkelnd voneinander. er läuft mitten auf der straße, ich falle ganzkörperlich gegen den hauseingang, stopfe anschließend alle anziehsachen in die waschmaschine und zwinge mich zum duschen. mein befinden ist katastrophal bis extraterrestrisch, mein gesicht sieht aus wie eine explodierte tomate, die zu lange in der sonne gelegen hat. ich ziehe eine eismaske auf und lege mich auf die couch. es dauert viele stunden, bis ich halbwegs zu mir komme.
am nächsten morgen rufe ich im büro an und erzähle eine wirre geschichte von erdbeben, godzilla, überschwemmungen und nehme mir einen tag frei.
erst am nachmittag bin ich halbwegs auf den beinen, es dauert mehr als eine stunde um den wagen innen zu reinigen. dabei spreche ich laut aus "nächsten samstag bleibe ich daheim, oder höchstens im büro. verdammt!".
ende
13:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken
03.11.2006
A`dam (II)
nachdem die allererste tankstelle hinter der grenze geplündert wurde, geht es mit vollgas weiter. ich bin bereits genervt von meinen passagieren, diverse gerüche machen mich nur wütender, ich scheiße auf die holländischen verkehrsregeln und wundere mich bis heute darüber, mit 200 km/h von keiner der vielen radarstationen geblitzt worden zu sein. war wohl pure stochastik.
ich befinde mich in einem selbst erschaffenem albtraum. k. gackert angetrunken ohne grund durch die gegend, o. "liest" laut ein pornoheftchen vor, welches er gerade an der tankstelle käuflich erworben hat (er sammelt sie...), m². sabbert und schläft. während andere wie zombies aus amsterdam zurückkehren, schleppe ich dort welche an...
amsterdam kenne ich wie meine eigene hosentasche, ich parke wie üblich in der selben tiefgarage. bislang habe ich dort immer einen parkplatz gefunden, zudem wird sie bewacht und ist im vergleich günstig. von dort sind es nur cirka 300 meter bis zur sünden- und vergnügungsmeile, seineszeichens achterbugwaal und voorburgwaal. eine wunderbare zusammenkunft von leuten, die sich nichts zu sagen haben und dies doch sehr ausgiebig tun. das aussehen betrifft das übrigens ebenfalls, punks, normalos, machos, rocker, yuppies, alle auf einem fleck vereint und das meistens friedlich bis vergnügt.
die besagten 300 meter gestalten sich jedoch schwierig, ich als einzig nüchterner verwandle mich in eine kindererzieherin, die einen haufen geisteskranker horrorkinder zu betreuen hat. m². hält es für langweilig den gehweg zu benutzen, läuft stattdessen über hausboote, o. findet das zum schreien komisch und k. labbert unsinniges, läuft plötzlich gegen eine laterne und fällt kurz um. ein porno geisteskranker verhaltensbilder...
es dauert ein paar minuten bis ich alle zusammengerauft habe, bei m². muß ich mit einer ohrfeige nachhelfen, er spuckt darauf ein gelalltes "aua muß essen" aus. aua...
o. geht gleich darauf ein "ja! essen! grundlage schafen!", wobei mir nur einfällt "du schwachkopf! grundlage für was? ihr habt bereits ein faß bier geleert!", doch meine worte interessieren nicht, sie sind zu benommen. ich wollte bloß ein geiles samstägliches ereignis und stecke stattdessen mit dem kopf bis zum ansatz in einem klosett des lebens. eine deprimere meiner vorstellung...
fortsetzung folgt...
21:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken
A`dam (I)
sommer 2000, samstag, 10:30h. ich sitze seit 07:00h in meinem büro (konnte nicht schlafen...) und glotze durch die gegend. selbstverständlich ist niemand gekommen, nur ich. gut, drüben im hauptgebäude sind sicher 50 leute am arbeiten, bloß bin ich nicht im hauptgebäude, sondern besetze mit meiner truppe ein nebenhaus. sie wissen schon, entgegen jeglicher logik muß die abteilung "kommunikation" grundsätzlich vom eigentlichen geschehen ferngehalten werden. es muß ein sehr einsames genie gewesen sein, das sich das in einem keller bei kerzenlicht ausgedacht hat... womöglich war es angekettet...
