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30.03.2006

Eigentliche Schweinehunde

heute ist der tag der "eigentlichs", denn eigentlich hatte ich vor, über viele dinge zu schreiben, z.b. darüber, daß ich eine probeausgabe des "harvard business" magazins zugeschickt bekommen habe. was das ist? nun, das weiß ich selbst nicht so genau, selbst nach der lektüre. eine weitere theoretische manager-bibel halt, für 12,80 im monat, mit so klaren und hilfreichen aussagen wie "instinkte und intuition spielen bei entscheidungen in unternehmen oft eine schlüsselrolle" oder "große gehaltsunterschiede wirken sich sogar im profisport negativ aus, so belegen wissenschaftliche untersuchungen".
ach? echt? wieder nichts dazugelernt. doch der eigentliche aufreger ist die beilage, in form einer audio-cd mit dem titel "warum zu viel optimismus schadet"...
welcher sadist verschickt sowas an einen pessimisten? soll ich den minus-bereich nun unterwandern? ungeheuerlich!

eigentlich wollte ich auch "die frühstück situation" beschreiben, weil mir heute morgen etwas so klischeehaft dummes passiert ist, wie man es eigentlich nur aus dümmlicher slapstick comedy kennt. irgendwie (und fragen sie mich nicht warum) bin ich auf die idee gekommen ketchup auf meinen gouda zu schmieren. gedacht, getan, die flasche heinz aus dem kühlschrank geholt, einmal dran geschüttelt und schon bildete ich den mittelpunkt eines tomaten massakers...
der deckel ging auf reisen und so habe ich die gesamte küche inkl. aller herumstehender und liegender gegenstände, dazu noch mich und meine klamotten, mit der roten tunke verziert bis versaut. na das war vielleicht eine gründliche säuberung, der frühjahrsputz ist ein dreck dagegen...

aber diese themen werde ich garnicht erst anschneiden, da ich abgelenkt wurde und zwar von unserem rasenden musikjournalisten herrn matt, der ein recht merkwürdiges konzert erlebnis von gestern beschreibt (er hätte sich beinahe selbst mit einem barhocker erschlagen). das konzert wurde von einer hochmelancholischen songwriterin gegeben, die zwischendurch im ruhrpottslang belustigendes von sich gab.
oha, dachte ich, wie paßt denn das zusammen, doch da ich bekanntlich unerschrocken und zudem endlos neugierig unterwegs bin, besuchte ich sogleich die internetpräsenz von frau katja werker und blieb hängen. nein, nicht mental, sondern entzückt und begeistert. ja, eigentlich bin ich ja auch ein mann der leisen töne (nicht lachen), nicht umsonst gehört beispielsweise "little earthquakes" von tori amos seit mehr als einem jahrzehnt zu meinen lieblingsscheiben. an den restlichen 85% der zeit, die ich mit krawalliger gitarrenmusik verbringe, sind nur die inneren schweinehunde schuld, ebenso an den fiesen massenmord szenarien. sonst bin ich eine zarte seele.
aber, paperlapap, auf der homepage kann man sich ein paar songs anhören, mein favorit ist "i`m not blind".

und eigentlich wollte ich noch etwas zum abschluß geschrieben haben, was mir aber nicht mehr einfällt...

28.03.2006

Amok (IV)

beim betreten des gebäudes habe ich die waffen bereits aus meinem mantel hervorgeholt, die beiden damen am empfang fallen als erste mit kugeln im kopf auf den hellbefliesten boden, ich arbeite mich büro für büro vor, kaum jemand scheint auf die geräuschkulisse zu reagieren, die gesichter in die ich schieße sind räumlichkeit für räumlichkeit gleich erstaunt, keiner flüchtet, keine panik. am ende des flurs betrete ich das büro des geschäftsführers, den ich mit einer machete köpfe, anschließend installiere ich seinen kopf auf den ständer der tischlampe, so stand es in der bestellung. beim rausgehen bemerke ich ein jammern, welches aus dem vorletzten büro zu kommen scheint, ich begebe mich umgehend dorthin und entdecke einen blonden blutverschmierten mann, der sich an seinem schreibtisch hochzuziehen versucht, kurzerhand schlage ich seinen kopf am heizungskörper auf und ärgere mich anschließend über meine spontane entscheidung - eine mit hirn berschmierte hand und keine taschentücher bei. so nutze ich noch die firmentoilette zum händewaschen und verlasse anschließend das gebäude. auftrag ausgeführt.

