28.12.2007
Epilog
so. nach 24 monaten, 452 einträgen und 2929 kommentaren ist hier an dieser stelle schluß. gründe dafür gibt es verschiedene.
zu einem reicht es mir einfach mit den unzulänglichkeiten der blogspiritschen software, die mich zu sehr einschränkt und mittlerweile nich nur ärgert, sondern auch noch langweilt.
zum anderen gibt es die verschiedensten persönlichen gründe,
die ich auch schon zum teil im letzten entrag in den kommentaren erwähnte – irgendwie ist mir dieses blog aus den fugen geraten, mehr und mehr habe ich mich darin verbohrt eine rechenschaft abgeben zu müßen, was bei mir/uns gerade los ist, und anstatt mich eben bloß schriftlich auszutoben, wie ich das eben so liebe, vertrocknete diese angelegenheit zu einem tatsachenbericht, ohne auch nur einen funken leidenschaft seitens des autors. um dies zu ändern, ziehe ich nun auf wordpress um, inklusive kleinerer veränderungen, wie beispielsweise keiner blogroll mehr. zu sehr hat mich immer die frage beschäftigt, ob jemand beleidigt sein würde, wenn er aus dieser herausfliegt. aber da ich ja dieses unterfangen nie betrieben habe, um „freunde“ zu finden, soll es mir eben auch egal sein, was andere denken. wer meine sympathie hat, weiß es eh, dafür braucht es keine html verlinkungen.
und überhaupt, mich juckt es in den fingern, so wird wieder mehr fiktion die überhand gewinnen, ob abstrus, oder böse, bis hin zur bewußten hirnlosigkeit – ich möchte wieder ein blog aus spaß betreiben und dieses nicht aus entfernung betrachten und mir dabei denken müßen „das und dies kann ich nicht bringen, bin eben erst umgezogen, da kann ich doch nicht fiktiv leute töten, sonst denken alle irgendwas wäre nicht in ordnung“...
gut, ob kreativbetrunken nun bei blogspirit oder wordpress rumliegt, ist eigentlich egal, aber ich betrachte die sache doch mit begeisterung. ich bin ja eh ein großes spielkind und sehe die sache so, wie mit einem neuen datengerät. das alte war mal spannend, bis es irgendwann staubig und nicht mehr interessant wurde. dann bekam man ein neues und die alte begeisterung kam zurück. so geht es mir augenblicklich mit dem blogumzug. wie lange, wird es sich zeigen...
danke und bis dann!
(zum abschluß noch an dieser stelle ein paar bilder aus unserem winterlichen kurzurlaub.)







22:00 Veröffentlicht in Blog, Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken
19.12.2007
Faktum
während es überall wieder besinnlich wird und dinge zum abschluß gebracht werden, schließe ich mich dem an, allerdings das blog und nicht das jahr betreffend. es ist etwas vorgefallen, was mir sehr peinlich ist, irgendwo in den weiten der sogenannten „blogosphäre“, als ich mich selbst vergaß und einen menschen denunzierte, ohne beim thema zu bleiben, oder mich überhaupt auf fakten zu beziehen. gänzlich außer sich, habe ich um mich geschlagen, dabei eine art „coolness“ vollkommen missachtet, bloß um mich jetzt am ende wie ein depp zu fühlen. nicht das mir die betroffene person leid tun würde, nein, ohne grund passiert sowas selbst bei mir nicht, allerdings macht mir diese tatsache ein weiteres schreiben erstmals unmöglich, da es unpassend dazu war, wie dieses blog funktioniert.
und überhaupt, es gibt noch mehr. menschen, die mir fürchterlich auf die nerven gehen, weil sie nicht merken, was für ein schrott sie von sich geben. menschen, die mit gutem gewissen ganze sätze aus der literatur klauen und so tun, als ob es die eigene virtuosität wäre. menschen, die sich als meinungsmacher aufspielen, obwohl sie nichts zu sagen haben. menschen...
das alles und noch ein paar weitere dinge, die hier keinen platz haben, bringen mich persönlich soweit, zu behaupten, daß diese ganze „blogosphäre“ rein gar nichts damit zu tun hat, das schreiben als hobby zu fördern, sondern diesem zu schaden, denn zumindest ich persönlich kann mich kaum darauf konzentrieren frei etwas zu schreiben, oder auszuprobieren, wenn mein kopf bloß nur noch voll mit irgendwelchen menschen ist, die mir eigentlich egal sein sollten.
keine ahnung, ob das nun das ende hier ist, oder nicht, kann sein, daß ich nächste woche die dinge wieder ganz anders sehe. irgend jemand, ich glaube ich, sagte mal, man solle finger von dingen sein lassen, die für einen unerträglich werden. augenblicklich ist dieses blog das für mich...
nachtrag: fast passend - gestern waren es zwei jahre, seit dem ersten eintrag an dieser stelle.
