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29.08.2006

Murder and Mayhem

er liegt auf dem boden, während ich auf einem hocker vor ihm sitze und ihn betrachte. die gebrochenen glieder stellen ein unförmiges menschliches kunstwerk dar, was man durchaus auch "die schraube" nennen könnte. doch das gesicht mit dem herausgerissenem unterkiefer finde ich interessanter. wir sind ekelig innen drin. vereinzelte zähne liegen in der blutpfütze um seien kopf, seine zunge hängt lose raus und berührt beinahe den boden, ich kann in seinen hals sehen. er lebt noch, starrt mich mit riesigen feuchten augen an, als wollte er mich um hilfe bitten.
er hätte sich das ersparen können, wenn er nicht ausgerechnet in meine garage versucht hätte einzubrechen.

schließlich stehe ich auf und beende diese begegnung mit einem vorschlaghammer, öffne den mit folie ausgelegten kofferraum des siebener und werfe die leiche hinein, tausche die chirurgenhandschuhe gegen die schwarzen aus leder und mache mich auf den weg durch die nacht. am see angekommen, befülle ich seine kleidung und die folie mit steinen, binde das ganze mit einem seil fest und werfe das paket von einem kleinen steeg ins wasser. ich weiß, die stelle ist sehr tief. später reinige ich gründlich die garage, vernichte alle beweise und begebe mich doch noch ins bett, recht sauer über die fehlenden stunden schlaf, da am kommenden vormittag ein auftrag ansteht und ich meine arbeit ungerne mit schlechter laune erledige.

punkt 11:00h stehe ich am zielort, ein restaurant, dessen besitzer man sich entledigen möchte, mafia halt, ich stelle keine fragen, deswegen sind meine auftragsbücher auch so voll, es ist eine sehr simple angelegenheit bei der nur zwei dinge zählen - meine zuverläßigkeit und deren bezahlung.

der laden hat noch geschlossen, nach meinen informationen aber, befindet sich das zielobjekt bereits in der küche. ich passiere den hinterhof zum lieferanteneingang, öffne die türe und stehe mitten drin, zwischen schnell durchgezählten sieben personen, die alle in töpfen rühren. das zielobjekt ist anwesend, ich verschwende keine zeit, ziehe die zwei 44-er und erschieße alle. einer fällt mit seinem kopf in die kochende tomatensouce, ein anderer zieht einen ganzen topf nudeln beim umfallen mit sich. ich bin sicher, die spurensicherung wird viel spaß haben. ich mache noch eine runde und gehe zur hauptperson, schieße noch zweimal in seine brust. sicher ist sicher...

auf dem weg zurück befahre ich eine kleine tankstelle, um zu tanken, zudem brauche ich selbst etwas zum trinken. ein pickliger tankwart kommt angelaufen, ich öffne ihm den tankdeckel und bleibe im wagen, zünde mir eine zigarette an. ich beobachte ihn im außenspiegel, als ich sehe, daß er den zapfhahn ablegt, lasse ich die zigarette in der halterung des aschenbechers und begebe mich nach draußen, rücke dabei meine krawatte zurecht, als ich ein in meine richtung gespucktes "woah, mit dem wagen kanstu bestimmt voll geil weiber aufreissen" vernehme. ich bleibe stehen, starre ihn an, sage "bitte, wie meinen?", was er nochmal wiederholt mit "na du kannst damit bestimmt krass weiber aufreissen!". ich gehe zu ihm und schlage ihm ins gesicht, dann trete ich in seinen magen, als er am boden liegt, nehme ich kurzerhand den zapfhahn, knie mich auf seine brust, halte ihm die nase zu, stecke den besagten in seinen mund und lasse ordentlich super bleifrei laufen. nach ein paar litern höre ich auf, während er sich würgend und benzin kotzend auf dem boden rumwälzt.

ich betrete den laden und schaue in richtung des panisch zitternden kassierers, der seine hände nach oben hält. ich habe zwar meine hand bereits am portemonnaie, entscheide mich aber kurzerhand doch dafür ihm ins gesicht zu schießen. beim rausgehen nehme ich noch ein wasser mit.

der tankwart draußen wältzt sich immer noch auf dem boden, brechend und nach luft ringend, ich steige in den wagen und mache mich auf den weg, fahre dabei spührbar über seinen fuß, der wohl drunterlag, schnippe die noch brennende zigarette aus dem fenster raus. kurz sehe ich im rückspiegel noch einen auf dem boden liegenden feuerspucker und ein flammenmeer um ihn rum, als ich rechts abbiege höre ich nur noch eine gewaltige explosion. kann immer noch nicht fassen, von diesem etwas geduzt worden zu sein...

am haus angekommen, erblicke ich einen mann vor meiner garage in einem furchtbar hässlichen trenchcoat. ich prüfe noch unauffällig meine waffen, steige dann ganz langsam aus und frage ob ich ihm helfen könnte, was er mir die hand reichend mit "komissar homolka" beantwortet. es hätte in letzter nacht eine reihe einbrüche gegeben, klärt er mich auf und meine garage würde die letzte spur in der straße aufweisen, da das haus links neben meinem verschont worden wäre. spontan frage ich "woher wollen sie wissen, daß es das letzte war und nicht das erste?", was ihn leicht grübbeln läßt, fragt aber ob er sich trotzdem umsehen könnte, was ich gewähre.

er inspiziert die räumlichkeit, kehrt mir irgendwann den rücken zu und spricht "sie haben es hier aber sehr ordentlich", während ich bereits wieder chirurgenhandschuhe anhabe...

Diagnose

heute morgen, beim spezialisten, welcher versucht die ursache für die schmerzenden muskeln in meinem bein zu finden, bislang daran allerdings kläglich scheitert.

doc: (auf den schreibtisch starrend und gänzlich abwesend) fast oxydativ glycolictic fibers myofibrillen rhabdomyolose hmm...
ich: (in sorge gerade bei einem druiden zu sitzen) ist kühl heute was?
doc: äh, ja, äh, wie lange treiben sie eigentlich schon intensiv sport?
ich: mehr als 16 jahre...
doc: rauchen sie?
ich: yap...
doc: und trinken sie regelmäßig alkohol?
ich: aber selbstverständlich...
doc: seit wann machen sportler sowas?
ich: ah! da würden sie sich aber wundern! ich habe mal den ulrich in einer bar getroffen, sie hätten große augen gemacht...
doc: auch wenn das vielleicht direkt mit ihrer erkrankung nicht viel zu tun hat, ich würde ihnen trotzdem raten damit aufzuhören, am besten gleich...

den daruf folgenden lachanfall konnte man quer durch die gemeinschaftspraxis bis auf die straße hören.

