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30.09.2006

Symptomenkreis 1.0

ich bin fremdgegangen.

08:30 Veröffentlicht in Debil | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

27.09.2006

Im Fett ersäuft

ey, grade voll krass vor lauter arbeitslosigkeit voll talkshow reingezogen, über fette hässliche kinder und deren verblödete mütter. ey, voll banane! da sitzt die bratze da und erzählt von ihrem vier jahre altem blag, welches bereits zehn kilo übergewicht hat, wo voll die ausstrahlung gesendet wird, wie sich der kleine fritten und hähnchen mit fette sahnesouce reinstopft und die zum abschluß eiskalt die meldung macht "der hat aber schon einmal eine möhre gegessen". ey, der würd isch am liebsten so voll BLAMM! einen mitten in die fresse hauen.
ey reicht für leben oder was? isch hab als kind karotten gefressen wie heute andere chips. voll abgefahren auf kaninchen gemacht, mit schmackes. unbildung ist echtens fürs fäustchen. quer durch die gegend ficken können sie alle, nur die erziehung ist so ein blöder humbug...

da zeigen die, ey voll die einblendung, wie so `ne schlampe bestimmt eine ganze päckchen butta in die pfanne haut, um zwei würstchen für sich und ihre ausgeburt zu brutzeln. isch glaube diese ungebildete bande hält ein wenig olivenöl für `ne gesichtsmaske und salat für ein türkisches fremdwort: salad!

da sacht die "ja, wat soll isch machen?" und beglotzt die kamera als ob sie gleich umfallen würde, vor lauter deppenbenommenheit, "bring dich und deine brut doch um, ist letzte zeit IN...", fiel mir ein, bei der pferdekrassen frage...

ey, isch weiß, ist voll fett krass böse, aber das fett macht es eben kräftig.

14:15 Veröffentlicht in Debil , Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken

Autumn

medium_nebel_.2.jpg


oft sind buchstaben überflüßig...

09:00 Veröffentlicht in Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (7) | Per Email verschicken

26.09.2006

Eigentherapie

heute, später, gegen 10:00h. ich breche immer noch, frage mich wo das alles eigentlich herkommen mag, da ich theoretisch meinen körper bereits leergepumpt glaube und zudem seit sonntag bloß zwieback und knäckebrot gegessen habe. m. geht es hingegen besser, sie ist heute bereits wieder arbeiten. ich dusche kurz, vernehme sehr laute geräusche aus meiner magengegend, die an ein kaputtes klärwerk erinnern, schleppe mich anschließend zum arzt. dieser ist ein bekannter von mir, nur unwesentlich älter, das macht die sache etwas entspannter. er hat die praxis meines alten hausarztes übernomen, nachdem dieser bei einem plausch mit der nachbarin am gartenzaun plötzlich ein merkwürdiges geräusch von sich gab und seit dem auf dem friedhof verweilt...

ich mag ihn. ein gutaussehender kerl, groß, sportlich, immer sehr geschmackvoll gekleidet, wir gehen hin und wieder mit ihm und seiner frau essen. doch irgendwie in meinem inneren halte ich ihn für einen verkappten kräuterzwerg. ich erinnere mich daran, als ich mal bei ihm war, mit einer monströsen lungenentzündung während er mir patrout keine härteren medikamente verschreiben wollte, sondern etwas von homöopathie und pflanzen quaselte. manchmal glaube ich, er würde sogar eine hirnblutung versuchen mit morgendlicher gymnastik und viel tee zu behandeln.

umso mehr verwundert es mich deshalb auf seinem reservierten arztparkplatz vor der praxis einen jaguar xk zu entdecken, mit seinen initialen auf dem nummernschild. üblicherweise steht dort sonst ein ford ka, oder ein fahrrad. vielleicht täusche ich mich eben doch mit der kräuterfeethese...

oben am empfang ziehe ich die übliche nummer ab und drohe der frau k. damit, möglicherweise im vollen wartezimmer alles und alle vollzukotzen, worauf sie mich besorgt gleich ins behandlungszimmer schickt und mir eine plastikwanne in die hand drückt. keine fünf minuten später kommt l. rein und lacht als er mich bedrüppelt mit der wanne in den händen sieht.
l.: ad! was ist los? wie siehst du aus?
ich: wieso? die klamotten habe ich gerade frisch angezogen!
l.: ich meine deine gesichtsfarbe!
in der tat, mein gesicht könnte man an eine weiße wand halten und ich wäre unsichtbar wie predator...

es folgt sein standardprogramm, inklusive seiner standardsprüche. ich mache mich frei und lege mich hin, er sagt wie immer beim anblick meiner tätowierungen "das ist kein wunder, daß du beruflich unter den kreativen gelandet bist...", ehe mir etwas abgedroschenes als antwort einfallen will, habe ich bereits akupunkturnadeln im kopf und hinter den ohren, das macht der immer bei mir.
gut, ich habe nichts dagegen, ich finde das sogar ganz witzig nadeln im körper stecken zu haben, dann fühle ich mich immer ein wenig wie pinhead aus hellraiser, dummerweise hat mir bloß diese behandlung bisher noch nie geholfen...

später tastet er mich ab, nichts tut weh.
l.: ich verschreibe dir tropfen...
ich: tropfen? ich habe tropfen zuhause!
l.: ja, aber diese wirken beruhigend...
ich: und die meinen etwa agressiv?
l.: (lachend) beruhigend für den kreislauf du nase! übrigens, habt ihr lust mal wieder essen zu gehen?
ich: ein besseres thema konntest du dir jetzt nicht einfallen lassen, was? ich habe vorhin beinahe in den kühlschrank gekotzt, als ich eine flasche wasser rausholen wollte und du kommst mir mit essen gehen?

daheim wird es im laufe des tages besser, was allerdings nicht an seinen blöden tropfen für 13.55 € liegen kann, da ich vergesse sie einzunehmen. ich bekomme sogar apetit und esse was, bis auf das brummen im magen ist es wieder gut. ich vergleiche die zusammensetzung der tropfen und stelle fest, daß es sich um zwei verdammt ähnliche produkte handelt, mit einem riesigen preisunterschied. ach, wissen sie was? ich hole mir jetzt einfach einen genesungsbushmills aus der bar.

20:30 Veröffentlicht in Alltag | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken

Postdormitium

beim befahren einer mir unbekannten einbahnstraße schaue ich nach links und rechts, auf der suche nach passanten, die ich nach dem weg fragen könnte, als es einen mächtigen knall gibt und ich bloß eine blonde person sehe, die über den wagen fliegt und derer kopf auf dem asphalt hinter mir zerplatzt. sichtlich unbeeindruckt davon stellt sich im selben moment ein älterer herr neben mein fenster und erklärt mir den weg. ich bedanke mich, fahre etwas verwirrt weiter durch das graue und trübe wetter, als ich mich plötzlich beinahe zuhause befinde, nur hundert meter entfernt.

kurz vorm ziel, schießt ein alter fiat panda um die ecke, umfährt mich wild über den gehweg und rauscht frontal in den hinter mir fahrenden mercedes. ich bleibe mitten auf der straße stehen und begebe mich zum unfallort, wo die beiden damen bereits eine seltsam freundliche unterrhaltung führen, ich biete ihnen an die polizei anzurufen, sie bedanken sich freundlich.

als ich wieder im auto sitze, schaue ich noch in den rückspiegel, als wieder ein lärmendes geräusch entsteht und ich im anschluß wieder jemanden hinter dem fahrzeug liegen sehe. diesmal ein jugendlicher, dessen glieder recht verdreht aussehen. ich bin unfähig auch nur einen klaren gedanken zu fassen, beschließe erst den wagen auf den parklpatz zu fahren und dann zuhause die polizei zu rufen, als ich gas gebe, ist es bereits zu spät für die frau, die mir mit ihren einkaufstüten vor die motorhaube läuft, schockiert und fassungslos überrolle ich sie noch zusätzlich.

es schneit, innerhalb von nur sekunden ist es überall weiß, die zwei personen liegen auf der straße, es ist ruhig, ich vernehme keine geräusche, selbst die unfallstelle mit den beiden fahrzeugen ist menschenleer. mir fällt plötzlich ein, daß ich meinen vater hätte abholen sollen, beim blick auf die uhr stelle ich fest, daß ich bereits zwanzig minuten überfällig bin. ich stehe gedankenlos und verwirrt vor der haustüre, bin unfähig dazu sie aufzuschließen, starre den vollen briefkasten an und versuche zitternd die post durch den schlitz rauszufischen, als plötzlich die frau aus dem unfall-mercedes und ein berg von mann vor mir stehen. sie erzählt mir sehr ruhig und gefasst, daß die blonde person, die ich vorhin überfahren habe, deren tochter sei und nun tot. sie fügt noch hinzu, daß es mir klar sein müße, dafür ins gefängnis zu gehen, was ich nur durch ein zustimmendes nicken beantworten kann. mein leben rauscht an mir vorrüber, kurz sehe ich meine eigene vergewaltigung im knast, bin unfähig etwas zu sagen, oder zu tun, entscheide kurz, daß ich mich nicht wehren werde, falls dieser koloss gleich auf mich einschlägt, doch dieser weist seine frau nur daraufhin, daß der supermarkt gleich schließen würde, woraufhin sie gehen.

