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28.05.2006

Zwischenmenschliche Beziehung ohne Sympathie

gestern war es wiedermal so weit, wir wurden zum essen eingeladen bei einem bekannten pärchen und mußten diesmal auch wirklich hin, weil uns längst die ausreden ausgegangen sind. nach fünf mal "krank" sein, drei mal "todesfall in der familie" und einmal "wir sind gerade in portugal!", glaubt es irgendwann niemand mehr. klar, das macht man nicht, spricht die moral und schaut griemig dabei. und es ist leider so, daß man menschen nicht unbedingt gleich vor den kopf stoßen möchte, mit ansagen wie "ich finde euch zum schreien scheiße und könnte kotzen wenn ich nur an einen besuch bei euch denke!", nein, das gehört sich nicht. man versucht geschäftigkeit vorzutäuschen, in dem man sich nie meldet und bei einem gegenaruf dinge wie "ich bin gerade auf dem sprung, mache es kurz" sagt, während man gerade in wirklichkeit tetris spielt und vor lauter langeweile gähnen muß.

ich habe auch leider bis heute kein konzept erdacht, wie man diesen parasitoiden bekanntschaften vorbeugen könnte. man müßte theoretisch gleich beim kennenlernen das potantial der personifizierten monotonie röntgenartig erkennen und gleich bei den vorstellungsworten des gegenübers "hallo, ich bin soundso" sich die ohren zuhalten und laut "lalalalalalalala" machen. soweit die theorie, in der praxis allerings verhält man sich so, wie einem die manieren es vorschreiben. man betreibt einen standardisierten und schlampigen phonetischen akt, trifft sich noch auf anderen partys hier und da ein paar mal und plötzlich ist man "bekanntenkreis". und aus diesem kommt man ohne drastische maßnahmen nicht mehr so einfach raus...
die spieleabendzombies haben einen gleich mit freiwilligen zwang eingemottet und bedrohen einen mit blutigen direktiva wie "bittebittebitte!" oder "ihr müßt auf ein käffchen kommen!".
bevor man sich versieht, steckt man bis zum ansatz in ehrenamtlichen projekten dieser auf gruppendynamik bedachten sekte, spendet geldbeträge für irgendwelche geburtstage, bekommt "lustige" powerpoint dateien zugeschickt und muß unerträgliche mistfilme im kino sehen.

bevor sie mich jetzt aber für einen hasserfüllten menschenfeind, mit einer ausgeprägten neuropathologischen persönlichkeitsstörung halten, betone ich den für mich riesigen unterschied zwischen "bekanntenkreis" und "freundeskreis".
ich habe nichts gegen gemeinsame unternehmungen, treffen oder sonstiges, es kommt eben nur darauf an, mit wem.
es existieren durchaus menschen, mit denen ich gerne bis begeistert bekannt bin, weil sie interessante bis faszinierende persönlichkeiten sind. nur sind die meist weit weg.
bei einer langen nächtlichen diskussion gestern mit m., stellten wir fest, daß wir hier in der gegend, bis auf zwei ausnahmen, in einem tümpel menschlicher persönlichkeitsversager baden.
lauter lebensplan-b personen, mit so illustren hobbys wie ikeaspaziergänge und teesorten mischen und der fest verwurzelten einbildung glücklich zu sein. nichts dagegen, jeder sollte sich damit beschäftigen und das glauben, wonach ihm ist, nur sind solche hauspantoffelhelden exakt der menschenschlag, den wir so überhauptnicht verkörpern. umso erstaunlicher ist es eben für mich, warum diese menschen nun ausgerechnet unsere nähe suchen. vielleicht weil wir "exotisch" sind und sie sich selbst vor die augen führen wollen, daß man eben auch ohne "schatzimausi", tütensuppe, wohnzimmerschrankkombination und "wetten dass..." zu zweit den alltag durchaus angenehm gestallten kann? vielleicht will ich es aber auch garnicht wissen...

nach unserer ankunft und bei einer führung durch die neue wohnung, bekomme ich starke probleme mit der seit jahren tief in meinem kopf verwurzelten farbenlehre, die einen spontanen schock bekommt und anschließend wimmernd mit sofortigem suizid droht. in einer kooperation mit meinen geschlossenen augen, ziehen wir den stecker und stellen vorsichtshalber die wahrnehmung und das ästhetikbewußstein für diesen abend ab. sicher ist sicher, ich persönlich befinde mich mental an der kriegsfront bei menschen, die merkwürdige knallrote sitzwürfel, mit antiken möbeln, delphin-postern an grünen wänden und diddl-mäusen kombinieren. alleine die letztgenannten stoffviecher sind grund genug für mich, ein menschliches wesen zu verachten und seine gesundheit in frage zu stellen...

als diskutant laufe ich im energiesparmodus, gebe ab und zu ein fiktiv interessiertes "ühm", "aha" oder "jaja" von mir, höre in wirklichkeit aber garnicht wirklich zu, habe das gefühl den gastgebern würden bloß luftblässchen aus den mündern fallen, finde den gedanken belustigend und muß grinsen, stelle sie mir beide als fische vor, während ich viel lieber unter dem tisch an m.s oberschenkel rumspiele, was sie kiechern läßt, ausgerechnet an der stelle, als der gastgeber von dem plötzlichen ableben seines geliebten hundes erzählt, wobei ihrem kiechern mein lautes lachen folgt. naja, wenn ich gleichzeitig gelangweilt und geil bin, kann ich kaum dazu auch noch taktvoll sein, das wäre zuviel auf einmal...

das besagte essen ist typische deutsche küche im jahre 2006 - sushi. nichts gegen sushi, ich mag das sehr gerne, allerdings bereits seit vielen jahren, als sushi noch "ihhh, roher fisch!" hieß. nun ist es "in" und damit auch automatisch lecker. und an dieser stelle muß ich als kontrast mal kurz loswerden, daß die gastgeberin es perfekt hinbekommen hat, bevor sie denken, ich könnte bloß negative bröckchen auf die tastatur kotzen. beim wein dagegen, ist wieder genau das gegenteil der fall. wer mir einen relativ guten weißwein anbietet, der zimmertemperatur hat, ist entweder ein böswilliges arschloch, oder komplett verblödet. oder beides. womöglich trinken sie eiskalten rotwein...

der rest dieses besuches ist eigentlich keinen satz buchstaben wert. ein "urdeutsches" tiramisu, welches ich noch nie mochte, das aber im "bekanntenkreis" standard ist (alleine zu m.s letzten geburtstag brachten fünf personen dieses dessert in verschiedenen qualitätsstufen mit, der gesamte rest übrigens nudelsalat...), es wird gesprochen und nichts gesagt, was ich auch immer wieder mit "ühm", "aha" und "jaja" kommentiere, gegen 23:00h spielen wir blitzartige müdigkeit vor und verabschieden uns mit den worten "das nächste mal bei uns!", in der hoffnung diese banausen bis september nicht nochmal zufällig zu treffen, um später dann von hamburg aus alle mobilnummern zu ändern und sonst nur noch mit einer geheimen festnetznummer zu arbeiten.

auf der rückfahrt sind wir uns einig, menschen sind auch nur lebewesen und manche muß man sich eben vom leibe halten. genau wie zecken und bremsen...

20:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Untergang und Rettung | Permalink | Kommentarstatus (13) | Per Email verschicken

27.05.2006

Verkehr

nach den heute zurückgelegten 400 kilometern und gefühlten 2.000 und trotz meiner mittlerweile 14 jährigen fahrpraxis, muß ich mich dennoch wieder einmal wundern, über seltsame situationen, merkwürdige verhältnisse und die zahlreichen vehikel, die in vielen fällen ganz klar von flüchtlingen einer irrenanstallt gelenkt werden.

aber kommen wir als erstes zum thema fußball WM. nein, keine sorge, ich werde hier nicht über fußball berichten, ich schaue mir die WM zwar an, berichten werde ich über diese sportart aber kaum, höchstens über hintergründe und so ist diese ein wichtiger punkt meiner horrorfahrt heute, von termin zu termin hetzend, bzw. im stau stehend.
bei meinen heutigen besuchen dreier städte, von denen zwei direkt und eine indirekt etwas mit der veranstalltung zu tun haben, mutierte ich beinahe zu einem amoklaufenden zähnefletschenden monster, das unbeachtet des publikums im zentrum einer großstadt, schreiend und genickbrechend durch die einkaufspassagen rennt.
bevor sie glauben ich würde übertreiben, hier mal eine offizielle zahl und zwar nur aus der stadt die indirekt mit der wm zu tun hat, sprich, sie ist kein austragungsort, bloß benachbart mit einem davon: 40 baustellen quer durch die stadt verteilt!
übrigens selbstverständlich an den stellen, die seit jahren bei der stadt in den aktenordnern schlafkomatös lagern, mit dem stempel als "unfinanzierbar" diagnostiziert. gut, ist doch schön wenn das dann endlich gemacht wird, werden manche denken, aber, doch nicht alle auf einmal! wenn ich die halbe innenstadt sperre, die eh zu massiv befahren wird und dazu aber noch die beiden nächstgelegenen autobahnen mit baggern zustelle, so das von drei fahrbahnen nur eine befahrbar ist, dann frage ich mich ernsthaft ob ein schimpanse mit der planung dieses irrsinns beauftragt wurde, wobei ich damit eigentlich noch eine relativ intelligente tierart beleidige.
leicht angespannt vor einem wichtigen termin 30 minuten auf der stelle stehen, mit einem vor techno bebenden vw golf im rückspiegel und einer tierliebenden ökofachfrau vor sich, deren pro und kontra heckaufkleber sich einem schmerzhaft und immer mehr ins gehirn brennen, kann bisweilen sogar suizidal wirken, der verzweifelte griff zu einer helge schneider cd, läßt einen in solchen momenten gänzlich kalt, ein bonbon aus wurst ist eben auch nur ein bonbon aus wurst...

