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22.03.2006
Vorher/Nachher (Selbstzerstörung 3.0)
um unvoreingenommen an diese kurze geschichte zu gehen, möchte ich den folgenden und unvollendeten text empfehlen, der gestern um 21:00h entstand und zu diesem zeitpunkt voll und ganz meiner überzeugung entsprach.
mit dem verfasser dieser zeilen geht es rapide abwärts. nachdem ich heute bereits wieder 12 stunden an der erwähnten bearbeitung des fachchinesischen kataloges gesessen habe, fühle ich mich nun wie eine zermatschte kartoffel. ich könnte glatt vor lauter technischen zeichnungen spontan den wald mit einem zollstock vermessen gehen, dabei slayer jodeln und darauf hoffen, daß ich möglichst schnell entdeckt, erhört und eingeliefert werde, sicherheitsaufbewahrung inklusive flexibler wände, wegen der verletzungsgefahr, erwünscht.
um mich kurz abzulenken, rufe ich meinen lieben freund g. an (das ist der mann mit der freistehenden badewanne und laptophalterung daran), der mir davon berichtet, daß er keine zeit für nichts hat, weil er ebenfalls mit einem fachchinesischem katalog beschäftigt ist, allerding in portugisisch und nicht italienisch wie ich. eine katalogseuche scheint ausgebrochen, klar, die größte industrie-messe geht bald los, nur muß ich deswegen infiziert werden?
mein liebster und engster freundeskreis ruft an, zurück aus spanien nach 3 monaten, sie wollen tzaziki/zwiebeln/gyros/ouzo/bier zu sich nehmen und würden mich dazu enladen, sie hätten auch noch einen auftrag an mich zu vergeben. es ärgert mich zwar maßlos, aber ich muß leider absagen, ich habe morgen bereits um 8:00h einen termin in düren (das ist die stadt, die man in der nähe von köln unter einem stein gefunden hat), muß deswegen bereits um 4:00h aufstehen. unser getrinke ist seltenst harmlos, ich darf es nicht riskieren erst dann aus der kneipe zu stolpern, wenn ich bereits frisch und ausgeschlafen sein sollte.
so. an dieser stelle habe ich gestern aufgehört zu schreiben. warum? ja weil ich bereits um 21:15h noch vor meinen feunden am tisch im griechischen restaurant einen doppelten bushmills zu mir nahm...
um 01:30h verlassen wir das lokal, nach unmengen von tzaziki, ouzo, jägermeister und bier, zielen geradewegs die behausung von r.s eltern an (die er persönlich seit mehr als 15 jahren nicht bewohnt), um dort zwei kisten bier und diverse schnäpse vorzufinden. die wachgewordene mama von r. fragt belustigt kurz "warum wir nur immer mitten in der woche feiern müßten?", die spontane antwort "wir sind alle selbstständig, am wochenende ruhen wir uns aus" nimmt sie nicht wahr, stattdessen schmiert sie uns (wie immer) ungefragt und automatisch schnittchen mit leberwurst und selbsteingelegten gurken. wir sträuben uns dagegen, essen jedoch alles bis zum letzten krümmel auf. nach diversen bieren, lachanfällen und schnäpsen, ist es 04:30h als ich nach hause schlendere, habe große schwierigkeiten mit dem schlüssel das loch zu treffen, sage meinen termin per e-mail "weil jemand gestorben sei" ab, lege mich nicht hin, weil ich nach einer kalten dusche plötzlich hellwach bin.
und nun sitze ich wieder vor meinem italienischem katalog, halb benommen, mit heißhunger auf currywurst und fritten mit mayo und der festen überzeugung, daß ich spätestens heute nachmittag tot umfallen werde.
besoffen, unkreativ und mit üblem mundgeruch.
09:00 Veröffentlicht in Alltag, Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (3) | Per Email verschicken


Kommentarstatus
Das Jammern hat jetzt bezüglich der Kopfschmerzen eine höhere Priorität als gegenüber dem Katalog. Das ist ein grosser Fortschritt im Genesungsprozess :-)
Veröffentlicht von: Michael | 22.03.2006
Na ja, typischer Alltag halt. Vor dem m. - Begrüßungskuss empfehle ich jedoch ein Fishermen's (in der weißen Tüte).
Veröffentlicht von: Opa Harmonia | 22.03.2006
meine herren, hat es mich aber umgehauen um 11:00h! ich möchte nicht unnötig dramatisieren, aber ich war schon der festen überzeugung, daß ich nur mit den allerletzten lebenskräften die schuhe ausgezogen und die couch erreicht habe, auf der es mich dann in eine art tiefenkoma dahin gerafft hat. beim späteren aufwachen mußte ich erst im personalausweis nachschauen wer ich überhaupt bin, um anschließend 1liter wasser auf ex zu trinken, in furchtbarer panik, sofort und plötzlich auszutrocknen.
jetzt, um 19:00h sind es mittlerweile 3liter wasser die in mich hineingeflossen sind, der mundgeruch weitestgehenst behoben (wobei das nach dem genuss griechischer spezialitäten durchaus dauern kann) und der katalog fertig zum korrekturlesen (das wird dauern...). ich kaue jetzt mal ein paar kekse...
Veröffentlicht von: Ad | 22.03.2006
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