meine beine sind aus watte, ich begebe mich wieder auf den parkplatz, doch der wagen ist weg. ich suche zwei mal den parkplatz ab, ohne ergebniss. meine sicht verschlechtert sich, sie ähnelt der optik durch einen türspion, ich habe ein stechen in der brust, gehe in die knie, falle anschließend mit dem gesicht in den schnee. es ist kalt, ich zittere, sehe kurz menschen mit einkaufstüten an mir vorbeigehen, sie beachten mich nicht. danach wird es dunkel.


ich erwache, schweißgebadet und gleichzeitig frierend, als ich aufstehe muß ich würgen, renne ins badezimmer und erbreche lange und häufig. das war vor zwei stunden. nun sitze ich hier mit schüttelfrost in einem dicken pullover, trinke kamillentee und lese im lexikon über bakterientoxine. auto habe ich heute nicht vor zu fahren...

07:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Träume | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken

25.09.2006

Minderwertiges, wertloses, unbrauchbares Zeug verschiedener Art, gefüllt in Kunstdärme

nachdem der krankenwagen samstag nacht weg war und wir beide leichenblass und völlig ausgetrocknet, nach sechs stunden kotzerei irgendwie doch noch zu uns gekommen sind, rief ich r. an, bei dem wir wenige stunden zuvor zum grillen eingeladen waren und wobei er uns je ein unapetitliches würstchen förmlich aufgezwungen hat und sprach:

hömma! wenn du das nächste mal gammelfleisch loszuwerden hast, dann verfüttere das von mir aus an deine familie. und wenn ich noch einmal im leben aus deinem mund das wort "grillen" krabbeln höre, komme ich augenblicklich herbeigeeilt und verarbeite dich zu einer wurst!

gegenwärtig sind wir temporär vegetarier...

09:00 Veröffentlicht in Alltag | Permalink | Kommentarstatus (7) | Per Email verschicken

19.09.2006

kreativbetrunken

alles was übrig bleibt ist jene sophistikation, netzwerkartig kommuniziert von eingriffen ausserhalb der praxis. vielleicht kategorisiert der blickwinkel offene konnexe und kombiniert kuratoren in konvertiblen kontexten. die hintergründe wie auch die architekturen des ausstellungsraumes werden losgelöst und dabei mit grafischen anstrengungen zur provokation verbunden. die medienkunst bricht die datenströme auf, wobei diese zusammenhänge flexibel zu den irreversiblen bestandsaufnahmen substituieren. dieser referenzpunkt lässt die kommentare willkürlich erscheinen. innerhalb dieser nicht-ort grammatik als eine exzentrische hintergrundinformation, in die sich der diskurs der aneinanderreihungsmaschinen mit der einrichtung des kunstbetriebs in dematerialisierte formalismen koordiniert.
kurz: ich gehe jetzt verdammt verwirrt ins bett.

p.s. lesen sie diesen text bitte betrunken...

23:31 Veröffentlicht in Debil | Permalink | Kommentarstatus (20) | Per Email verschicken

Von Müttern, Töchtern und Söhnen (III)

selbstverständlich ist es so, daß meine mutter nicht wegen des arztes angeflogen gekommen ist, sondern weil sie keine lust hatte alleine in bayern zu sitzen, bis mein vater zurück ist. selbstverständlich will m.s mutter die anwesentheit ihrer tochter genießen, wenn sie sich alleine fühlt. im grunde ist es ein kompliment an uns beide, da es davon zeugt, daß unsere eltern uns eben gern haben, nur ist in dem falle bei m. und mir der zeitpunkt falsch gewählt, für uns als paar und für m. als tochter. meine mutter weiß genau wie ich denke, unsere ständigen streitereien beziehen sich eh nur auf unwichtigkeiten und das ich ein wandelnder widerspruch bin, weiß sie ebenfalls, mindestens seit meiner kindheit. ich bin halt der typ, der hingeht und das teuerste und größte auto der vermietung nimmt und im anschluß mit erhobenem zeigefinger andere darüber belehrt, wie unsinnig es wäre, einen billigflieger von bayern ins rheinland zu nehmen, wegen eines simplen arztbesuches. verficktes argumentum ad hominem...

donnerstag, 09:15h. wir sind bereits in der innenstadt am ziel angelangt, welches selbstverständlich durch eine baustelle unbefahrbar gemacht wurde, überhaupt sieht die stadt wie löchriger käse aus, es wird eine neue u-bahn strecke gebaut.
ich lasse meine mutter raus, wir einigen uns auf mobile kommunikation und wende quer durch vier spuren, bleibe danach gegenüber in zweiter reihe stehen. viel auswahl bleibt mir nicht, an einen parkplatz ist kaum zu denken. eine zigarette rauchend beobachte ich abwechselnd passanten und rückspiegel, um im falle der bedrohung durch eine politesse rechtzeitig wegfahren zu können. langweilig ist das nicht, ich beobachte gerne menschen, vorallem die weiblichen, mitten im zentrum einer universitätsstadt. sie in klassifizierungen zu unterteilen würde eigene drei beiträge brauchen, ich finde es bloß erstaunlich, daß gerade die langweilig hässlichen ohne ausdruck im gesicht durch die gegend stolzieren, als wären sie supermodels, während die wirklich hübschen sich eben recht unauffällig und unspektakulär präsentieren. beschissene globale einbildung, vermengt mit brechsucht...

meine mutter ist erstaunlich schnell fertig beim arzt, ich warte nur 35 minuten auf sie. auf der rückfahrt passiert dann das ereigniss des tages. eine zweispurige straße, wir links, ganz vorne ein alter grüner kleinwagen, direkt vor uns ein neuer porsche 911 turbo, der so glänzt, als wenn er gerade erst vom band gelaufen wäre. plötzlich macht der grüne kleinwagen eine vollbremsung vor einer grünen ampel, der porsche geht in die bremsen, daß es qualmt, ich ebenfalls. ich bin sicher, wäre ich mit den unter unseren hintern befindlichen mehr als zwei tonnen bewegter masse dort hinten hineingerauscht, wäre vom porsche und grünem kleinwagen nichts übrig geblieben. der porschefahrer hupt wie bescheuert, ich einmal, hinter mir noch ca. fünf weitere fahrzeuge mehrfach. die person am steuer des grünen fahrzeuges scheint verwirrt zu sein und die rote ampel der linksabbieger mit unserer verwechselt zu haben.

als das grüne fahrzeug den fehler bemerkt und endlich wieder losfährt, schießt der porsche auf die rechte spur und ich hinterher. neben dem grünen angekommen, reduziert dieser die geschwindigkeit und gestikuliert wild mit seinem linken arm vom fenster aus, einige meter weiter folgt die nächste linksabbiegerspur, die das kleine grüne auto befährt, der porschefahrer reißt das steuer um und knallt absichtlich und ungebremst in die heckseite des grünen wagens. wir stehen direkt daneben, da die ampel auf rot steht, können unseren augen nicht trauen. aus dem porsche springt ein etwa 50 jähriger mann raus, der den pullover über den schultern hängen hat, gott wie ich das hasse. er wedelt wild mit den armen und redet auf die ältere frau ein, die soeben auch ihrem grünen kleinwagen entstiegen ist, gleichzeitig springt von der beifahrerseite des porsche eine blondine meines alters heraus, die einen so knappen mini trägt, daß ich beinahe ihre geschlechtsteile sehen kann und brüllt ebenfalls durch die gegend. wir starren wie blöde diese bizarre situation an, ich bin innerlich froh meine mutter bei mir zu haben, da sie mir diese geschichte sonst niemals geglaubt hätte. sie hält ganz leicht ihre hand an meinen unterarm und sagt "lasst uns bitte nicht darauf ein, hier als zeugen zu fungieren, das ist eine linke nummer", dem ich nur kopfnickend zustimmen kann.