raus aus der stadt, habe ich irgendwann endlich freie bahn auf einer bundesstraße, doch wie könnte es anders sein, das kleine hässliche grüne auto, welches ich am horizont erblicke, nähert sich meiner einschätzung nach zu schnell meinem blickfeld, bei meinen 130 km/h klebe ich dem mistvieh innerhalb von sekunden auf der stoßstange. unbeeindruck eiert omi weiterhin mit der geschwindigkeit einer gehbehinderten schnecke durch die gegend, mit 35 km/h bei erlaubten 100.
überholen unmöglich, da zu kurvenreich und zuviel gegenverkehr herrscht, bin ich gezwungen dazu, ihr 20 km zu folgen. als sie irgendwann endlich auf eine linksabbiegerspur fährt, schaue ich wütend rüber und erblicke eine mindestens 80 jahre alte person mit tunnelblick, die sich am lenkrad festhält und den eindruck macht, als ob sie gerade mit der schnellsten achterbahn der welt in die tiefe rauschen würde.

gut, diese diskussion hat es hier lokal letztens gegeben, ob menschen über 65 noch fahren dürften, was ich für den größten humbug halte, der je medientechnisch eine woche lang produziert wurde. dieses thema könnte man eh in tausend richtungen ausweiten, z.b. in die richtung der rente, die in zukunft erst mit 67 erlebbar sein soll. dürfen dann diese alten menschen die letzten zwei jahre zu fuß zur arbeit gehen ihr idioten?! nein, ich bin dafür, daß es gewisse tests geben müßte, von mir aus für menschen ab 70. seh- hör- reaktionsvermögen. ich kenne genung ältere leute, die wunderbar fahren, ebenso erlebe ich genügend 20, 30, 40, 50 jährige idioten, denen man eigentlich sofortig den führerschein abnehmen sollte, wie dem einen lehrling in der firma meines vaters, der mir letztens vor die nase gefahren ist, welcher meinen weg heim um etwa 20 minuten verlängert hat, mit handy am ohr, schlangenlinien fahrend bei ähnlicher geschwindigkeit wie die oma. ich ließ ihm todesgrüße ausrichten...

in den tiefgaragen ein ebensolches trauerspektakel. in blöcken zwischen den säulen bietet sich der platz für je fünf fahrzeuge. dieser wird allerdings in den meisten fällen von nur drei genutzt. lustigerweise sind es die kleinwagen, die kaum in diese grenzen passen, während ich an anderen stellen fünf nebeneinander eingeparkte große limousinen sehe. manche verhalten sich mit einem nissan micra, als ob sie einen australischen lkw mit drei anhängern fuhren, schimpfen dabei noch womöglich, daß die garage viel zu eng und undurchdacht sei. beschissenes räumliches denken.

ich könnte das noch seitenlang weiterführen, aber mir geht heute das schreiben nicht wirklich von der hand, m. ist längst im bett und ich bin auch müde. ich habe heute mehr zeit damit verbracht, im auto zu sitzen als mit arbeit, terminen und privatleben.

wenn fortbewegungsmittel einen aufhalten, wird es fraglich.

01:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (3) | Per Email verschicken

23.05.2006

Herr Ad und die Neuronen

es gibt dinge in meinem kopf, die festgefahren sind.
sie interessieren mich einfach nicht, ich halte es für zeitverschwendung mich damit zu befassen. so zum beispiel medikamente. für mich gilt grundsätzlich 3 x täglich, egal was es ist. die achtfach gefalteten zettel lese ich nicht, ich hasse sie.
aus einem einfachen grund, es ist mir noch nie im ganzen leben gelungen, eine packung medikamente auf der seite zu öffnen, auf der ich die tabletten rausnehmen könnte, nein, ich öffne immer und grundsätzlich nur die seite, an der die gebrauchanweisung den u-turn macht. gut, ich könnte die dinger rausnehmen und wegschmeissen, oder lesen, aber, nein, bzw. siehe zeitverschwendung. ich fand es also zwar etwas verwunderlich, in der 25 euro teuren packung nur 7 kleine pillen vorzufinden, aber regeln sind regeln, eine morgens, eine mittags, eine abends, dazu noch aspirin und am abend ein glas wein obendrauf.

etwa 10 minuten später verschmolzen alle räumlichkeiten plötzlich zu einem großen ganzen, während ich durch eine spielplatz-rutsche nach oben befördert wurde. dort blickte ich kurz aus dem fenster auf den urwald, während ich nebenher eine interessante unterhaltung mit lebensgroßen massenmörder-maskottchen aus plüsch darüber führte, warum eis am stiel eigentlich nicht eis am stock heißt. als sie plötzlich verschwanden mußte ich mich am schreibtisch festhalten, wegen der turbulenzen die das riesige flugzeug verursachte, welches geradewegs auf mein fenster zugeflogen kam und dabei heftigst lachen, weil dort "ed gein airways" geschrieben stand. als es einschlug, wurde ich rechtsrum abgespühlt und trank einen liter salzwasser aus der toilette, die ich auch augenblicklich mit einem grauwal zwischen den zähnen verließ. erst als die spülmaschine mir die liebesdienste verweigerte, kam ich wieder langsam zu mir, irgendwo in der ferne hörte ich zwar noch leise die stimmen der muppets, die nach dem weg nach hannover frugen, dieses ignorierte ich dann aber...

ich sage es ihnen, das war nicht mehr feierlich. nach zehn minuten bei geöffnetem fenster in der küche sitzen und mehreren gläsern wasser, war es dann gut, als kurze zeit später das telefon klingelte, konnte ich es sogar orten. später habe ich zum ersten mal diesen gefalteten mist gelesen, in dem ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, daß eine erwachsene person pro tag nur eine tablette einnehmen darf, jugendliche eine halbe und kinder garnicht. zudem sollte man keine anderen medikamente neben diesen einnehmen und alkohol natürlich auch nicht.

erst habe ich überlegt dieses zeug gleich wegzuwerfen, doch dann verharrte ich kurz; ich meine, bei welchem schwarzmarkt-substanzenhändler bekommt man schon für 25 euro 7 geile pillen? die restlichen 4 müßten doch eigentlich für einen hunderter weggehen.

oder ich warte ab und nehme sie vor der nächsten familienfeier...

15:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig , Träume | Permalink | Kommentarstatus (11) | Per Email verschicken

22.05.2006

Versaut

nach den recht heftigen geschehnissen am wochenende, folgte vergangene nacht das böse erwachen: schweißausbrüche, fieber, husten, gliederschmerzen. es dauert heute morgen etwa zwei stunden länger, bis ich fertig angezogen und gepflegt im arbeitszimmer sitze, m. fährt selbst zur arbeit, so bin ich zwar ohne auto, habe allerdings eh nicht vor, mit meinem schüttelfrost das haus zu verlassen.

vorhin also, als ich mit einer kanne tee und fünf packungen taschentüchern bewaffnet endlich im arbeitszimmer sitze, gehe ich meine üblichen ritaule durch, schalte die telefonanlage ein, die rechner, lese meine e-mails und lasse wie üblich im hintergrund den kleinen messefernseher laufen. dieser befindet sich zwar mehr hinter meinem rücken, so ist es mehr hören als sehen, aber eigentlich geht es mir eh bloß um nachrichten.

dabei werde ich bei der allersten meldung gleich unerwartet belustigt, als die moderatorin sagt:
"bundeskanzlerin merkel hat ihren china besuch angetreten. in penis... verzeihung peking..."

während ich noch denke, das sei der beste versprecher den ich seit langem gehört habe, bringt sie mich in ein lachendes erstaunen, gleich mit der zweiten meldung:
"es finden überlegungen statt, den kompromiss zu möse... verzeihung lösen"

na was da wohl am wochenende los war? und hoffentlich hat das ihr mann nicht gesehen...

10:15 Veröffentlicht in Alltag , Gesehen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (16) | Per Email verschicken

21.05.2006

Apokalyptische Degenerierung

gestern abend, ich sitze alleine bei m. in der wohnung und warte bis sie von der arbeit zurückkommt, schaue auf ihrem tragbaren dvd-player "saw" und kaue bereits die zweite zwiebel, bin dabei höllisch unentspannt, meine augen tränen. ich habe mir mal wieder eingebildet mit dem rauchen aufhören zu müßen, wobei diese prozedur immer gleich bei mir abläuft: am ersten tag bin ich vollkommen entspannt und stolz, am zweiten werde ich leicht ungenießbar bis extrem übellaunig, am dritten kommen hieronymus bosch ähnliche szenarien in meinen kopf hoch, wobei ein film wie "saw" in diesem augenblick für mich einen ähnlichen unterhaltungswert hat, wie eine "telenovela", nämlich keinen, bloß die hölle auf erden könnte mich gerade befrieden, oder eben ein kiosk.

ich beschließe die welt vor der apokalypse zu retten und mir eine schachtel zigaretten zu holen, gerade als ich um die ecke richtung kiosk abbiege, renne ich m. fast um, die laut lachen muß, als ich mit weit aufgerissenen augen sage "ich scheiße auf die gesundheit, ich brauche den blauen dunst!". es stellt sich heraus, daß sie ebenfalls nicht aushalten konnte und gerade eben zigaretten gekauft hat. ein ganzes himalaya übler laune fällt von meinen schultern, ich küße sie und sage "ich liebe dich!".

als erstes haben wir halbbekleidet sex, schließlich muß die erste zigarette irgendwie begründet sein, später überlegen wir c. und seine neue freundin n. anzurufen und spontan etwas trinken zu gehen. die beiden befinden sich bereits in einer bar, die keine fünf minuten fußweg entfernt ist, wohin wir uns umgehend begeben.