28.08.2006

Da der Inhalt des von mir Gesagten für jedermann leicht ersichtlich oder bereits bekannt ist, sind meine Ausführungen im Grunde überflüssig

ich habe heute folgendes zu mir genommen (aufgezählt in der zeitlichen reihenfolge):

- eine rohe kohlrabi
- ein glas wasser
- zwei schokokrümmelkekse
- ein schälchen hühnerbrühe
- ein stück gekochtes hähnchenfleisch
- ein stück baguette mit blauschimmelkäse
- zwei chips
- ein glas wasser mit einer magnesium brausetablette
- ein nimm zwei bonbon
- eine möhre
- zwei gläser wasser
- eine handvoll erdnüße
- ein kaugummi
- ein bier
- ein kaugummi
- eine scheibe toastkäse
- eine scheibe weißbrot mit kräuterquark
- ein butterkeks
- zwei oliven
- eine flasche weißwein
- zwei gläser wasser

kippen sie das mal zusammen und vermischen es.
ich bin ein eimer...

23:30 Veröffentlicht in Debil | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken

27.08.2006

Lichtspieltheatralisches (I)

seit zwei wochen bereits, versuche ich einen eintrag über filme und filmgeschmack zu schreiben und scheitere. doch nachdem ich gestern endlich den neuen film meines lieblingsregissuers erblicken durfte, versuche ich mich jetzt doch daran. die idee ist mir gekommen, als m. und ich letztens eine geburtstagsparty besuchten und ich mal wieder von diesen typen umlagert wurde, die seit jahren versuchen meine freunde zu werden, dabei aber nicht das potenzial dazu besitzen jemals mehr als nur nervige bekanntschaften darzustellen.

verstehen sie mich bitte nicht falsch, ich bilde mir nichts darauf ein, bilde aber trotzdem immer irgendwo den mittelpunkt, um den sich die ganze bagage versammelt, während ich eigentlich nur in ruhe draußen eine zigarette rauchen und in den himmel starrend mein frischgezapftes trinken will. und dann kommt grundsätzlich das standardisierte programm und landet früher oder später bei filmen und "pulp fiction" nebst quentin tarantino, als ob das für immer und ewig der beste film der welt wäre. ich verstehe die ursache dafür nicht, womöglich liegt das an meinem spontanen schwarzen humor und daran, daß sie sich nicht anders helfen können auf meinen sarkastischen level aufzusteigen und so bleiben eben zitate aus dem besagten film das einzige, was diesen personen im einklang mit mord und humor einfällt.
mir geht das nur mordsmässig auf die nerven...

nichts gegen "pulp fiction" und tarantino, der film hat cineastische geschichte geschrieben, mit seiner erzählunsgart, mit der auf humoristische weise dargestellten brutalität und den dazugehörigen irrsinnigen situationen und dialogen ("i just accidentally shot marvin in the throat" - "why the fuck did you do that?"), doch darum geht es nicht, es geht nur um die simple und für mich unverständliche einfallslosigkeit der leute, die seit jahren immer nur die selben filme erwähnen. ich schiebe meistens und mittlerweile fast wie vorprogrammiert die aussage dazwischen, daß ich persönlich eh "jackie brown" für den besten tarantino film halte, was ja auch so ist. daraufhin werde ich fragend angestarrt, weil sie nicht genau wissen, ob ich das jetzt ernst meine, oder eben nicht, man fühlt förmlich unsicherheit in der luft und eine ganze horde menschen versucht sich an diesen "langweiligsten film des kultregissuers" zu erinnern, oder fragt sich innerlich sogar "wie? der hat noch mehr gemacht als "pulp fiction" und "kill bill"?"...

hat er. an diesem film stimmt einfach alles, zumindest für mich. eine perfekte auswahl der darsteller, irrwitz, mord, merkwürdige gestalten und dazu noch stille romantik, mit perfekter musikauswahl unterlegt. unvergessen wird für mich immer die szene bleiben, in der robert deniro, als tumber und bekiffter
ex-knacki, bridget fonda auf einem supermarkt-parplatz erschießt, weil sie ihm auf die nerven geht und er sich in seiner intelligenzfreien und verzweifelten cholerik nicht anders zu helfen weiß.

natürlich irritieren meine vorträge über den erwähnten film und irgendjemand muß immer gleich auf andere filme umlenken, damit ich bloß nicht meine vielsprecher seminarnummer aufführe und sie alle in grund und boden quatsche, über filme und dinge die sie nicht verstehen und kennen, so dürfen sie drei mal raten welcher titel dann grundsätzlich erwähnt wird. na, "fight club" natürlich. alternativ "sieben"...

ich erinnere mich an damals als "fight club" in die kinos kam. ich arbeitete seinerzeit in einer agentur mit zwei brüdern zusammen in einem büro, wobei beide einen schwarzen gurt in irgendeiner asiatischen vermöbelkunst hatten, die auch gleich am ersten tag ins kino gerannt sind um die premiere zu sehen. meine frage "ob der film gut wäre" wurde am nächsten morgen nur mit "der war total scheiße!" beantwortet. logisch, wenn man stumpfsinn wie jackie chan erwartet und in einem psycho albtraum von david fincher landet, kann man sich ruhig deplaziert fühlen. würde mir womöglich exakt so ergehen, wenn ich napalm death mit dem naabtal duo verwechseln würde, doch ich informiere mich halt vorher.

klar ist "fight club" großartig, eigentlich ist alles was fincher bisher gedreht hat das, nur darum geht es nicht. über den oder die zwei filme ist bereits hundertfach alles gesagt worden, irgendwann ist es einfach gut, vorallem weil es auch immer und immer wieder die selben szenen sind, über die gesprochen wird. wie langweilig kann man eigentlich sein? sehen wir uns mal kurz "sieben" vor dem geistigen auge an, dort gibt es so viel zu entdecken, selbst im vor- und abspann ("no key"), doch gesprochen wird immer nur über das ende. ja, das ende macht den film perfekt (ich persönlich hätte ihn gehasst, wenn pitt dem spacey nicht die ganze ladung munition durch den kopf gejagt hätte...), aber wir kennen es alle bereits auswendig, laßt es und den karton endlich in frieden ruhen!

fortsetzung folgt...