draußen steuere ich gleich den fahrradständer an, öffne das schloß und setze mich auf mein hollandrad. so gut ich alles vorher eingepackt und vorbereitet habe, so chaotisch gestaltet sich die rückfahrt. erst verliere ich die machete, dann bleibt mein mantel in der kette hängen, später zuhause werde ich noch feststellen, daß meine zigaretten aus meiner tasche rausgefallen sein müßen. zudem werde ich noch von dem hund eines spaziergängers angesprungen und zum stürzen gebracht, woraufhin meine beiden 44er rausfallen und ich herrchen und wauchen leider aus notwehr töten muß.

zuhause setze ich mich auch gleich an die kundenrechnung nr.061743 wobei mir ein gravierender fehler auffällt, auf der bestellung steht die hausnummer 69, ich war bei 96. prima, nochmal los. ich mache die waffen wieder startklar, stecke taschentücher ein und begebe mich wieder zum fahrrad.
muß unterwegs noch die machete suchen.

27.03.2006

Hammonia

auf eine mir bislang unbekannte art und weise, geht hamburg nicht mehr aus meinem kopf. ich liebe diese stadt seit ich sie zum ersten mal im alter von 17 jahren besucht habe, in diskussionen im freundeskreis habe ich sie schon immer als meine lieblingsstadt in deutschland genannt, unbeeindruckt von darauffolgenden bekündungen wie "wäh, ist doch flachland" oder "münchn iss suber!". jedesmal wenn ich dorthin mußte, sei es zum stressigsten termin überhaupt, habe ich mich riesig gefreut.
doch jetzt ist etwas anders. etwas passiert mit mir. seit sich der greifbare gedanke an einen möglichen umzug nach hamburg fest in meinem unterbewußtsein verkabelt hat, fühle ich mich wie ein nordlicht in bad tölz. das rheinland nervt mich, morgens beim bäcker kann ich die auswürfe "mädsche, tu mir ma vier brötsche und ne jraubrot, wat mäht die liebe?" im regional dialekt nicht mehr hören, ja, wäre sogar bereit dazu einen versuch zu starten, jemanden mit gebäck zu töten, stattdessen habe ich mir ein ausgeprägtes "moin" angeeignet, welches ich mittlerweile auch garnicht mehr loswerde.

es ist mein voller ernst, ich werde richtig sentimental wenn ich an die hansestadt denke, was mittlerweile recht häufig täglich vorkommt, ja, ich schaue sogar mehr ndr als n-tv - das sagt wohl alles! gut, es liegt natürlich nicht nur an der stadt und ihrer ausstrahlung selbst, sondern auch an den faszinierenden persönlichkeiten, die ich dort kenne und die ich so, in menschlicher form, hier vor ort leider nicht habe, bis auf 4 ausnahmen, die allerdings dermaßen viel unterwegs sind, daß wir uns womöglich in hamburg öffter sehen würden als hier.

allein der gedanke daran mal eben ans meer fahren zu können (mit betonung auf "mal eben"!) bringt mir fast tränen in die augen, ich habe schon ein klein wenig von der welt gesehen und kann mich für sehr vieles begeistern, doch würde mich jemand vor die wahl berge/meer stellen, würde ich ohne zu zucken das wellenrauschen nehmen. ich brauche wasser in meiner nähe und damit meine ich nicht so einen langweiligen wasserlauf wie den rhein, ich meine ordentlich wasser.

ich merke es m. an, daß sie auch sehr viel mit diesem thema beschäftigt ist. ich weiß sie liebt hamburg ebenso, wir waren einmal anfang 2004 zusammen dort und haben die heimreise von einem tag auf den anderen verzögert, statt 3 blieben wir 7 tage. doch frauen sind in diesen dingen eben ganz anders als männer, sie kalkulieren wichtige dinge (natürlich tue ich das auch, aber in grenzen, wir sind noch weit davon entfernt zu packen), verfallen in die tiefsten gedankengänge und buddeln ideen aus, die ein archäologe nicht einmal finden würde, wenn er einen röntgenblick hätte, während ich gerade in meinem kopf lustig ein paar straßen weiter gehe, um dort mit n. ein bier zu trinken.

dabei ist sie auch noch fies zu mir. als ich sie heute nachmittag im laden besucht habe und ihr ein wenig von meinem alsterkopf berichtete, ließ sie mich alleine in ihrem büro und brachte mir 2 minuten später lachend ein matjesbrötchen. toll. von dem habe ich dann auch noch sodbrennen bekommen. aber paperlapap, das hat mit hamburg nichts zu tun, so geil wie ich darauf bin dahin zu ziehen, bilde ich mir ein, die matjes und zwiebeln dort würden sodbrennfrei und in platinverpackung verkauft...

so, das reicht! sonst fange ich an zu weinen.

ahoi!