als ob der besagte gedanken lesen könnte, schaut er sich in dem moment um und erblickt mich, steuert auf uns zu, irgendwas von "zeuge" quaselnd, exakt dann als die ampel auf grün schaltet, wobei ich noch wenige sekunden stehen bleibe, ihm meinen mittelfinger zeige und diesen langsam von unten nach oben mit ausgestreckter zunge ablecke, anschließend losfahre und ihn dabei noch kurz im rückspiegel beobachte, wie er verduzt auf der straße steht...

einige hundert meter herrscht schweigen im wagen, bis meine mutter schlussendlich einen lachkrampf bekommt und cirka zwei minuten dafür benötigt, um ein hektisches "du hast sie nicht alle" zu stottern. sage ich doch, wir verstehen uns...

ende

15:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken

17.09.2006

Von Müttern, Töchtern und Söhnen (II)

in der getränkeabteilung sieht es schon anders aus.
mutter: wie steht es um deine heißgeliebte bar?
ich: die ist ziemlich trocken, whisky ist alle, vodka ebenfalls, martini nur noch in resten vorhanden...
mutter: dann pack ein, nutze es aus!


tatsächlich tue ich das auch. dreisterweise schnappe ich mir gleich eine flasche 93er knappogue castle, für beinahe 50 euro, eine jameson und einen zehnjährigen bushmills, zwei flaschen absolut vodka, drei martini, einen billigen rum und zwei jägermeister, während meine mutter mit der brille auf der nasenspitze die eierliköre betrachtet. als sie mit einer flasche davon wiederkommt lacht sie, angesichts der vielen flaschen im wagen. situation perfekt gemeistert, sie besteht bloß darauf nur fünf abteilungen weiter für ihren likör speiseeis zu holen.

es ist 21:45h, als alles verteilt im haus seine ordnung hat, die rinderhüfte portioniert im gefrierschrank verweilt, alles gemüse und alle getränke von mir quer durch das ganze gemäuer verteilt wurden. ich bitte meine mom um etwas ruhe, schleppe mich nach oben ins arbeitszimmer, rauche eine zigarette, trinke einen whisky und rufe kurz m. an, die bloß flüsternd erwähnt, daß sie bis zum umfallen sauer wäre, aber gerade nicht sprechen könnte, weil sie mit ihrer mutter und derer bekannten essen sei. sie würde sich um mitternacht melden. als ich wieder unten bin, bechert meine mutter ihren eisbecher mit eierlikör leer und ich meinen whisky und wir verabschieden uns in die jeweiligen räumlichkeiten, sie zum schlafen, ich nach oben, um den anruf von m. abzuwarten.

als das telefon gegen 00:15h klingelt, bin ich bereits leicht bis mittelschwer angeschlagen, obwohl ich nur vier whisky und ein bier hatte. m. berichtet davon, daß ihre mutter keineswegs den verdacht auf eine schlimme krankheit hätte, sondern bloß einsam wäre, weil ihr mann zum ersten mal ohne sie urlaub machen würde, was allerdings nicht anders möglich war, da das segeln sein langjähriger traum ist, währen sie wasserscheu und seekrank ist. wir reden uns die münder fuselig, ich bin ebenfalls sauer, zum ersten, weil man jemanden nicht vormachen kann eine schlimme krankheit zu haben, bloß weil man gerade nicht alleine sein möchte und zum zweiten, weil wir beide die letzten monate auf so ziemlich alles verzichten, unserer ungewissen zukunft wegen und es uns dabei selbst ein kurzes verreisen entsagen, während m. nun genervt bei ihrer mutter fünf tage verweilt, während ich hier einen wichtigen teil meines lebens vermisse, gleichzeitig zeit totschlagend...

donnerstag, 07:00h. ich falle aus dem bett, dusche und begebe mich mit einer sonnenbrille zum bäcker. meine augenringe sind nicht vorzeigbar. mit der verkäuferin, die mich grinsend empfängt ging ich zur schule. sie kennt mich gut, ich frage mich kurz warum diese liebenswerte person an ein arschloch geraten mußte, welches sie zwillinghaft schwängerte um dann spurlos zu verschwinden, während sie jetzt diesen beschissen schlechtbezahlten job machen muß, der es ihr nicht einmal ermöglicht sich mal kurz einen babysitter zu leisten. ich nehme zwei vollkornbrötchen für meine mutter und ein schokocroisannt für mich, keine lust auf belag. am küchentisch sitzend, frage ich endlich meine mutter, was das denn für ein arzttermin wäre, für den man aus bayern angeflogen käme und verschlucke mich an meinem tomatensaft.
ich: ein fersensporn?!
mutter: ja, ich bin dort seit einem jahr in behandlung und der arzt ist der beste!
ich: (sehr hektisch auf meinem croisannt kauend) das ist doch dieser penner, bei dem ich auch in behandlung bin und der mir bislang kein bisschen geholfen hat! zudem bekommt man bei dem termine und sitzt trotzdem zwei stunden im wartezimmer. wenn man pech hat steht man sogar, weil dort nur acht stühle stehen! ist beinahe ironisch, mit schmerzen in den beinen, bei einem orthopäden wartend stehen zu müßen! und du kommst wegen dieses penners aus bayern angeflogen? sage mir bitte, daß das ein witz ist!
mutter: (leicht irritiert) du kannst den mann doch nicht als penner bezeichnen...
ich: und du kannst mir nicht erzählen, daß es in überhaupt irgendeiner form sinn macht, wegen einem fersensporn mit dem flugzeug zu irgendeinem arzt zu fliegen! in bayern gibt es auch ärzte, womöglich ist jeder einzelne von denen besser, als dieser eingebildete sack mit dem mini-wartezimmer! oder warst du ebenfalls einsam, wie m.s mutter und wolltest mal eben nur mal unterhaltung erleben?
mutter: wie ebenfalls? was ist mit frau k.?
ich: eben nichts, die hatte bloß keine lust alleine rumzuhängen, m. und ich sind stinksauer, wir finden kaum zeit für uns selbst und nun nimmt sie sich notfallurlaub wegen nichts...
darufhin schweigt sie.

fortsetzung folgt...

21:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (1) | Per Email verschicken

Von Müttern, Töchtern und Söhnen (I)

mittwoch, mittags. m. meldet an, das es ihrer mutter nicht gut geht, während ihr vater segeln ist, was lange geplant ist und nicht unterbrochen werden soll. folglich nimmt sie sich ein paar tage frei, um zu ihr zu fahren, ich hole sie ab, sie packt hektisch ein paar klamotten ein und rast mit quietschenden reifen davon. ich soll nicht mitkommen, da es ein mutter/tochter-ding ist, was ich verstehe.

ich mag ihre eltern sehr, es macht mich sehr nachdenklich, erst letztens hat die mutter ihre beste freundin verloren, wegen der krankheit die ich als sternzeichen habe, nun befürchtet sie diese selbst zu haben. cirka zwei stunden sitze ich im innenhof und starre wie paralysiert in den himmel, meine gedanken sind dabei wirr, bis das telefon klingelt und ich die meldung vernehme, daß m. gut angekommen ist. daraufhin versuche ich im haus irgendwas zu tun, um mich abzulenken, was aber nicht funktioniert, beide kühlschränke sind beinahe leer, ich müßte einkaufen, ebenso müßen bis montag die pflanzen bei m. in der stadt gegossen werden, so endet der gedankenkrampft schließlich dabei, daß ich zigaretterauchend im arbeitszimmer überlege einen wagen zu mieten, da hier ohne motorisierung nicht wirklich was geht.

gerade als ich die preisklassen mit meinem kontostand vergleiche, klingelt das telefon. es ist meine mutter. sie müße zu einem arzt und würde angeflogen kommen, möchte bei mir gastieren, fragt ob ich sie fahren würde. sie hat keinen führerschein und mein vater befindet sich eines geschäftlichen notfalls wegen im osten der republik, in dem konzernteil, der früher bekannt gewesen ist durch die herstellung des tollen porzellan, bis es später unfeindlich übernommen wurde. selbstverständlich sage ich zu, erwähne allerdings den nicht gerade unwichtigen teil, mit m.s mutter und der tatsache, daß ich über keinen fahrbaren untersatz verfüge, was sie betreffend frau k. erst sehr besorgt macht und kurz danach die aussage machen läßt "komme mit dem taxi zum flughafen und miete dort einen wagen bis montag, ich bezahle!". meine vorsichtige frage nach der preisklasse wird mit einem simplen "was du willst" beantwortet. schön.