ich kann mich nicht beklagen, meine überstunden werden königlich vergütet, doch irgendwie depremiert mich das leere gebäude, mit den vielen leblosen büros. zudem schwächelt mittlerweile meine konzentration beim katalogisieren mehrerer tausend bilder. die achtstellig versehenen dateinamen verschmelzen zu einem einheitsbrei, fraktale mathematik, die 20000000-er habe ich durch, bin gerade bei 40000023, kann mich nicht erinnern die 30000000-er durchgenommen zu haben. oder etwa doch? meine innere stimme sagt ich solle nach draußen gehen und eine zigarette rauchen, ich folge ihr, nehme dabei das funktelefon mit.
es steht fest, für heute ist feierabend. nur was tun? das wetter erinnert eher an herbst, es ist grau, der himmel mit einer großflächigen ansammlung von wassertröpfchen bedeckt. merkmale einer wetterlage zum heulen.
theoretisch müßte mir auch nach heulen und verkriechen sein, da ich just eine längere beziehung beendet habe, doch irgendwie empfinde ich einfach nichts mehr für dieses verlogene miststück. keine erinnerung, kein seufzer, nicht eine träne, ich bin innerlich liebestechnisch tot.
ich rufe m². an:
ich: schon was vor am wochenende?
m².: nicht wirklich... irish pub?
ich: hömma! dort gehen wir schon unter der woche hin... sei kreativ!
m².: mach eine ansage...
ich: (spontan von einem blitz der selbstzerstörung getroffen) wie wäre amsterdam? ich fahre!
m².: ich bin dabei, ich rufe noch kurz o. an, ob er mitkommt...
sie merken es bereits? es folgt ein höllenritt wahnsinniger durch das so freundliche holland.
im hauptgebäude hinterlasse ich wie immer die information übers wochenende möglicherweise unerreichbar zu sein, da ich privat im ausland verweile. das müßen wir tun, so ist es vorgeschrieben, könnte ja was "anbrennen"...
der firmenwagen verfügt über knappe 300 ps und ist sehr geräumig, zudem bezahlt die firma die kosten einer spritztour. benzin europaweit kostenlos. ich tausche anzug gegen jeans und sneaker, kompletiere das mit einem longsleeve, werfe noch hektisch den schlafsack in den kofferraum und mache mich auf den weg die anderen abzuholen. gerade als ich zwei kilometer unterwegs bin, klingelt das autotelephon, es ist k., ein kumpel. er fragt nach aktivitäten, als ich "amsterdam" ausspreche, fragt er ob er mit darf, was ich nur mit "ich stehe gleich vor deiner haustüre" beantworten kann.
k. ist einer dieser hardcore softies. relativ groß, durchtrainiert, waschbrettbauch mit einem "harten" brooklyn-spruch tätowiert, doch neben dem, bei muttern lebend, bekocht und mit frischer wäsche versorgt. bis heute übrigens. m². und o. sind wiederrum lebensberserker, in etwa wie ich. keine grenze, die nicht versucht sollte überschritten zu werden, kein blödsinn zu blödsinnig. vernunft ist ein philosophischer fachbegriff der hier und jetzt nicht existent ist. zumindest manchmal...
so gestaltet sich auch die fahrt. m². und o. haben 24 flaschen bier an bord gebracht, zwar die kleinen, doch 24 sind es trotzdem. bereits an der grenze sind sie leer, der oberklassenwagen der firma voll mit klimpernden leeren flaschen, m². hat in einem spontanen lachanfall das cockpit bespuckt und bier über die gangschaltung verschütet, sie klebt. k. sieht leicht verunsichert bis erschrocken aus, während m². und o. einen lachanfall nach dem anderen erleiden, weil sie mein diktiergerät als spielzeug entdeckt haben und es mit einer gerade frisch erfundenen sprache besprechen - grnsgnazgistisch... ich mittendrin im chaos der menschlichen deppertheit, völlig nüchtern.
fortsetzung folgt...
13:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (3) | Per Email verschicken
01.11.2006
Holz 2.0
hier der nächste baum, einfach so. die werte julia nannte ihn übrigens "eine umwerfende glanzleistung der
avancierten geistesgestörtheit".
und meckern sie bloß nicht rum, keiner zwingt sie...