Debil

ich komm so zum auto und da ist schon politesse und abschlepfwagen. ich so direkt "ey, ich war nur kurz und so!" und die "sie stehen aber im absolvierten (oder so) hausverbot" und ich "aber ey komm sie, ich hab nur kurz, äh, fluppen besorgt, kannstu nicht mal auge drücken?" und die wieder "nee, mach ich nich" und ich dann voll laut "scheiß bürokratysmus!".
75 flocken ey! das soll ma einer verstehen -"schienenfahrzeug behinderung" - da war doch garnicht behinderter parkplatz! scheiß kacke!

13:10 Veröffentlicht in Debil | Permalink | Kommentarstatus (5) | Per Email verschicken

26.03.2006

Bunt und in Farbe

es wird mir zwar kaum jemand glauben schenken, wenn ich die behauptung aufstelle, daß ausgerechnet ich (verbale und saufende ignorantensau mit riesenklappe) ein kunst liebhaber sein soll, trotzdem ist es fakt. so wurde ich eben entzückt (zum ersten mal seit langem), als ich auf der suche nach einem passendem bild für einen schriftlichen auswurf meinerseits, beim suchbergriff "amok" irgendwie auf einen polnischen maler gekommen bin. ich mag mich nicht annähernd als kunstkritiker versuchen, zudem ist sowas eh immer geschmacksache, doch ich mag diese bilder sehr und möchte sie der werten leserschaft nicht vorenthalten.

bitte schön: jacek yerka!

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24.03.2006

Bekannte Macke

beim erwähnten "warten auf die freizeit" ist es auch nur beim warten geblieben. anstatt der angedachten 3 freien tage, die m. bekommen sollte, wurden es nur 2 halbe, während mein fertig geglaubter katalog als eine riesige ansammlung von änderungen, unleserlichen vorschlägen und millionen von klebezettelchen, wieder auf meinem schreibtisch landete. gerade solche, die sich über die farbe von scheiße nicht einigen können, sind dabei meist "die entscheider". was auch sonst? hätten diese leute auch nur einen hauch von ahnung von dem was sie so entscheiden, bräuchten sie mich nicht und würden "macher" genannt.

was solls, immerhin war m. gestern schon um 14:00h hier und so haben wir beim f. draussen etwas kaffee und eis in der prallen sonne genossen. abends um 21:00h waren wir ja zum essen bei bekannten eingeladen, was meine eigentlich sehr gute laune (ja, das kommt bei mir auch vor...) ein wenig trübte. nichts gegen eingeladen sein bei bekannten, es kommt aber darauf an wer diese bekannten sind. da gibt es schon die verschiedensten kategorien, wobei diese in folgende fallen würden: pärchen, mitte dreissig, stubenhocker, langweiler vor dem herren, mensch ärger dich nicht spieler, "hausplüschen"-träger, kosenamen sager. niveau discount halt. ich empfinde die beiden als höchst anstrengend und nervig, als erstes zoffen die sich immer vor gästen, ganz davon zu schweigen über was für lapalien, zum zweiten gehört sich das nicht und drittens haben sie nichts zu sagen, zumindest nichts was mich auch nur annähernd interessieren würde. warum wir dann hingehen? naja, m. kennt sie schon seit dem kindergarten, es sind eben pflichtbesuche, zudem muß ich mir immer anhören, sie würden mich sehr mögen, schwer nachvollziehbar so unterschiedlich wir und unsere welten funktionieren, ich nehme an sie verstehen meinen sarkasmus als comedy...

