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08.07.2006
Intermord AG (VI)
er winselt. das ist mir aber egal. ich habe um dieses treffen nicht gebeten. verkäufer von unsinnigem zeug auf selbstständiger basis, waren mir eh schon immer unsympathisch. nun muß er das strappado geniessen, mit ausgerissenen fingernägeln und zertrümmerten füßen. sein wimmern langweilt mich zu tode, ebenso das ganze leben. meine gedanken springen ständig zwischen der idee ihm nun die kehle durchzuschneiden, einem urlaub am mittelmeer und selbstmord.
das unternehmen funktioniert weiterhin fantastisch, trotz des verlustes wichtiger mitarbeiter, ich weiß eigentlich nicht wirklich, warum meine verfassung seit mehreren wochen so mies ist. möglicherweise haben mich die vielen drogen abstumpfen lassen, vermengt mit der zutat "soziopathie" kann das schon ein merkwürdiges kopfmenu entstehen lassen. zudem habe ich körperliche probleme, meine hände fühlen sich taub an, ich spühre sie kaum, meine zunge schmeckt bitter.
während ich einen geschmacklosen apfel kaue, denke ich an vergangene zeiten, als wir alle noch ein haufen verrückt-lustiger leute waren, die bloß daran dachten spaß zu haben. diese empfindung habe ich unabsichtlich abgetötet, ich bin ein leeres nichts. meine interessen- und freudlosigkeit ist so pervers groß geworden, daß sie beinahe schon zu umgedrehten weltmacht gedanken mutieren könnte, alles oder nichts.
sein wimmern hört auf, seine kehle läuft trocken, ich streiche den selbstmord aus meinem terminkalender und muß los, in zwei stunden geht mein flug nach süd-frankreich. dort kenne ich keine dealer. mein metzgermesser nehme ich trotzdem mit...
fortsetzung folgt...
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