m. ist kaputt von der woche, die n. hat schlechte laune wegen einem streit mit ihrer mutter, gegen mitternacht verabscheiden sie sich richtung jeweiliges zuhause, während c. und ich in einem tiefen gespräch über das verhalten von betrunkenen auf industriemessen stecken und uns die wörter gegenseitig um die ohren hauen, wobei er geschätzte hundert mal fragt, warum ich denn nach zwiebel stinken würde. später berichtet er noch von einer wolfsspinne, die ihm in seiner wohnung abgehauen ist und jetzt wohl irgendwo hinter den möbeln wohnt und er seitdem sehr gerne und oft bei n. übernachtet.

um 01:30h cirka, sind wir an unserem berühmten punkt jenseits von gut und böse, schlendern von bar zur bar, befinden einstimmig alle anwesenden als hässlich und langweilig, trinken überall ein whisky und ein bier, was sich summiert, da wir in dem allerersten laden bereits mehr als genug davon hatten.

gegen 03:00h stehe ich plötzlich wie durch raum und zeit gereist an einer straße gegenüber der haupt-polizeiwache und halte mich an einem straßenschild fest. c. ist verschwunden, ich kann mich nicht einmal entsinnen, wo wir zuletzt gewesen sind, winke einem taxi zu, da ich mich etwa 2 km von m.s wohnung entfernt befinde und meine letzten noch funktionierenden gehirnzellen mir geschichten darüber erzählen, daß es kaum genügend möglichkeiten zum festhalten auf dem weg dorthin gibt, als das es auch nur annähernd für mich möglich wäre, in diesem ramponierten zustand je lebend anzukommen.

ich falle auf den rücksitz des taxis, lalle etwas von zwiebelgeruch und anschließend eine adresse und schlafe ein. als ich wieder zu mir komme, sehe ich das licht vorne beim fahrer brennen und höre eine stimme, die sagt "34 euro macht das bitte", worauf mir ein lautes "häääää?" entgleitet, wobei ich in dem moment selbst meinen utopischen mundgeruch wahrnehme. "seschzyn euro pho kilohmehta?" frage ich, was der fahrer mit "wieso pro kilometer? wir sind 17 km gefahren!" beantwortet, das ich wieder mit einem halb würgenden "um n block?" entgegne. in diesem augenblick werfe ich einen kurzen doppelten blick aus dem fenster des wagens und bemerke den fehler im system. mein betrunkenes betriebssystem muß wohl eine mental temporär gespeicherte adresse geblubbert haben, statt bei m. befinde ich mich bei mir, auf dem land...

irgendwas auf zwiebelländisch nörgelnd falle ich aus dem taxi, wobei ich wohl krach veranstallte, dabei licht im nebenhaus angeht und meine 75 jährige nachbarin mich wieder bei einer ausgeprägten S-route beim überqueren der straße beobachten muß, die ich anschließend mit einer kopfbremsung an der haustüre beende.

nach einer kalten kopfdusche, bei der ich in einige erdbebenartige turbulenzen komme und dabei beinahe die badewanne aus ihrem vorbestimmten platz herausreisse, bilde ich mir in meiner betrunkenen birne ein, vollkommen nüchtern zu sein, sogar zu nüchtern, wein muß her. anstatt ins bett zu gehen, nehme ich eine flasche guten chardonney und begebe mich ins arbeitszimmer, schalte einen rechner ein, trinke wein, rauche eine zigarette und versuche beim herrn poodle zu lesen, wobei ich mir allerdings ein auge zuhalten muß, weil ich sonst nichts erkennen kann. der gute muß aber meinen möglichen zustand bedacht haben, da er eine audiodatei hinterlassen hat, was prima ist, da das problem des doppeltsehens nicht das gehör betrifft.

als ich das meisterwerk höre, bekomme ich einen heftigen lachanfall, währenddessen mein magen allerdings eine weitere zusammenarbeit fristlos kündigt und ich mir lachend auf die hose breche, außgerechnet auf die armani, die ich am vortag erst aus der reinigung geholt habe. darüber verärgert, trotzdem immer noch mitten in einem schallendem gelächter, bin ich ins geheim froh, das ich nichts gegessen habe und es sich bei der absonderung nur um eine, nach zwiebel und alkohol riechende, flüßigkeit handelt.

ich werfe die schuhe in die ecke und die hose in die badewanne, begebe mich anschließend auf socken, in unterhose, hemd und krawatte zum putzen, bemerke dabei (immer noch lachend) nicht, daß meine krawatte irgendwie unter dem lappen hängt, während ich hockend den boden wische. erst später wieder im bad stelle ich fest, daß ich mehr mit meinem halsumhang weggewischt habe, als mit dem lappen und dieser nun aussieht wie einer kuh frisch aus dem hintern hevorgezaubert.

als ich später irgendwann halbnackt auf der couch aufwache - da meine lebensfunktionen wohl das holen einer decke nicht mehr zugelassen haben - fühle ich mich wie drei kranke zusammen. beim anblick der zigaretten wird mir schlecht, das badezimmer benötigt mindestens eine putzfrau, ich stinke wie ein mülleimer in einem imbiss.

es dauert geschätzte zwei flaschen gemüsesaft mit viel pfeffer und eine halbe packung zwieback, bis mein gehirn überhaupt in der lage ist m. anzurufen. als ich die geschichte vortrage, lachen wir, allerdings nur bis zu der stelle, an der wir merken, daß das auto bei ihr steht und die schlüssel bei mir sind...

15:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken

20.05.2006

A-Blogger

eigentlich sollte es langsam gut sein, doch ich muß trotzdem nochmal meinen sanf dazu abgeben. nachdem ich nun dem "heiligen" winkel ans bein gepinkelt habe, den ich zwar nicht sonderlich mag, bislang allerdings für einen fairen typen hielt, der sich selbst bloß für etwas zu cool hält, mußte ich jetzt leider enttäuscht werden. beim lesen in irgendwelchen letzten internet hinterecken, in denen er eine so primitive scheiße über menschen die ich schätze abgesondert hat, wie ich es von einem schwersterziehbaren jugendlichen nicht erwartet hätte.

hier sind wir nun, in klein bloggersdorf und verhalten uns genau wie die dorfbewohner seinerzeit, im mittelalter, gehen gleich mit fackeln los und verbrennen menschen.

ich persönlich würde jetzt gerade gerne ein paar von ihnen verbrennen, allerdings erst nach der folterung.

gehen wir die sache doch kurz an und beschäftigen uns mit ihren argumenten gegen mich:

"ich sei neidisch auf die opel aktion"- ist ihnen was schweres über den kopf gefahren? ich fahre einen neuen mercedes, was zum teufel will ich mit einem opel anfangen?

"ich sei neidisch kein a-blogger zu sein"- also, ihnen ist wohl gleich ein ganzer ice über die birne gefahren. wissen sie, die leute die ich hier lesend wissen möchte, die sind da, die reichen mir. ich schätze sie und achte sie, alleine bei der vorstellung von hunderten besuchern, die gehirnamputierte scheiße von sich geben, könnte ich auf der stelle kotzen.

"ich bin neidisch auf den erfolg anderer"- wat ein erfolg? dat sie tippen können? hurra...

"ich profiliere mich über dumme kommentare"- weiß nicht, mein kommentar beim herrn poodle ist garnicht so dumm, wie ihre mail in der sie kommentar mit "c" schreiben und "dumm" mit ohne einem "m"...

die personen, die mich "wichser", "arschgesicht" und "penner" genannt haben, verweise ich gerne auf die oben erwähnte menschenverbrennungsnacht hin. kommen sie vorbei, bringen sie ruhig ihre nächsten mit, sie werden selbstverständlich kostenlos mitverbrannt.

und an den ganzen rest, des mental kaputten und trotzdem eingebildeten haufens: ein herzliches fuck off!

ich habe vorgestern aufgehört zu rauchen, falscher zeitpunkt mich zu ärgern.

19:35 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Gelesen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (14) | Per Email verschicken

17.05.2006

Dazwischen

ich bin wütend. das ist eine schlechte voraussetzung zum schreiben.
wie jetzt? werden manche munkeln, der typ hat doch eine meise, kotzt und würgt hier üblicherweise mit hass überbackene massenmordszenarien gegen alles und jeden und kann plötzlich nicht schreiben, wenn er wütend ist?

richtig! denn wahre wut bedeutet auch gleichzeitig traurigkeit.
gut, traurigkeit oder wut haben so manchem schreiberling längst zu ruhm und ehre verholfen, ebenso existieren unzählige individuuen, die bereits millionen buchstabenleben geopfert haben, in der einbildung etwas künstlerisches geschafen zu haben, mit aussagen wie "ich bin ein toter vogel, in einem nicht existierendem paradies" (fiel mir gerade so ein, weil mir kein existierendes beispiel einfiel, bevor hier gleich einer ankommt und es persönlich nimmt ...), oder ähnlichen ichbindietraurigsteseelederwelt vergewaltigungsversuchen an lesern. doch bei mir ist das genau anders.

mich treibt traurigkeit oder wut nicht zum schreiben, ich schreibe am liebsten dann, wenn ich den zärtlichen hauch von fröhlichem nihilismus spühre*. ich sitze dann so rum und betrachte diese kleine welt von meiner großen aus. das tun viele, nur wissen es nicht, ich dagegen habe schon längst behauptet eine mentale schlampe zu sein.

ehrlich gesagt ist für mich das schreiben eines blogs auch nur ein ausgleich zum alltag, obwohl ich ganz klar tolle menschen darüber kennengelernt habe. manch andere gehen mit einer zeitung auf die toilette, in dieser verschwendeten zeit schreibe ich einen eintrag. sie merken die doppelbödigkeit? zu den millionen kleinigkeiten, die mir heute heftigst auf das gemüt geschlagen haben, kommen noch dinge hinzu, die ich freiwillig lesen mußte.

ich werde nicht tiefer darauf eingehen, trotz und wegen der tatsache, daß ich mich selbst in einem marketing bordell befinde und das seit jahren, drücke ich es einfach auf meine merkwürdige art und weise kurz aus: würden sie etwas annehmen, was sie noch nie gemocht haben, wenn man es ihnen schenken würde und das als positiv betrachten?


