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26.09.2006
Postdormitium
beim befahren einer mir unbekannten einbahnstraße schaue ich nach links und rechts, auf der suche nach passanten, die ich nach dem weg fragen könnte, als es einen mächtigen knall gibt und ich bloß eine blonde person sehe, die über den wagen fliegt und derer kopf auf dem asphalt hinter mir zerplatzt. sichtlich unbeeindruckt davon stellt sich im selben moment ein älterer herr neben mein fenster und erklärt mir den weg. ich bedanke mich, fahre etwas verwirrt weiter durch das graue und trübe wetter, als ich mich plötzlich beinahe zuhause befinde, nur hundert meter entfernt.
kurz vorm ziel, schießt ein alter fiat panda um die ecke, umfährt mich wild über den gehweg und rauscht frontal in den hinter mir fahrenden mercedes. ich bleibe mitten auf der straße stehen und begebe mich zum unfallort, wo die beiden damen bereits eine seltsam freundliche unterrhaltung führen, ich biete ihnen an die polizei anzurufen, sie bedanken sich freundlich.
als ich wieder im auto sitze, schaue ich noch in den rückspiegel, als wieder ein lärmendes geräusch entsteht und ich im anschluß wieder jemanden hinter dem fahrzeug liegen sehe. diesmal ein jugendlicher, dessen glieder recht verdreht aussehen. ich bin unfähig auch nur einen klaren gedanken zu fassen, beschließe erst den wagen auf den parklpatz zu fahren und dann zuhause die polizei zu rufen, als ich gas gebe, ist es bereits zu spät für die frau, die mir mit ihren einkaufstüten vor die motorhaube läuft, schockiert und fassungslos überrolle ich sie noch zusätzlich.
es schneit, innerhalb von nur sekunden ist es überall weiß, die zwei personen liegen auf der straße, es ist ruhig, ich vernehme keine geräusche, selbst die unfallstelle mit den beiden fahrzeugen ist menschenleer. mir fällt plötzlich ein, daß ich meinen vater hätte abholen sollen, beim blick auf die uhr stelle ich fest, daß ich bereits zwanzig minuten überfällig bin. ich stehe gedankenlos und verwirrt vor der haustüre, bin unfähig dazu sie aufzuschließen, starre den vollen briefkasten an und versuche zitternd die post durch den schlitz rauszufischen, als plötzlich die frau aus dem unfall-mercedes und ein berg von mann vor mir stehen. sie erzählt mir sehr ruhig und gefasst, daß die blonde person, die ich vorhin überfahren habe, deren tochter sei und nun tot. sie fügt noch hinzu, daß es mir klar sein müße, dafür ins gefängnis zu gehen, was ich nur durch ein zustimmendes nicken beantworten kann. mein leben rauscht an mir vorrüber, kurz sehe ich meine eigene vergewaltigung im knast, bin unfähig etwas zu sagen, oder zu tun, entscheide kurz, daß ich mich nicht wehren werde, falls dieser koloss gleich auf mich einschlägt, doch dieser weist seine frau nur daraufhin, daß der supermarkt gleich schließen würde, woraufhin sie gehen.
meine beine sind aus watte, ich begebe mich wieder auf den parkplatz, doch der wagen ist weg. ich suche zwei mal den parkplatz ab, ohne ergebniss. meine sicht verschlechtert sich, sie ähnelt der optik durch einen türspion, ich habe ein stechen in der brust, gehe in die knie, falle anschließend mit dem gesicht in den schnee. es ist kalt, ich zittere, sehe kurz menschen mit einkaufstüten an mir vorbeigehen, sie beachten mich nicht. danach wird es dunkel.
ich erwache, schweißgebadet und gleichzeitig frierend, als ich aufstehe muß ich würgen, renne ins badezimmer und erbreche lange und häufig. das war vor zwei stunden. nun sitze ich hier mit schüttelfrost in einem dicken pullover, trinke kamillentee und lese im lexikon über bakterientoxine. auto habe ich heute nicht vor zu fahren...
07:30 Veröffentlicht in Alltag, Kopflastig, Träume | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken


Kommentarstatus
Krasser Traum.. was bedeuten nur die vielen Einkaufstüten / Supermärkte? Gleichgültigkeit? Hab mir oft gewünscht man könnte so ein Videotape ans Gehirn anschließen und die Filme die dort ablaufen aufnehmen. Skurile Welten!
Veröffentlicht von: joppi | 26.09.2006
die tüten geben mir nicht so viel zu denken, als sie tatsache, daß in den wirklich schlimmen albträumen immer irgendwie was mit meinem vater auftauchen muß. naja, bevor mir einer mit einem psychologischem gutachten kommt, lassen wir das, ich halte von traumdeutung nämlich nichts... ;-)
Veröffentlicht von: Ad | 26.09.2006
Sie, Herr Ad, mit einer Salmonellenvergiftung sollten Sie dann aber schon zum Onkel Doc gehen, auch wenn Sie das vermutlich nicht gern hören.
Das kann bös auf die Leber gehn, und ich möchte Sie doch weiterhin kreativ betrunken erleben dürfen...
Veröffentlicht von: dieJulia | 26.09.2006
werte julia, ich kann sie beruhigen, es geht mir wieder gut.
Veröffentlicht von: Ad | 26.09.2006
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