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28.04.2006

Der Wurm

seit tagen bereits, werde ich von einem ohrwurm belästigt. dieser hat es sich irgendwie bequem gemacht und meint nun in meinem kopf ein nettes zuhause gefunden zu haben. er täuscht sich. es passiert zwar immer wieder, daß ich meist von unliebsamen musikalischen gästen in meinem unterbewußtsein geplagt werde, dieses jedoch stets nur einmalig. dann fliegen sie für immer raus, fristlos. ich werde fies, wenn es um die vermietung meiner mentalen räumlichkeiten geht.

sehr illustre gäste verlebten dort bereits einen kurzlebigen aufenthalt, sei es der kleine identitätslose prince, der (hoffentlich bald) sterbliche praktikantenprädiger xavier naidoo, das bestialisch arrogante monster celine dion, oder auch das personifizierte sympathieversagen namens alexander klaws.
ich habe sie alle zum teufel gejagt.

nun ist es tobias regner, alias "deutschlands neuer superstar" derjenige, der meint, sich in meinem kopf breit machen zu müßen. unerfahrenheit halt, weder werde ich dadurch seine cd kaufen, noch diese mögen. und was soll diese ganze nummer überhaupt? wozu sucht deutschland eigentlich dinge, die nicht gebraucht werden? wie wäre es mit "deutschland sucht arbeitsplätze"? dieses thema werde ich jetzt allerdings nicht vertiefen und bloß bei der tobias-situation bleiben.

die "tobias-situation" ist folgende. wer sich auskennt, kennt james hetfield. ein unikat. tobias ist eine exakte und hohle kopie eines nie existenten james. sein aussehen, seine körperhaltung, seine klamotten, seine gesten, alles james. nur wie wird man zum unikat? genau, durch langjährige erfahrung, über welche tobi kaum verfügen wird in zukunft (zumindest musikalisch), weil er bloß ein produkt eines senders ist. als james das erste mal auf der bühne stand, da war tobi nicht einmal als flüßigkeit in den unteren regionen des körpers seines vaters unterwegs. es folgten viele jahre stressiger arbeit, tausende von auftritten, ein schmerzlicher todesfall, weibchen die geil auf einen sind um sich schließlich für viel geld scheiden zu lassen, alkoholsucht. es sind erfahrungswerte die einen menschen ausmachen, welche man nicht "casten" kann und ebenso wenig improvisieren. das leben macht uns zu den legenden oder wracks, die wir sind.

wozu braucht man also billige kopien, von etwas hochwertigem und existierenden? die welt braucht sicher keine replika (dabei noch bayrisch sprechende) eines james hetfield, der eine reicht aus. ganz sicher.

allerdings verlaufe ich mich wieder selbst in meinem gehirn, vielleicht wäre es besser, wenn m. dieses blog weiterführte.
sie brachte es schön auf den punkt: "der regner ist wie alkoholfreies bier, eigentlich braucht es kein mensch".


medium_jameshetfield.jpg

illustration mit freundlicher erlaubnis von timo wuerz persönlich.

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Wie wahr, wie wahr... nothing else matters.

Veröffentlicht von: mone | 28.04.2006

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