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29.10.2006
Die Summe aller Teiler ohne die Zahl selbst (I)
1998, samstag, nachmittag. ich befinde mich zwar noch mitten im studium, arbeite allerdings bereits erfolgreich in der branche, das unternehmen zahlt sogar alle kosten, nebst einem gehalt, welches es mir erlaubt ein leben zu führen, jenseits jeglicher vernunft. als 24 jähriger ist mein portemannaie immer prallgefüllt, ich habe nicht einmal einen überblick darüber, wieviel geld ich bei mir trage und wieviel ich davon ausgebe. fest steht, daß ich im monat mehr ausgebe alleine für musik-cds und videofilme, als eine vierköpfige familie für lebensmittel...
zudem bin ich single, gerade frisch und nicht gerade unglücklich darüber, da mir diese dame für nichts und wieder nichts (bis auf guten sex...) vier jahre meines lebens geraubt hat, nur um am ende zu verkünden, sie würde nach amerika ziehen und meine wahl bliebe bloß bei "mitkommen" oder "trennen". wie sie sehen können war meine antwort ziemlich eindeutig. (an dieser stelle ahnte ich noch nicht, daß ich mich nur kurze zeit später in eine weitere 2,5 jährige katastrophe stürzen würde, was allerdings an dieser stelle nicht von bedeutung ist.)
ich bin vogelfrei, freue mich darüber, geniesse den ersten freien samstag seit wochen, als das telefon klingelt. es ist m²., seineszeichens mein bester freund, der verkündet sich für ein jahr auf eine weltreise zu begeben, äußert dabei den wunsch noch einmal kräftig mit mir feiern zu wollen.
nun, fürs kräftige feiern existieren verschiedene definitionen, manche halten schon einen stammtischabend für sowas, andere eine dorfdisco. bei uns ist das anders, es passieren grundsätzlich merkwürdige dinge. ich erinnere mich zum beispiel an einen abend, der in köln mit einigen bieren begonnen hat und am nächsten tag sturztrunken und speedbeladen in amsterdam in einer tiefgarage endete. wir sind halt anders. manchmal existieren bei uns keine grenzen des bizarren...
wir treffen uns in der innenstadt, sind beinahe gleich angezogen. blaue jeans, kapuzenpullis von jack wolfskin, sneaker. wir lachen uns gleich kaputt, zitieren helge schneider, steuern den üblichen rockschuppen an, wie immer. gegen 21:00h ist noch nicht viel los, der laden ist zwar voll, doch die leute noch nicht genug, um die tanzfläche krachen zu lassen. wir kennen viele von ihnen, vor ein paar jahren bildeten wir noch so etwas wie eine "szene", hingen jedes wochenende in einem bestimmten laden ab, tranken biere und haben die köpfe geschüttelt, wenn die richtige musik lief, vorzugsweise "reign in blood". das hat sich zwar geändert, doch bekanntschaften sind eben bekanntschaften.
ich verliere m². sehr schnell aus den augen, doch das ist normal bei uns, konzentration in der freizeit ist nicht wirklich unsere stärke, eine prise allgemeiner gleichgültigkeit würzt das paket zu einem runden arschlochdasein.
an der theke hockend und jameson trinkend führe ich eine unterhaltung mit d., einem laufendem widerspruch, ein mann, zehn jahre älter als ich, erfolgreicher unternehmensberater, immer im anzug, immer armani, in wirklichkeit aber ein rocker und ganzkörpertätowiert. er erzählt mir lustige geschichten von nutten. ich nicke bloß teilnahmslos, während ich die brunette schönheit betrachte und mich permanent frage ob sie wirklich mir zublinzelt...
fortsetzung folgt...
22:00 Veröffentlicht in Alltag, Kopflastig, Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken


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Michael wrote related post
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Trackback von: Michael wrote related post | 30.04.2008
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Spannend! Ich bin gespannt wo und wie der Abend endet.
Veröffentlicht von: Lenny_und_Karl | 30.10.2006
Dann mal zu mit dem zweiten Teil!
Veröffentlicht von: pathologe | 30.10.2006
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