nach drei kurzen telefonaten mit autovermietungen am flughafen, bekomme ich leider keine zusage bezüglich eines vorhandenen porsche, entscheide mich am ende für einen bmw 7er, alles andere erscheint mir als zu langweilig. als ein vw touareg erwähnt wird, springe ich gedanklich durch den hörer und erwürge die quietschendsprechende dame mit stacheldraht. volkswagen gehört zu meinen erklärten lieblingsfeinden.

der wagen ist schwarz und läßt sich gut fahren, die innenaustattung aus hellbraunem leder stört mich zwar, allerdings schaut man einem geschenkten gaul nicht ins maul. gegen 19:00h im haus angekommen, inspiziert meine mutter als erstes die beiden kühlschränke, bevor ich überhaupt ihre beiden koffer abstellen kann, sagt dabei mit entsetzen in der stimme "die sind ja beinah leer!". typisch. meine erklärungen diesbezüglich, daß ich/wir grundsätzlich nur samstags im großmarkt einkaufen, werden gänzlich ignoriert. während ich mir bereits sorgen mache um die grauen haare die auf meinem kopf wachsen, behandelt mich diese frau, als ob ich ein studentisches und hilfloses wesen wäre, welches gerade seit 14 tagen zum ersten mal alleine lebt. ich liebe diese frau, keine frage, aber ich bin der ansicht, daß sie nicht alle tassen im schrank hat und ich diese tatsache eben auch von ihr geerbt habe. wären es die ruhigen und kühl überlegten handlungen meines vaters, die sich mehr in meine gene eingemischt hätten, gäbe es dieses blog nicht und ich würde wohl augenblicklich einen familienausflug mitsammt der drei kinder starten, in einem ökologisch korrektem wagen, um in einem streichelzoo andere langweiler zu treffen.

um 19:30h befinden wir uns im großmarkt, meine frau mutter packt haufenweise klamotten in den einkaufswagen.
ich: du willst doch nicht etwa einkäufe per flugzeug befördern?
mutter: wie kommst du darauf? das ist alles für euch, ich bezahle...
ich: könntest du dabei nicht vielleicht rücksprache mit mir halten? die hälfte dieser sachen hier essen wir garnicht, hier, zum beispiel, was soll ich bitte mit zwei kilo schweinebraten?
mutter: essen?
ich: wir essen kein schweinefleisch, seit jahren und du weißt das!
mutter: und warum habt ich euch letztens so über den serrano-schinken hergemacht?
ich: ja, über getrockneten schinken schon, du willst das nicht verstehen, wir essen schweinefleisch nicht aus überzeugung nicht, sondern weil wir irgendwann festgestellt haben, daß es uns nicht schmeckt! kein schweinebraten, keine schnitzel und auch nicht ausnahmsweise! du isst doch auch kein käse und aus selbstverständniss schleppe ich ihn bei dir auch nicht an!
mutter: das ist kein vergleich!
ich: hä?

diese frau hat manchmal einen so verbohrten dickschädel, daß sie damit nicht nur eine wand, sondern gleich ein ganzes gebäude umrennen könnte. wir beide in alltagsstuationen sind vergleichbar mit den beiden ziegen, die ich letztens irgendwo beim wandern beobachten konnte. ich saß auf einem baumstamm und sie standen mir gegenüber, haben friedlich gras gekaut. plötzlich und für mich ohne erkennbaren grund, haute die eine der anderen ihren kopf um die ohren. dann standen sie wieder da und mampften friedlich das grüne aus der natur, bis sich zwei minuten später diese situation andersrum wiederholte. das waren meine mutter und ich...

fortsetzung folgt...

11:45 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken

13.09.2006

Das ist kein Stock, das iss`a Baum!

in elegantem bogen auf mich zufliegend aufgefangen, hier ein stöckchen von der großartigen, einzigartigen, wunderbaren und immer bezaubernden julia, die dieses ungetüm ebenfalls um die ohren geschmissen bekommen hat.

1. Trägst du Unterwäsche? Wenn ja, welche?
wer denkt sich eigentlich solche fragen aus? jemand, der keine unterwäsche trägt? ich hatte mal einen mitarbeiter, der nach folgenschwerem drogen und alkoholkonsum, am nächsten morgen vergas die erwähnten anzuziehen und sich sein bestes stück deftigst im reißverschluß seiner hose einklemmte bis zerriss. er war folglich 14 tage krankgeschrieben. mich schüttelt es bis heute, beim bloßen gedanken daran. selbstverständlich trage ich solche, vorzugsweise hilfiger, täglich frisch.

2. Weißt du, wie man die BH-Größe misst?
nein, keine ahnung. ich bin ein mann, der noch nie auf die idee gekommen ist, seiner partnerin sowas zu kaufen, weil ich das für ein abgedroschenes klischee halte. hübsche brüste sind eben hübsche brüste, eine trockene größenbezeichnung mag dabei mein sinnesempfinden stören.

3. Was ist deine Lieblingseissorte?
ich habe keine, ich mag eis nicht sonderlich. einmal im jahr vielleicht, weil ich da womöglich gerade unterzuckert bin. eine sorte kann ich daher nicht nennen, da ich sogar bei festlichen begegnungen mit menschen aus der oberen zehntausendschicht, grundsätzlich ein dessert ablehne. ich bin kein süßer...

4. Duschen oder baden?
beides. duschen die woche über, sonntags baden. ein tägliches und nicht wegzudenkendes ritual.

5. Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang?
beides, kommt nur darauf an wo. als ich eine zeitlang im hässlichen ruhrpot verbrachte, war mir beides mehr oder weniger egal, zwischen trinkhallen und besoffenen asozialen. irgendwo im zentralmassiv in frankreich wiederrum, sah meine begeisterung dafür schon gänzlich anders aus...

6. Welche 3 Dinge hast du immer bei dir, wenn du unterwegs bist?
schlüsselbund, portemannaie, kleidung

7. Donald Duck oder Mickey Mouse?
clever & smart

8. Welche Zahnpasta benutzt du?
äh, nicht die, die mir von der hausfrau meines zahnarztes empfohlen wurde. meridol. hat keinen besonderen grund.

9. Rechts- oder Linkshänder?
rechtshänder, mit links kann ich nicht einmal onanieren...

10. Singst du unter der Dusche?
nein. ich höre mich nicht gerne selbst...

11. Redest du mit deinen Haustieren?
ich habe keine. als es der fall war, tat ich das allerdings. haben sie schonmal einen tierhalter gesehen, der seinen besten tierischen freund anschweigt, sofern er nicht stumm ist?

12. Kennst du die richtigen Namen deiner Email-Freunde?
was sind email-freunde? ich kenne nur freunde und bekannte und dabei selbstverständlich ihre namen. das ist bestimmt wieder so eine "web 2.0" geschichte, mit leuten in den hauptrollen, die auf hundertfachen ebenen versuchen mit sinnlosen aussagen und "lustigen" bildchen, oder pps-dateien kommunikativ zu agieren. sowas landet bei mir ungelesen im papierkorb. wenn es hoch kommt, schreibe ich zwei private mails pro woche. sonst existieren hier keine "messenger", "icqs" oder "chats", das blog und das telefon, sind meine einzigen elektronischen kommunikationsformen. ich kann mich nicht einmal daran erinnern, wann ich das letzte mal eine sms geschrieben habe. ich glaube vor mehr als zwölf monaten, als ich eine autopanne irgendwo in der schweiz hatte...

13. Hattest du mal ein pinkfarbenes Kleidungsstück?
vielleicht als baby, sonst näh...

14. Beißt du dir in die Lippe, wenn du nervös bist?
was ist das "nervös"?

15. Frühaufsteher oder Nachteule?
beides. ich brauche nur sehr wenig schlaf. ich gehe sehr spät ins bett und stehe sehr früh auf. 00:30h bis 06:00h reicht mir, am wochenende etwas länger. ich habe allerdings nie behauptet normal zu sein, wie auch immer die definition dafür lauten würde...

16. Kannst du einen BH mit nur einer Hand öffnen?
kann ich. ich verfüge über sehr flinke finger und habe das praktische problem daran nie verstanden.

17. Gummibärchen oder Kaugummi?
gummibärchen mag ich nicht sonderlich, kaugummi schon eher, obwol diese dinger nicht länger als zehn minuten in meinem mund verweilen. fishermans sind mir da schon lieber.

18. Wie alt bist du?
27 monate jenseits meines 30sten geburtstages, dabei keineswegs erwachsen...

19. Und wie alt möchtest du sein?
ist das eine frage aus der familie der zeitreisen? heute ist heute, ich lebe weder in der vergangenheit, noch in der zukunft.

20. Loft, Villa, Bauernhaus oder einfach nur Wohnung?
penthouse über zwei stockwerke und inklusive einer riesigen terasse. ich bewohne ein bauernhaus, es langweilt mich...