17:30 Veröffentlicht in Blog, Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (21) | Per Email verschicken
10.12.2007
Am Nordrand der Alpen
manchmal, da braucht selbst ein wahnsinniger wie ich einen moment zur besinnung. ein paar stunden, um dinge revue passieren zu lassen, etwas zeit, um erlebtes zu verinnerlichen. spätestens morgen wird es soweit sein, jetzt im moment allerdings, befinde ich mich noch mitten im unaufgeräumten kopfbilderalbum der vergangenen tage. jemand sagte zwar einmal, ich glaube ich, man sollte besser niemals aufgewühlt schreiben, bloß sitze ich gerade zufällig vor einem laptop und mir will absolut nichts besseres einfallen, als eben diesen unnötigen quatsch zu verzapfen. nachrichten lesen ermüdet mich, amazon bilde ich mir ein auswendig zu kennen, auf uncrate hat sich seit freitag nichts getan, und blogs lesen, ja, wer tut das schon?
am ende ist momentan alles gleichzeitig interessant und öde, zumindest für mich. und deswegen lasse ich das tippen nun
doch besser bis morgen bleiben und versichere ihnen gleichzeitig diesen eintrag NICHT unter drogeneinfluß getippt zu haben.
echt jetzt.

eigentlich sollte es dazu eine fortsetzung geben, aber da es schon an anderer stelle beschrieben wurde und ich augenblicklich eh nicht sonderlich gut im schreiben von fortsetzungsgeschichten bin, lasse ich es einfach. ja...
01:40 Veröffentlicht in Alltag, Debil, Gesehen, Kopflastig, Welt | Permalink | Kommentarstatus (19) | Per Email verschicken
05.12.2007
Jetzt wird getanzt
„Die Ultimate Edition von Tanz der Teufel wurde durch die BPjM indiziert (BAnz. Nr. 185 vom 29. September 2006). Ein Beschlagnahmebeschluss des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten liegt vom 26. April 2002 (Az.: 351 Gs 1749/02) vor.“
das gilt in deutschland also weiterhin, nachdem der film bereits 1985 zum ersten mal indiziert und beschlagnahmt wurde. es existiert zwar eine in deutschland verkäufliche version, die ich mir auch vor einiger zeit ärgerlicherweise kaufte, doch sind diese nach zensur übrig gebliebenen 70(!) minuten eher ein witz, denn ein film. und diese ganze angelegenheit ist überhaupt ein witz, in zeiten von turbobrutalen horrorfilmen und spielen, eine veraltete, billige und auch nicht sonderlich ernst gemeinte filmarbeit von 1981 so zu behandeln, als hätte sie mindestens satan persönlich vollbracht.
aber, was rege ich mich auf – ich wohne ja jetzt in österreich, und hier darf man sich eben als erwachsener anschauen, was man möchte, ohne gleich zum verbrecher zu mutieren. so zum beispiel auch „evildead“, ungschnitten und deshalb 87(!) minuten lang...



17:00 Veröffentlicht in Alltag, Gesehen, Kopflastig, Welt | Permalink | Kommentarstatus (17) | Per Email verschicken
02.12.2007
Oh Weih...
hip hip hurra, scheiß weihnachten steht vor der tür! das wird einem an so vielen stellen bis zum erbrechen signalisiert, daß es selbst einem christkindignoranten wie mir kaum gelingt, so zu tun, als ob tannen eben nur bäume wären und sternschnuppen etwas rein wissenschaftliches. ein totalitäres kitschbombardement erster güte, leuchtendes und funkelndes erschlägt einen permenent, bis man sich vorkommt wie ein gehinrgewaschener sklavenzombie eines schwulen weihnachtsmannes, der seinen erigierten schokoladenschwanz ununterbrochen an rote renntiere verfüttert. harte worte, das mag sein, doch „perversität“ ist eben DAS wort, welches mir hauptsächlich einfällt, wenn ich die horden wandern sehe, vorprogrammiert von blinklichternden werbemaßnahmen und infiziert durch naivste sagen um ein von geisterhand erzeugtes superkind. dabei begegnet man aber in gesprächen kaum jemandem, der das ganze gut findet, nein, alle finden es scheiße und schrecklich, fraglich bleibt am ende bloß, wer denn diese massen sind, die einen daran hindern in aller ruhe einzukaufen, oder sich überhaupt fortzubewegen, wenn eigentlich keiner was mit dieser festlichkeit zu tun hat...
und während ich das noch denke, klingelt das telefon, aus dessen leitung meine mutter uns einen schönen ersten advent wünscht. als ob das ein zeitpunkt des jahres wäre, oder eine angelegenheit, von der man überhaupt kenntniss nehmen sollte. meine antwort darauf passiert mutternfreundlich, aber zurückhaltend automatisch: danke, euch auch. und sonst?
doch am ende und deswegen scheitere ich wieder an dem versuch den hasserfüllten menschenfeind zu geben und weihnachten verbal zu zerstören, angesichts der tatsache, daß ich eben nicht in einem erdloch bei unterernährung und peitschenhieben aufgewachsen bin, sondern mich tatsächlich immer auf weihnachten gefreut habe. damals. früher.
und was bleibt? geschenke habe ich bei amazon bestellt, so kann ich mir wenigstens einbilden, ich sei kein mitverursacher der wahnsinnigen gruppenhysterie. und falls mich jemand doch irgendwo da draußen antreffen sollte, so bin ich sicherlich nicht wegen weihnachten unterwegs...