21:00h, eifelkaff, s. und h. empfangen uns in häuslichen klamotten und riesigen plüsch-hausschuhen in form von elchköpfen, zudem läuft wie immer der fernseher im hintergrund welcher auch während des besuches grundsätzlich nicht ausgeschaltet wird. oh gott! da keiner von den beiden kochen kann, wird es aldi pizza geben. heilige mutter maria! h. hat vergessen das bier kaltzustellen, wein gibt es nicht, wenn wir wollen jim beam. der heilige geist soll mich mit einem blitz treffen!
also bei uns würde es spontan einen besseren empfang geben, selbst wenn jemand mitten in der nacht unerwartet auftauchen würde. was ist denn das für eine "einladung zum essen"? wenn ich in die badewanne furze macht sie das auch noch nicht zum whirlpool...

bier schmeckt ungekühlt grundsätzlich nicht, wenn es sich um bitburger handelt wird diese problematik noch viel schwieriger. immerhin ist h. so geistesanwesend, daß er während der besuch bereits da ist, von diesem auch den rat befolgt ein paar flaschen ins eisfach zu legen. dieser mensch ist meist so träge unterwegs, daß ich seine s. und ihr ständiges rumgenürgle fast verstehen kann. nur fast, weil ich mit so einem menschen nicht zusammen sein könnte an ihrer stelle, ebenfalls nicht als stoffel mit ihr...
nicht das ich uns oder unsere beziehung für etwas besseres halten würde (obwohl, doch!), bei uns happert es an anderen stellen, doch dieser dümmliche umgang den manche paare miteinander betreiben ist selbst für einen aussenstehenden wie mich kaum auszuhalten. diese 2 stunden bei s. und h. einmal in 6 monaten lassen mich schon an suizid denken, wie kann man darin leben? naja, ich weiß es nicht, bin halt kein schatzimausi...

nach dem "genuß" der aufgebackenen tiefkühlklamotten an denen die paprika-ähnlichen teile gleich geschmeckt haben, wie die, die nach champignons aussahen und nach 2 flaschen halbwarmen bitburger, begibt sich s. in die küche, aus der sie auch gleich mit einem so nervig verzerrtem "schaatzi, kommstu maaa" ihren h. zu sich bittet und dort offensichtlich über irgendwelche müllbeutel schimpft, die er wohl nicht rausgebracht hätte. da mir der blick dorthin direkt vor der nase präsentiert wird, sehe ich h. wie er in der nase popelt während sie mit ihm spricht. ich habe genug, verlasse die räumlichkeiten sofort und gehe nach draußen rauchen. m. folgt mir und versucht leicht belustigt auf mich einzureden "wir sind ja gleich weg, du weißt wie die sind!" was ich mit "eben und wundere mich immer wieder aufs neue! wie treiben die es denn im bett? wuschi! drücke das kissen nicht so feste in mein gesicht!"...? entgegne, worauf m. einen lauten lachanfall bekommt, just als sich s. zu uns nach draußen gesellt und auch gleich nach dem grund für m.s gelächter fragt. spontan sagt m. "ad hat gerade einen tollen witz erzählt", den s. natürlich auch gleich hören möchte...
prima, immer muß ich es ausbaden, vorallem weil ich mir keine witze merken kann, sie auch nicht sonderlich mag, doch spontan fällt mir etwas unendlich bescheuertes ein, was ich letztens irgendwo gelesen habe: "was ist weiß und versteckt sich hinter einem baum? - eine schüchterne milch", womit ich s. immerhin auch zum lachen bringe und so von meiner lästerei ablenke.

später bei mir zuhause sitzen wir noch etwas bei kerzenlicht in der küche, kauen einen leckeren brie und trinken guten wein. danach im bett kommt es zu zahlreichen zärtlichkeiten.
ohne kosenamen...

Fremdeintrag der Gewinnerin aus Quiz (I)

wie im ersten hier veröffentlichtem quiz von mir vorgeschlagen wurde, hier nun der erste feine fremdeintrag von der gewinnerin mone! (die ürigens heute geburtstag hat! herzlichen glückwunsch!)

...

Ich habe die Ehre bei kreativ betrunken einen betrunkenen Beitrag einzureichen!
Nach etlichen Litern Rotwein nehme ich jetzt den Mut zusammen und liefere meinen Text dem Gedeih oder Verderben aus.
Eure Mone.


Der Ort der Handlung ist eine stinknormale Mittelstandswohnung in Deutschland!

Melanie, die vierzehnjährige Tochter sitz am Küchentisch und schaut ihrer Mutter zu, welche das Abendbrot zubereitet. Der Fernseher läuft im Wohnzimmer...