21. Was isst du am liebsten auf der Pizza?
spinat und gorgonzola, mit viel knoblauch.

22. Wie trinkst du deinen Kaffee?
als espresso, selten, eher abends, nach einer pizza mit spinat, gorgonzola und viel knoblauch...

23. Hast du schon mal für andere gekocht?
hunderfach! ist mein hobby. und da alle immer gerne wiederkommen und sogar mal nachfragen, ob es möglich wäre von mir bekocht zu werden, bilde ich mir ein, durchaus nicht mal ein so schlechter brutzler zu sein...

24. Hast du schon mal Austern gegessen?
einmal. nie wieder. dieser schleimige mist kommt mir nicht noch einmal auch nur in die nähe meiner lippen!

25. Weißt du Geburtstag und Alter deiner Eltern?
wissen sie, wo sie wohnen? selbstverständlich.

26. Titel deines Lieblingsbuches?
habe ich nicht. es gibt viele sehr gute bücher, viele gute und viele schlechte. es werden weitere folgen. sowas aufzulisten wäre sisyphusarbeit.

27. Sind deine Füße gleich groß?
da ich besitzer von edlen maßschuhen aus hirschleder bin, weiß ich von meinem schuhmacher, daß niemand zwei gleiche füße hat. vielleicht optisch, aber nicht real vertretbar. so sind meine füße selbstverständlich ebenfalls nicht gleich groß. links trage ich 44 und rechts 44,1. soll heißen, mein linker schuh würde unmöglich je an meinen rechten fuß passen...

28. Magst du Knoblauch?
ich mag es nicht, ich liebe es.

29. Kannst du mit deinen Augen einzeln blinzeln?
was ist das? und wozu braucht man das?

30. Liest du Tabellen?
na klar. wie sollte ich sonst buchhaltung betreiben können?

31. Was wäre das erste, was du tun würdest, wenn du einen Millionenjackpot im Lotto gewinnst?
an einem strand, sand aus meinen schuhen kippen, darauf achtend, daß die flasche wein nicht umkippt und die axt in griffnähe liegt, wegen der vielen neider. dumerweise wird aber der plötzliche reichtum niemals auf diese weise passieren können, da ich aus überzeugung grundsätzlich nicht spiele.

32. Pepsi oder Coca Cola?
ich mag beides nicht. ich trinke nur wasser, ohne kohlensäure. morgens tomaten- oder gemüsesaft, statt kaffee. abends manchmal alkohol, doch niemals mit einem dieser beiden getränke vermengt. ich halte sie für gesundheitsschädigend und unlecker.

33. Wann hast du das letzte Mal geweint?
letzte woche.

34. Schau nach rechts, was siehst du?
mein powerbook, diverse mobiltelefone und einen haufen klamotten, die ich vorhabe gleich in säcke zu packen, um sie anschließend in den container zu werfen, für bedürftige. ich habe sie vorhin absichtlich genau vor die türe gelegt, um später darüber zu stolpern und es somit nicht zu vergessen...

35. Und links?
das fenster, von dem aus ich die container sehen kann.

36. Schnarchst du?
weiß nicht. habe noch nie ein labor spontan fürs wochenende gemietet um mich später selbst im schlaf auf vhs zu bewundern. meine freundin behauptet, ich würde sehr ruhig und geräuschlos schlafen.

37. Kaust du auf Bleistiften oder Kulis rum?
ich bin doch kein eichhörnchen, außerdem würde ich jeder einzelnen person persönlich in den hintern treten, inklusive mir selbst, die auf einem montblanc meisterstück rumkauen würde, welches ich beinahe ausschließlich benutze...

38. Wenn auf einer Tür steht 'ziehen', drückst du trotzdem?
was? ein mir unbekanntes problem. verwechseln sie beschleunigung mit den bremsen?

39. Wenn du einen Tag in deinem Leben wiederholen könntest, welcher wäre das dann?
keiner. wozu sollte man etwas wiederholen wollen, was vergangen ist? das ist nicht meine art, das leben zu betrachten...

40. Tequila, Mojito, Caipirinha oder alkoholfrei?
den bernsteinfarbenden bushmills würde ich ebenfalls bevorzugen.

41. Pommes oder Bratkartoffeln?
pommes nur zu gyros und nur in einer bestimmten lokalität, bratkartoffeln garnicht. ich esse lieber nudeln, oder kaue ein stück brot.

42. Hast du schon mal eine Waffe abgefeuert?
nicht nur das. einmal habe ich als kind ein huhn mit einem luftgewehr erschossen, obwohl ich ganz anders wohin gezielt habe. der lauf war krumm. später wurde ich von meinem damaligen chef dazu überredet einen waffenschein zu machen, was ich auch tat und irgendwann tatsächlich zum besitzer eines safes wurde, dessen inhalt ein s&w 44-er revolver wurde, nebst einer amerikanischen polizei-handfeuerwaffe, des selben herstellers. anno 2003 habe ich die klamotten höchst offiziell entsorgt, nachdem ich zwei mal in merkwürdige situationen geraten bin, bei denen die beiden boliden beinahe zum einsatz gekommen wären und mich lebenslänglich unglücklich gemacht hätten. nun vetraue ich auf die kraft meiner hände und meine guten küchenmesser...

43. Winnie the Pooh, Tigger, Kanga, Roo, Piglet, Eeyore, Rabbit oder Owl?
bis auf winnie the pooh sagen mir diese namen garnichts und den kenne ich auch bloß aus der zeitung. ähm, bevor ich unwissend etwas falsches sage, entziehe ich mich dieser merkwürdigen frage...

44. Warst du schonmal in Disneyland/ world/ resort?
näh, wollte ich auch nie. ich kenne bloß das phantsialand bei köln, wo ich mal aus ziemlich großer höhe von einer art extrem-karussel auf die zuschauer unten gekotzt habe. ist mir selbst jetzt, 16 jahre später, nicht wirklich peinlich...

45. Was ist dein größtes Ziel?
ich habe kein bestimmtes. glücklich sein? doch das ist kein ziel, denn das kann gerade hier und jetzt geschehen. angenommen man setzt sich ein vordefiniertes ziel und erreicht es nicht, war dann das ganze leben bloß eine krampfhaftige zielstrebung ohne ergebniss? das wäre zu enttäuschend und gleichzeitig sinnlos gewesen...

46. Schlagsahne oder Caramelsirup?
ich mag weder schlagsahne, noch caramel. da kaue ich lieber eine rohe zwiebel.

47. Riechst du an anderen Menschen?
also, an fremden versuche ich diese erfahrung zu vermeiden, was allerdings eher seltener möglich ist, da man dann theoretisch permanent eine klammer auf der nase tragen müßte, zudem finde ich, daß diese frage keineswegs auf platz 47 (!) eines fragemarathons gehört, der längst zuvor unwichtigkeiten wie eissorten hinterfragt hat. ich halte das riechen können einer person, für enorm wichtig und damit meine ich keine parfümsorten, sondern die reaktion der nase auf den körper des anderen. ich war liiert mit einer person, die ich nasentechnisch nicht riechen konnte, das war die schlimmste beziehung meines lebens. stellen sie sich eine hübsche nackte frau vor, die vor ihnen liegt und sie ekeln sich vor ihr. was sonstiges menschenriechen angeht, so bin ich der ansicht, daß die meisten einen grauenvollen bis schrecklichen geschmack betreffend des parfüms haben.

zum abschluß:

- weiterwerfen werde ich nicht, obwohl mich die antworten mancher personen tatsächlich sehr interessieren würden, doch das kann jeder aus meiner linkliste gerne selbst entscheiden und mich dafür verantwortlich machen. nicht jeder hat so viel zeit, wie ich augenblicklich, um sich 47 fragen aufzuhalsen und bevor mir einer mit einem baseballschläger ins gesicht springt, lasse ich namentliche erwähnungen lieber weg...

- es gilt hier, wie bei julia: wer hiernach mit einem psychologischen gutachten ankommt, stirbt.

einen schönen tag noch!