*ich glaube, ich gucke jetzt noch "collateral", weil dieser film einfach großartig ist, trotzdem, daß ich tom cruise nicht leiden kann, er macht seine sache gut und michael mann gehört zu meinen lieblingsregisseuren.

bleibt bloß noch die frage, warum ich nun wütend einen text verfasst habe...

nachtrag: hier können sie einen wunderbaren eintrag lesen, genau darüber, was mich beim lesen so geärgert hat. selbstverständlich hätte ich es nie so schön auf den punkt bringen können, wie herr poodle, deswegen habe ich es allergisch gehirnzermatscht gelassen.

ihr z-blogger

23:00 Veröffentlicht in Blog , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken

16.05.2006

Pharmazombisch

mein apotheker ist nicht bloß ein apotheker, sondern auch mein nachbar. vor fünf jahren hat er sich gegenüber eine riesige hütte bauen lassen, in die ein ganzes dorf aus afrika reinpassen würde und in den garten ein zweites, dabei bewohnt er es bloß mit seiner frau und deren zwei kindern. ich nehme an, jeder hat ein eigenes stockwerk. eigentlich verstehen wir uns gut, er ist sympathisch, gerade mal vier jahre älter als ich und verfügt über eine ähnlich schwarzhumorige ader, er läßt es sich nicht einmal nehmen, vor 90-jährigen ahnungslosen patienten mit gehhilfe, monty python zu zitieren. doch seit gestern weiß ich, daß er tatsächlich eine fiese und sadistische sau ist...

gestern morgen, 08:30h. ich habe bereits ein einstündiges training auf dem heimtrainer absolviert und m. zur arbeit gefahren, als ich merke, daß meine allergie sich wohl körpertechnisch verlagert hat. meine nase ist relativ frei, die gehirnzermatschung hält sich in grenzen, ebenso ist der trockene husten weg. dafür sind meine augen klebrig und ich kann kaum buchstaben lesen, was katastrophal ist, angesichts der tatsache, daß ich immer noch beim korrekturlesen von vielseitigen texten sitze.

wer mich länger persönlich kennt, der weiß, daß ich einen arzt erst aufsuche, wenn es sich bereits um einen notfall handelt, bzw. einen notarzt. so quäle ich mich bis zum frühen nachmittag mit zugeknöpften augen und dem gesicht einen centimeter vor dem display ab, bis ich feststelle, daß ich erblinde, oder zumindest nichts nahes oder fernes richtig erkennen kann, sprich, ich sehe als ob ich mir zwei flaschen cognac auf ex gegeben hätte.

so wackele ich durch eigeninitiative zur apotheke, und winke meinen nachbar und apotheker t. dezent zur seite, welcher mir wie gewohnt den arm um die schulter legt, wobei er das darf, obwohl er an mir bisher kaum etwas verdient hat.
"was kann ich für dich tun?"
"ich sehe nicht klar, alles ist vollkommen verschwommen"
"warst du beim augenarzt?"
"ich bitte dich, im umkreis von 15 km gibt es keinen, ich muß arbeiten!"
"du bist allergisch, gell?"
"t., warst du nicht derjenige, der mir letztens laufend taschentücher gebracht hatte, als ich einen schlimmen niesanfall auf unserem parkplatz hatte?"
"stimmt, pass auf, ich gebe dir jetzt tropfen, vielleicht helfen sie, wenn nicht mußt du sie nicht bezahlen"


er zerrt mich in den hinterraum und verabreicht mir die erwähnten. der heimweg von 150 metern wird zur qual, meine augen sind rot und sondern unendlich viel flüßigkeit ab, ich bin zudem gänzlich schwarz angezogen, jeder kennt mich, ich denke, daß das gerücht "meine eltern wären gestorben" mittlerweile im dorf unterwegs ist...

wieder im arbeitszimmer stelle ich fest, daß es nicht besser geworden ist, sondern schlimmer. ich kann kaum was sehen.

als es um 20:00h immer noch schlecht aussieht, gehe ich leicht orientierungslos rüber, wobei mich t. mit einem fetten grinsen empfängt und sagt "ich habe mich bei den tropfen vertan, komm, wir holen die richtigen". ich verstehe zwar nicht viel davon, er erklärt mir aber, daß es sich bei den tropfen um solche gehandelt hätte, die die feuchtigkeit der glubscher unterstützen, während ich genau das gegenteil gebraucht hätte.
ich hinterfrage leicht bis mittelschwer sarkastisch seine berufliche qualifikation, worauf er laut lacht, ich stattdessen darauf warte, daß er wieder seinen arm um mich legt, damit ich diesen aufgrund meiner halben blindheit lokalisieren und abhacken kann...

die neuen tropfen helfen nur bedingt, und das erst etwa vier stunden später als ich mich ins bett begebe. der arbeitstag ist zur hälfte verschenkt, ich verbringe den rest davon nur noch mit telefonischer belästigung von bekannten.

heute morgen ist es dann ein deja vu des gestrigen tages, ich sehe nebel, dabei sehen meine augen aus, als ob ein hund hineingepinkelt hätte.
doch ich verzichte auf ein eneutes aufsuchen der apotheke, ich bin sicher t. ist ein sadist der aus spaß gerne menschen quält. ich begreife ebenfalls warum sein haus so groß geworden ist - da ist sicher irgendwo ein studio eingerichtet, mit schwarzem leder an den wänden. gut, nichts gegen das quälen von mitmenschen, doch ich spiele ungerne die opferrolle. eigentlich bin ich bloß froh wegen augentropfen und nicht wegen herzrhytmusstörungen dort gelandet zu sein, wahrscheinlich hätte er sich dann ebenfalls "vertan" und mir cyankali statt balldrian verabreicht. lachend.

12:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (7) | Per Email verschicken

15.05.2006

Narben (II)

da mir diese geschichte bis heute zu sehr auf die nerven geht und ich mich darüber ärgere, überhaupt darüber geschrieben zu haben, hier nur eine kurze zusammenfassung der folgenden geschehnisse:

- auf dem rückweg aus amsterdam werde ich und mein wagen bis ins kleinste detail an der grenze durchsucht. eine frisch tätowierte person, mit totenkopf t-shirt bekleidet, in einer großraumlimousine, macht sich wohl nicht gut bei den beamten.

- selbstverständlich finden sie nichts, wie vorher erwähnt vertrage ich drogen nicht einmal.

- keine 10 km später bleibe ich pannentechnisch liegen, mit einem getriebeschaden, irgendwo mitten im nichts, warte dort ca. 2 stunden auf den abschleppwagen.

- als ich irgendwann und unerwartet (da mit taxi) zu hause ankomme, erwische ich meine parnterin inflagranti mit einem hässlichen monteur (was mir sogar ganz recht ist. wie bereits erwähnt, liegt mir nichts an ihr, so habe ich einen guten grund sie loszuwerden...).

- keine 15 sekunden nachem ich den beiden hausverbot erteilt habe, klingelt das telefon und meine mutter spricht ohne punkt und komma auf mich ein, warum ich denn bitte an meinem geburtstag verschwunden und unerreichbar gewesen wäre. ich glaube mich zu erinnern etwas wie "laßt mich alle in ruhe!" gesagt zu haben, um anschließend aufzulegen.

- ich trinke einen dreifachen bushmills und öffne anschließend einen guten weißwein.

- fertig mit den nerven, der psyche und physich ebenfalls zerstört, mache ich den größten fehler, den man sich überhaupt ausdenken kann und rufe die besagte und damals noch geglaubte "liebe meines lebens" an, die sich in ca. 6176 km entfernung befindet, welche allerdings statt eines tröstendes wortes mich bloß geil macht, in dem sie sagt "ich würde dir gerne jetzt zum geburtstag einen blasen"...

- ich werde wohl für immer als einziger mann in die geschichte eingehen, der nach dieser aussage, von einer wunderschönen frau, weinen muß...

- anschließend schlafe ich auf der (für meine körperlänge ca. 50 cm zu kurzen) couch ein und erwache am nächsten morgen mit der befürchtung mir selbst während der ruhephase das genick gebrochen zu haben.

- das meisterwerk von guy ist bis heute unvollendet.

- die von mir 11 jahre lang geglaubte "liebe meines lebens" hat sich aus der heutigen sicht als ein menschliches arschloch entpumpt. vergeudete zeit mit vollgemüllten hirn.