26.08.2006

Ein Dinner (II)

donnerstag, 13:00h, telefon klingelt. es sind s. und d., gute und alte freunde von uns, über die ich überhaupt erst meine m. kennenlernte. sie sind ein fall für sich. s. ist lehrerin an einem gymnasium und klugscheißerin vor dem herren. in einem ernsten gespräch muß sie fast zwanghaft dinge sezieren, auf höchst wissenschaftlicher basis. wenn sie also beispielsweise eine heruntergefallene gabel vom boden heben und sie weiterhin benutzen, erklärt sie einem erst wieviele bakterien nun darauf leben würden und wie sie heißen. das nervt auf dauer. doch zwischen uns beiden besteht eine art hassliebe, wenn s. nämlich leicht bis schwer angetrunken ist, mutiert sie gleich zu meiner besten freundin, wobei wir eh längst bekannt als das "utopie duo" sind, also zwei menschen die unsinn reden und dabei einen lachanfall nach dem anderen erleiden, bis wir irgendwann nur noch mit roten köpfen kaum luft bekommen, weil wir uns gegenseitig so hochgeschaukelt haben, daß am ende nur noch ein augenzwinckern reicht um erneut unter dem tisch zu landen. das hat durchaus schonmal mehrere stunden gedauert, die gesichtsmuskulatur ist am nächsten tag leicht verspannt, anwesende menschen starren uns erst entsetzt an, lachen später aber zwangsläufig auch, vermuttlich aber über uns...

d. ist ebenfalls klugscheißer. er weiß alles und kann alles. das leben gibt ihm recht - erfolgreicher firmenbesitzer, war so ziemlich mit jeder mir persönlich bekannten hübschen frau zusammen, außer meiner m., die ihn trotzdem noch alle gern haben trotz trennung, bis er irgendwann endlich mal s. heiratete. besitzt ein penthouse in einer großstadt, ein fachwerkhaus auf dem land, ein ferienhaus in frankreich. zudem surfer, mit dem typischen aussehen eines solchen, immer braungebrannt, lange blonde haare, grundsätzlich durchtrainiert. doch auch er hat seine zwei gesichter, ähnlich wie ich, im geschäftsleben immer auf einen hauch arroganz mit viel fachwissen bedacht, ist er im privaten eher eine sau. kratzt sich am sack, rülpst ungeachtet der anwesenden durch die gegend, spricht mit vollem mund. ich glaube er kompensiert so seinen stressigen alltag.

die beiden haben einen van mit anhänger gemietet und befördern einen haufen fliesen in das besagte haus in frankreich an der küste, um dort das bad renovieren zu lassen, möchten auf dem weg hier übernachten. kein thema, ich freue mich, wir haben uns schließlich seit mehreren monaten nicht gesehen, rufe m. an und gebe lagebericht ab, sie freut sich ebenfalls, möchte versuchen früher feierabend zu machen.

und jetzt gehen wir mal schematisch vor:

1. herr ad geht einkaufen.

ich nehme ausnahmsweise einen einkaufswagen, um nicht schon wieder die vollen arme verkrampft auf das kassenband zu werfen, packe einen haufen gemüse ein, entscheide mich doch für etwas fleisch und zwar pute, als filet. kurz vor der kasse mache ich wieder kehrt und hole noch limetten und eine flasche rum, an der möglichkeit caipi zubereiten zu können sollte es bei mir als gastgeber nicht fehlen. schließlich wieder an der geldentsorgungsmöglichkeit angekommen, habe ich wieder die hausfrau des tages vor mir, die in zeitlupe hunderte von joghurtbechern aus dem wagen holt und wieder zurücklegt, während hinter mir drei halbstarke mit zwei flaschen vodka und zwei o-saft, über etwas "voll krasses" lachen, während ihre schief aufgesetzten mützen dabei wackeln. als ich zum dritten mal den elenbogen von einem dieser deppen in den rücken gehauen bekomme, drehe ich mich um, fasse ihn am erwähnten an und sage ganz ruhig "wenn ich noch einmal eines deiner gliedmaßen an meinem körper spüre, werde ich dieses mit einem skalpel entfernen und zwar sehr langsam...". sie starren mich offenmündig an, ich drehe mich wieder um und versuche läßig meine krawatte zurecht zu machen, stelle dabei allerdings fest, daß ich keine trage...

2. die vorbereitungen.

ich bin ein mensch, der gerne alles zeitig bis vorzeitig parat hat, ich würde es hassen in letzter minute und hektisch irgendwas zubereiten zu müßen, also mache ich das lieber vorher in aller ruhe. so wird paprika, zucchini und putenfilet kleingeschnitten, eine menge knoblauch und zwiebel in olivenöl angebraten schließlich alles in den topf geschmissen. würzen, köcheln lassen. als beilage entscheide ich mich für couscous, den kann man am ende ebenfalls in den topf werfen und es aufwärmen...

3. dekoration

ein holztisch in der wohnküche, eine schale erdnüße drauf. in unserem freundeskreis ist das so üblich, mehrgängige menus würde ich höchstens dann zubereiten, wenn sich eltern anmelden würden, deko macht keinen sinn, da wir eh meist die halbe nacht an einem vollgekrümmelten tisch hocken und ständig auf neue ideen kommen. jeder holt sich was er möchte. eine person kaut ein stück käse, eine andere wärmt sich irgendwas aus dem topf auf, weswegen es sich eben auch anbietet, etwas zuzubereiten, was man mehrfach aufwärmen kann, von mir aus mitten in der nacht. gut, die schale mit den nüßen kann auch gerne um eine mit oliven ergänzt werden und um ein holzbrett mit italienischem weißbrot...

4. dessert.

in einem der kühlschränke entdecke ich noch vier puddingbecher, die nicht abgelaufen sind.