08:15 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Gelesen , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken

12.09.2006

Machen Sie Google nicht zu Ihrer Startseite!

mal wieder ein paar "interessante" suchbegriffe, die auf diese seite führten als lückenfüller, da ich augenblicklich zwar mehrere einträge schreibe, damit allerdings irgendwie nicht wirklich fertig werde, so werfe ich ihnen hier mal den happen vor die füße und hoffe, daß die vollgesogene zecke die ich mir vorhin aus dem körper ziehen mußte, keine der infizierten krankheitsüberträger war, sondern nur eben ein weiterer beschissener parasit, der sich mit sichtlichem vergüngen (der größe nach...) ein wenig von meinem natürlichen bloody mary abgepumpt hat. so können sie sich vorsichtig auf diverse dinge wie "killing time", "amok V", "iKill 2.0" oder "die anleitung zum vorlauten klugscheißertum, als folgende todesursache" freuen, sofern dieses biest nicht wieder eines der fiesen gewesen ist, welches meine nervenentzündung verschlimmern läßt, da ich diese auch dank dieser viecher bekommen habe, wie es nun endlich festgestellt wurde. falls doch, so folgt nichts, da ich dann draufgegangen bin...
(an dieser stelle ein nachtrag: der obere text entstand gestern und da ich gerade von der werten julia mit einem stock bearbeitet wurde, folgt doch noch recht schnell etwas...)

als erstes meine "lieblinge", die in diversen kellern über einen internetanschluß zu verfügen scheinen:

oma fickt mit dem sohn
sie perverser flachkopf. wie wäre es damit, erst wenigstens den sonderschulabschluß zu machen, anstatt interaktiv durch die gegend zu onanieren? ein paar buchstaben tippen klappt zwar bereits, nur das logische verständniss wurde bei ihnen noch nicht sichtlich entwickelt. eine oma kann unmöglich ihren sohn ficken, höchstens ihren enkel. sie und ihre abartige beschränktheit widern mich an.

brustwarzen auf brett nageln
mit ihnen würde ich wirklich mal gerne spazieren gehen, irgendwo, in die unberührte natur. nur sie und ich und ein werkzeugkasten, mit dessen hilfe ich dann ihren schwanz mit zwei rostigen nägeln an einem baum befästigen würde. glauben sie mir, ich kenne stellen, wo man sie nicht schreien hören würde, zudem könnten sie gleich vor lauter angst wie ein springbrunnen aus drei löchern gleichzeitig pinkeln...

arzthelferin rasiert
(wie zum teufel kommt man eigentlich über solche suchanfragen auf mein blog?) nun, rasiert ist pflichtprogramm, ganz gleich welchen berufsstandes, oder geschlechts, da lasse ich mich nicht auf gespräche ein...

und nun hacken wir unsere perversen idioten ab und kommen zu den hilflosen internet benutzern.

flur brillenfassungen
verzeihung, da bin selbst ich überfordert...

kräuter garnelen bofrost
geil! und gleichzeitig doof! lassen sie mich das mal überdenken... also: garnelen geil! aber nur frisch. bofrost=gefrohren, also nicht geil! nur was die kräuter jetzt damit gemein haben, erschließt sich mir nicht.

oberlippe geschwollen sturz
krass endgeile formulierung. voll besoffen auf die fresse geflogen und nun schmerzhaft gechwollen? hatte ich auch bereits... nur bin ich damals zum arzt gegangen und habe mir keine heilung durch eine suchmaschine versprochen...

murkel shotgun
madame murkel? sie müßen mich unbedingt darüber aufklären...

perfekter haarschnitt ausrechnen
ebenso sinnvoll, wie die sache mir der oberlippe. meiner - möglicherweise falscher - ansicht nach, entdecke ich den perfekten haarschnitt erst auf meinem kopf, nachdem dieser kreiert wurde, nicht im internet. gestern habe ich mir kurz den begriff "web 2.0" erklären lassen und glaube nun, daß die leute etwas falsch verstehen. das internet IST hilfreich beim suchen von informationen, lesen von nachrichten, oder bei der unterhaltung, es ist aber NICHT eine übergreifende dienstleistung an sich, es informiert ledeglich darüber. bevor ich meinen kühlschrank online lasse und sie ihre frisur in den drucker halten können, werden möglicherweise noch jahrzehnte vergehen, wahrscheinlich wird vorher noch das perpetuum mobile erfunden...

und zu aller letzt:

lederhandschuhe für meine tochter
hä? führen die menschen eigentlich dialoge mit google? angenommen ich habe eine tochter und möchte ihr ein geschenk machen, dann schreibe ich "lederhandschuhe" in die suchmaske und nicht für wen sie sind. außer es ist wieder etwas perverses und ich blicke nicht durch...

ein fazit gibt es nicht, merkwürdige ausgeburten von undefinierbarer beschränktheit versuchen sich an medien, die nicht für sie geschaffen wurden. soll mir gleich sein, da ich es eh nicht ändern kann und will, doch wünschte, sie würden sich wenigstens von meiner kleinen interaktiven kotztüte fern halten.

09:00 Veröffentlicht in Blog , Debil , Gelesen , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken

09.09.2006

Stöckchen

mir wurde ein stock an den kopf geworfen. selbst schuld, sage ich dabei, da ich augenblicklich verdammt nachdenklich bin und der werfende jetzt eine menge buchstaben durchzulesen hat...

Wie ich zur Namenswahl in/zu meinem Blog kam?

nun, da ich ein merkwürdiger typ bin, so kam ich auch zu einem merkwürdigen namen. ich schrieb am anfang des alten blogs "sie können es sich aussuchen, ob ich nun trunken von der kreativität bin, oder bloß zuviele verschiedene getränke durcheinander getrunken habe...". ein wenig stimmt beides. ganz davon abgesehen, daß ich am anfang des schreibens gleich über google das blog der frau rossi fand, die längst vor mir unter dem namen "kreativ betrunken" schrieb. da ich grundsätzlich versuche loyal zu sein und es mir ein graus wäre ideen zu klauen, schrieb ich ihr eine mail, mit einer entschuldigung und der frage, ob ich den namen ändern soll, was sie mit den worten "der name ist doch großartig, machen sie ruhig weiter" beantwortete. wie sie sehen können, tat ich das...

allerdings finde ich nicht, daß der name eines blogs, auch nur annähernd etwas über die schreibende person aussagt. im großen und ganzen achte ich nur auf die buchstaben der einträge, da ist es auch ganz gleich wie es heißt. würde ich nach namen gehen, könnte beispielsweise die julia kaum einer meiner lieblingsblogs sein, obwohl es das ist. ebenso habe ich bereits seiten angeklickt, die von der namensgebung her und einer eingebildeten superpersönlichkeit zeugten, sich aber beim betrachten der ersten zeilen als totaler mumpitz entpumpten. verstehen sie mich nicht falsch, ich bilde mir auf mein geschreibe eh nichts ein, tue es eher als eigentherapie, schauen sie sich meine linkleiste an, sie werden feststellen, daß ich nicht gerade wild darauf bin "web 2.0" zu werden, was auch immer das sein mag...

ich kann das sehr schwer erklären, da mein leben irgendwie in parallelen gesehen gänzlich anders funktioniert, als das der anderen menschen, mit denen ich zur schule ging, oder die freizeit verbrachte. mit 24 rotierte ich bereits von morgens bis abends mit einer s-klasse unterm hintern in der medienbranche, während ich nachts versuchte mein studium fertig zu bekommen. mein damaliger bekanntenkreis wollte das nicht verstehen, sie waren nur auf party aus, der gesprächstoff bestand daraus, sich darüber zu streiten, wer am wochenende fährt und wer trinken kann. ich habe daran nicht teilgenommen. ich war und bin immer ein sonderling gewesen, merkwürdigerweise haben dabei trotzdem die menschen mein gehör gesucht, ich hatte nie im leben probleme in der schule mit schlägern, ganz im gegnteil, sie suchten meine nähe. warum, habe ich bis heute nicht rausgefunden, ich bin kein schrank, sondern eher ein großer läufer, vielleicht ist mein schwarzer humor ausschlaggebend, ich weiß es nicht.

als ich 20 war, hatte ich eine 29-jährige freundin, auf die alle scharf waren. niemand hat sie bekommen, nur ich. warum, weiß ich ebenfalls nicht, diese geschichte war kein kurzes abenteuer, sondern dauerte viele jahre, inklusive vieler tragischer erlebnisse. ein paar leute haben mir seinerzeit den tod gewünscht und nicht nur das, sie haben sogar versucht mich um die ecke zu bringen. hat mich nicht beeindruckt, wie sie unschwer erkennen können...

