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19.11.2006

Die mentale Bewertung einer Situation

wissen sie, es gibt die verschiedenartigsten gefühle. man kann sich ärgern, man kann sich freuen, sich übergeben und rote ohren bekommen, oder auch einfach ein riesieges nichts empfinden. es gibt diverse gefühle, vermengt mit dazugehörigen situationen, welche man nie vergisst. und mit nie, meine ich niemals. selbstverständlich unterscheiden wir dann zwischen negativ und positiv, doch diesmal bleiben wir thematisch auf der sonnenseite des lebens.

würde ich alles gefühlte aus meinem leben aufschreiben, würde dieser eintrag ein buch, doch das ist nicht meine absicht, nein, vielmehr möchte ich ihnen von etwas bestimmt gefühltem erzählen. es war gestern:


ich habe angst. ich habe höllenangst. wissen sie, ich bin manchmal ein eiskaltes stück schieße, dort, da draußen, oder geschäftlich, oder am telefon, zu fremden, oder bei begegnungen mit unbeschreibbarer dummheit. doch mein herz ist trotzdem groß und wer einmal darin wohnt, dann wäre ich bereit ein kettensägenmassaker für diesen menschen anzurichten. natürlich gibt es in meinem herzen mehrere etagen, so manche mieter sind auch längst rausgeflogen, doch die oberste etage, also das penthouse meiner gefühle, ist bereits länger unbewohnt gewesen. leer und kalt. es herrschte zwar ein wenig leben in der etage darunter, doch dort wurde die heizungsrechnung nicht bezahlt.

ich zittere, versuche meine unglaubliche unsicherheit mit quatsch zu überspielen, habe angst mich zum affen zu machen, beschließe schlußendlich ihr doch zu beichten, was ich für sie seit längerem empfinde.

und sie entgegnet es mit dem selben gefühl.

das penthouse ist warm, es herrscht leben in der bude, draußen scheint die sonne, die terrassentür ist offen, aus den blumenkästen schauen fröhliche blüten, die von schmetterlingen überfallen werden, ein angenehmer geruch liegt in der luft, soul klänge bahnen sich ihren kurvigen weg aus den boxen, wir schweben auf einer wolke aus zusammengehörigkeit und landen. sanft.

ein psychophysiologischer prozess, den keine droge hinkriegt.

und am ende bleiben bloß drei worte, die die welt bedeuten...
ich dich auch!

12:40 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (6) | Per Email verschicken

Kommentarstatus

Ich würde gern etwas dazu sagen, aber mir fehlen die Worte. Denn das ist irgendwie der schönste Text, den ich seit Jahren irgendwo gelesen habe. Und ich bin nicht ganz unbelesen, wissen Sie?

Veröffentlicht von: dieJulia | 19.11.2006

das weiß ich werteste! und sie müßen sich mal vorstellen, daß ich in meinem zustand (!) nur 20 minuten für den text gebraucht habe... es war wohl eher die emotion, die getippt hat, während ich neben mir stand.

Veröffentlicht von: Ad | 19.11.2006

wirklich schön. :-)

Veröffentlicht von: medienjunkie | 19.11.2006

Vielen herzlichen Dank, Herr Ad, für soetwas.

Veröffentlicht von: eloran | 19.11.2006

Ja, is denn scho Frühling!? ;-)

Veröffentlicht von: Matt | 20.11.2006

Oh .... :)
Ich kann mich der Julia nur anschließen: Der wunderschönste Text seit laaangem!

Veröffentlicht von: annschn | 20.11.2006

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