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29.06.2006

Kooperation (I)

gestern, irgendwann. ich beschäftige mich mit meinem geburtstagsgeschenk meiner eltern - das siemens gigaset SL555 mit zwei mobilzellen. mal ein praktisches geschenk, mein altes telefon war nämlich nur noch ein haufen funkschrott, welches nach spätestens 55 minuten gespräch den geist aufgab, von den störgeräuschen, welche es währenddessen von sich gab, mal ganz abgesehen. ich hasse unzuverlässige technik.

üblicherweise als technikfreak hätte ich für die aufgabe, zwei telefone zu installieren, im arbeitsleben keine zwei minuten gebraucht, wie fast immer die gebrauchsanweisung ignorierend, doch gestern ließ ich mir zeit. ich habe sie durchgelesen und trank biere. ich stelle fest, es handelt sich um durchdachte geräte, weiß aber, daß ich die vielen funktionen nie nutzen werde, das aussehen ist mir wichtiger, was mir auch gefällt. ich hasse hässliche technik.

als ich gerade fertig bin und die ersten telefonischen belästigungen zum testen durchführe, klingelt es an der türe. es ist m. und zwar nicht meine liebste, sie hat einen schlüssel und klingelt nicht, sondern mein bester freund und gleichzeitig blutsverwandter, folgend m². genannt. wir haben uns ein paar monate nicht gesehen, obwohl wir nur 30 km voneinander entfernt wohnen, wir verpassen uns ständig, immer hat derjenige was zu tun, während der andere zeit hat und umgekehrt. er nimmt mich in den arm und sagt "alles gute zum geburtstag nachträglich!", während ich von einem skoda kombi aus mit "happy birthday!" angebrüllt werde, von unserem kumpel o., den prokuristen eines erfolgreichen unternehmens. es entfleucht mir bloß ein erstauntes "was iss dat dann für ne karre?", was mit "mein firmenwagen" beantwortet wird. gut, was ist daran erwähnenswert oder lustig, werden sie fragen, dazu gilt es zu wissen, daß o. in den letzten 12 monaten zwei teure sportwagen und ein kräftiges motorrad gegen diverse bäume gefahren hat, der anblick ist einfach ungewöhnlich. skoda nach porsche wirkt einfach verwirrend mit o. am steuer, doch nachdem ich später erfahre, daß er bereits zum dritten mal seine freundin geschwängert hat, wobei das zweite kind gerade erst zehn monate alt ist, wundert mich diese sparaktion doch nicht sonderlich...

m². und ich im doppelpack bedeutet doppelten irrsinn und spontanität in ihrer schlimmsten form, meist ausgelöst durch zuviel alkohol. doch zuerst scheint es gestern ruhig. wir besprechen familäres, trinken genüsslich martini und bier, vergessen die zeit und ich vorallen dingen, daß ich am folgetag um 08:30h einen termin beim arbeitsamt habe um fehlende unterlagen nachzureichen. zudem beginne ich ein langes gespräch über m².s aussehen, weil er einfach nur großartig aussieht und ich mir persönlich augenblicklich einblide, durchtrainiert zu sein wie noch nie zuvor und hinterfrage was ich denn bei meiner täglichen 8 km laufrunde und den 45 minuten gymnastik denn falsch machen würde, woraufhin er laut lacht und behauptet dieses jahr noch kein einziges mal sport betrieben zu haben, mangels zeit. die sau...

gegen 01:00h gehen wir "frische luft schnappen", bleiben allerdings cirka 20 minuten nur 100 meter vom haus entfernt stehen, lachend und schwatzend über einen uralten citroen, die ein nachbar ein paar häuser weiter sammelt und welcher vorgestern von einem linienbus gerammt wurde und nun einen lustigen haufen schrott darstellt, mit einer ekelhaft langen motorhaube, die nun eine art akordeon darstellt. als das licht im haus angeht gehen wir weiter...

irgendwann wieder im haus beschäftigt sich m². gerne mit einer einskalten flasche rum und diversen früchten, durchsucht meinen dvd schrank, während ich den ekelhaft stinkenden und wunderbar schmeckenden käse hervorhole und mich mit einer weiteren flasche martini vergnügne. seine mittlerweile leicht eingeschränkte ansage "sachma, wat iss dat fürne metallica däfaudä da?" beantworte ich mit einem locker gelallten "sammkeind off monstaa", es folgt ein wackeliges "dannhaumaa die rein!".

wir liegen je auf einer couch, lachen, rülpsen, düsen ein. später werde ich von m².s schnarchen geweckt, schaue vertrocknet und heftigst angeschlagen auf die uhr, und erblicke ein doppeltes 04:58h, was nicht wirklich gut ist, da ich gerade mit einem glas alkohol in der hand eingeschlafen bin und theoretisch gleich aufstehen muß...

ich schicke m². ins gästezimmer und stelle meinen wecker auf 07:01h, erwache allerdings um 08:21h. katastrophal, da ich viel zu spät bin, keine zeit habe meine übliche körperpflege zu betreiben, dazu keine lust darauf, ich fahre einfach unrasiert mit geputzten zähnen und in zerrissener jeans dahin, wo man sich gedanken über körperpflege nicht macht. meine augen haben dreifache untersetzer und ich bin blass, bis weiß, trage trotz bewölkung meine sonnenbrille.

als ich die situation doch noch gerettet bekomme und kaum im auto sitze, ruft meine mutter an, die nie autofahren gelernt hat und fragt nach, ob ich sie zum arzt fahren könnte, weil mein vater in der firma viel zu tun hätte...

fortsetzung folgt...

Kommentarstatus

Das klingt ja nach Schnellintegration bei den Trinkhallenbesetzern. Die Evolution braucht anscheinend doch nicht mehrere Millionen Jahre, sondern lediglich einige Flaschen Martini, um Veränderungen in der Faune hervorzubringen...

Veröffentlicht von: pathologe | 30.06.2006

FaunA mit "A" hinten. Scheißtastatur.

Veröffentlicht von: pathologe | 30.06.2006

ja, demnächst wird der martini gegen korn getauscht und es wird kettegeraucht auf parkplätzen...

;-)

Veröffentlicht von: Ad | 01.07.2006

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