5. getränke.

wichtig! enorm wichtig! man weiß nämlich bei den beiden nie was sie trinken wollen. manchmal nur bier, manchmal nur wein, manchmal drinks und manchmal alles durcheinander. in einem kühlschrank habe ich noch 14 flaschen becks, in den anderen stecke ich vier flaschen weißwein und den rum und lasse drei rotweine vorsichtshalber in der nähe stehen. vodka und martini sind auch noch da.

6. sex.

um 18:00h kommt m. (doch sie glauben nicht ernsthaft, daß ich ihnen diese sauerei hier jetzt beschreiben werde...)

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gegen 20:00h ist der besuch da. wie immer schleppen sie einen haufen kleinigkeiten an - selbstgemachtes pesto, selbstgemachtes brot, zwei flaschen wein, eine tube wasabi, etc. - nebst sehr guter laune. wir trinken biere und reden alle durcheinander, die vergangenen monate müßen aufgeholt werden, nach einer weile schalte ich ab und lasse den esel in meinem kopf grasen. zu viel information auf einmal. es vergehen beinahe zwei stunden, bis wir speisen, als vorspeise wurden übrigens die schälchen mit nüßen und oliven entleert, zudem je die hälfte der beiden brote mit einem selbsgemachten kräutrquark von letzter woche und einem leckeren blauschimmelkäse vom aldi für nur 0,99...

das essen ist super und das will was heißen, denn ich bin grundsätzlich nie wirklich zufrieden mit meinen eigenen leistungen, doch jeder holt sich zwei portionen, so gehe ich davon aus, daß ich diesmal mehr als nur den nerv eines hungrigen getroffen habe. für mich persönlich ist es perfekt gewürzt, kurz vor tränenden augen, nicht wirklich mild, aber eben auch nicht so, daß man schreiend eine tüte milch trinken müßte, zudem liebe ich couscous und scharfes gemüse dazu sowieso.

ein dessert in form von pudding will keiner, zu satt, espresso wird stattdessen verlangt. danach machen sich m. und s. über die flasche martini und d. und ich über weitere biere her. ein paar monate "sich nicht sehens" können durchaus früchte tragen, s. verzichtet gänzlich darauf kluge sprüche von sich zu geben, sondern betritt gleich den level der betrunken kreativen und rülpst offenmundig mit einem anschließendem lachkrampf, was man sich erstmal bildlich vorstellen muß, bei einer modellähnlichen pädagogin. d. ist ebenfalls vollstens entspannt, hängt im stuhl ab wie ein abgewrackter zuhälter, mit ausgestreckten beinen, kratzt sich am sack und nippelt an der bierflasche, grinst dabei bescheuert durch die gegend.

es ist in etwa 01:00h als sich m. ins schlafzimmer verabschiedet, s. begibt sich ca. 20 minuten später ins gästezimmer. zurück bleiben zwei erwachsene jungs, die niemals wirklich erwachsen wurden, wobei ich in dieser sache bei mir kaum auf baldige besserung hoffen kann, angesichts dessen, daß d. drei jahre älter ist als ich. vermuttlich werden wir irgendwann als gesellschaftliche aussteiger mit dosenbier auf einer yacht in brasilianischen gewässern enden, sich fragend und nicht erinnern könnend, was zum teufel eigentlich schief gelaufen ist.

gegen 02:00h schreit d. plötzlich auf "LIMETTEN!", wobei ich mir selbst mit der hand an die stirn klatsche, weil ich die caipi vergessen habe. er springt auf und bereitet augenblicklich welche zu, wobei ich loswerden muß, daß mir niemand in meinem leben bisher je einen besseren drink präsentiert hat, als er. der alkoholische überteufel, kochen kann er übrigens ebenfalls verdammt gut.

tatsächlich machen wir zu zweit die flasche rum leer, als d. gegen 04:27h leicht lallend bis unverständlich stotternd die ansage macht sofortig ein spiegelei essen zu wollen, was wir auch verwirklichen, mit toastbrot. mehr weiß ich nicht, nehme bloß an, daß die küche in etwa so ausgesehen hat, wie ein bombardiertes kriesengebiet...

ich erwache unten auf der couch, d. liegt schnarchend auf der anderen, in der küche vernehme ich die stimmen von m. und s., die den lauten nach ganz klar dabei sind, das schlachtfeld aufzuräumen. ich schließe wieder die augen und stelle mich tot.

sage ich doch - ein perfektes dinner.

25.08.2006

Ein Dinner (I)

kennen sie die tv-sendung "das perfekte dinner"? falls nicht, hier eine kurze beschreibung. fünf fremde personen versuchen sich als gastgeber und kochen je einmal für die anderen. am ende der sendung werden punkte von den jeweiligen vier gästen für den gastgeber vergeben, am fünften und letzten tag erfahren sie die platzierungen, der gewinner erhält 1.500 €.

gut, über exhibitionismus möchte ich mich gerade als privat bloggende person nicht auslassen, zudem ist die sendung recht nett kurzweilig gemacht und so habe ich sie mir jetzt in der vorübergehenden arbeitslosigkeit bereits mehrfach angeschaut, einen bitteren beigeschmack kann ich trotzdem nicht loswerden.

es ist einfach so, daß ich das wort "perfekt" für eine tv-sendung mit privaten personen, die sich zudem zum ersten mal begegnen, nicht definieren kann und dabei weiß wovon ich spreche, da ich aus der medienlandschaft bin. eine art "perfektes dinner" funktioniert in meinem kopf nur dann, wenn die gäste und die gastgeber sich gegenseitig kennen, nebst geschmacklicher vorlieben.

in der sendung ist das anders, manchmal glaube ich die leute wären nur geil darauf, ihre fresse in die kamera zu halten um ihre dümmlich eingerichteten räumlichkeiten vorzuzeigen, damit sie später beim senden darauf onanieren können, während die macher darauf versessen sind merkwürdige gestallten zu wählen, damit bloß stress entsteht.

jetzt mal im ernst. wie kann ich denn bitte für eine solche sendung jemanden auswählen, der vegetarier ist und keinen alkohol mag? womöglich um die spannung zu steigern. und jetzt mal andersrum gefragt, wie kann ich mich als vegetarier und alkoholverweigerer für eine solche sendung bewerben? permanentes rumstänkern: "ja, ich mag halt kein fleisch", "böh, ich hätte gerne sprudelwasser bekommen, ich trinke doch keinen alkohol!", blabla. es ist ganz einfach - daheim bleiben und knäckebrot kauen, dabei die fresse halten, kameras meiden...