- dieser schrottige text ist hier nun zu ende.

ende

10:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (7) | Per Email verschicken

14.05.2006

Zwischenmeldung

jetzt, vorhin, 04:40h. ich bin hellwach. während m. im tiefschlaf steckt, weiß ich nicht wohin mit mir. wenn ich einmal wach bin, kann ich nicht im bett rumliegen, begebe mich ins arbeitszimmer. ich überlege lange, die fortsetzung von narben zu schreiben, besitze trotz meiner aufgedrehtheit nicht die energie dafür, da mein körper immer noch allergisch auf die umwelt reagiert. gelangweilt klicke ich durch nachrichtendienste und höre mir im fernsehen eine homage an dieter bohlen an. so ein scheiß...

als mir nichts mehr einfällt, was ich tun könnte, bzw. lesen, hören oder sehen, schaue ich mir die suchergebnisse an, die verstörte vollidioten auf diese seite geführt haben und bekomme trotz allergischer und unausgeschlafener schwäche einen kleinen lachanfall, gefolgt von der üblichen besorgnis...

onanieren senkt sportliche leistung?
sind sie einsam? sehr sogar? sie sind bestimmt eine dieser personen, die bloß ins fitnessstudio gehen, um jemanden kennenzulernen und sich sorgen machen, ob sie ihr 12 cm glied zu sehr strapazieren, während sie abends porno mit ohne handlung gucken. weinend...

denunzierung alkohol führerschein
hä?

lange sackhaare
nun, sie müßen sich rasieren. einmal pro woche ist ausreichend...

zahnreparatur selbst
viel spaß dabei! privatsender sollen angeblich geld für sowas zahlen...

hells angels frauenrechte
tätowierte dicke titten?

mutti fickt
sie sind doch sicher die selbe minderbemittelte person, die bereits über "mutti fickt ihren kleinen sohn" auf meiner seite gelandet ist, was ich mir leider nicht erklären kann. trotzdem und nochmal, ich benutze täglich gerne hochwertige edelstahlmesser, eine axt besitze ich ebenfalls. meine grundeinstellung menschen wie ihnen gegenüber, dürfte viel schmerz und einen grausamen tod geradezu versichern...
p.s. für die person die "fickt ihren sohn mit einem langen dildo" bei google hingekotzt hat, gilt übrigens das selbe, bloß würde ich in ihrem fall eine kettensäge bevorzugen. die suchbegriffe sind sehr ähnlich, ich differenziere sie beide bloß durch verschiedene ip-adressen.

klinsman@gmx.de
sie lustiger vogel. der schreibt sich mit zwei N!

stella benares
mußte ich eben selbst in die suchmaske hämmern und wissen sie was? die gibt es garnicht! allerdings sie auch nicht und mich ebenfalls! buh!

hocken taschentücher?
bin ich tierfilmer?

münchen kriminallabor adresse
zu oft "csi" gesehen und sich eingebildet, es wäre ein echt geil konkreter job, voll spannung und einem hummer als firmenwagen? buchstabieren sie bitte w i s s e n s c h a f t...

porsche 911 anlassen warm schwierigkeiten
diesel? (verzeihung, muß mich gerade selbst kurz totlachen...)

wüste gullideckel
bloß eine urbane legende, von der noch nie jemand gehört hat...

doch ein suchbegriff macht mir wirklich angst, über welchen immerhin mittlerweile 3 personen auf meine seite gelangt sind: nuuhn

16:00 Veröffentlicht in Blog , Debil , Gelesen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (8) | Per Email verschicken

13.05.2006

Narben (I)

sommer 2001, 06:30h. ich bin zwar alles andere als wach, da ich mich bei freunden befinde, mit denen ich gerade bis vor zwei stunden in der küche gesessen habe, alkohol trinkend und lachend, doch ich habe einen termin der bereits seit 18 monaten feststeht und womöglich einmalig in seiner form ist. ich muß nach amsterdam.

glücklicherweise verfüge ich leider über ein fahrzeug, welches ich durch einen anfall von plötzlicher vertragsunterschreibungsgeilheit mein eigen nennen muß, das sich als ein sehr reparaturbedürftiger gegenstand entpumpt, mich am besagten tag allerdings doch nicht im stich läßt und seine 260 ps zu meinem gunsten entfaltet.
so erblicke ich mein geliebtes a`dam bereits um 09:00h, habe sogar noch die zeit dazu ein frühstück in meinem lieblingslokal zu mir zu nehmen, inklusive der lektüre, der für mich belustigend klingenden holländischen tageszeitung.

es ist mit abstand der exotischste geburtstag meines lebens. diesen termin habe ich mit guy bereits vor zwei jahren besprochen. es war damals schon realistisch, daß ich beruflich kaum jemals in die gegend von chicago reisen werde, ebenso wenig urlaubstechnisch. so mußte ich abwarten, bis der höchst ausgebuchte kerl einmal in europa verweilt.

wir haben uns seinerzeit angefreundet, über künstlerisch verwandte personen, die ebenfalls seit ihrer kindheit nicht die finger von bunten farben lassen konnten.
als ich guy 1999 kennenlernte, mußten wir beide diverse lachanfälle überleben, die unsere merkwürdigen experimente betrafen, wie zum beispiel das eine, mit ausgestreckter zunge und lachenderweise ölgemälde zu malen, nach der einnahme von merkwürdigen halluzinogenen pilzen. ich sage ihnen, nie wieder, aber unendlich lustig war es schon.

als ich die jungs treffe und es dummerweise herauskommt, daß ich gerade geburtstag habe, wird erst gefeiert, wir gehen gegenüber in den biergarten und trinken einige grolsch, wobei es unter dem vollständig anwesendem tattoovolk noch extra lachend erwähnt wird, daß man nicht trinken sollte vor dem vorgang, da alkohol das blut verdünnt und man zu sehr bluten würde. ist klar, in den ca. 38 stunden, die ich in meinem leben unter einer nadel verbracht habe, blutete ich immer wie ein abgestochenes schwein...

nach wenigen stunden zieht die ganze gruppe los, während guy und ich das studio betreten, welches wir hinter uns abschließen um ruhe zu haben, zudem ist an dem tag eh offiziell geschlossen. kaum ist alles vorbereitet folgt unser kunstvoller dialog (den ich an dieser stelle in deutsch präsentiere):
"was machen wir?"
"den linken arm"
"nicht wo, sondern was?"
"laß dir was einfallen"
"???"
"du bist heute der ausführende künstler, laß dir was einfallen!"
"aber du mußt mir doch eine idee liefern!"
"nimm farben, die du sonst nicht verwendest"
"das ist keine idee!"
"wie wäre es mit gemüse?"
"gemüse?!"
"ja, knoblauchzehen mit vampirzähnen, oder ähnliches"
"du willst mich verarschen?"
"vielleicht?"

so blöd es klingt, so lustig wird es, nachdem wir nach nur zehn minuten zeichnen eine wunderbare idee haben, die wir auch gleich verwirklichen.
etwa fünf stunden später steht es schlecht um meinen kreislauf, gerade die weichteile meines körpers reagieren sehr empfindlich auf die nadelstiche, wobei mein frühstück bereits zehn stunden entfernt ist und ich wie ein erwähntes schwein blute.

h., der besitzer des studios kommt lachend vorbei und diagnostiziert mich auf haschanwendung. ich vertrage haschisch schon noch nie, laße mich aber belabern und ziehe drei mal an einer tüte, die etwas wie tabak nicht beinhaltet, sondern puren stoff. anstatt das es besser wird, verliere ich das bewußtsein.

als ich wieder zu mir komme, werde ich von h. an meinem kopf vor eine ekelhafte toilette gehalten, während g. im hintergrund besogrte sätze von sich gibt. als ich aufstehe und lachen muß, lachen sie mit, die tortur ist trotzdem für diesen tag beendet, wir gehen noch eine kleinigkeit essen und ich beschliesse bei h. zu übernachten, da er es anbietet, wobei ich niemandem daheim bescheid sage, meine damalige lebensgefährtin hat mir mehr als zugesetzt mit totalitärer ignoranz von etwas wie partnerschaft, zudem kann ich sie nicht leiden, weil ich ihren ignoranten egoismus nicht ausstehen kann, da sie in keinem fall etwas zu bieten hat, ob als partnerin, als sexobjekt, oder mitbewohner, sich aber trotzdem aufspielt als sei sie ein menschliches wesen, welches es verdient hätte nicht schmerzhaft getötet werden zu müßen.
um es auf den punkt zu bringen, sie ist mir egal und ich habe es ihr bereits vor wochen mitgeteilt.

eigentlich interessiert mich mein geburtstag ebenfalls nicht, ebenso irgendwelche menschen, abgesehen von einer m., die ich letztens kennengelernt habe, die mich mehr entzückt hat, als die frau, die ich bislang als die liebe meines lebens geglaubt habe...

fortsetzung folgt...

22:15 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig , Vergangenes | Permalink | Kommentarstatus (2) | Per Email verschicken

12.05.2006

Hirnlos

ich kann nicht mehr. die allergischen zustände, die in meinem körper herrschen, übernehmen die oberhand und machen mich zu einem sklaven der tabletten und taschentuchindustrie. ich weiß, es ist bereits der dritte allergische eintrag, aber machen sie das mal 1,5 wochen mit: zugeklebte augen, atemnot, niesanfälle alle 2 minuten, trockener husten alle 10 minuten, schmerzende gliedmaßen, mentale beschränktheit.
ich sage ihnen, da vergeht einem der spaß am leben.
das alles ausgerechnet dann, wenn ich hochkonzentrierte arbeit zu verrichten habe, die fast nur aus korrekturlesen besteht...

eigentlich hatte ich vorgehabt sie hier mit interessanten bis belustigenden einträgen aus der vergangenheit oder gegenwart zu erfreuen, über tinte unter der haut, oder merkwürdiges saufengehen, aber ich bekomme kaum einen klugen satz zusammen, mein hirn ist auf reisen.

ebenso existiert irgendwo in meinem hinterkopf eine ganze liste von dingen, die ich irgendwo in irgendwelchen blogs noch unbedingt beantworten, oder zumindest kommentieren muß.
mir fehlt bloß die übersicht, obwohl ich kaum mehr als 20 blogs lese...

mein gehirn ist dermaßen zermatscht, daß ich mir schon fast sorgen mache. als meine liebste m. gestern abend anrief um gute nacht zu sagen, habe ich bereits eine ganze stunde mit der stirn auf dem schreibtisch geschlafen. ihr liebevolles "ich freue mich auf dich morgen", entgegnete ich mit einem "ähheehä"...

mal sehen, ich fahre nun in die stadt einkaufen und m. im laden besuchen, sollte ich das lebend überstehen und sollte eine künstlerische muse hier breitbeinig rumliegen wenn ich wiederkomme, welcher ich die kreativität lecken kann, dann werde ich vielleicht doch etwas textliches hinbekommen...

verzeihen sie mir bitte diesen eintrag.

09:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken

10.05.2006

Dumme Pollen

die ganze gegend ist vom pollenstaub bedeckt. es ist so extrem, wie noch nie zuvor. der schwarze mercedes ist gelb und verschmiert, ebenso wie alle anderen fahrzeuge in der umgebung, waschen macht keinen sinn, da es am folgenden tag wieder so aussehen würde. dieses zeug ist überall, findet sich selbst in meiner vorratskammer wieder, trotz des geschlossenen fensters. hauptgeschprächsthema ist es ebenfalls im ort, beim bäcker hört man morgens bloß lametierende hausfrauen, die sich darüber beklagen täglich mehrmals die fenster putzen zu müßen, als ob ihre männer das wahrnehmen würden, ob diese gläsernen rechtecke nun sauber oder schmutzig sind, bzw. als ob es männer überhaupt interessieren würde...

für mich jedenfalls ein grund augenblicklich am dachboden auf dem heimtrainer zu laufen, nachdem ich vor wenigen tagen mitten im wald und etwa 5 km entfernung von jeglicher zivilisation, in einen blühenden garten eden gelaufen bin und einen allergischen schock erlitt, anschließend die besagten 5 km zurück kriechen mußte, mit starkem herzflattern und schwacher lungenfunktion, ergänzt um eine zugemüllte nase und dramatisch feuchte augen.

das schlimme daran ist, meine augen sind wirklich am allergischen notruf angelangt. es wäre halb so schlimm, wenn ich nicht gerade das korrekturlesen eines tausendseitigen italienischen kataloges durchführen würde, wobei die buchstaben zu einem brei zerfließen, den ich nicht entziffern kann und ca. 20 taschentücher pro minute verbrauche.

als ich es heute mittag satt habe und als bekennender naturfreak trotz allergien nicht auf frische luft verzichten möchte, ziehe ich los, spazieren, in die entgegengesetze richtung von garten eden, eben dahin, wo es den traumhaften blick auf die kleinen berge gibt, setze mich dort auf eine bank und lasse die sonne auf meine haut brennen, ebenso wie auf mein gehirn.

ich erblicke eine katze, der ich das übliche "miezmiez" zurufe, wobei sie sofortig ihren schwanz nach oben stellt und auf mich zugelaufen kommt, wie man es normalrweise von den viechern nicht kennt. sie legt sich auf den boden und ihren kopf auf meinen schuh und schnurrt, ich streichele sie, erntferne ihr nebenher eine zecke und nenne sie "marduk". keine ahnung warum. ich mag katzen irgendwie, ich würde zwar nie auf die idee kommen sie mir als haustiere zu halten, aber ihre eigensinnigkeit beeindruckt mich, im gegensatz zu den devoten hundeviechern.

ich genieße es. die katze bei mir, die sonne auf meiner haut, die ruhe, die sonnenbrille. ich liebe die sonne und sonnenbrillen, endlich habe ich wieder einen grund eine zu tragen. es ist wie mit den mänteln im winter. dabei schießen mir viele gedanken durch den kopf und ich explodiere sinntechnisch beinahe.

- ich vermisse m., das stressige leben, welches wir führen, raubt mir den letzten nerv.
- ich möchte meine gefühle und vorallem meine liebe textlich definieren, habe sogar einen halbwegs passablen text im kopf, welcher diesem leider entfleucht, bevor ich wieder vor einer tastatur sitze...
- ich nehme mir fest vor, etwas sehr schönes und nettes zu schreiben, als kontrast zu dem üblichen gemetzel.
- ich möchte so gerne nett sein

während ich das noch denke, wird meine neue draußenkatze von einem dummen dackel verjagt, gefolgt von einem alten dummen sack am stock, der ein mörrisches "allet klaa?" von sich gibt.
ich töte dackel und sack und gehe heim. enttäuscht.

23:00 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (4) | Per Email verschicken

09.05.2006

An die Leine, nicht Online

das hinterwäldler existieren, die ebenfalls über einen internetzugang verfügen, die ihre defiziente intelligenz im netz verteilen ist klar. das war schon 1995 nicht anders, als ich meinen ersten anschluß an das www installierte. damals war es allerdings überschaubarer und kleiner. jetzt allerdings, wirkt es teilweise erschreckend, welche mentalen zombies elektronisch unterwegs sind, die dümmlich, pervers bis gefährlich ihre amputierten gehirnimpulse durch die datenleitungen jagen. klar, auf den ersten blick ist es sogar witzig, bloß hinterfrage ich die absicht der kreaturen, die einen solchen müll in die suchmaschinen tippen, daß anschließend kein gras mehr je im internet wachsen wird.
ich sollte mir vielleicht auch mal die frage stellen, warum mann/frau/bastard darüber auf meine seite gelangt...

mutti fickt ihren kleinen sohn
wo sie hier schon (leider) bei mir gelandet sind und sollten zufällig nochmal hier lesen, suchen sie das weite! und laufen sie mir bloß nicht über den weg! ich bin zwar momentan leicht allergisch angeschlagen, trotzdem 1,88 groß und durchtrainiert, meine energie wird sicherlich dazu ausreichen einen dummen perversen sack mit meinen bloßen händen zu töten.

maden in der brustwarze
juckt es?

hatte hitler eine persönlichkeitsstörung?
letztens auf den bahamas hat a nächts davon erwähnt!

elfen und dazugehörige blumen
na, ich beschäftige mich hier gerade mit den perversen idioten, als niedliches blumenkind sind sie hier eh vollkommen falsch.

meine überlangen nippel
treckerventile?

orgasmus bei vollgas
ein zweischneidiges schwert. es war bei luxembourg und ist eine interessante erinnerung wert, die reinigung des lenkrades am folgetag war allerdings sehr nervtötend.

paris hilton lieblings vodka
wer interessiert sich eigentlich für diese schlampe? also ich absolut nicht...

ich fahre nackt
ich nicht, zu unpraktisch...

und zum schluß zwei dinge die sie hier nicht finden werden: "belustigendes" und "hirnlose blondinen".

15:15 Veröffentlicht in Blog , Debil , Gelesen , Kopflastig , Welt | Permalink | Kommentarstatus (6) | Per Email verschicken

07.05.2006

iKill 1.0

ich verlasse das haus und trage die zwei waffenkoffer zu meiner neuen e-klasse. die hat sogar intelligente scheinwerfer, sie sprechen mit mir und fungieren als mein vorzimmer und callcenter. als ich mich zum kofferraum hin vorbeuge, tritt mir eine bescheuerte werbetussi in den hintern, lächelt anschließend frech. ich verstehe diese dumme anmache nicht, schlage ihr kurzerhand mit dem noch in meiner hand befindlichen schlüsselbund das gesicht ein, beim hinfallen zerschlägt ihr kopf an der bordsteinkante mit blup.

als erstes steuere ich meinen waffenhändler an, ich benötige noch munition und er hat gerade günstigerweise aktionswochen.
ich nehme patronen für 1.000,- und ein bügeleisen.
das gratisfigürchen von ted bundy werfe ich ins handschuhfach, aus dem mir auch gleich ein fax von meiner mutter entgegen kommt, auf dem sie mich nach der telefonnummer der auskunft fragt. ich ignoriere es einfach.

unterwegs suche ich meinen zahnarzt auf, der mich lächelnd mit den worten "freut mich sie zu sehen!" empfängt, worauf ich ihm gleich die zähne mit dem neuen bügeleisen einschlage. gründlichkeitshalber drei mal. seine frau hatte mir eine neue zahncreme empfohlen, die meine zähne viel länger weiß glänzen hätte lassen sollen, dabei teurer als meine alte creme war und trotzdem keine sichtbaren ergebnisse brachte.

danach besuche ich eine bekannte, die beim letzten besuch bei mir meine leichte margarine hat mitgehen lassen. sie ist eigentlich ganz niedlich. sogar jetzt noch, mit einschusslöchern im gesicht, wie ich feststellen muß. trotzdem und aus prinzip - niemand hat an meine wellnessprodukte zu gehen.

bei all den geschehnissen verpasse ich mein zielobjekt, muß den auftrag auf den folgetag verlegen, bin recht verärgert darüber, überfahre auf dem heimweg aus frust und ärger ein paar über die straße laufende, nackte menschen. sie waren wohl auf actimel.

daheim zaubere ich mir noch einen pulverkaffee mit unechtem milchschaum und schlafe auf der couch ein, während der nervigen reportage, die dauernd zwischen der werbung läuft.