worauf ich hinaus will, ist folgendes. nichts in meinem leben ist so gelaufen, wie es "als defintion des lebenslaufes" fungieren sollte. ich bin nun jenseits von 30 und trotzdem immer noch jugendlich. doch wenn ich mir unseren bekanntenkreis anschaue, könnte ich kotzen. da sind leute, die 2-3 jahre jünger sind als wir und die bereits eine art von rentnerhafter zielsträbigkeit nach ruhe durchleben: arbeit, fernsehen, schlafen, mittwochs pfilchtsex.
so wenig sie es seinerzeit verstehen konnten, warum ich mich auf die arbeit und das studium konzentrierte, statt auf party und blödsinn, ebenso wenig verstehen wir uns heutzutage, während sie gespielt locker ihre kinder erziehen und einen auf vernünftige und erwachsene machen, innerlich ganz sicher platzend vor lauter alltag, während herr ad diesmal drauf scheißt, bereits jetzt einen beruflichen lebenslauf hat, der ihm bei bewerbungen den stempel "zu teuer" verpasst, gerne designerkleidung trägt und trotzdem keine brille auf der nasenspitze, sondern eher den ipod in den ohren mit krachender gitarrenmusik. ich bin geschieden und gottlob kinderlos und ich möchte, daß es dabei bleibt. kurz und knapp: irgendwie habe ich immer noch spaß am leben und tue nicht so als ob...

kreativ steht dafür, daß ich mich tatsächlich für kreativ halte. mein beruf wäre bestimmt nicht in der werbebranche gezielt gelandet, würde ich nicht eine gewisse affinität zwischen meinen gedanken und dem gleichzeitigen verlangen nach geschäftlicher rotation verspühren.

betrunken steht dafür, wie oben erwähnt, daß ich nicht wirklich erwachsen agiere. ich bin verrückt. als m². letztens hier war, haben wir darüber gesprochen. er ist gleichzeitig mein bester freund und auch verwandter, professioneller musiker und ein exzellenter denker, gerade mal zwei jahre älter als ich. er sagte "machen wir uns doch nicht bekloppt, wir haben die welt gesehen und die anderen nur ein dorf.".

so sei es, in seinem namen...

22:00 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken

06.09.2006

Mykologie 1.0

gestern morgen, 06:00h. trotz der tatsache erst um 02:00h ins bett gefallen zu sein, erwache ich, aufgrund der krampfartigen schmerzen im rechten bein, schleppe mich ins bad und stelle fest, mein aussehen höchstens als unterirdisch bezeichnen zu können, alles andere wäre sonst gelogen. nach einer kalten dusche sitze ich in der küche und lese humbug in der tageszeitung, während meine gedanken eher um den grünen tee kreisen, der mir nicht schmecken mag. womöglich projeziere ich aber die negativen gedanken aus meinem hinterstübchen in das flaue getränk, denn es ist eher der augenblickliche lebensabschitt, der mir nicht wirklich mundet...

ich versuche krampfhaft eine beschäftigung zu finden, das haus habe ich bereits am samstag auf hochglanz gebracht, zum aufräumen gibt es nichts, ebensowenig zum einkaufen. rumsitzen und über die eigenen schmerzen klagen ist nicht mein ding, ich fühle mich wie eine alte und vertrocknete jungfrau, die spontan mit dem wort "ficken" konfrontiert wurde. entsetzt enttäuscht...

gegen 10:00h und nachdem ich alles im haus durchgelesen habe, was nach zeitung und buchstaben aussieht und dadurch sogar im bilde über die fünfte kleingärtnerausstellung in irgendeinem kaff bin, entscheide ich mich dazu gegen meinen eigenen körper zu arbeiten. seit drei wochen habe ich kein lauftraining mehr betrieben, was ich laut arzt nicht darf, nur vom wandern hat keiner was gesagt, zudem sind die sündhaft teuren rahmengenähnten meindl stiefel immer noch nicht eingelaufen, stehen stattdessen bewegungslos auf dem dachboden...

von einer idee bis zur verwirklichung braucht es bei mir nicht lange, so stehe ich keine 20 minuten später voll waldkampftauglich am wagen. die besagten meindl treter, die sich so anfühlen, wie sie aussehen, ich bin sicher, wenn ich jemandem damit in die eier treten würde, er würde nicht mehr aufstehen, womöglich würden dieser person die unteren körperorgane bis in den hals rutschen. dazu eine schwarze jack wolfskin hose mit den vielen taschen, in die ich taschentücher und energiezuckerlutschbonbons packte, ein knappes t-shirt, da es übelst schwül ist und ich bereits beim anziehen schwitzen mußte und ein rucksack mit wasser und diversen tüten, da ich vorhabe nach pilzen ausschau zu halten. nicht zu vergessen, mein swiss tool multifunktionswerkzeug, wobei ich, ohne hier werbung betreiben zu wollen, loswerden muß, daß das ding gold wert ist. und kommen sie mir nicht mit leatherman, diesen schrott habe ich mal innerhalb von einem halben jahr verschlissen, ohne es großartig beansprucht zu haben. gut, das swiss tool ist erheblich teurer, der werte leser wird aber hier längst bemerkt haben, daß ich eher auf qualität setze, als auf schnäppchenpreise. ich erinnere mich an einmal, als ich in einer blitzaktion eine wohnung zur übergabe spontan hübsch-renovieren mußte und was ich tatsächlich mangels werkzeug nur mit diesem kleinen helfer geschafft habe, inklusive türschwellen zusägen...

ich parke den wagen bei bekannten, die des pferdezüchterdaseins wegen, weit außerhalb am waldrand leben. diese örtlichkeit hier ist zwar von wäldern umzingelt, ganz gleich in welche richtung sie gehen würden, landeten sie früher oder später im wald, nur gibt es nicht überall pilze. woanders habe ich noch nie welche gefunden. zudem wachsen merkwürdigerweise keine am waldrand, man muß also mindestens drei kilometer ins grüne wandern, um an die mir bekannten stellen zu kommen. und um es ihnen noch unschmackhafter zu machen, jemals auf die idee zu kommen, mit mir wandern oder pilze suchen zu gehen, erzähle ich von meiner vorliebe mich nicht gerade ein paar meter vom weg entfernt aufzuhalten, sondern eher das unwegsame gelände zu betreten, in die kein sonntagsspaziergänger mit einem küchenmesser in der hand je reinlaufen würde.

so betrete ich auch meine favorisierte stelle, nach diversen blutigen markierungen durch dornen und einem gestolperten ganzkörperfall voll auf die fresse und staune. wissen sie, ich war das erste mal pilze sammeln, als ich vielleicht 6-7 jahre alt war, aber sowas habe ich noch nie gesehen. voller sorge überhaupt einen schritt zu tun, ohne auf einen pilz zu treten. und dabei sammle ich bloß nur drei sorten, da mir experimente mit diesen auswüchsen der natur zu ungemütlich erscheinen. es dauert keine 25 minuten, bis ich drei große tüten voll habe, wobei ich nur die schönsten exemplare mitnehme, angebissenes oder ähnliches beachte ich garnicht. dann zurück zum wagen und die ausbeute abladen, zwei körbe mitgenommen und nochmal hin. meine beine zeigen sich zwar undankbar für diese aktionen, doch ich versuche weitestgehend meine schmerzen zu ignorieren.

daheim ziehe ich erst die schuhe aus und bleibe sicherlich zehn minuten auf dem boden im flur sitzen. meine füße fühlen sich an, wie mit einem hammer bearbeitet. anschließend begebe ich mich in die badewanne und schüttele einen ganzen zoo an tierchen aus meiner kleidung, ziehe im anschluß noch vier zecken aus meinem körper, eine aus dem bauchnabel. heute juckt die stelle wie sau. frisch geduscht und frisch bekleidet wiege ich meine ausbeute ab, wobei ich auf 8 kg steinpilze, 5 kg schusterpilze und 2 kg röhlinge komme.

begeistert rufe ich m. an, die ebenfalls begeistert verkündet, abends nach der arbeit mit dem taxi zu mir zu kommen, trotz der tatsache, daß wir uns üblicherweise dienstags nicht sehen. und dann folgt die erkenntniss. diese fünfzehn kilo gesammeltes möchten auch bearbeitet werden. so ein mist...

fünf stunden und drei flaschen bier benötige ich, bis ich alles sauber und kleingeschnitten habe, bis ich entschieden habe, was tiefgefrohren wird, was getrocknet und was später zubereitet. als m. um 21:15h hier ankommt, koche ich gerade. steinpilze in olivenöl mit viel knoblauch angedünstet, viel pfeffer dazu, zum schluß mit weißwein abgelöscht und mit sahne vollendet, dazu spaghetti und auf dem teller angerichtet mit viel frischgehackter petersillie bestreut. wir sind uns einig, nichts schmeckt besser als selbst zubereitetes, m. holt zweimal nachschub, ich bin fertig mit meinen nerven, habe nicht einmal lust auf sex...

später im bett, macht m. die ansage, daß sie am donnerstag frei hätte und wir unbedingt zu zweit nochmal losziehen sollten, was ich selbstverständlich bejahe, da ich nicht nein sagen kann. heute fühle ich mich allerdings, als ob es keinen morgen mehr gäbe. verfickte schwerkraft...