22:15 Veröffentlicht in Alltag, Debil, Kopflastig, Welt | Permalink | Kommentarstatus (9) | Per Email verschicken
28.11.2007
Verdeparted
nachdem ich bereits im mai eine „the departed“-dvd gekauft habe, die aber defekt und somit nicht abspielbar war, konnte ich nun endlich gestern das neueste werk des meisters scorsese bestaunen. und bin jetzt ein wenig bis sehr verwirrt.
gut, die bildsprache und die musikunterlage sind typisch, man braucht bloß wenige sekunden hinzuschauen und weiß bereits seine wenigkeit bestens in einem scorsese kosmos aufgehoben, doch darüber hinaus fragt man sich nach nur kurzer zeit, was denn zum teufel in diesem abgehen würde. der film ist hektisch, in den ersten 40 minuten habe ich mir ernsthaft sorgen gemacht, der geschichte (den geschichten) nicht folgen zu können, dieses gefühl legte sich zwar etwas später, eine art verwirrung erster güte blieb aber bis zum schlußbild. was war da passiert? an der komplexität des erzählten kann es kaum gelegen haben, da gerade der scorsese martin dafür bekannt ist, die kompliziertesten und weitläufigsten geschehnisse, in eine übersichtliche und verständliche form packen zu können, selbst wenn die handlung über mehrere jahrzehnte spielt. auch an seinen darstellern kann es nicht liegen, denn die agieren vorbildlich, auch wenn manche charakterzeichnung so übertrieben ist, wie man sie sonst nur aus satirischen comics erwartet, wie beispielsweise die figur dignam (m. wahlberg), seineszeichens ein höherer interner polizeibeamter, der ständig bloß flucht und alles und jeden grundlos bis aufs blut beleidigt, daß man ihm kaum zutrauen kann, mit dieser art überhaupt das erwachsenenalter erreicht zu haben, ohne längst von mehreren personen erschlagen worden zu sein. wozu ist das gut? in „casino“ und „good fellas“ gab es auch unverbesserliche choleriker, die witzige bis wahnsinnige gemütsexplosionen erleben durften, doch waren diese glaubhaft, während ein dignam bloß wie ein plastisches klischee wirkt, erdacht von einem unqualifizierten script-doctor, der sich in einer langwierigen und dramatischen therapie befindet. ebenso ergeht es dem oberbösewicht costello (was für ein name für einen „itaker“-hassenden iren soll denn das bitte sein? (j. nicholson)), der ein wenig wirkt, als hätte man „shining“ in einen mit kokain tapezierten metzgerladen verlegt. alles unnötiger quatsch, wenn sie mich fragen, zumindest für jemanden, der das filmemachen seit ewigkeiten beherrscht und niemanden mehr etwas beweisen muß. wobei mir das gerade zu denken gibt - größere logikfehler hinzugenommen - warum dann ausgerechnet dieses werk dem macher den langersehnten regie-oscar beschert hat, statt eines der vielen wahren meisterwerke, die er sich in der vergangenheit mal eben so aus dem ärmel geschüttelt hat. war wohl eher ein „die-arme-sau-macht-nicht-mehr-lange-und-wartet-schon-eine-
halbe-ewigkeit-auf-unsere-anerkennung-oscar“.
zu meinem eigenen trost bleibt bloß der gedanke, der film sei ihm deshalb aus dem ruder gelaufen, weil es ein remake ist und diese tatsache am ende besagen würde, daß er mit eigenen geschichten eben besser umgehen kann, als mit fremden. oder ich höre einfach damit auf, so zu tun, als ob ich ein filmkritiker wäre.
wobei letzteres wohl für alle beteiligten das beste wäre...
16:55 Veröffentlicht in Debil, Gesehen, Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (0) | Per Email verschicken
25.11.2007
Revolution Cookie
liebes tagebuch, j. mordet wieder. zumindest virtuell. die an der seite ihres flachbildschirmes platzierten boxen, lassen kanonen und marschierschritte ertönen, sie selbst erfreut sich immer wieder lautstark darüber, wieder(!) atomwaffen eingesetzt zu haben. die idee einer totalen vernichtung und österreich machen den anschein zusammenzugehören, wie das joghurt und der becher. mir persönlich fällt es dabei schwer einen bestseller zu schreiben, alleine aus angst vor zensur und der anschließenden buchstabenverbrennung. ich werde mich dann besser als erstes zurückziehen und auf der toilette heimlich einen amerikanischen keks essen. sie schmecken zwar nicht unbedingt nach revolution, sind aber womöglich so alt wie eine...
00:40 Veröffentlicht in Blog, Debil, Kopflastig | Permalink | Kommentarstatus (7) | Per Email verschicken