Yvonnchen, meine Gute! Bring mir doch bitte mal ein Bier rüber, hier kommt grad so was interessantes, da will ich ne weg!“ ertönt die Stimme ihres Vaters.

Melanies Mutter seufzt, wäscht sich die Hände und geht zur Vorratskammer, um ihrem Mann ein Bier zu bringen.

Unbeteiligt schaut Melanie ihr zu und denkt bei sich, wie bescheuert ihre Mutter doch ist den alten fetten Sack so zu bedienen. Sie bekommt Wut. So etwas sollte es nicht geben. Schließlich arbeitet ihre Mutter im Büro mehr Stunden in der Woche als ihr Vater am Band, macht noch den kompletten Haushalt, bekocht den alten Säufer auch noch und hat am Ende ihr ganzes Leben lang nur für andere gedient!

Ihre Mutter kommt aus dem Wohnzimmer zurück und stellt sich wieder an den Herd.

Du Mutti?“ fragt Melanie.

Ja Süße?“ kommt die Antwort.

Warum bedienst du den Vater eigentlich immer? Ich mein, der kann sich doch sein Bier während der Werbung holen oder was, warum verlangt er, das du es ihm bringst?

Nun ja,“ sagt die Mutter, „das verstehst du noch nicht so richtig. Er hat es halt gern, wenn ich es ihm bringe.“

Aber warum? Er hat selber zwei gesunde Beine, arbeitet weniger Stunden in der Woche und läßt dich hier alles alleine machen. Ich denke, das ist nicht fair dir gegenüber.“

Die Mutter lächelt. „Ach Schatz, das verstehst du noch nicht. Das ist halt so wenn man schon so lange verheiratet ist wie wir beiden.“

Melanie schaut sie ungläubig an. In ihrem Inneren verspricht sie sich, nie so eine Beziehung zu akzeptieren und sich nie in so einer Situation selbst zu demütigen. In so einer Beziehung würde sie aufrecht stehen und dem Mann sagen, er solle sich gefälligst sein fucking Bier selbst holen, wenn er es denn auch saufen will! Oder am besten, den Typ gleich rausschmeißen und sich einen anderen suchen.

Zeitspanne zwanzig Jahre später.

Melanie steht in der Küche beim Abwasch.

Aus dem Wohnzimmer dringt die Stimme ihres Mannes, „Du Melanie? Bring mir doch bitte mal ein Bier, meine Gute, das ist hier gerade hochineressant, das will ich nicht verpassen!“

Sie seufzt...

11:07 Veröffentlicht in Quiz | Permalink | Kommentarstatus (11) | Per Email verschicken

23.03.2006

Warten auf die Freizeit

warten auf die freizeit. na wie bescheuert klingt denn das bitte? eigentlich schon sehr, dann aber doch nicht. berufsbedingt mußte ich mir eben noch eine pressekonferenz mit klinsmann geben, gefolgt von diversen und typisch deutschen journalistischen ansprachen, die sicherlich irgendwo einen funken wahrheit beinhalten, trotzdem wieder und wie immer vollkommen übertrieben sind. in nordamerika sucht man vergeblich nach einer meldung über das gestrige fußballspiel in den tageszeitungen, während bei uns mittlerweile terrorexperten im frühstücksfernsehen hocken und den oben benannten bundestrainer für den neuen hitler erklären. ich sehe es auf uns zukommen, die WM wird ein einziges und riesiges fiasko - wir werden vorzeitig rausfliegen, mindestens ein stadion wird einstürzen und der bundestrainer vom beckenbauer abgelöst. verzeihung "kaiser"...
in deutschland wird sport immer groß auf die fahnen geschrieben und vorallem medallien, dabei benimmt sich kaum jemand noch sportlich, vorallem journalisten nicht. dort wird sport gleich zum krieg erklärt und auf eben diesen verwiesen, ohne es unerwähnt zu lassen, daß diese kriegsgeschichte eigentlich von jemand anders angefangen wurde und man selbst ja eigentlich nur "zitieren" würde - er wars!
kritik ist fein und angebracht, bitte aber nur überlegt und nicht in kritischen mengen. wir sind nicht die fußball Nr.1 (falls wir es je waren), aber deswegen geht die welt nicht unter! ist es denn so schwer zu akzeptieren? gut, jetzt werde ich in der luft zerrissen als fußballignorant, aber sie wissen es ja, mir geht es am hintern vorbei, ich spiele lieber golf...


