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29.08.2006
Murder and Mayhem
er liegt auf dem boden, während ich auf einem hocker vor ihm sitze und ihn betrachte. die gebrochenen glieder stellen ein unförmiges menschliches kunstwerk dar, was man durchaus auch "die schraube" nennen könnte. doch das gesicht mit dem herausgerissenem unterkiefer finde ich interessanter. wir sind ekelig innen drin. vereinzelte zähne liegen in der blutpfütze um seien kopf, seine zunge hängt lose raus und berührt beinahe den boden, ich kann in seinen hals sehen. er lebt noch, starrt mich mit riesigen feuchten augen an, als wollte er mich um hilfe bitten.
er hätte sich das ersparen können, wenn er nicht ausgerechnet in meine garage versucht hätte einzubrechen.
schließlich stehe ich auf und beende diese begegnung mit einem vorschlaghammer, öffne den mit folie ausgelegten kofferraum des siebener und werfe die leiche hinein, tausche die chirurgenhandschuhe gegen die schwarzen aus leder und mache mich auf den weg durch die nacht. am see angekommen, befülle ich seine kleidung und die folie mit steinen, binde das ganze mit einem seil fest und werfe das paket von einem kleinen steeg ins wasser. ich weiß, die stelle ist sehr tief. später reinige ich gründlich die garage, vernichte alle beweise und begebe mich doch noch ins bett, recht sauer über die fehlenden stunden schlaf, da am kommenden vormittag ein auftrag ansteht und ich meine arbeit ungerne mit schlechter laune erledige.
punkt 11:00h stehe ich am zielort, ein restaurant, dessen besitzer man sich entledigen möchte, mafia halt, ich stelle keine fragen, deswegen sind meine auftragsbücher auch so voll, es ist eine sehr simple angelegenheit bei der nur zwei dinge zählen - meine zuverläßigkeit und deren bezahlung.
der laden hat noch geschlossen, nach meinen informationen aber, befindet sich das zielobjekt bereits in der küche. ich passiere den hinterhof zum lieferanteneingang, öffne die türe und stehe mitten drin, zwischen schnell durchgezählten sieben personen, die alle in töpfen rühren. das zielobjekt ist anwesend, ich verschwende keine zeit, ziehe die zwei 44-er und erschieße alle. einer fällt mit seinem kopf in die kochende tomatensouce, ein anderer zieht einen ganzen topf nudeln beim umfallen mit sich. ich bin sicher, die spurensicherung wird viel spaß haben. ich mache noch eine runde und gehe zur hauptperson, schieße noch zweimal in seine brust. sicher ist sicher...
auf dem weg zurück befahre ich eine kleine tankstelle, um zu tanken, zudem brauche ich selbst etwas zum trinken. ein pickliger tankwart kommt angelaufen, ich öffne ihm den tankdeckel und bleibe im wagen, zünde mir eine zigarette an. ich beobachte ihn im außenspiegel, als ich sehe, daß er den zapfhahn ablegt, lasse ich die zigarette in der halterung des aschenbechers und begebe mich nach draußen, rücke dabei meine krawatte zurecht, als ich ein in meine richtung gespucktes "woah, mit dem wagen kanstu bestimmt voll geil weiber aufreissen" vernehme. ich bleibe stehen, starre ihn an, sage "bitte, wie meinen?", was er nochmal wiederholt mit "na du kannst damit bestimmt krass weiber aufreissen!". ich gehe zu ihm und schlage ihm ins gesicht, dann trete ich in seinen magen, als er am boden liegt, nehme ich kurzerhand den zapfhahn, knie mich auf seine brust, halte ihm die nase zu, stecke den besagten in seinen mund und lasse ordentlich super bleifrei laufen. nach ein paar litern höre ich auf, während er sich würgend und benzin kotzend auf dem boden rumwälzt.
ich betrete den laden und schaue in richtung des panisch zitternden kassierers, der seine hände nach oben hält. ich habe zwar meine hand bereits am portemonnaie, entscheide mich aber kurzerhand doch dafür ihm ins gesicht zu schießen. beim rausgehen nehme ich noch ein wasser mit.
der tankwart draußen wältzt sich immer noch auf dem boden, brechend und nach luft ringend, ich steige in den wagen und mache mich auf den weg, fahre dabei spührbar über seinen fuß, der wohl drunterlag, schnippe die noch brennende zigarette aus dem fenster raus. kurz sehe ich im rückspiegel noch einen auf dem boden liegenden feuerspucker und ein flammenmeer um ihn rum, als ich rechts abbiege höre ich nur noch eine gewaltige explosion. kann immer noch nicht fassen, von diesem etwas geduzt worden zu sein...
