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20.07.2006
Haushaltiges
die idee entstand vor einigen monaten, als mich der werte herr GP mit der ansage belustigte "ich muß gerade kurz die wäsche machen". was ist daran so besonders, werden sie nun fragen und so versuche ich es kurz zu erläutern. es ist einfach unpassend, ständig textlich menschen zu töten, oder von teuren anzügen zu schreiben, von durchzechten nächten und unkonventionellen gedanken, teurem essen, oder teuren gegenständen und plötzlich "wäsche machen zu müßen". das ist als ob ein serienmörder davon berichten würde, warum feldsalat besser schmeckt als eisbergsalat. wir haben uns sehr darüber beömmelt und beschloßen als kontrast haushaltiges zu schreiben. im grunde ist es auch so, in einem blog sieht man nur eine fassade, doch wie ich es bereits mal erwähnte, selbst eine angelina jolie muß mal kacken gehen...
so führe ich hiermit eine kleine neue nebenkategorie ein und versuche ihnen den normalen alltag eines luxusverwöhnten psychopathen aus gutem hause zu beschreiben, der gegen seinen haushalt kämpft.
gestern. mein haushalt ist wahrlich schwer zu beschreiben, da viel zu groß. es ist jedenfalls immer sauber und aufgeräumt, wofür ich persönlich sorge (da ich mir augenblicklich keine putzfrau leisten kann), manchmal hilft mir m. dabei, wenn sie gerade hier ist. als stauballergiker kann ich in unreinen räumlichkeiten nicht leben, zudem hasse ich unordnung. das heißt nicht, daß jeder gegenstand seinen vorhergesehenen platz einzuhalten hat, nur chaos und schlampigkeit meine ich, menschen die ihre räumlichkeiten in müllkippen verwandeln, verabscheue ich.
ähnlich kompliziert ist es meinen geschmack zu beschreiben.
ich mag es schlicht. dabei aber doch exklusiv. ich akzeptiere holz und edelstahl, weiße teller in schlichter form, gläser ohne muster, gute messer die etwas schwerer in der hand liegen, vernünftige und teure kaffeeautomaten. kaffeefilter, bemusterte teller und jegliche klischeehafte verzierrung kommt mir nicht ins haus, letztens habe ich geschenkte und hässliche weingläser in den kontainer befördert, ich weiß, es gehört sich nicht, aber ich hätte sie nie benutzt und hässliches weiter zu verschenken wäre mir peinlich...
aber kommen wir nun zum eigentlichen thema. so war gestern also wieder der putztag, was folgends aussieht: müll raustragen, staub wischen, auf beiden etagen saugen, alle glatten flächen wischen, das badezimmer putzen, anschließend die gästetoilette. als ich fertig war, war ich fertig. ausgetrocknet bis zum äußeren, wie ein ägyptisches stück dürrfleisch aus einer pyramide...
wenn es eine todesart gibt, vor der ich wirklich angst habe, dann ist das verdursten, alleine wenn ich daran denke durch die wüste zu wandern ohne orientierung und ohne wasser, dann bekomme ich augenblicklich gänsehaut. praktischerweise befinde ich mich aber nicht in der sahara, sondern in meiner küche, in der zwei kühlschränke stehen. eine doppelte kombination fest installiert unter der arbeitsplatte und ein amerikanisches ungetüm von maytag, zwei meter hoch, doppeltürig, aus edelstahl, mit einem eisspender (auch ice server genannt) auf der vorderseite der linken türe, den ich auch gleich ansteuere, da momentan hier nichts ohne eis getrunken wird. doch als ich das gewohnte knöpfchen drücke, passiert schon die katastrophe, der volle behälter entleert sich aus unerfindlichen gründen gänzlich, ich werde mit eiswürfeln beschossen und der küchenboden damit bedeckt. eiszeit im hochsommer...
ich sammele die vielen eisstücke und werfe sie in die spüle, stelle dabei fest, daß meine wischtechnik zu wünschen übrig läßt, oder der lappen. das eis ist voll mit fuseln, dabei habe ich gerade erst geputzt. eine kurze zeit beobachte ich noch den schmelzvorgang, anschließend wische ich den nassen boden mit küchenpapier auf. der eisspender ist nicht kaputt, wie ich feststelle, bloß die box war falsch befästigt. als fazit bleibt einen neuen und fuselfreien lappen zu kaufen.
mit einer durch den vorfall verursachten verspätung von 30 minuten, trinke ich eine kalte flasche wasser auf ex aus. später, bei einem bier, rufe ich kurz herrn GP an, doch der kann nicht, sein jetlag läßt ihn immer noch glauben, er sei noch in amerika, was sich aber trotzdem lohnt, da wir dadurch womöglich den lustigsten dialog der menschheitsgeschichte führen...
08:30 Veröffentlicht in Alltag, Debil | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken


Kommentarstatus
lieber ad, falls sie ihren amerikanischen monstrumkühlschrank einmal günstig entsorgen wollen/müssen, ich bin noch auf der suche nach so einem ungetüm =)
Veröffentlicht von: Mone | 20.07.2006
Meinen Kühlschrank, falls es jemanden interessiert, habe ich soeben kaputtgemacht. Nein nicht funktionsuntüchtig, dazu bedarf es mehr Geschick und vielleicht auch Kraft; lediglich die innere Plastikfassade brach mir vor 5 Minuten entgegen, nachdem ich eher ungeduldig eine übergroße Apfelsaftschorle heraus zu zerren versuchte. Mist!!!
Veröffentlicht von: ina | 20.07.2006
liebe mone, es tut mir leid, aber das monströse teil ist das letzte, was ich hergeben würde. ich habe es erst vor zwei jahren erstanden und dafür den preis von mehreren gebrauchten kleinwagen bezahlt...
ina: es kommt mir so vor, als würden sich unsere unglücke häufig ähneln...
Veröffentlicht von: Ad | 20.07.2006
ist das jetzt ein cliffhanger mit dem gespräch? das will ich hoffen.
die vorstellung, wie sie vor dem kühlschrank stehend mit eiswürfeln beschossen werden, lässt mich zugegebenermaßen aber schon grinsen. demnächst werde ich dann, weil das so gut passt, mal mit fotos belegen, wie ich versucht habe, meinen kühlschrank abzutauen.
Veröffentlicht von: medienjunkie | 20.07.2006
auf die bilder bin ich gespannt. was unser gespräch angeht, so halte ich diesen für unwiederholbar, zumindestens für außenstehende. situationskomik ist leider schlecht beschreibbar. er wußte nicht wo er ist und ich verstand nicht was er von sich gibt...
Veröffentlicht von: Ad | 21.07.2006
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