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nachtrag: bild via sports dignity.

22.03.2006

Fertig

ich habe keine zeit. weder dazu, tolle einträge zu kommentieren, oder frisch entdecktes zu beschreiben, nein, ich habe nicht einmal die zeit dafür mir etwas zu kochen. m. hat spontan frei bekommen, so passiert ab morgen nachmittag an dieser stelle nichts mehr, keine zeit vor lauter planung der freizeit, wir beide haben zusammen locker 100 stunden schlaf fällig (sehen auch so aus), eine gute sache für alle parteien: meine einträge werden eh immer blöder und so müßen sie meine auswürfe nicht mehr ertragen.

Vorher/Nachher (Selbstzerstörung 3.0)

um unvoreingenommen an diese kurze geschichte zu gehen, möchte ich den folgenden und unvollendeten text empfehlen, der gestern um 21:00h entstand und zu diesem zeitpunkt voll und ganz meiner überzeugung entsprach.


mit dem verfasser dieser zeilen geht es rapide abwärts. nachdem ich heute bereits wieder 12 stunden an der erwähnten bearbeitung des fachchinesischen kataloges gesessen habe, fühle ich mich nun wie eine zermatschte kartoffel. ich könnte glatt vor lauter technischen zeichnungen spontan den wald mit einem zollstock vermessen gehen, dabei slayer jodeln und darauf hoffen, daß ich möglichst schnell entdeckt, erhört und eingeliefert werde, sicherheitsaufbewahrung inklusive flexibler wände, wegen der verletzungsgefahr, erwünscht.

um mich kurz abzulenken, rufe ich meinen lieben freund g. an (das ist der mann mit der freistehenden badewanne und laptophalterung daran), der mir davon berichtet, daß er keine zeit für nichts hat, weil er ebenfalls mit einem fachchinesischem katalog beschäftigt ist, allerding in portugisisch und nicht italienisch wie ich. eine katalogseuche scheint ausgebrochen, klar, die größte industrie-messe geht bald los, nur muß ich deswegen infiziert werden?

mein liebster und engster freundeskreis ruft an, zurück aus spanien nach 3 monaten, sie wollen tzaziki/zwiebeln/gyros/ouzo/bier zu sich nehmen und würden mich dazu enladen, sie hätten auch noch einen auftrag an mich zu vergeben. es ärgert mich zwar maßlos, aber ich muß leider absagen, ich habe morgen bereits um 8:00h einen termin in düren (das ist die stadt, die man in der nähe von köln unter einem stein gefunden hat), muß deswegen bereits um 4:00h aufstehen. unser getrinke ist seltenst harmlos, ich darf es nicht riskieren erst dann aus der kneipe zu stolpern, wenn ich bereits frisch und ausgeschlafen sein sollte.



so. an dieser stelle habe ich gestern aufgehört zu schreiben. warum? ja weil ich bereits um 21:15h noch vor meinen feunden am tisch im griechischen restaurant einen doppelten bushmills zu mir nahm...

um 01:30h verlassen wir das lokal, nach unmengen von tzaziki, ouzo, jägermeister und bier, zielen geradewegs die behausung von r.s eltern an (die er persönlich seit mehr als 15 jahren nicht bewohnt), um dort zwei kisten bier und diverse schnäpse vorzufinden. die wachgewordene mama von r. fragt belustigt kurz "warum wir nur immer mitten in der woche feiern müßten?", die spontane antwort "wir sind alle selbstständig, am wochenende ruhen wir uns aus" nimmt sie nicht wahr, stattdessen schmiert sie uns (wie immer) ungefragt und automatisch schnittchen mit leberwurst und selbsteingelegten gurken. wir sträuben uns dagegen, essen jedoch alles bis zum letzten krümmel auf. nach diversen bieren, lachanfällen und schnäpsen, ist es 04:30h als ich nach hause schlendere, habe große schwierigkeiten mit dem schlüssel das loch zu treffen, sage meinen termin per e-mail "weil jemand gestorben sei" ab, lege mich nicht hin, weil ich nach einer kalten dusche plötzlich hellwach bin.

und nun sitze ich wieder vor meinem italienischem katalog, halb benommen, mit heißhunger auf currywurst und fritten mit mayo und der festen überzeugung, daß ich spätestens heute nachmittag tot umfallen werde.

besoffen, unkreativ und mit üblem mundgeruch.

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