am haus angekommen, erblicke ich einen mann vor meiner garage in einem furchtbar hässlichen trenchcoat. ich prüfe noch unauffällig meine waffen, steige dann ganz langsam aus und frage ob ich ihm helfen könnte, was er mir die hand reichend mit "komissar homolka" beantwortet. es hätte in letzter nacht eine reihe einbrüche gegeben, klärt er mich auf und meine garage würde die letzte spur in der straße aufweisen, da das haus links neben meinem verschont worden wäre. spontan frage ich "woher wollen sie wissen, daß es das letzte war und nicht das erste?", was ihn leicht grübbeln läßt, fragt aber ob er sich trotzdem umsehen könnte, was ich gewähre.
er inspiziert die räumlichkeit, kehrt mir irgendwann den rücken zu und spricht "sie haben es hier aber sehr ordentlich", während ich bereits wieder chirurgenhandschuhe anhabe...
21:30 Veröffentlicht in Träume | Permalink | Kommentarstatus (12) | Per Email verschicken


Kommentarstatus
nice!
Veröffentlicht von: Flobot | 30.08.2006
muss man sich sorgen machen um deine Phantasien!?!
Whatever...klasse Text, geile Schreibe!!!
Veröffentlicht von: Aexel | 30.08.2006
*(ver)schluck*
Jetzt werde ich sicher gut schlafen...
Veröffentlicht von: dieJulia | 30.08.2006
...es ist wahrscheinlich besser, wenn ich mir die 17km Fahrt zu Dir erspare :-|
Veröffentlicht von: Phil | 30.08.2006
Wenigstens die Einmalhandschuhe des Verbandkastens erreichen nie ihr Haltbarkeitsablaufdatum.
Schön geschrieben. Schafft Arbeitsplätze im Gaststättengewerbe. Und bei der Polizei. Hilft nebenbei in der Verringerung der Kriminalstatistik.
Veröffentlicht von: pathologe | 30.08.2006
Ihre Gewaltextasen, wertes Vorbild, haben etwas stimluierendes. Fühlte ich am heutigen Morgen noch die Gräue des Tages durch meine Iris bis in mein Herz wabern, tanzen nun opulente Orgien in Rot auf der Innenseite meiner Augenlidern, wenn ich mich versonnen lächelnd in meinen Bürostuhl VERKSAM zurücklehne und wie von ungefähr mit meinem Brieföffner ASSASIN spiele..
Ich glaube ich mache heute draussen Mittagspause
Veröffentlicht von: joppi | 30.08.2006
War schön Sie bei Ihrem tollen Ausflug begleiten zu dürfen. So im Kopf eben nur. Klasse Sache, dennoch sollten Sie Bedenken, dass der See nicht unendlich Platz für lustige Leichen besitzt.
"Größtes Massengrab der Nachkriegsgeschichte entdeckt".
Veröffentlicht von: Fan | 30.08.2006
ahhhh...ich hatte heute nacht einen verdammten albtraum und bin schweißgebadet aufgewacht und das Schlimme ist, es fanden sich Elemente deiner Story wieder, kein Scherz!!!
Ich les deinen Blog nie wieder vorm schlafen gehen, will nicht nochmal an Tankstellen von schießenden Männern mit Äxten(Axt=Äxte!?!) verfolgt werden und durch Seen voller Leichen vor ihnen flüchten....;-O
Veröffentlicht von: Aexel | 31.08.2006
phil: keine sorge, ich habe überhaupt keine garage. nur einen uneinsehbaren innenhof. und ein mittelalterliches kellerverlies...
joppi: na das mit dem vorbild meinen sie doch nicht etwa ernst? weil im ernstfall müßte ich mir sorgen um sie machen...
fan: es gibt genug seen, wälder und öfen, machen sie sich keine sorgen...
aexel: also ich träume manchmal auch von sachen, die ich morgens oder tage zuvor gelesen habe. fazit wäre, sie sollten garnicht mehr hier lesen... ;-)
Veröffentlicht von: Ad | 31.08.2006
Das komt mir unter keinen Umständen in die Tüte...dann doch lieber traumatisches Erwecken!;-p
Veröffentlicht von: Aexel | 31.08.2006
Ich werde jetzt gleich die Maloche verlassen und da draussen - glaub ich - irgendwas Hässliches anstellen. Vielleicht statte ich - derart inspiriert - dem schmierig- schwuchtligen Tankwart von gestern Abend noch einen kleinen Besuch ab....
Veröffentlicht von: Michael | 31.08.2006
michael: man, sind sie agressiv gleich nach dem urlaub... ;-)
Veröffentlicht von: Ad | 31.08.2006
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