22:45 Veröffentlicht in Debil , Kopflastig , Träume | Permalink | Kommentarstatus (6) | Per Email verschicken

05.05.2006

Stark beanspruchtes Immunsystem

ich bin allergisch. ja, jetzt machen sie sich mal keine sorgen, es folgt jetzt keiner der bei mir üblichen allergischen "ich-hasse-meine-mitmenschen-tötungs-und-mordanfällen", nein, ich bin wirklich allergisch. augenblicklich so sehr, daß ich wie eine überreife tomate unterwegs bin. rote nase, roter kopf, dicke und tränende augen, zermatschtes gehirn.

und jetzt an die, denen der text zu plump war: meist in der frühlingszeit, treffen sich bei mir die konjunktivitis mit den polypen und der hyptonie um eine randalierende party zu feiern. dabei eskaliert diese unternehmung meist zu einem angioneurotischem streit, wobei der türsteher IgE auch gleich mit diversen im raum befindlichen gegenständen wie mediatoren, oder basophilen granulozyten vermöbelt wird. und das alles in meinem kopf.

ach komm sie, werden jetzt kluge freizeit mediziner sagen, jeder mensch trägt allergene im körper! klar, nur müßen diese nicht in erscheinung treten, sondern können auch ein lebenlanges dasein als schläfer verbringen. leider sind meine keine schläfer, sondern eine aktive terroreinheit.

dabei gilt es noch zu unterscheiden worauf man allergisch reagiert. erst letztens noch, habe ich bei einem gemütlichen abend im freundeskreis, eine nervige unterhaltung mit einer weiblichen person geführt, die zwar bereits seit jahren zu meinen besten freunden zählt, die sich aber trotzdem bei solchen themen wie eine frau doktor aufspielt, obwohl sie germanistik studiert hat. selbstverständlich ist die aussage richtig, wir würden alle in irgendeiner form auf etwas bestimmtes allergisch reagieren, nur wenn es sich dabei um eine seltene fleischfressende pflanze aus neu guinea handelt, oder die sackhaare eines berglöwen, so ist die gefahr damit überhaupt jemals in berührung zu kommen doch eher gering.

bei mir dagegen sind es dinge, die uns umgeben: hausstaubmilben, jegliche pollenabsondernden blüten, perserteppiche und hühnereiweiß. um das mal ganz simpel auf den punkt zu bringen: sollte ich mal jemanden abends besuchen, der einen besagten teppich besitzt (aus ziegenhaaren), anschließend in einem leicht verstaubten schlafzimmer in schmutziger bettwäsche schlafen, am nächsten morgen laufen gehen und pollen einatmen, würde ich zum schluß beim frühstücksei sterben.

selbst der große hitchkock konnte sich die definition eines perfekten mordes nicht ausdenken, dabei brauchen sie eigentlich bloß rausfinden, in welcher kombination jemand allergisch reagiert.

und jetzt ist schluß mit dem gefasel, ich fahre jetzt zu m. in die stadt, weil mir die abgase und der dreck nicht so sehr schaden, wie die natur hier draußen. so traurig das ist...

21:30 Veröffentlicht in Alltag , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (10) | Per Email verschicken

Hypothetisches Wesen ohne Bewusstsein

heute, 8:30h beim bäcker. eine ältere dame (scheintote mumie) vor mir, entgegnet das freundliche "guten morgen" der verkäuferin mit verhärmten schweigen. auf die frage "was kann ich für sie tun?" antwortet diese mit adolfscher bestimmtheit "zwai brrötchen, aba machen se mär ainen goten prrais!". ich kann die alte schachtel zwar instinktiv vom ersten augenblick an nicht leiden, bin dennoch leicht belustigt über dieses merkwürdige kammerspiel, welches sich vor meinen augen abspielt, da ich im gegensatz zu der milde lächelnden veräuferin gleich merke, daß die anmerkung bezüglich einer möglichen preisverhandlung sehr ernst gemeint war und so harre ich gespannt der noch folgenden geschehnisse. ich werde auch nicht enttäuscht, denn als die ahnungslose verkäuferin die tüte auf die theke legt in begleitung der worte "das macht 56 cent bitte", schlägt hitlers groupie wütend mit ihrem stock auf den boden und sagt "äch gebe ähnen nor drraissäg, äch habe aine klaine rrrente!, schnauft dabei wie ein sterbendes zugpferd. die verkäuferin ist verdutzt, sagt etwas wie "ich darf hier nicht verhandeln, zwei brötchen kosten nunmal 56 cent und nicht 30, dafür bekommen sie eins und 2 cent zurück", ich muß grinsen, das zombie nimmt die tüte von der theke, wirft sie wütend auf den boden und verläßt den laden, um am eingang noch die drohung auszusprechen "diesen laden betrrrete äch ne wieder!", worauf mir ein lautes "na gott sei dank!" entgleitet. sie versucht mir noch kurz angst einzujagen, indem sie mit dem stock in meine richtung wedelt, worauf aber mein grinsen nur breiter wird und sie folgend endlich das weite sucht.

in einem kurzen dialog stellt sich der verkäuferin und mir die frage, welchem erdloch dieses wrack wohl entstiegen sei, angesichts dessen, daß wir beide hier aufgewachsen sind, es sich um ein dorf handelt, die einzige bäckerei und kein mensch sie je gesehen hat, inklusive der anderen anwesenden brötchenkäufer.

ich sage ihnen mal was, die armee der untoten wandelt auf erden...

10:30 Veröffentlicht in Alltag , Debil , Gesehen | Permalink | Kommentarstatus (8) | Per Email verschicken

04.05.2006

Nachtrag

da ich mir gerade ein wenig gedanken über meinen letzten eintrag gemacht habe, zudem eine besorgte e-mail bekommen habe, von einer person die ich sehr schätze, hier mal eine kleine erklärung zu "Dummgeficktesverbalporno".

ich verbrachte gestern 4,5 stunden meiner kostbaren lebenszeit in einem "meeting" mit einer eingebildeten "pr-fachfrau", die einen solchen unsinn verzapft hat und so endlos eingebildet war, das mir jetzt noch schlecht wird, wenn ich nur darüber nachdenke. als sie bereits zum 15-ten mal "stylish" sagte, zum 10-ten "geupdatet" und dazwischen dreimal i. kant zitierte, da hatte ich schon ca. 20 verschiedene pläne sie möglichst schrecklich schmerzhaft zu töten. sie ist solo, seit 10 jahren, es ist ganz klar warum.

was ich nun loswerden möchte ist, der eintrag galt nicht der "blogosphäre", oder zumindest nicht der, in der ich mich bewege. ich habe keinesfalls auf tolle und von mir bewunderte artikel reagiert, die ich in dieser form nie verfassen könnte. es ging mir bloß um diese eingebildete und selbstverliebte person.

so. und nun muß ich wieder los, mein hammerkopfklopftraining absolvieren.

17:45 Veröffentlicht in Blog | Permalink | Kommentarstatus (3) | Per Email verschicken

03.05.2006

Dummgeficktesverbalporno

ich bin dumm und werde auch so sterben. sollten sie also der hochbegabten elite angehören, die kultiviert, belesen und auch verdammt intelligent ist, so brauchen sie hier eh nicht weiter zu verbleiben und können sich wieder ruhig und frivoll dem petting mit ihrem ego widmen. lecken sie ihm die füße, während sie sich selbst an ihren mit bedeutung ausgestatteten informationen aufgeilen, es wird ihnen mit sicherheit dankbar und ausgiebig die assoziativen felder lecken. den gemeinsamen höhepunkt können sie dann auch von mir aus "gesteigerte durchblutung ins maximum, mit anschließender entspannung" nennen, oder sonst wie, ich bin sicher, die gesamtheit ihrer wörter ist bedeutend höher als meine. ich treibe hier einfach weiterhin in meiner mentalen pfütze so rum.

und jetzt an alle, die lokution für ein öffentliches verkehrsmittel halten: nicht in panik geraten! es ist eh zu spät! es bringt jetzt nichts, sich mit kokain vollzupumpen, um anschließend mit aufgerissenen augen zwei tage lang onanierend wikipedia durchzulesen, die lokomotive ist abgefahren. denn selbst wenn sie sich in den dardanellen auskennen sollten, oder alle monarchischen würdeträger aus europa auswendig wissen, sie werden trotzdem im alltag an dingen scheitern bis verzweifeln, bei denen ihnen der humbug des wissens nicht weiterhelfen wird.

erst letztens habe ich vor einem riesigen werbeplakat gestanden, mit der überschrift "MONTAGE", in ca. 25 cm großen buchstaben. da es sich um einen lebensmittel-discounter handelte, wollte mein kopf einfach nicht verstehen, was die jetzt mit "montieren" zu tun haben sollen, oder was dort nun montiert wird. ich begrub meine fragezeichen irgendwo tief in meinen mentalen abflußrohren, bis es mir irgendwann, nach etlichen stunden wieder hochkam und ich begriff, daß der tag "montag" gemeint war. an dieser stelle, erklärte ich mich persönlich selbst für dumm. lustigerweise wurde das erwähnte plakat allerdings die woche drauf mit "MONTAGS" überklebt. das beruhigt mich ein klein wenig, ich schätze, ich bin nicht alleine als unterbelichtetes und begriffsstutziges individuum unterwegs.

und wo wir gerade beim unvermügen sind:
ich steh heute so an zweispuriger ampel, ein mercedes cl mit total kaputtem heck, die stoßstange ist hin, der kofferraum mit klebeband zugegelebt, stellt sich neben mich, der etwa 18 jährige und dunkelhäutige fahrer winkt, ich soll fenster öffnen, er sagt "wo ist autobahn?" ich so "ein killometer geradeaus", er wieder "danke man!", gibt vollgas auf roter ampel, dreht und verschwindet in die andere richtung als zur autobahn ey, mit vollgas...

ich sage ihnen mal was, wenn ich einen wagen klauen würde, dabei auch den inhaber ermorden und dessen leiche in den kofferraum legen, anschließend einen unfall mit fahrerflucht begehen, dann, aber ganz sicher, würde ich nicht nach dem weg fragen auf meiner flucht. aber so ist dummheit halt.

und so wundert es mich eigentlich auch nicht, daß menschen mit völlig abstrusen ideen und formulierungsformen hier bei mir landen, in der heimat der blöden, zum beispiel über folgende google wortspielereien:

wozu braucht man einen lebenslauf
es fällt mir nichts zu ein, entweder hat man einen oder nicht

trinkhalle für mensch und hund
verzeihung, habe gerade keinen stadtplan von dortmund parat

etwas zwei oder drei wochen höre ich täglich mehmals
ja ich habe auch so hallos und sehe manchmal dinge andauernd

wald betrunken
na, die armen bäume...

wut would you do
also, wütend bin ich schon ab und zu, doch was ich dann tue, verrate ich nicht...

biologische erklärung für frühlingsgefühle
da kann ich dir leider auch nicht helfen, mein freund, ich drehe selbst am rad...

doch der hammer der letzten tage ist folgendes:
wie bringe ich meine freundin dazu, sich auszuziehen?
ich weiß nicht, vielleicht in dem du sie verläßt? meine tut es freiwillig und eigentlich gehört sich das auch so.