11:40 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken

04.09.2006

Macht, Konflikt, Herrschaft, Ordnung und Frieden

meine stimmung ist durchwachsen, augenblicklich geht vieles schief. unheil weit und breit, weiß nicht welchem gott ich auf den fuß getreten bin, muß aber ein miespetriger gewesen sein. die schmerzen in meiner linken beinmuskulatur lassen mich nachts nicht schlafen, mein rechtes knie gibt geräusche von sich, wie eine grobe pfeffermühle beim mahlen. vom arbeitsamt habe ich immer noch keinen cent gesehen, theoretisch und wenn ich nicht etwas auf der seite hätte, was allerdings die letzte notreserve ist, wäre ich jetzt bereits verhungert. ich warte noch auf die meldung, daß ich umziehen, oder das haus verkaufen muß, denn, wie kann ein arbeitsloser alleine ein riesiges haus bewohnen? das gehört sich nicht. die tatsache, daß ich grundsätzlich täglich mehr als 12 stunden gearbeitet habe, über jahre hinweg, mir sogar sonntage nicht zu schade waren, um ins büro zu gehen, oder auf geschäftsreisen, zählt nicht. als diplomierter kriesenbewältiger, dreifacher abteilungsleiter großer firmen, ungekündigt, abgeworben, selbst partner und besitzer einer agentur, anschließend höchst begehrt (mit diversen unbezahlten rechnungen) selbstständig, werde ich nun in den selben topf geworfen, wie faule drecksäcke, die nicht einmal einen schulabschluß haben, zudem keine böcke zu arbeiten und ungelernt gerne in dem sumpf des asozialen baden...

deutschland ist auf den hund gekommen, einen behinderten, der aus mitleid eingeschläfert werden sollte. wenn ich die ganzen grinseköppe aus berlin sehe, bekomme ich gänsehaut. ein totalitärer blackout alter menschen, denen es persönlich gut geht. gut, noch geht es mir auch noch gut, nur was kommt danach? dieses thema wird diese herrschaften eher weniger interessieren. es ist sicherlich ein leichtes, über das schicksal anderer zu bestimmen, wenn man bereits seine eigenen schäfchen ins trockene gelegt hat, würde ich gerade auf meiner yacht an der küste vor marseille sitzen und einen martini vor lauter langeweile trinken, würde ich ebenfalls auf das schicksal mir unbekannter individuuen scheißen. nur wäre das in dem falle keine demokratische politik, sondern purer egoismus. und exakt so sieht es hier augenblicklich aus. ignorant und arrogant labbern, dabei nichts sagen, wichtig sein. trotz äußerlicher und interner häßlichkeit.

nehmen wir doch einfach mal das arbeitsamt (nein, agentur werde ich es nicht nennen...) als beispiel. neun - 9 (!) milliarden euro überschuß! bei erwarteten zwei - 2 (!) milliarden. was ist das? ist das jetzt ein unternehmen, daß umsatz zu machen hat? wann geht es an die börse? das ist als würde greenpeace unter dem ladentisch wale verkaufen. ich möchte in dem falle garnicht von mir selbst sprechen, denn ich habe reserven, eine tolle familie die hinter mir steht und vorallem eine partnerin, die mir den rücken stärkt, zudem sollte jemand, der zwei sonderangefertigte ringe aus platin an den fingern trägt nicht unbedingt jammern, nur, was ist mit den kleinen familien, die sich nicht helfen können, was ist mit alleinerziehenden müttern, die sich kaum zu helfen wissen, weil sie vorne und hinten nicht klarkommen und zudem immer weniger unterstützt werden? was ist mit denen, die keine familie haben? sind das kollateralschäden?

ganz gleich in welche richtung meine gedanken gehen, ich komme immer wieder auf einen nenner. deutschland verfügt über keine vernünftige politiker und ohne solche kann sich nichts positiv verändern. wenn ich mir berlin anschaue, sehe ich eine muppetshow auf schlechten drogen. merkel kommt mir vor, wie ein pr-gag. eine scheußliche marionette, geführt durch die hände von sarkastischen witzbolden, die sich ins fäustchen lachen, während sie sich gerade mit einem brennendem 500 € schein die zigarre anzünden. diese frau hat soviel führungsvermügen, wie eine dorfkneipe aussichten auf einen börsengang. der rest der bande ist nicht besser, wenn ich mir schon deren namen nicht merken kann, dann können sie auch kaum etwas sinnvolles von sich gegeben haben. eine horde ignoranter arroganzbestien, die aus dem nichts gekommen sind und die mit gefüllten konten wieder im sumpf des vergessens abtauchen werden, nachdem sie viel gesprochen und nichts gesagt haben.

schauen wir uns doch mal die grandiose geschichte der mehrwertsteuererhöhung an. die naiven anhänger des optimismus werden sagen, "nur drei prozent, was solls".
der riesige rattenschwanz der daran hängt, wird gerne übersehen, denn, es sind nicht drei prozent. der lieferant, der mir die zu verkaufende ware liefert, erhöht nämlich auch seine preise, ebenso der von dem ich sie beziehe. um überhaupt auf meine kosten zu kommen, mache ich die ware mindestens (!) 15% teurer. im augenblick erfreut sich wiedermal die statistik,
da die umsatzzahlen in deutschland gestiegen sind, das volk ist wieder bereit geld auzugeben, nur übersieht man hier gerne in diesem lande tatsachen, die besagen, daß die leute bloß wie bescheuert geld ausgeben, bevor es eben zu der drastischen preiserhöhung kommt. nächstes jahr werden die umsätze im keller landen.

und statistiken sind eh der liebling der in deutschland einflussnehmenden. man kann sich da dinge so wirklich schön zurechtbasteln. zum beispiel - nehmen wir nochmal die arbeitslosen. wenn die zu einer schulung verdonnert werden, sind sie in dem augenblick nicht in der statistik als arbeitslose aufgeführt, trotz der tatsache, daß sie immer noch arbeitslos sind. so kann man sich zahlen schönreden. angenommen ich verdiene 6.000 € im monat und sie 1.000 €, so verdienen wir laut statistik beide 3.000 €, die tatsache, daß ich mir ein penthouse und eine limousine leisten kann und sie bloß ein wohnklo und einen alten kleinwagen, wird ignoriert. hauptsache die zahlen klingen hübsch. ein anderes wort als "paradox" fällt mir dazu nicht ein...

meine liebste m. hat nun die dritte absage bezüglich arbeit in hamburg erhalten, was sie mit den worten "ich ziehe nicht um, die können mich am arsch lecken!" kommentiert hat. ich verstehe sie, hätte nicht anders reagiert. ich frage micht mittlerweile, wozu wir uns in diesem land diplomarbeiten aufgehalst haben, um am ende trotzdem wie die letzten deppen da zu stehen, weil wir auf einmal das etiket "zu teuer" um den hals tragen. wozu führungskräfte, wenn man auch ein paar aushilfen einstellen kann, die jederzeit fristlos gekündigt werden können? wozu überhaupt menschen existieren lassen, die mitdenken und verantwortung übernehmen? verfickte zielstrebigkeit...

am freitag bekam ich besuch. herr f. aus belgien, besitzer einer firma mit geschätzten 150 angestellten, welche den komzern meines vaters beliefert. immer wenn er in der nähe ist, kommt er bei mir auf einen kaffee vorbei, wir plaudern über gott und die welt, wobei er mir in den letzten jahren immer berichtete, daß man im benachbarten ausland belustigt über unsere politik sei. jetzt am freitag sagte er zum ersten mal, man sei besorgt.
ist ja auch klar, wenn man eine ehemalige wirtschaftsmacht kontinuierlich erst zu einer lachnummer macht und anschließend diesen witz mit siebenmeilenstiefeln richtung abgrund steuert, darf man sich nicht wundern, wenn beobachter von außen mit dem kopf schütteln. erst gehörte es sich des krieges wegen nicht, stolz ein deutscher zu sein, nun sind wir an dem punkt, an dem die aussage einfach nur peinlich wirkte. und das, bis auf die WM, übergangslos. das hat es in der geschichte noch nicht gegeben...

was bleibt ist viel denkarbeit. nicht über die probleme hier, sondern über ein problemloseres leben woanders. weniger steuerabgaben, größere gehälter, kleinere mieten. ruhe. gedankenlosigkeit. ein jobangebot ist da, inklusive haus und wagen. fragen sie mich nach nationalstolz und ich werde antworten "ich bin kosmopolit".

08:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (11) | Per Email verschicken