ähnlich verhält es sich mit den möchtegern feinschmeckern, die sich einbilden, ich weiß nicht was für menus auf die teller zu zaubern, indem sie bescheuert einfachste gerichte nehmen und sie dann bloß mit ausdrücken wie "ein hauch von" umbenennen und schließlich ein stück trockengekochten kassler nebst einem löffel kartoffelpü und etwas sauerkraut präsentieren, begleitet von einem feinen aber pisswarmen wein. und das als hauptmenu! sowas habe ich früher während meines studiums im winter gemacht, weil es einfach war und ich was warmes auf dem teller haben wollte...

als letztes möchte ich noch die menschlichen gurken erwähnen, die wichtigtuend, mit auf der nasenspitze herabgelassener brille eine tüte soßenbinder öffnen und gleichzeitig arrogant das wort "gourmet" in die kamera sprechen.

es folgt ein perfektes dinner bei m. und ad.

24.08.2006

Kaputt

vorgestern, 21:30h. die muskelentzündung läßt mich weiterhin glauben, mein linkes bein wäre amputationsreif. das knie im rechten bein nimmt auch nicht unbedingt mehr rücksicht auf mein schmerzempfinden, zudem hört es sich beim gehen an, als würde ein automechaniker versuchen mit gewalt eine rostige schraube aufzudrehen. der angeschlagene rechte arm ist dick geschwollen und könnte von der farbgebung her perfekt als eine druckvorlage für ein ideales magenta dienen. herr GP fragt entsetzt was ich denn treiben würde, tatsächlich hat er damit recht, ich fühle mich wie bam margera, nach einem verunglückten sprung vom dach des hauses...

das man in dieser katastrophalen verfassung leicht bis mittelschwer liebesbedürftig ist, ist klar. eher ungesund trägt da die tatsache dazu bei, sich seit mittlerweile neun tagen mit m. im streit zu befinden, aufgrund der eigenen und verbohrten sturrheit.

ich krieche die treppe runter in die küche und schneide eine scheibe vom frischen mohn/sesam-brot ab, belege es mit einem leckeren bergkäse und beiße hinein. gleich beim ersten biß zucke ich zusammen, aufgrund des knirschenden geräusches, das ich vernehme und aufgrund des merkwürdigen gefühles in meinem mundinnerem. der künstliche zahn, den ich seit ein paar monaten mit mir rumtrage ist zerbrochen, ich fühle mich als würde ich einen vor die fresse gehauen bekommen und zudem magnetisch scheiße anziehen. die lust am leben schwindet...

heute morgen, 08:00h. ich frage meinen zahnarzt ob er meinen künstlichen zahn aus dem ausland bezogen hat, vorzugsweise aus china. er lacht, ich nicht. ich traue mich nicht, schließlich fehlt mir ein vorderzahn, zudem ist mir nicht sonderlich danach. meine stimmung schwebt zwischen rachsüchtigem massenmord mit axt, oder einer freiwilligen einweisung in ein gummizimmer.

er muß eine neue brücke für mich anfertigen lassen, selbstverständlich kostenlos, ich habe bis montag kein bedürfniss mehr mit menschen zu sprechen. auf dem weg zurück suche ich trotzdem die bäckerei auf und sage mit vorgehaltener hand "was weiches bitte, komme gerade vom zahnarzt", was meine alte schulfreundin b. nur leicht kiechernd mit "du armer, du magst doch berliner? die sind heute für dich umsonst" entgegnet, dem ich bloß bejahend und mit dem kopf nickend zustimme.

daheim nehme ich eines meiner großartigen messer von solicut und versuche einen berliner klein zu schneiden, damit ich die kleinen häppchen nicht unbedingt mit der zahnlücke kauen muß, denke trotzdem an tausende dinge bloß nicht an konzentration und schreie plötzlich auf, als sich das perfekt geschärfte handgerät, quer durch meinen finger bewegt. ich sehe überall blut, auf dem weg ins badezimmer, wo ich mein notfallkästchen aufbewahre, dort angekommen stelle ich fest, daß es zwar nicht sehr schlimm ist, allerdings sehr schmerzhaft.

fertig mit der behandlung und dem verbinden des linken zeigefingers, habe ich keinen hunger mehr, haue mich in den sessel, schalte den fernesher ein, tippe diesen text auf dem laptop und warte auf den tod.

doch ich weiß, daß sich dieser drecksack zeit lassen wird...

20.08.2006

Platzhalter

meine beine bringen mich um. ich hätte es mir nie im leben träumen lassen, daß die stelzen so bohrend schmerzen können, wie es sonst nur die zähne tun. als wenn das nicht genug wäre, lebe ich augenblicklich im streit mit m., wobei ich mich nicht sonderlich wohl fühle. und als wenn das alles noch nicht genug wäre, lief ich gestern abend in der küche, zu faul um licht einzuschalten und auf der suche nach einer flasche wasser, stolpernd und orientierungslos gegen einen schrank. mein rechter unterarm ist recht dick geschwollen, meine hand blau verfärbt. die einzigen abstehenden glieder also, die bei mir noch wirklich funktionieren, sind der linke arm und das zwischen den beinen. sollte eines davon zusätzlich kaputt gehen, werde ich mir ein taxi bestellen und mich zu einer brücke fahren lassen, von der ich mich mit einem rucksack voller steine stürzen werde, sofern ich über das geländer klettern kann...

deswegen also ein platzhalter, da der längere artikel den ich schreibe und bei dem ich nicht auf den punkt komme, einfach nur schmerzen und leichte bis panikartige agressionen in mir hervorruft, da ich als rechtshänder herzlich wenig damit anfangen kann, von schmerzen geplagt und mit übler bis mörderischer laune, mir den wolf zu tippen mit der linken hand, zwei fingern und der ständigen glotzerei auf die tastatur.

und da platzhalter auch unterhalten sollen, hier mal was zum glotzen. V8, 310 PS, scheiß farbe, aber eine geile figur. augenblicklich leider ein einzelstück, doch sollte er mal in serie gehen und meine konten mal wieder ordentliche und vorallem schwarze zahlen schreiben, dann will ich das ding haben. selbstverständlich in schwarz...