19:45 Veröffentlicht in Alltag , Blog , Debil , Gelesen , Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken

02.05.2006

Langes Wochenende (III)

da aufgrund der geschehnisse aus unserem essen nichts wurde, machen wir uns eine fertigpizza, sitzen in der küche, regen uns über mitmenschen auf und trinken billigen weißwein, der schließlich auch weg muß. gegen 01:00h fallen wir aktionsfrei und übermüdet ins bett, freuen uns allerdings auf zwei folgende freie tage.

der folgende morgen gestalltet sich exakt so, wie ihn wohl ein talentfreier drehbuchschreiber für einen billigen erotik-film verfassen würde: wir duschen gemeinsam, haben sex, sitzen anschließend in unseren (aus dem hyatt geklauten) bademänteln in der küche und schlemmen käse und oliven, welche wir uns selbstverständlich gegenseitig in den mund reichen. dazu gibt es riesige milchkaffees aus der sauteuren kaffeemaschine, die trotzdem laute bis erschreckend laute geräusche von sich gibt und dabei epileptischzuckende bewegungen veranstaltet. dieses detail wäre in dem erotischen drehbuch allerdings unerwähnt geblieben.

wir haben viel vor. einen langen spaziergang, mindestens eine dvd gucken, abhängen und kuscheln, vielleicht etwas leckeres kochen. doch zuvor möchte m. gerne kurz ihre eltern anrufen, wozu ich selbstverständlich gleich wieder die telefonanlage einschalte, da es ja blödsinn wäre für teures geld das mobilfunk zu nutzen, während ich über voice over ip verfüge, welches mich deutschlandweit kostenlos telefonieren läßt. dummerweise vergesse ich im nachhinein das teil wieder auszuschalten, während mir m. "liebe grüße" von ihren eltern ausrichtet. so nehmen die geschehnisse ihren katastrophalen lauf.

m. hat ebenfalls vergessen ihr firmen-handy auszuschalten, welches unsere lockere unterhaltung plötzlich unterbricht. es ist der chef, herr d., welcher davon berichtet, daß die inventur in den läden nr. 2 und nr. 4 nicht stimmt. dafür kann m. zwar nichts, muß sich allerdings als geschäftsleiterin darum sofortig kümmern, er verspricht eine sondervergütung. noch während sie mir diese katastrophenmeldung mitteilt, klingelt mein festnetz, an welches ich instinktiv drangehe und mich in einem dialog mit einem kunden wiederfinde. zwar nicht die dumpfbacke, aber ein verzweifelter. da wir uns augenblicklich kaum geschäftliche arroganz erlauben können, sagen wir beide zu. momentan sieht es hier schlecht aus im tresor, ein umzug nach hamburg kostet so oder so viel geld, welches wir eigentlich nicht haben.

die zwei "freien" tage verbringt also m. mathematikanwendend in den läden nr. 2 und nr. 4, wobei sie feststellt, daß dort ganz klar vom personal geklaut wird, während ich mich mit technischen zeichnungen und unleserlichen italienischen texten befasse. zwischendurch telefonieren wir und sagen die worte "ich liebe dich".

nun ist dienstag, wieder alltag. ein wochenende hat es nie gegeben, ein langes schon garnicht. und um meine augenblickliche verfassung kurz zu beschreiben, ist es so, daß ich am liebsten die ganzen rechner und die bildschirme, die hier rumstehen, nehmen würde, um sie aus dem fenster meines arbeitszimmers zu werfen, in der hoffnung möglichst viele passanten zu treffen, um anschließend auf den blutverschmierten technikhaufen zu kotzen.
milde ausgedrückt.

da soll sich bitte noch einmal jemand in meiner anwesentheit, über die "38-stunden-woche" beklagen.

ende, verfickt nochmal!

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01.05.2006

Langes Wochenende (II)

als m. ankommt, präsentiert sie mir gleich an der haustüre ihre aufgedrehte bis leicht debile laune, indem sie mir das ohr ableckt. ich mag das zwar nicht, dafür allerdings ihre feuchte zunge, welche gleich meine nicht gerade jugendfreie fantasie anregt, doch sie läßt mich einfach stehen, singt lauthals etwas von der morisette und verschwindet irgendwo im haus. als ich sie wiederfinde, redet sie ohne punkt und komma auf mich ein, gedanken an feuchte spielchen werden erbarmungslos von vielen buchstaben in grund und boden gestampft. na gut, wir haben ja zwei freie tage vor uns.

wir entscheiden uns dazu, den restlichen abend im benachbarten griechischen restaurant ausklingen zu lassen, bei tzatziki und ouzo. deftiges tut der seele manchmal gut. gerade als wir die ersten frischgezapften biere vor uns stehen haben, betritt unser lieber c. das ambiente, im scheptau mit n., beide erkennbar stark alkoholisiert. ich bin verwundert, ist c. doch einer unserer besten freunde und ich nichts von seiner anwesentheit auf dem land weiß, zudem darüber, warum er ausgerechnet mit n. unterwegs ist, da dieser bereits vor vielen vielen jahren von uns einstimmig zur größten nervensäge unserer jugend erklärt wurde.

n. ist meine l. dieser mensch hat eine überdimensionale macke. nie aus diesem beschissenem kaff hier rausgekommen, personifiziert er exakt das schablonenhafte muster einer männlichen person ohne anspruch, die ihre, nie selbst in frage gestellte, existenz mit sichtbarer freude in der voreifel verbringt. er hat eine zehn jahre ältere freundin, die ihm zwei fremderzeugte kinder untergejubelt hat, er ist aktiv im fußballverein, er ist mo.mi.do.fr.sa in einer der dorfkneipen vorzufinden, zweimal im jahr allerdings nicht, da ist er am ballermann. gut, jedem das seine, aber das eigentlich schlimme an n. ist, daß er so tut, als seien wir die besten freunde. ich treffe diesen menschen vielleicht zweimal im jahr, zufällig, doch nach bereits 45 sekunden gespräch, schmiegt er gemeinsame urlaubspläne, plant lange spieleabende und gemeinsames kochen. ein totalitärer realitätsverlust, ich weiß bis heute nichtmal wo er wohnt, obwohl das nur drei straßen und geschätzte 700 meter entfernt ist. es interessiert mich einfach nicht.

während n. lauthals lachend (aus welchem grund auch immer) direkt zur toilette wackelt, kommt c. gleich zu uns und sagt "gottseidank seid ihr hier!". wie wir erfahren, besucht c. seine eltern und macht zwischendurch die buchhaltung des fußballclubs, dabei wurde er von n. überrascht, der viel zeit mitbrachte. nach einer weile hat c. ihn nicht mehr nüchtern ertragen können und so haben sie sich beinahe eine ganze kiste bier durch den schädel gejagt. der eine aus frust, der andere aus freude.

ich erkläre c. hochachtungsvoll zum deppen des tages, wollte ich doch einen schönen abend mit m. verbringen, darf stattdessen ein unlustiges männchen ertragen, der beim sprechen permanent tröpfchenweise seine dns im raum verteilt. die anfrage von c., ob er bei mir übernachten kann, weil seine eltern gerade das gästezimmer renovieren, verbessert meine laune ganz und garnicht. ruhige zweisammkeit adiue.

nach dem toilettenbesuch setzt sich n. neben mich, c. sitzt neben m. wir haben bereits unser gyros mit viel tzatziki und zwiebeln serviert bekommen, n. greift ungefragt und ungerniert zu, nimmt mit seinen womöglich ungewaschenen fingern fritten und fleischstücke von meinem ovalen teller, spricht mir ständig von rechts sehr feucht ins ohr. ich höre ihm nicht zu, doch als ich einen tropfen spucke in meinem tzatziki landen sehe, habe ich genug. ich nehme die serviette, tunke diese in das tzatziki und schmiere ihm das ins haar. er schreit auf "was soll das?", während ich bereits eine perfekte übersicht über alle im raum befindlichen werkzeuge habe, mit derer hilfe ich seinen kopf, körperlos, in das hinter mir befindliche aquarium platzieren könnte, beschrenke mich allerdings doch nur auf die aussage "wenn du nochmal in mein essen spuckst, haue ich dich um".

er verlässt sofort beleidigt und wortlos die räumlichkeiten, während c. einen unkontrolierten lachanfall bekommt, sich dabei mit dem stuhl zurücklehnt und plötzlich zusammen mit seinem bier und dem aschenbecher umfällt, dabei mit dem kopf gegen die wand knallt. es macht uns wiedermal unfreiwillig zum mittelpunkt des geschehens. es stellt sich mir wiedermal die frage aufszustehen und dem entsetztem publikum zu erklären, daß die gerade auf dem fußboden liegende alkoholleiche ein hochinteligenter wissenschaftler sei, entscheide mich jedoch gegen eine bevorzugung von c., ich helfe ihm hoch und verabschiede ihn mitsammt m. mit den worten "die villa deiner eltern verfügt über ca. 380 qm wohnfläche, du wirst schon ein eckchen zum schlafen finden", klopfe ihm auf die schulter, bezahle sein bier und unsere speisen und lasse ihn stehen.

fortsetzung folgt

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