überfällt sie manchmal die schockwirkung des dargestellten sachverhaltes?
und wie! vorallem wenn der briefträger die post vom finanzamt bringt...
sehen sie manchmal aus, wie ein angefressener boletus?
manchmal? jeden morgen vor der dusche! wissen sie, ich bin das gegenteil eines glatzkopfes, soll heißen, ich habe dickes und dichtes haar. nun stellen sie sich diese plattgelegen nach einer durchschlafenen nacht vor. gestern dachte ich spontan über nacht ein punk geworden zu sein...
weshalb ist vorne nicht hinten?
keine ahnung, ich hätte dann aber ernsthaft persönlich ein problem beim onanieren.
haben sie einmal etwas gekauft, was ihnen beim bezahlen an der kasse peinlich war?
klar, jetzt erwarten sie den zwei meter pimmeldildo, doch es war bloß die packung eier, die mir in den händen an der kasse zermatschte...
wiener schnitzel oder schwein?
bei vielen eine große bildungslücke. ich mag wiener schnitzel sehr, doch ich mag schweinefleisch garnicht...
verzeihung, können sie mir sagen wo ich hin muß?
vorne hinten links, dann nur noch darauf achten nicht geradeaus rückwärts zu fallen...
tieren sie liebe?
meine fresse, auf was für ideen ich komme, selbstverständlich treibe ich die triebe...
wann bekommt pommes ihre ölung?
kurz vor dem verdauen? was ist überhaupt ein pommes?
benutzen sie billige plastiktüten?
selbstverständlich. der feingestreifte armani einreiher, die rahmengenähten loafer von ludwig reiter, eine silberne zenith am handgelenk und dazu eine abgenutzte plastiktüte von einem discounter mit leergut drin. ein neuer trend?
der mittelfinger juckt, wo stecken sie ihn hin?
naaa! nicht dahin wo sie gerade dran denken... ich präsentiere ihn dann eher stolz.
jemand schneidet ihnen mittels einer kettensäge den linken arm ab, sie schreien wie wild durch die gegend, das blut spritzt wie in einem billigen horrorfilm. als sie wieder zu sich kommen, befinden sie sich am rechten arm in einem feuchten kellerraum an eine heizung angekettet. wie fühlen sie sich?
etwas wütend, leicht bis mittelschwer ohnmächtig. ich sabbere...
von welcher audioslave band wird der neue james bond song gespielt?
tina turner?
die uhrzeit wurde umgestellt. geht ihr wecker nun auch rückwärts?
oh ja! ich gehe um eine doppelstellige zeit ins bett und erwache in einer einfachen. jegliche versuche diesen zustand zu verändern scheiterten, wenn das so weiter geht, bin ich in 32 jahren wieder ein säugling! oder habe ich da was falsch verstanden?
geht ihr wecker ihnen auf den wecker?
der schrille ton, den er von sich gibt - nicht nur ich werde geweckt, sondern die komplette nachbarschaft... ich habe ihn erst seit drei monaten und werde nun immer weniger gegrüßt...
die dvd brennt, während ihre zigarette läuft. wie ist der streifen?
was?! bin ich eingeschlafen?! feuerwehr!!
haben sie leichen im keller?
falls das im übertragenem sinne gemeint ist, einen ganzen friedhof...
nasenbohren sie?
näh, habe ich mir vor vielen jahren abgewöhnt, als ich eine reportage gesehen habe, über an der roten ampel popelnde menschen. ich stecke meine finger nicht gerne in meine eigenen körperöffnungen...
die schlechteste schauspielerische leistung aller zeiten?
ich bin überfragt, ich stehe auf trash, müßte ihnen nun eine zwanzigseitige liste vor die füße tippen.
belästigt sie ihre bettwäsche?
seit samstag nicht mehr...
"du bist doof" oder "du verkackter beschissener dummer mistkerl!"?
letzeres, mit einer chromaxt in der hand...
geisteskrankheiten vorhanden?
eironeia vermengt mit sarkazein.
hören sie mich lachen?
09:30 Veröffentlicht in Blog , Debil | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken