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16.08.2006

Wahre Geschichte aus meiner Jugend

sehen sie? jetzt klaue ich erneut einen titel...

1991, herbst, nachmittag. ich hänge ab ud mache was 17-jährige so üblicherweise eben machen, lese ein musikmagazin, höre dabei laute musik, trinke ein radler und kaue gummibärchen. eigentlich sollte ich für eine prüfung lernen, habe jedoch keine lust dazu. irgendwann klingelt das telefon, äh... nein, anders - meine mutter brüllt in mein zimmer "telefon!". ja, da waren handys und eigene telefone noch nicht wirklich selbstverständlich, da wurde noch im wohnzimmer in anwesentheit der erziehungsberechtigten gesprochen, was durchaus auch peinliche momente mit sich bringen konnte. diesmal sollte es auch hart an die grenze der formulierungskunst gehen, um sich mißtraurische fragen zu ersparen.

es ist e., ein kumpel, den ich schon sehr lange kenne, ehemaliger jugendmeister im ringen, ein tier vor dem herren, bei dem ich mich immer wieder frage, wie das überhaupt körperlich möglich ist, sich ein solches kreuz anzutrainieren. leider kommt e. aus leicht merkwürdigen familienverhältnissen, seine mutter ist über alle berge und sein vater "geschäftsmann" (hehler) und permanent in der weltgeschichte unterwegs. e. und seine vier geschwister mußten sich mehr oder weniger selbst erziehen, vater sorgte nur für viel kohle, die allerdings immer in erstaunlich großen mengen vorhanden war, zudem ist der mann bekennender satanist und scherrt sich selbst in seiner anwesentheit nicht um jegliche aufsichtspflicht. wenn also fünf jugendliche das geld und das haus für sich haben und sonst auch niemand mal auf den tisch klopft, so kann das leicht aus den fugen geraten. es wurden mindestens vier tage in der woche partys gefeiert, während in der sauna irgendwelche leute sich gegenseitig an die geschlechtsteile gingen, haben andere oben videofilme geguckt und bier getrunken, in der küche schimmelten alte pizzen vor sich hin, ganz oben gab es randale in den kinderzimmern der jüngeren und im keller wurde ein zentrum für drogenexperimente eingerichtet. das war dort alltag...

dummerweise hat sich e. im laufe der zeit etwas zu viele substanzen durch die körperöffnungen gejagt, so daß er bereits im zarten alter von 19 jahren, leichte bis starke defizite beim denken und sprechen hat, jeder satz beginnt und endet mit "ey", eine vernünftige und normale zwischenmenschliche unterhaltung ist kaum möglich.

ich: hallo?
e.: ey ad, wir haben massenschlägerei, ich hole dich in fünf minuten ab!
ich: (drehe mich mit dem hörer zum fenster, damit meine eltern mein fragendes gesicht nicht sehen) was?
e.: ey, keine zeit, ich fahre los!
ich: (gekünstelt ruhig) äh, ja, ich ziehe mich nur kurz um...
e.: ey ad! und nimm ein rohr mit oder sowas!
ich: (gekünstelt ruhig doch bereits schwitzend) warum?
e.: ja, zum vermöbeln! oder nimm ein brett!
ich: alles klar! bis gleich!

kurz tue ich noch so, als würde ich interessiert irgendwas aus dem fenster beobachten, versuche dabei allerdings bloß etwas tiefer luft einzuatmen, als ich mich umdrehe, fragt meine mutter "was wollt ihr unternehmen?", was ich gespielt locker, doch mit zittriger stimme mit "ach, nur zum mcdonalds" beantworte. sie drückt mir noch zwanzig mark in die hand und ich verlasse leicht verkrampft endlich die räumlichkeiten meiner eltern. keine lust auf stress, der letzte hausarrest wegen derben ausfällen meinerseits mit anschließender gratisheimfahrt mit dem polizeitaxi ist erst 14 tage her...

noch während ich mir die schnürsenkel zubinde, höre ich bereits draußen den riesigen bmw mit quitschenden reifen vor dem haus ankommen. mit an bord ist h., auch ein alter kumpel, auch ein durchtrainiertes tier, leider aber ebenfalls leicht angeschlagen von diversen lsd-reisen. ich werfe mich auf den rücksitz, es folgt das übliche "ey ad! alles klaa? hau rein ey!".
auf der fahrt stelle ich kurze fragen (nur so, interessehalber, weil ich wissen möchte, in welchen krieg ich gerade ziehe):

ich: was ist eigentlich los? was für eine massenschlägerei?
e.: na wir aus h. hauen die aus o. weg!
ich: äh, aber ich bin aus b. und nicht aus h. oder o.!
h: ist doch scheißegal! du gehörst doch zu uns!

gut, ist kein richtiges argument, doch für diskussionen ist eh zu spät, ich frage mich nur selbst, welcher spinner das ritual erfunden hat, bei dem sich haufenweise leute aus verschiedenen ortschaften gegenseitig verkloppen, nur weil ein depp einem anderen das schlämpchen ausgespannt hat...

kurz vor dem ziel biegen wir ab und steuern das haus von e. an, meine frage "was machen wir hier?" wird nur kurz mit einem selbstverständlichen "na werkzeug holen, du hast doch auch nichts dabei!" beantwortet. okay. obwohl ich hundert mal in dem haus verweilte, bekomme ich zum ersten mal die riesige doppelgarage von innen zu sehen und staune. hunderte von sachen, alles neu und verpackt, haufenweise technik, spielautomaten, flipper, ein blliardtisch, dazu eine reihe regale mit zeug, durch die sich e. und h. wie zwei hungrige waschbären wühlen und jedes längliche teil in die hand nehmen, um es auf das möglichst hohe gewicht zu testen. mir ist das zu viel, ich gehe raus zum wagen und rauche eine zigarette. kurze zeit später kommt schon e. schwer beladen raus, öffnet den kofferraum und wirft dort diverse rohrstücke rein und einen heizungskörper. die frage danach kann ich mir natürlich nicht verkneifen und sage leicht verwirrt "was hast du mit dem heizkörper vor?", wobei mir die antwort "na, wenn ich das jemandem auf den kopf haue, dann bleibt der dann auch liegen" gänsehaut bereitet. kurz erinnere ich mich an einen abend in der stadt, als e. mit gerade 18 jahren, einen türsteher durch nur einen schlag mit blaulicht ins krankenhaus beförderte. meine gänsehaut verwandelt sich in leicht panische angst. es wird ein massaker geben mit mir mittendrin, wobei mir die angelegenheit überdimesional egal ist. oh gott...

als wir auf den versteckten parkplatz leicht außerhalb fahren, zerschlägt sich meine jegliche hoffnung auf ein mögliches nicht-stattfinden dieser veranstaltung. ich erblicke ca. 40 leute, in zwei gruppen aufgeitelt, zudem befinden sich in der, "der ich angehöre" die schlimmsten exemplare, die ich je kennenlernen durfte, unter anderem der v., der es fertig brachte, mal eben für drei tage nach london zu fahren, um dann für zwei jahre dort zu verweilen, weil er verhaftet wurde. oh mein gott...

ich fühle mich deplaziert, muß mir wieder einen haufen "ey ad! alles klar? hau rein ey" anhören, weiß es länger bereits, daß ich auf diesen bekanntenkreis verzichten mag, finde allerdings keinen ausweg dieses meisterwerk augenblicklich in den nächsten sekunden zu vollbringen. dazu gehört ein langes telefonisches schweigen, unpünktlichkeit, dumme anmerkungen, keine rückrufe. alles jetzt und mal eben vor ort nicht machbar...

in der mitte stehen zwei typen und unterhalten sich, häuptlinge können es nicht sein, den einen kenne ich aus der schule und den zweiten habe ich persönlich schonmal in eine dornenhecke geworfen, weil er nicht aufhören wollte mich mit sinnlosem gequatsche zu nerven. neue erkenntnisse der lage wandern durch meine irritierte birne, wegen den beiden hässlichen großmäulern soll ich mir schmerzen zufügen lassen? nie im leben, wenn es gleich zur schlacht kommt, werde ich mir die beiden als erstes vorknöpfen, ganz gleich wer aus o. und wer aus h. kommt. doch die gedanken sind plötzlich unnötig, sie reichen sich die hände und der trubel jubelt. nur ich nicht, weiß nicht einmal genau worum es geht...

plötzlich tritt der o. aus o. vor, den ich vorher überhauptnicht wahrgenommen habe und brüllt "eyrsch! isch haf dreissisch kisten bier bei mir ine garage, laßt saufen!". dieser typ ist eine personifizierte sonderschule, mit einem hirn von der größe einer erdnuß, aber dem körper eines berserkers. wieder jubelt der mob. in o. bei o. angekommen belagern cirka 25 autos nun den gemeindeparkplatz. tatsächlich beherrbergt er in seiner garage eine lkw-ladung bier, leicht abgelaufen zwar, aber immerhin erst einen monat...

ich schnappe mir ein fläschchen und starre blöd und gähnend in die dummen fressen, die bloß müll von sich geben, ärgere mich darüber vorhin am telefon dem e. keine plötzliche schlimme krankheit vorgetäuscht zu haben. doch dem folgt eine unerwartete wendung, als o. aus o. seinen tiefergelegten kadett vorfährt, um die just frisch eingebaute und neue anlage zu präsentieren. ganz klar, muß er sie auch gleich vorführen, dreht dabei allerdings alle regler auf maximum, leicht verblendet durch seine endlose und primitive dummheit und bombardiert damit augenblicklich seine heckscheibe aus dem wagen...

er stellt die anlage ab, geht verwirrt zu dem loch im heck und sagt "scheißescheißescheiße", während alle anderen ihn nur entsetzt anstarren. nur ich nicht. ich bekomme einen lachanfall, der sich gewaschen hat, bekomme einen roten kopf und keine luft. o. aus o. starrt mich hasserfüllt und henkerartig an, brüllt "isch mach disch alle!" und rennt auf mich los. ich beginne zu rennen, was mir leichter fällt, da ich bestimmt nur die hälfte seines gewichtes mit mir rumtrage, sehe noch kurz meinen e. der sich ebenfalls auf den weg hinter uns her macht, stolpere jedoch an einem völlig unmöglich platzierten fahrradständer und laufe ungebremst gegen eine hausfassade. als ich mich halb benommen umdrehe, steht o. aus o. bereits vor mir und schlägt derart in mein gesicht, daß mir die sinne flöten gehen. ich hocke am boden, sehe eine menge blut, alles leicht vernebelt. verschwommen sehe ich kurz e., wie er o. aus o. im schwitzkasten hält und ihm immer weiter das knie ins gesicht rammt, reibe mir die augen und erblicke nun wirklich eine unkontrollierte massenschlägerei. rechts h., der gleichzeitig einen am nacken hält, nebenher haut er mit der anderen einen mit dem kopf gegen eine haustüre, links erblicke ich noch v., der sich spontan eine holzlatte aus einem zaun herausreißt und damit mehrere leute umhaut. terror auf dem land...

es fällt mir schwer aufzustehen, ich muß mich an der wand festhalten, sehe alles doppelt, versuche einen schritt zu gehen, falle dabei aber rückwärts durch ein gebüsch in einen garten. dort beschließe ich diesen ort sofortig zu verlassen, krieche durch den rasen, muß durch eine hecke durch, wobei ich mir noch mehr verletzungen zufüge als noch nötig, gehe durch den friedhof zum hinterausgang und setze mich erstmal dort auf den boden, hinter der mauer. mein körper nimmt viele schmerzen wahr, mein hirn ist vernebelt. als wenn das alles nicht genug böse wäre, beginnt es auch noch in strömen zu regnen. mein gesicht ist zermatscht, oder fühlt sich zumindest so an, ich traue mich nicht dort anzufassen, begebe mich auf die landstraße um zu trampen, nicht regestrierend, daß ich aussehe wie frisch aus einem üblen horrorfilm entstiegen. gesicht kaputt und voller blut, klamotten ebenfalls, die arme zerschnitten, ein zombie. ich halte trotzdem beim ersten wagen den daumen raus und werde beinahe überfahren, da es sich um kumpanen von o. aus o. handelt, im letzten moment springe ich in einen graben, als sie bewußt auf mich zusteuern und bleibe dort länger liegen...

als ich aus dem loch endlich rausgekrochen komme, beschließe ich quer durch die felder nach hause zu gehen, sind ja nur fünf kilometer. unterwegs beschimpfe ich mich selbst, warum ich mich überhaupt mit solchen dingen abgebe, zudem weil ich so verärgert war über diese situation und am ende selbst der auslöser dieser menschlichen kollision gewesen bin. gibst du dich mit idioten ab, wirst du selbst zum deppen.

der weg gestaltet sich komplizierter als gedacht, es kommt haufenweise wasser vom himmel, ich habe schmerzen, blute an verschiedenen stellen, sehe ganz klar aus wie der letzte haufen scheiße, habe zudem keine idee, was ich meinen eltern erzählen soll. in der ortschaft angekommen, begegne ich gottlob niemandem bis auf eine ältere frau, die sich bei meinem anblick an eine hausmauer hält und "oh gott" sagt, als ob sie den teufel gesehen hätte, wobei ich bloß blutverschmiert "tach" sage...

daheim dann die erleichterung, meine eltern sind nicht da, haben einen zettel hinterlassen, sie seien mit freunden essen. ich stopfe die dreckigen schuhe in eine tüte, um sie irgendwann zu reinigen, die restlichen klamtten in einen müllsack. sie sind voll mit blut und zudem durch die hecke zerschnitten, es wäre der größte fehler, sie meiner mutter in die wäsche zu legen. keine spuren zu hinterlassen war seinerzeit mein hobby...

als ich mich endlich nackt im badezimmer befinde und zum ersten mal in den spiegel schaue, bekomme ich selbst angst vor mir. mein gesicht sieht original aus wie aus einem horrorfilm. ich bin blutverschmiert bis zu den haaren, meine nase sieht aus, als ob sie gerade mein gesicht verlassen wollte. ich dusche hektisch, versuche dabei nichts anzufassen, was wehtun könnte, obwohl eigentlich alles wehtut, ziehe frische kleidung an und bestelle ein taxi ins krankenhaus.

später empfange ich meine eltern mit einem verband im gesicht und einer gebrochenen bis zermatschten nase, erzähle ihnen eine geschichte von einem feuchten parkplatz, einem ausrutscher und dem anschließendem fall mit der nase auf eine bordsteinkante, was sie glauben und mich bedauern.

es dauert ein paar jahre bis der kontakt zu den besagten bekannten abbricht, noch einige mehr, bis ich meinen eltern die wahre geschichte dieses tages und einiger anderer erzähle, wobei sie kopfschüttelnd doch irgendwie lachen müßen.

und so ist es im grunde, rückblickend wirken viele schlimme geschehnisse einfach nur lustig oder belanglos.

13.08.2006

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wir sind sozialporno. wußten sie das noch nicht? na, denn spätestens jetzt aber. das behauptet zumindest eine, äh..., das wort "journalistin" möchte ich jetzt ungerne verwenden, sagen wir einfach "tastaturbesitzerin", auf die ich durch die werte julia aufmerksam wurde. wer hier liest, weiß längst, daß ich mich nicht zurückhalten kann und da ich augenblicklich sehr sozialpornografisch aktiv bin, muß ich auch meinen senf dazu loswerden. im folgenden werde ich meine übliche fekalsprache übrigens extra in klammern erläutern, bevor das besagte und lesbar verwirrte wesen mich nicht verstehen sollte...

wissen sie frau "uf" (name geändert), es ist bereits mehr als acht jahre her, als ich das erste mal mit einer presseabteilung zu tun hatte. da gab es eine ganze menge für mich zu lernen (der individuelle erwerb von geistigen kenntnissen), was mich erst unsicher machte, später dann vorlaut und erst nach einigen jahren zahm und ruhig. gleich der erste ratschlag eines alten mannes, der leider nicht mehr unter uns weilt (tot ist) sollte sich bis heute bewahrheiten. er sagte "denke nach, bevor du handelst, immer!".

gut, ich bin kein journalist, was man an meinem geschreibe auch leicht merken kann, doch ich habe viele jahre eng mit den besagten zusammengearbeitet, zudem habe ich nicht vor, mich hier für irgendwas zu rechtfertigen, da das ganze hier privat (persönlich) passiert und ich mir im gegensatz zu ihnen nicht "fehlende recherche" (investigation) auf die stirn schreiben muß. ihre sollte allerdings nach dem artikel mal eben kurz mit einem leuchtend-blauen lackstift vollgepinselt werden, mit den worten "unseriös" und "lächerlich".

können sie sich eigentlich selbst ernst nehmen, wenn sie in einem winzigst kurzem artikel, ohne grund und boden mal eben eine million verschiedener persönlichkeiten in einen topf werfen?
ist das ihr ernst? ich kenne eine menge menschen, die einem "blog" (auch weblog genannt, eine intenetseite mit periodischen einträgen) betreiben. dort gibt es ältere und jüngere personen, verschiedene interessen, verschiedene bildungsrichtungen, es gibt dort geschäftsmänner, wie auch studenten, verschiedene glaubensrichtungen und meinungen, kleine teenies, die ihre pubertät ausleben, erfahrene journalisten, usw.
und nun kommen gerade sie aufs parket und schmeißen all diese personen, ob lesenswert oder nicht, in eine schublade (behältnis in einem schrank verbaut)? hat sie gott besucht, oder haben sie drogen genommen? beides?

wissen sie, sie haben irgendwie meinen tag belustigt (alles was lachen hervorbringt). sie platzieren selbst einen text im internet, der sich kritisch damit auseinandersetzen möchte, es sei merkwürdig und selbstdarstellerisch texte im internet zu platzieren. kennen sie eigentlich das latainische wort "absurd"?
es kommt unter anderen immer dann vor, wenn jemand ohne grund etwas kritisiert, ohne es selbst zu können und zu kennen...

eines noch, werden sie nach dem praktikum eigentlich übernommen?

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